„Spielbubis“ und „Eingebildete Weiber“ - Geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung bei Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren


Hausarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Gliederung:

A) Einleitung

B) Sozialisation
1) Der Sozialisationsprozess
2) Störfaktoren des Sozialisationsprozesses

C) Geschlechtsspezifische Sozialisation
1) „Spielbubis“ und „eingebildete Weiber“
1.1) Das Ende der Kindheit
1.2) Jugendliche in Schule und Familie
1.2.1) Leben in der Familie
1.2.2) Leben in der Schule
1.3) Jugendliche in Cliquen mit Gleichaltrigen
1.4) Die sozialisatorische Rolle der Gleichaltrigengruppe
2) Entwicklungsvorsprung der Mädchen
3) Entwicklungspfade der Pubertät und des Erwachsenwerdens

D) Schlussworte

E) Literaturverzeichnis

A) Einleitung

Die folgende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Sozialisation, genauer noch, mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie der damit verbundenen geschlechtsspezifischen Entwicklung. Hierbei befasst sich der Schwerpunkt der Arbeit mit der Altersgruppe der Jugendlichen zwischen 13-16 Jahren, also den Mädchen und Jungen in der Pubertät.

Sozialisation ist ein Prozess, in welchem Individuen die Interessen, das Wissen, die Einstellungen, die Wertorientierungen und Fähigkeiten übernehmen, welche für ihre Bezugs- bzw. Gesellschaftsgruppe relevant sind. Sozialisation vollzieht sich in Interaktionen, wobei die beteiligten Akteure sich in ihrem Verhalten wechselseitig aufeinander beziehen. Meist geschieht dies in sogenannten „Generationenbeziehungen“ zwischen Jung und Alt.

Die Arbeit befasst sich mit dem Entwicklungsvorsprung der Mädchen, den Pfaden durch die Pubertät, mit den Cliquenaktivitäten der Jugendlichen sowie der neuen Situation für die Jugendlichen während der Pubertät. Hierbei werden diverse Statistiken herangezogen. Die Probleme und die neue Situation, mit denen sich die Jugendlichen nun auseinandersetzen müssen werden detailliert durchleuchtet und beschrieben.

B) Sozialisation

Der Begriff der Sozialisation ist ein sozialwissenschaftlicher Begriff. Man kann Sozialisation als einen Prozess sehen, der ein ganzes Leben lang andauert und „durch den der Einzelne über die Beziehung zu seinen Mitmenschen sowie über das Verständnis seiner selbst relativ dauerhaft Verhaltensweisen erwirbt, die ihn dazu befähigen, am sozialen Leben teilzuhaben und an dessen Entwicklung mitzuwirken.“ (1, Lit.4) Das bedeutet unter anderem, dass sich die Persönlichkeit und der Charakter der Menschen entwickeln durch Interaktionen der Personen mit ihrer jeweiligen materiellen und sozialen Umwelt sowie durch soziale Bindungen, die das Individuum pflegt.

Der Sozialisationsbegriff wird auf verschiedenen Verständnisebenen verwendet. Dies besagt, dass Sozialisation herangezogen wird:

- zur Bezeichnung der Persönlichkeitsentwicklung des Individuums
- „zur Bezeichnung des Prozesses der Vermittlung von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten, Normen und Handlungsmustern, in dessen Verlauf das Gesellschaftsmitglied zu einem potentiell handlungsfähigen menschlichen Subjekt wird.“ (2, Lit.5)
- um gesellschaftliche Vorkehrungen und Aktivitäten zu bezeichnen, die indirekt oder direkt Einfluss nehmen auf die Entwicklung der Persönlichkeitsmerkmale der Individuen

Dies klingt im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend, weshalb schon oft Kritik geübt wurde am Begriff der Sozialisation. Jedoch lässt sich die Nützlichkeit des Begriffs nicht leugnen, so dass die meiste Kritik unhaltbar ist.

1) Der Sozialisationsprozess

Sozialisation geschieht nicht innerhalb eines Zeitraums X, sondern ist ein lebenslanger Prozess, der nie ganz abgeschlossen ist und sich aus unendlich vielen Einzelprozessen und Einzelereignissen zusammensetzt. „Im Zentrum steht die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit sowie der sozialen Beziehungen einer Person.“ (3, Lit.4) Sozialisation ist allgegenwärtig, beinhaltet alle unbewussten und bewussten, indirekten und direkten sowie ungeplanten und geplanten Prozesszusammenhänge, durch welche der zunächst lediglich „biologisch“ geborene Mensch immer mehr zu einer sozio-kulturellen Persönlichkeit einer Gesellschaft wird.

