Niccolo Machiavelli und der florentinische Kontext - „Der Fürst“


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

A Einleitung

B Grundlegung der Problemstellung und Bearbeitung
1. Der florentinische Kontext verbunden mit der Biographie Niccolo Machiavellis
2. Der Fürst
2.1 Die Untersuchung der verschiedenen Arten der Fürstenherrschaft, bezogen auf die Möglichkeit sie zu erwerben
2.1.1 Kapitel 1-6
2.1.2 Von den neuen Fürstentümern, die durch fremde Hilfe und Glück erworben werden (Kapitel 7) mit Blick auf Cesare Borgia
2.1.3 Kapitel 8-11
2.2 Die kritische Analyse der im damaligen Heerwesen angewandten Organisations- und Rekrutierungsformen (Kapitel12-14)
2.3 Die berühmte Diskussion um die Moral in der Politik und amoralische Methoden, um Krisen zu bewältigen
2.4 Ratschläge, um Ansehen bei den Untertanen zu gewinnen und die Gunst der Umstände zu nutzen
2.4.1 Kapitel 19-24
2.4.2 Kapitel 25: Welche Macht das Glück (fortuna) in den menschlichen Dingen hat und wie man ihm widerstehen kann
2.5 Die Fortuna
2.6 Die Virtu
2.7 Necessita und Occasione
3. Intention des Buches

C Schluss

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

A Einleitung

Die Hausarbeit befasst sich mit der Biographie des Praktikers, Historikers, Schriftstellers und Diplomaten Niccolo Machiavelli sowie seinem Werk „Der Fürst“ und geht dabei auch auf den florentinischen Kontext ein, der als Hintergrund des Buches unerlässlich ist. Das Buch wird kurz zusammengefasst und auf die wichtigsten Kapitel wird näher eingegangen. Die für Machiavelli elementaren Begriffe der Virtu (Tugend, Willenskraft), Fortuna (Schicksal, Glück), Necessita (Notwendigkeit) und Occasione (Gelegenheit) werden erläutert. Theoretische Fragen wie: Wie ergreift man Macht? Wie behält man sie? Wann und warum verliert man sie? Wie lauten die militärischen Pflichten des Fürsten? Muss ein Fürst Wort halten? Ist es besser grausam oder mild zu herrschen? werden aufgegriffen und beantwortet.

B Grundlegung der Problemstellung und Bearbeitung

1. Der florentinische Kontext verbunden mit der Biographie Niccolo Machiavellis

Niccolo Machiavelli wird am 3.5.1469 in Florenz - welches neben Mailand, Venedig, Neapel und dem Kirchenstaat zu den fünf grossen Mächten Italiens gehört - als Sohn eines wohlhabenden Notars geboren. „Machiavellis Lebenszeit fällt in eine Epoche tiefer Umbrüche in Florenz wie in Italien. Die Ära der Stadtrepubliken ging [...] zu Ende [...].“ (1) Machiavelli versucht, die damalige Zeit durch seine politischen Überlegungen zu bewältigen und zu überwinden. Seine Überlegungen sind daher eher als „politische Ratschläge und Anweisungen geschrieben.“ (2) Vom Gelehrten Virgilio erhält er auf Wunsch des Vaters eine fundierte humanistische Ausbildung. Später schlägt er allerdings den Weg der Beamtenlaufbahn im Dienst der Stadtrepublik Florenz ein, welche durch Manufakturen, Fernhandel und Banken zu Reichtum gelangte. Sein Geburtsjahr fällt in dasselbe Jahr, in welchem Lorenzo di Medici („Der Prächtige“) die Regierung zusammen mit seinem Bruder Giuliano übernimmt. Nachdem Lorenzo einem Anschlag auf seine Person nur knapp entkommt, und sein Bruder durch eine Verschwörung der Familie Pazzi ermordet wird, übernimmt Lorenzo 1478 die Alleinherrschaft über Florenz. Diese Vorkommnisse stellen den Höhepunkt des städtisch-familiären Machtkampfes in Florenz dar, dessen Politik immer von Familienclans beherrscht wurde. Durch Lorenzo di Medici kommt die Stadt zu dauerhaftem inneren Frieden und zu Sicherheit. Der Herrscher, der auch Schriftsteller ist, versammelt Künstler, Philosophen und bekannte Wissenschaftler der damaligen Zeit in Florenz. (della Mirandola, da Vinci, Michelangelo...)

Im Jahr 1492 stirbt Lorenzo di Medici und sein Sohn Piero gelangt an die Macht, kann jedoch die Position seines Vaters nicht auffüllen und wird 1494 vertrieben.

