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Aktuelle Nahrungsmittelkrise

Steigende Nahrungsmittelpreise: Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik

Title: Aktuelle Nahrungsmittelkrise

Seminar Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Schuster (Author)

Business economics - Economic Policy
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Hungersnot und Nahrungsmittelknappheit sind leider auch heute noch keine
außergewöhnlichen oder seltenen Ereignisse, jährlich treten in weiten Teilen dieser Erde Dürreperioden und damit verbundene Hungersnöte auf. Warum wird also in der jetzigen Situation von einer globalen Nahrungsmittelkrise gesprochen? Die Lage stellt sich anders dar als in der Vergangenheit. Der Hunger ist nicht mehr die Folge von ungenügender Verfügbarkeit, sondern vielmehr von unzureichender Erreichbarkeit. Länder die auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, leiden nun besonders unter der Knappheit. In vielen
Entwicklungsländern, davon ein Großteil in Afrika, z.B. Mauretanien, der Elfenbeinküste, Kamerun, Ägypten und dem Senegal, aber auch in Indien, Indonesien und Mexiko gab es in diesem Jahr große Hungersnöte, begleitet von Prosteten der notleidenden Bevölkerung. Nicht nur die bereits Hungernden gingen auf die Straßen, sondern auch viele, die in den steigenden
Preisen für Mais, Weizen und Reis eine drohende Gefahr für ihre Ernährungssicherheit erkannten.
Darüber, dass die derzeitige Nahrungsmittelkrise von stark gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel verursacht wurde, herrscht weitestgehend Einigkeit. Uneins ist man sich hingegen über die Gründe, die zu dem starken Anstieg der Preise geführt haben. Hier werden klimatische Veränderung und damit einhergehende Ernteausfälle, Börsenspekulationen mit den Agrarrohstoffen, gestiegene Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und
Milchprodukte der stark wachsenden Volkswirtschaften China und Indien, sowie die
Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion in den Industrienationen durch den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen als Ursachen angeführt. Es ist weder Anspruch noch Intention dieser Arbeit, die Gründe für den Preisanstieg zu finden oder zu erklären, vielmehr ist das Ziel, die steigenden Nahrungsmittelpreise als Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik zu begreifen.
Der überwiegende Teil der Entwicklungsländer sind Netto-Getreideimporteure und somit von der Preissteigerung für Getreide stark betroffen. Getreide fungiert in armen Ländern zudem als Grundnahrungsmittel, wodurch quasi die Ärmsten der Armen am härtesten vom weltweiten Anstieg der Getreidepreise getroffen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DERZEITIGE SITUATION

3. DIE KRISE ALS CHANCE

3.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK

3.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK

3.2.1 Industrienationen

3.2.2 Entwicklungsländer

4. FAZIT

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle globale Nahrungsmittelkrise und analysiert, inwiefern der drastische Preisanstieg für Grundnahrungsmittel als Katalysator für notwendige strukturelle Reformen in der Agrar- und Entwicklungspolitik genutzt werden kann. Das primäre Ziel ist es, Lösungsstrategien für Industrienationen und Entwicklungsländer aufzuzeigen, um langfristige Nahrungssicherheit und eine nachhaltigere Landwirtschaft zu etablieren.

  • Analyse der Ursachen und Auswirkungen der aktuellen Nahrungsmittelpreiskrise.
  • Notwendigkeit einer agrarpolitischen Neuausrichtung in Industrienationen durch den Abbau von Exportsubventionen.
  • Förderung nachhaltiger kleinbäuerlicher Strukturen in Entwicklungsländern.
  • Bedeutung von Wissensvermittlung und Mikrokrediten für den ländlichen Raum.
  • Die Rolle der internationalen Gemeinschaft bei der Gestaltung fairer Handelsbedingungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Neuausrichtung der Entwicklungspolitik

Die Nahrungsmittelkrise und die damit verbundenen Hungersaufstände in vielen Entwicklungsländern können als Chance für eine Neuausrichtung der Entwicklungspolitik der Industriestaaten begriffen werden. Durch die Millionen Hungernden in der dritten Welt wurde das Bewusstsein wieder verstärkt auf die Nahrungsmittelknappheit in vielen Entwicklungsländern gerichtet. Die Entwicklungspolitik kann nun also die Krise zum Anlass nehmen, die Förderung durch Entwicklungshilfe auf die ländlichen Regionen zu richten. Ein viel versprechender Ansatz ist in diesem Zusammenhang das Fördern von nachhaltiger Landwirtschaft im Bereich der Kleinbauern und regionaler Infrastruktur, um Märkte zu schaffen, auf denen sich Ernteschwankungen dämpfen lassen. Hier sollten verstärkt Betriebe gefördert werden, die für den einheimischen Markt und nicht für die Exportwirtschaft produzieren. Kleinere und Mittlere Landwirtschaftliche Betriebe tragen nicht nur unmittelbar zur Nahrungsmittelsicherheit in der Region bei, sie schaffen auch Arbeitsplätze und so werden Einkommen generiert, die Armut und Hunger verdrängen.

