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Die Figur Enite im Roman "Erec" von Hartmann von Aue. Welche Rückschlüsse lassen sich aus Enites Kontakt zu Pferden auf ihren Charakter ziehen?

Titel: Die Figur Enite im Roman "Erec" von Hartmann von Aue. Welche Rückschlüsse lassen sich aus Enites Kontakt zu Pferden auf ihren Charakter ziehen?

Hausarbeit , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern wird die Figur Enite aus dem Roman „Erec“ von Hartmann von Aue durch ihren Kontakt zu Pferden charakterisiert? Oder: Welches Bild von Enite erscheint dem Leser im „Spiegel“ ihrer Pferde? Um hier zu einer Antwort zu kommen, soll im Folgenden zuerst konturiert werden, welche Rolle den Pferden bei einer Charakterisierung der Figur Enite zukommen kann. Im zweiten Schritt wird dann der Fokus auf der mittelalterlichen Bedeutung des Pferdes liegen. Mit dieser Vorarbeit im Hinterkopf richtet sich schließlich der Blick auf konkreten Szenen, in denen Enites Beziehung zu Pferden Erwähnung findet, um hieraus schlussendlich eine Erkenntnis zu ziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Arten der Figurencharakterisierung

3. Das Pferd im Mittelalter

4. Die Pferdeszenen

4.1. Pferdedienste- Zwischen Bestrafung und Erhöhung

4.2. Die Pferdegeschenke

4.2.1. Erstes Pferdegeschenk

4.2.2. Zweites Pferdegeschenk: Enites Wunderpferd

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Charakterisierung der Figur Enite im Artusroman "Erec" von Hartmann von Aue, wobei der Fokus insbesondere auf ihrer symbolischen Beziehung zu den Pferden liegt. Es wird analysiert, inwieweit die Pferde als Spiegel oder Attribut dienen, um die komplexen, oft indirekt vermittelten Eigenschaften der Protagonistin für den Rezipienten greifbar zu machen.

  • Narrative Techniken der indirekten Figurencharakterisierung
  • Die symbolische und funktionale Bedeutung des Pferdes im mittelalterlichen Kontext
  • Analyse der Pferdedienste als Instrument der Externalisierung von Enites Psyche
  • Untersuchung der Pferdegeschenke als Attribute idealer Weiblichkeit
  • Die Rolle von Demut und Sanftmut als zentrale Charaktereigenschaften

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Erstes Pferdegeschenk

Ihr erstes Pferd erhält Enite von der Cousine des Grafen von Tulmein bevor sie und Erec zum Artushof aufbrechen. Es besitzt bereits alle Vorzüge, die ein Damenpferd auszeichnen, sodass der Erzähler zum Schluss kommt, niemand auf der Welt könne ein schœner pherit (Erec, Z. 1425) besitzen:

ez enwas ze michel noch ze kranc,

sîn varwe rehte harmblanc,

sîn man rehte tief und reit,

sîn brust starc unde breit,

mit ganzem gebeine

ze grôz noch ze kleine.

Sîn houbet trouc ze rehte hô.

Es was senfte unde vrô,

mit langen sîten,

man moht ez vil gerîten,

rücke und vuoz guot genouc:

hei wie rehte sanfte es truoc! (Erec, Z. 1426-1437)

Auffällig in dieser Beschreibung ist, dass gleich zweimal mit „Weder…noch…“ Konstruktionen das Aussehen wiedergegeben wird. Wurde eingangs in Enites Beschreibung der Kontrast des einen Extrem mit dem anderen genutzt, um ihre Perfektion mittelbar zu machen, so scheint bei dem ersten Pferd gerade das Mittel zwischen beiden Extremen diese Pefektion auszumachen. Enites erstes pherit ließe sich gut mit dem Begriff der maze beschreiben, welche eben diesen Punkt der genau rechten Größe markiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Charakterisierung Enites ein und etabliert die Hypothese, dass die Figur durch ihre Interaktion mit Pferden und deren symbolische Aufladung im Roman erschlossen werden kann.

2. Verschiedene Arten der Figurencharakterisierung: Dieses Kapitel erläutert literaturwissenschaftliche Konzepte zur Figurenkonstitution und stellt die Relevanz der indirekten Charakterisierung sowie des mediävistischen Kontextes heraus.