1493 wird Cesare Borgia, der noch eine bedeutende Rolle spielen wird (und auf welchen später genauer eingegangen wird) zum Kardinal ernannt. Florenz ist nun vom französischen Herrscher Karl VIII. besetzt, welcher auf seinem Italienfeldzug Plünderungen und Zerstörungen vornimmt. Im gleichen Jahr wird Alexander VI. Papst und Machiavelli tritt in die Staatskanzlei ein. (Italien durchlebt zur damaligen Zeit eine turbulente Phase: Die Herrscher und Päpste wechseln sich in rasanter Reihenfolge ab.)

Das Machtgefüge der fünf „Grossen“, welches zuvor vom Gleichgewicht bestimmt war beginnt zu bröckeln und zerbricht schliesslich. Der Dominikanermönch Girolamo Savonarola - welcher eine radikaldemokratische Verfassung fordert, sowie eine „Verchristlichung und Versittlichung“ (3) der Stadt - gewinnt an Einfluss und kommt an die Macht. In Florenz wird eine Republik errichtet. Machiavelli stellt sich als absoluter Gegner Savonarolas heraus. Im Principe hat er ihn „einen unbewaffneten Propheten genannt“ (4) und hinzugefügt „diese gingen zugrunde, während bewaffnete Propheten erfolgreich sind.“ (4) Währenddessen setzen die Franzosen ihren Siegeszug fort und erobern Neapel. Um Neapel zurückerobern zu können wird eine „Heilige Liga“ mit Maximilian I. (Habsburg), Mailand, Venedig und Spanien geschlossen.

1498 wird Savonarola verbannt. Ludwig XII. wird König von Frankreich und Machiavellis politische Laufbahn beginnt. Er wird zum Sekretär der Zweiten Staatskanzlei von Florenz - welche für die Innere Verwaltung zuständig ist - gewählt und kurz darauf zum Sekretär des „Rats der Zehn“ (Dieci di pace e di liberta, für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig) ernannt. Später übernahm er dessen Vorsitz (beide Funktionen hat er bis 1512 inne, bis die Medici wieder an die Macht kommen und ihn von allen seinen Ämtern entheben). Machiavelli steht nun im Zentrum der Macht Florenz‘ und lernt viel über Politik, was er später in seine Bücher einfließen lassen wird.

1499 verfasst er eine Denkschrift an den „Rat der Zehn“ zur Frage über Pisa, welches seiner Meinung nach nur durch eine militärische Belagerung zurückzugewinnen sei. Währenddessen erobert Frankreich Mailand. Im gleichen Jahr beginnt auch Machiavellis diplomatische Karriere: Erste Gesandtschaften führen ihn nach Piombino und Forli, er vertritt den Botschafter Florenz‘ bei vielen Auslandsreisen, wie 1500 an den Hof von Ludwig XII. nach Frankreich, wo er bei Vermittlungsversuchen erkennt, dass Diplomatie ohne Waffen nichts bringt. Weiter reist er an den Hof der römischen Kurie und zu Kaiser Maximilian nach Habsburg. 1501 folgen Gesandtschaften nach Siena und Pistoia. Neapel wird von Spanien und Frankreich erobert.

1502 heiratet Machiavelli. Noch im selben Jahr wird er zu Cesare Borgia (Sohn von Papst Alexander VI.) entsandt. Diese Gesandtschaft stellt die wichtigste für seine Zukunft dar. Viele Eindrücke davon verarbeitet er im Principe. 1503 stirbt der Papst. Dessen Nachfolge würde gerne der selbst todkranke Cesare Borgia übernehmen, um dessen territoriale Bemühungen fortzusetzen und Florenz einzunehmen. Machiavelli jedoch stellt sich ihm in den Weg und Borgia gibt nach anfänglichen Drohungen auf und flieht. Nach einem Konklave wird Papst Pius III. für zwei Monate zum Papst ernannt, um dann von Julius II. abgelöst zu werden, einem absoluten Gegner Borgias. 1506 gründet Niccolo Machiavelli unter dem Gonfaloniere Soderini die Florentiner Volksmiliz, denn er verabscheut Söldnertruppen, jene sind ihm zu unzuverlässig und zu teuer. (Ein Paradebeispiel eines Söldners ist in seinen Augen Francesco Sforza.) Machiavellis Einfluss ist erheblich, denn er wird zum „wichtigsten politischen Berater Piero Soderinis - des neuen starken Mannes der Republik.“ (5) Seine Hauptaufgaben sind die Sicherung des außenpolitischen Handlungsspielraums der Republik und die Rückeroberung Pisas. 1509 leitet er dann die Belagerung von Pisa, durch jene Miliz. Mit Erfolg: Pisa kapituliert. Machiavelli wird als Held gefeiert und befindet sich am Höhepunkt seiner Karriere. In jener Zeit verfasste er die Schriften „Bericht über Deutschland“ (1508/09) und „Politischer Zustand Deutschlands“ (1510-12) Nachdem ihn 1511 seine Wege erneut nach Frankreich führen verfasst er die Schrift über den „Politischen Zustand Frankreichs“.