Der Preisanstieg ist bei vielen Lebensmitteln zunächst einmal Grund dafür, dass sich die armen Bevölkerungsteile die Nahrungsmittel nicht mehr leisten können und hungern müssen. So sieht man auf den zweiten Blick, dass die Produktion bei gestiegenen Preisen rentabler wird. Das bedeutet, dass auch Landwirte in den Entwicklungsländern, die nicht über die gleiche Effizienz bei der Produktion verfügen wie Betriebe in Industriestaaten, ihre Produkte konkurrenzfähig anbieten und vor allem auch absetzten können. Können die Produkte verkauft werden, werden Profite erzielt, diese wiederum regen Investitionen im landwirtschaftlichen Sektor an. Problematisch hierbei ist allerdings, dass viele Kleinbauern nicht über die nötigen Mittel verfügen, ihre Produktion auszuweiten, um auf den Preisanstieg mit erhöhtem Angebot zu reagieren. Deshalb müssen Anreize für Investoren geschaffen werden, um Gelder in den primären Wirtschaftssektor zu lenken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel stellt die aktuelle globale Nahrungsmittelkrise vor, grenzt sie von früheren Hungerperioden ab und definiert das Ziel der Arbeit, den Preisanstieg als Chance für politische Reformen zu betrachten.

2. DERZEITIGE SITUATION: Hier werden die bestehenden wettbewerbsverzerrenden Institutionen, insbesondere Agrarexportsubventionen, analysiert und bisherige Strategien wie das Anti-Hunger-Programm der FAO kritisch hinterfragt.

3. DIE KRISE ALS CHANCE: Dieses Hauptkapitel erläutert das Potenzial der Krise für einen Strukturwandel in der globalen Agrarpolitik.

3.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK: Es wird die Notwendigkeit aufgezeigt, Entwicklungshilfe verstärkt auf die Förderung nachhaltiger, kleinbäuerlicher Strukturen und regionaler Märkte auszurichten.

3.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK: Dieses Kapitel unterteilt die notwendigen politischen Maßnahmen in eine Perspektive für Industrienationen und eine für Entwicklungsländer.

3.2.1 Industrienationen: Im Fokus steht hier die Forderung nach dem Abbau produktionsbezogener Exportsubventionen, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Märkte in Entwicklungsländern zu schützen.

3.2.2 Entwicklungsländer: Es wird argumentiert, dass der Fokus von einer rein technokratischen Produktivitätssteigerung hin zu einer nachhaltigen, ökologisch verantwortungsvollen Bewirtschaftung verschoben werden muss.

4. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die internationale Staatengemeinschaft gemeinsam mit den Entwicklungsländern durch Strukturreformen eine nachhaltige Nahrungssicherheit erreichen kann.

Schlüsselwörter

Nahrungsmittelkrise, Agrarpolitik, Entwicklungspolitik, Exportsubventionen, Kleinbauern, Nachhaltigkeit, Welthunger, Preissteigerung, ländliche Entwicklung, Ernährungssicherheit, Agrarökonomie, Infrastruktur, Marktzugang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle globale Nahrungsmittelkrise des Jahres 2008 und untersucht, ob und wie der Preisanstieg für Agrarrohstoffe genutzt werden kann, um eine strukturelle Neuausrichtung der internationalen Agrar- und Entwicklungspolitik zu forcieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Einfluss von Agrarexportsubventionen, die Förderung nachhaltiger kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die Rolle der internationalen Entwicklungshilfe sowie die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen bei der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die steigenden Nahrungsmittelpreise nicht nur als krisenhaftes Ereignis zu verstehen, sondern als Chance zu begreifen, um dringend notwendige politische Reformen in Industrienationen und Entwicklungsländern zugunsten einer nachhaltigen Nahrungssicherheit anzustoßen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten ökonomischen Analyse aktueller agrarpolitischer Rahmenbedingungen, unter Einbeziehung von Fachberichten internationaler Organisationen wie der FAO sowie wissenschaftlicher Literatur zu entwicklungspolitischen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Lage sowie in konkrete Lösungsansätze, wobei zwischen der Verantwortung der Industrienationen (z.B. Abbau von Subventionen) und der notwendigen agrarpolitischen Transformation in Entwicklungsländern unterschieden wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nahrungsmittelkrise, Agrarpolitik, Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit und kleinbäuerliche Strukturen charakterisiert.

Inwiefern spielen Mikrokredite eine Rolle für die Lösungsansätze der Arbeit?

Der Autor führt an, dass Mikrokredite eine entscheidende Rolle spielen können, um Landwirten in Entwicklungsländern den Zugang zu notwendigem Kapital für Investitionen zu ermöglichen, da der traditionelle Kreditmarkt für arme Bevölkerungsschichten häufig verschlossen bleibt.

Warum stellt das Konzept der „Green Revolution“ laut Autor eine Herausforderung dar?

Das Konzept wird kritisch hinterfragt, da es zwar kurzfristig die Erträge steigern kann, aber oft zu ökologischen Schäden wie Bodendegradation führt und soziale Disparitäten verschärft, weshalb eine nachhaltigere Ausrichtung gefordert wird.

Welche Haltung nimmt der Autor gegenüber den Lebensmittelpreisen in den Industrienationen ein?

Der Autor vertritt die Auffassung, dass auch in Industrienationen eine Anpassung an realistische Lebensmittelpreise stattfinden muss und der Hunger in der Welt nur reduziert werden kann, wenn die internationale Gemeinschaft bereit ist, einen fairen Preis für Nahrungsmittel zu zahlen.

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Details

Title
Aktuelle Nahrungsmittelkrise
Subtitle
Steigende Nahrungsmittelpreise: Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik
College
University of Göttingen
Course
Entwicklungsökonomik
Grade
1,0
Author
Sebastian Schuster (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V114674
ISBN (eBook)
9783640166855
ISBN (Book)
9783640864553
Language
German
Tags
Aktuelle Nahrungsmittelkrise Entwicklungsökonomik Nahrungsmittelkrise 2008 Development Economics
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Schuster (Author), 2008, Aktuelle Nahrungsmittelkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114674
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