Die folgende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Sozialisation, genauer noch, mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie der damit verbundenen geschlechtsspezifischen Entwicklung. Hierbei befasst sich der Schwerpunkt der Arbeit mit der Altersgruppe der Jugendlichen zwischen 13-16 Jahren, also den Mädchen und Jungen in der Pubertät.
Sozialisation ist ein Prozess, in welchem Individuen die Interessen, das Wissen, die Einstellungen, die Wertorientierungen und Fähigkeiten übernehmen, welche für ihre Bezugs- bzw. Gesellschaftsgruppe relevant sind. Sozialisation vollzieht sich in Interaktionen, wobei die beteiligten Akteure sich in ihrem Verhalten wechselseitig aufeinander beziehen. Meist geschieht dies in sogenannten „Generationenbeziehungen“ zwischen Jung und Alt.
Die Arbeit befasst sich mit dem Entwicklungsvorsprung der Mädchen, den Pfaden durch die Pubertät, mit den Cliquenaktivitäten der Jugendlichen sowie der neuen Situation für die Jugendlichen während der Pubertät. Hierbei werden diverse Statistiken herangezogen. Die Probleme und die neue Situation, mit denen sich die Jugendlichen nun auseinandersetzen müssen werden detailliert durchleuchtet und beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) Sozialisation
1) Der Sozialisationsprozess
2) Störfaktoren des Sozialisationsprozesses
C) Geschlechtsspezifische Sozialisation
1) „Spielbubis“ und „eingebildete Weiber“
1.1) Das Ende der Kindheit
1.2) Jugendliche in Schule und Familie
1.2.1) Leben in der Familie
1.2.2) Leben in der Schule
1.3) Jugendliche in Cliquen mit Gleichaltrigen
1.4) Die sozialisatorische Rolle der Gleichaltrigengruppe
2) Entwicklungsvorsprung der Mädchen
3) Entwicklungspfade der Pubertät und des Erwachsenwerdens
D) Schlussworte
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung von Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie sich der Entwicklungsvorsprung von Mädchen, der Einfluss von Gleichaltrigengruppen sowie die veränderte Familiensituation während der Pubertät auf die Identitätsbildung und das Sozialverhalten der Jugendlichen auswirken.
- Prozesse und Störfaktoren der allgemeinen Sozialisation
- Die Rolle der Gleichaltrigengruppe (Peer-Groups) für die Identitätsentwicklung
- Entwicklungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen in der Pubertät
- Der Einfluss von Familie und Schule auf das Jugendverhalten
- Verschiedene Pfade der Adoleszenz und deren Risikofaktoren
Auszug aus dem Buch
1.3 Jugendliche in Cliquen mit Gleichaltrigen
Clique meint nicht Randgruppen wie Punker oder Rocker, sondern normale Freundeskreise unter Gleichaltrigen. Circa 57% der Jugendlichen gaben in den 90er Jahren an zu einer solchen Clique zu gehören. 50% der 15jährigen Mädchen befinden sich in einer Clique. Im Schnitt sind 70% der Cliquen gemischtgeschlechtlich besetzt. Diese Zahl wird natürlich umso höher, desto älter die Jugendlichen werden, wobei seit den 90ern eine deutliche Senkung des Alters in Bezug auf Cliquen zu beobachten ist. So erfasste Fend 2001, dass das Durchschnittsalter beim Einstieg in Cliquen bei Mädchen bei 11,5 Jahren und bei Jungen bei 12,5 Jahren liegt. Seiner Einschätzung nach, hat sich dieser Prozess zwischen 1900 und 2000 um zwei Jahre nach vorne verschoben.
Etwa 70% der Cliquenangehörigen treffen sich pro Woche mindestens zweimal zu gemeinsamen Unternehmungen. Zwei Merkmale fallen in diesem Zusammenhang auf: Bei den Gruppierungen, die sich mehr als zweimal pro Woche treffen, ist der Mädchenanteil geringer als der ihrer männlichen Zeitgenossen. Das zweite Merkmal ist, dass Jungen größere Cliquen bevorzugen, während Mädchen sich in kleineren Gruppen bis zu sechs Personen wohler fühlen.