Der Papst verbündet sich in der „Heiligen Liga“ bzw. „Heiligen Allianz“ mit Venedig und Spanien gegen Frankreich. Dies ist erfolgreich und die Medici gelangen 1511 erneut an die Macht. Daraufhin wird Piero Soderini 1512 verbannt und Niccolo Machiavelli - wie bereits erwähnt - nach 14 Jahren Tätigkeit im Dienste seiner Heimatstadt von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Doch es kam noch schlimmer: Man warf ihn unter dem Vorwurf der Verschwörung gegen die Medici ins Gefängnis und ließ ihn foltern. Nachdem sich jedoch seine Unschuld herausstellt wird er auf Befehl des Kardinals Giulio di Medici freigelassen und verbannt. Er flieht daraufhin auf sein Landgut Dant‘ Andrea in Percussina bei San Casciano. Dort beginnt er 1513 das Buch „Der Fürst“, sowie die „Discorsi“ zu schreiben. Hiermit beginnt ein neuer Lebensabschnitt für ihn, der literarische Lebensabschnitt.

Giovanni di Medici wird zum neuen Papst Leo X. ernannt. Damit hat Machiavelli keine Chance mehr, jemals seine Ämter zurückzubekommen. 1515 stirbt Ludwig XII. und Franz I. beginnt mit der Rückeroberung Italiens. 1516 nimmt Lorenzo di Medici die Position des frisch verstorbenen Giuliano ein. Jenem Lorenzo widmet Niccolo Machiavelli später sein Buch. Im gleichen Jahr noch kehrt er nach Florenz zurück, um sich an den politisch-literarischen Gesprächen und Diskussionen in den Orti Oricellari (Gärten im Palazzo des Cosimo Rucellari) zu beteiligen. Dort trägt er seine Werke, wie das Lustspiel „La Mandragola“ vor.

1519 stirbt Lorenzo und Giulio nimmt dessen Stelle ein. Ein weiterer Herrscherwechsel erfolgt im Deutschen Reich: Karl V. wird nach Maximilians Tod zum Kaiser ernannt. Machiavelli nutzt jene Jahre, um weitere Bücher zu schreiben. („Das Leben des Castruccio Castraccani“, „Arte della Guerci“, „Dialog über die Kriegskunst“). Im Jahre 1520 erhält er den Auftrag, ein Buch über die Geschichte der Stadt Florenz zu verfassen, welches er später dem Papst überreichen wird. 1523 wird Kardinal Giulio zum Papst Clemens VIII. ernannt. Noch im gleichen Jahr erhält Machiavelli nach der Ablieferung des Buches „Istorie fiorentine“ wieder erste kleine Gesandtschaftsaufträge. Zwei Jahre später ist er wieder für politische Ämter wählbar. 1526 wird Florenz von kaiserlichen Truppen bedroht und Niccolo wird zum Kanzler der Verteidigungsbehörde ernannt. Nebenbei ist er als Gesandter beim Heer der Liga tätig.

1527 werden die Medici endgültig aus Florenz vertrieben und Florenz wird wieder zur Republik. Machiavelli, als Anhänger der Medici, wird erneut von allen staatsdienstlichen Ämtern ausgeschlossen. Er verstirbt am 22.6.1527 in Florenz an einer Bauchfellentzündung. Sein Hauptwerk „Der Fürst“, auf den ich jetzt näher eingehen werde, erscheint am 4.1.1532.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Niccolo Machiavelli und der florentinische Kontext - „Der Fürst“
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Vergleich der Regierungssysteme Kanadas und der Bundesrepublik Deutschland
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V114693
ISBN (eBook)
9783640167678
ISBN (Buch)
9783640167852
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Niccolo, Machiavelli, Kontext, Fürst“, Vergleich, Regierungssysteme, Kanadas, Bundesrepublik, Deutschland
Arbeit zitieren
M.A. Stephanie Frimmer (Autor), 2005, Niccolo Machiavelli und der florentinische Kontext - „Der Fürst“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114693

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