3. Das Pferd im Mittelalter: Hier werden die soziokulturellen und funktionalen Bedeutungen des Pferdes als Statussymbol und Mobilitätsmittel sowie die spezifische Unterscheidung zwischen Streitross und Damenpferd (Zelter) dargelegt.

4. Die Pferdeszenen: In diesem Hauptteil wird die Beziehung Enites zu Pferden in die Kategorien Pferdedienste und Pferdegeschenke unterteilt und detailliert analysiert.

4.1. Pferdedienste- Zwischen Bestrafung und Erhöhung: Dieser Abschnitt untersucht, wie Enite durch die ihr auferlegten Aufgaben mit den Tieren ihre Demut und moralische Überlegenheit unter Beweis stellt.

4.2. Die Pferdegeschenke: Es wird analysiert, wie die dem Reittier zugeschriebenen Attribute direkt als Reflexion von Enites Wesen und ihrer idealen Rolle dienen.

4.2.1. Erstes Pferdegeschenk: Untersuchung der Beschreibung des ersten Pferdes als Verkörperung der "maze" (des rechten Maßes) und Verbindung zur Reinheit Enites.

4.2.2. Zweites Pferdegeschenk: Enites Wunderpferd: Dieses Kapitel analysiert das Wunderpferd als ambivalentes Symbol, das durch seine besonderen Eigenschaften die Einzigartigkeit und die spirituelle Aura der Figur Enite unterstreicht.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Enite über die Pferdesymbolik als Idealgestalt konturiert wird, wobei der Leser aktiv in den Interpretationsprozess eingebunden wird.

Schlüsselwörter

Erec, Hartmann von Aue, Enite, Figurencharakterisierung, Mittelalter, Pferdesymbolik, Zelter, Höfischer Roman, Indirekte Charakterisierung, Narratologie, Demut, Maze, Gender, Aventiure, Allegorese

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die narrative Funktion der Pferde in Hartmann von Aues Roman "Erec" als Mittel zur Charakterisierung der Protagonistin Enite.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die mittelalterliche Erzähltheorie, die Symbolik von Pferden im höfischen Roman sowie die Analyse von Genderrollen und Tugenden wie Demut.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Figur Enite durch ihren Kontakt zu Pferden charakterisiert wird und welches Bild von ihr im "Spiegel" dieser Tiere für den Leser entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf narratologische Modelle zur Figurencharakterisierung und verbindet diese mit mediävistischen Interpretationsansätzen, insbesondere durch die Analyse der Pferdesymbolik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zwei zentrale Pferdekategorien: Die durch Bestrafung auferlegten Pferdedienste und die als idealisierende Attribute fungierenden Pferdegeschenke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erec, Enite, Figurencharakterisierung, Pferdesymbolik, Demut, Maze und das Konzept der indirekten Charakterisierung.

Warum wird Enite oft über "Dritte" oder Pferde charakterisiert?

Da Enite im Roman eine prototypsiche Rolle als Idealgestalt einnimmt, nutzt der Autor indirekte Erzähltechniken und die Spiegelung an Attributen wie Pferden, um sie für den Leser als moralisches Optimum zu definieren, ohne sie psychologisch tiefgründig im modernen Sinne auszuerzählen.

Welche Bedeutung hat das "Wunderpferd" im Roman?

Das Wunderpferd, das Enite später erhält, stellt eine Steigerung des ersten Pferdegeschenks dar und dient durch seine außergewöhnlichen Attribute (Farben, Karfunkel) als Metapher für Enites besondere, fast sakrale Ausstrahlung und ihre innere Reinheit.

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Details

Titel
Die Figur Enite im Roman "Erec" von Hartmann von Aue. Welche Rückschlüsse lassen sich aus Enites Kontakt zu Pferden auf ihren Charakter ziehen?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1146686
ISBN (eBook)
9783346525475
ISBN (Buch)
9783346525482
Sprache
Deutsch
Schlagworte
figur enite roman erec hartmann welche rückschlüsse enites kontakt pferden charakter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die Figur Enite im Roman "Erec" von Hartmann von Aue. Welche Rückschlüsse lassen sich aus Enites Kontakt zu Pferden auf ihren Charakter ziehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146686
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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