Der Sozialisationsprozess verläuft dreigeteilt:

a, Primäre Sozialisation:

Jene findet in der Familie und in der Beziehung zu Gleichaltrigen statt. Abgeschlossen wird diese Phase mit der Herausbildung einer personellen Identität. Werte, Verhaltensweisen, Gefühlsregungen und Normen, die in jener Phase erlernt werden gelten als sehr stabil.

b, Sekundäre Sozialisation:

Jene findet in der Schule, unter Gleichaltrigen und in der Familie statt und bereitet die jeweilige Person auf seine Rolle in der Gesellschaft vor.

c, Tertiäre Sozialisation:

Diese findet im Erwachsenenalter statt und „bezeichnet die Anpassungen, die das Individuum in Interaktion mit seiner sozialen Umwelt ständig vornimmt.“ (4, Lit. 4) Die tertiäre Sozialisation kann auch im beruflichen Sektor stattfinden.

In diesen drei Prozessen eignen sich die Individuen Werte, Interessen, Fertigkeiten und ähnliches ihrer Bezugspersonen an. Natürlich beeinflussen die Personen somit auch das Verhalten der Gesellschaftsmitglieder, von welchen sie lernen.

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Individuen während des Sozialisationsprozesses die Grundüberzeugungen, Werte, Normen und Erwartungen, die ihnen entgegengebracht werden, versuchen zu verinnerlichen und anzuwenden.

2) Störfaktoren des Sozialisationsprozesses

Natürlich läuft der Prozess der Sozialisation nicht immer reibungslos ab. Es können diverse Störfaktoren auftreten, wie zum Beispiel das Aufwachsen in einem Heim, ungenügende Betreuung oder Liebe durch die Eltern, Krankheit oder Behinderung, Misshandlungen, Hunger, Armut, Mobbing in der Schule, zu sehr von den Eltern verwöhnt oder eine fehlende enge Bezugsperson.

Die Folgen jener Faktoren wirken sich auf jedes Individuum natürlich in anderer - mehr oder weniger – schlimmen Weise aus.

C) Geschlechtsspezifische Sozialisation

Dieser Teil der Arbeit befasst sich nun mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation. Hierbei wird die Altersgruppe der 13- bis 16Jährigen genauer beleuchtet. Es sei gesagt, dass es immer wieder Diskussionen gibt anlässlich des Unterschiedes zwischen Mann und Frau. Bei früheren Studien wurde immer von der Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau ausgegangen. Im Rahmen der Emanzipation der Frau relativiert sich dies jedoch immer mehr.

1) „Spielbubis“ und „eingebildete Weiber“

Hierbei geht es die 13- bis 16jährigen Jugendlichen in Schule und peer-group. Also geht es um den „Übergang von der Kindheit in die Jugendphase.“ (5, Lit.1, S.13) Dieser Übergang stellt für die Jugendlichen eine schwierige Phase dar: sie sind keine Kinder mehr, doch auch noch keine Erwachsenen. Sie sind sozusagen eine „statuslose Altersgruppe“(6, Lit.1, S.14). Die Jugendlichen beginnen sich neu zu orientieren, das heißt, die Gleichaltrigen und das Geschlecht rücken immer mehr in den Vordergrund, die Eltern geraten immer mehr ins Abseits. Die Heranwachsenden haben sich vielen neuen Herausforderungen und Aufgaben zu stellen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
„Spielbubis“ und „Eingebildete Weiber“ - Geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung bei Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Einführung in die Erziehungswissenschaften
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V114697
ISBN (eBook)
9783640167975
ISBN (Buch)
9783640167883
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiber“, Geschlechtsspezifische, Sozialisation, Entwicklung, Jugendlichen, Jahren, Einführung, Erziehungswissenschaften
Arbeit zitieren
M.A. Stephanie Frimmer (Autor), 2006, „Spielbubis“ und „Eingebildete Weiber“ - Geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung bei Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114697

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