Innerhalb der Gruppen entstehen auch engere Freundschaften zwischen zwei Jugendlichen. Dies untersuchte Hurrelmann mit dem Ergebnis, „dass fast alle Befragten einen Menschen gleichen Geschlechts als „besten Freund“ bzw. „beste Freundin“ benennen.“ (10, Lit.7) In 75% der Fälle besuchen jene dann die gleiche Schule oder zumindest die gleiche Schulform. Diese Bezugspersonen spielen eine große Rolle für die Jugendlichen in vielen Lebensbereichen, wie zum Beispiel bei Gesprächen über Sexualität. So geben 29% der Mädchen und 39% der Jungen (11, Lit.3, S.8) an, dass die Gleichaltrigen für sie bei diesem Thema die engsten Vertrauenspersonen darstellen. 28% der Mädchen und 22% der Jungen geben gleichgeschlechtliche Gleichaltrige (12, Lit.1, S.17) an als präferierte Person zur Wissensvermittlung über das Thema Sexualität.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Einführung in das Thema der geschlechtsspezifischen Sozialisation und Definition des relevanten Altersbereichs von 13 bis 16 Jahren.
B) Sozialisation: Erläuterung des lebenslangen Sozialisationsprozesses, dessen Ebenen und möglicher Störfaktoren.
C) Geschlechtsspezifische Sozialisation: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen im Übergang von der Kindheit zur Jugend, insbesondere im Kontext von Familie, Schule und Gleichaltrigengruppen.
D) Schlussworte: Resümee über die schwierige Phase der Adoleszenz und die Kompensation des weiblichen Entwicklungsvorsprungs am Ende der Pubertät.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Pubertät, Adoleszenz, Geschlechtsspezifische Entwicklung, Peer-Group, Identitätsbildung, Familiensituation, Gleichaltrige, Jugendalter, Entwicklungspsychologie, Cliquenverhalten, Sozialisationsprozess, Sexualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit behandelt die geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung von Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren sowie deren Auseinandersetzung mit neuen Lebensaufgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die soziale Integration in Cliquen, die Bedeutung von Familie und Schule sowie die Auswirkungen biologischer und psychologischer Entwicklungsunterschiede zwischen den Geschlechtern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Prozesse aufzuzeigen, durch die Jugendliche ihre Identität finden, und den Einfluss von sozialen Gruppen und dem anderen Geschlecht auf diese Entwicklung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung diverser Statistiken und soziologischer Konzepte zur Sozialisationsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Sozialisation, die Dynamik in Peergroups, den Vergleich der Entwicklung von Mädchen und Jungen sowie die unterschiedlichen Entwicklungspfade während der Pubertät.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Pubertät, Identitätsbildung, geschlechtsspezifische Entwicklung, Peer-Group und Adoleszenz.
Warum bezeichnen Mädchen Jungen im Alter von 13-16 Jahren oft als "Spielbubis"?
Aufgrund des weiblichen Entwicklungsvorsprungs in diesem Alter empfinden Mädchen ihre männlichen Altersgenossen oft als weniger weit entwickelt und kindisch, weshalb sie diese abwertend benennen.
Was unterscheidet "familienzentrierte" von "subkulturorientierten" Jugendlichen?
Familienzentrierte Jugendliche sind stärker in ihr Elternhaus eingebunden und weniger am Ausgehen interessiert, während subkulturorientierte Jugendliche eine stärkere Distanz zum Elternhaus aufbauen und sich stärker an Gleichaltrigen orientieren.
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- M.A. Stephanie Frimmer (Author), 2006, „Spielbubis“ und „Eingebildete Weiber“ - Geschlechtsspezifische Sozialisation und Entwicklung bei Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114697