Diese Arbeit zeigt auf, dass Unternehmen bis zu einem Umsatz von fünf Milliarden Euro mit durchschnittlich 63,5 Tagen ca. 9 Prozent über dem Durchschnitt aller Unternehmen liegen. Demgegenüber weisen Unternehmen mit über fünf Milliarden Euro Umsatz mit 44 Tagen eine deutlich geringere Kapitalbindung im Unternehmen aus. Insbesondere geringere Forderungsreichweite und höhere Verbindlichkeitreichweite lassen auf eine möglicherweise vorteilhaftere Verhandlungsposition für Großunternehmen schließen.
Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise aus dem Jahr 2008 hatte unter anderem eine erschwerte Kreditvergabe zur Folge. In diesem Zuge mussten sich Unternehmen verstärkt mit alternativen Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Eine dieser Möglichkeiten ist eine Innenfinanzierung, genauer ein effizientes Working Capital Management. Aktuelle Studien zeigen, dass für viele Unternehmen noch immer große Potentiale und Möglichkeiten zur Verbesserung der Innenfinanzierung bestehen . Eine Untersuchung verschiedener Geschäftsberichte von Unternehmen aus den Jahren 2010 - 2014 durch die Unternehmensberatung Deloitte zeigt die bisherige Entwicklung der verschiedenen Kennzahlen des Working Capital Managements.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung in das Thema
2 Abgrenzung der Finanzierungsarten
2.1 Grundlagen zur Finanzierung
2.2 Innenfinanzierung
2.3 Außenfinanzierung
3 Grundlagen und Zielsetzung des Working Capital Managements
4 Handlungsfelder des Working Capital Managements
4.1 Forderungsmanagement
4.2 Verbindlichkeitsmanagement
4.3 Vorratsmanagement
5 Kennzahlen im Working Capital Management
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Anwendung des Working Capital Managements als eine Form der Innenfinanzierung, um die Liquidität von Unternehmen zu sichern und das gebundene Kapital zu optimieren.
- Grundlagen der Innen- und Außenfinanzierung
- Definition und Zielsetzung des Working Capital Managements
- Optimierung von Forderungs-, Verbindlichkeits- und Vorratsmanagement
- Messung der Kapitalbindung mittels Kennzahlen (DIO, DSO, DPO)
- Analyse des Cash Conversion Cycle
Auszug aus dem Buch
4.1 Forderungsmanagement
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben einen hohen Stellenwert im Unternehmen für das Working Capital (van der Wielen, 2006, S. 256). Der Forderungsbestand reflektiert die Summe aller ausstehenden Rechnungen, welche vom Kunden noch nicht beglichen wurden (Schall & Haley, 1991, S. 640). Ziel des Forderungsmanagements ist es, den Zeitraum zwischen Bestelldatum und Zahlungseingang zu minimieren. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es diverse Ansätze bzw. Prozesse, die nach Möglichkeit im eigenen Unternehmen etabliert oder verbessert werden sollten. Eine Möglichkeit wäre hierbei die Unternehmensrichtlinien in Bezug auf das Kundenrisiko regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Eine dazu ergänzende Idee ist, die Anzahl der unterschiedlichen Zahlungsbedingungen zu verringern und an das jeweilige Kundenrisikolevel auszurichten. Des Weiteren sollte das Unternehmen die eigene Rechnungsstellung effizient gestalten, um Verzögerungen in der Fakturierung zu vermeiden. Ein proaktives Mahnverfahren bei Zahlungsverzug mit definierten Zeitvorgaben ist ein weiterer Anhaltspunkt, um das Forderungsmanagement zu optimieren. Eine systembasierende Unterstützung zur Koordination von Kundenreklamationen innerhalb des Unternehmens mit klaren Zeitvorgaben, Handlungsschritten, Fortschrittsreporting und Ursachenanalyse sollte implementiert werden (PricewaterhouseCoopers, 2017, S. 13).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Working Capital Managements vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen und der Notwendigkeit effizienter Innenfinanzierung.
2 Abgrenzung der Finanzierungsarten: Dieses Kapitel definiert grundlegende Finanzierungsbegriffe und unterscheidet systematisch zwischen Innen- und Außenfinanzierung sowie Eigen- und Fremdkapital.
3 Grundlagen und Zielsetzung des Working Capital Managements: Es wird die Definition von Working Capital erläutert und die strategische Bedeutung der Liquiditätsmaximierung für den Wettbewerbsvorteil dargestellt.
4 Handlungsfelder des Working Capital Managements: Die Arbeit analysiert operative Stellhebel in den Bereichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Vorräte zur aktiven Steuerung des Working Capitals.
5 Kennzahlen im Working Capital Management: Dieses Kapitel stellt mathematische Kennzahlen wie DIO, DSO und DPO sowie den Cash Conversion Cycle als Messinstrumente für die Kapitalbindung vor.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und betont, dass effektives Working Capital Management für Unternehmen jeder Größe zur Verbesserung der Liquidität essenziell ist.
Schlüsselwörter
Working Capital Management, Innenfinanzierung, Liquidität, Cash Conversion Cycle, Forderungsmanagement, Verbindlichkeitsmanagement, Vorratsmanagement, Kapitalbindung, Bilanz, Rentabilität, Finanzierungsarten, DIO, DSO, DPO, operative Steuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Working Capital Management als eine effiziente Strategie zur Innenfinanzierung und Liquiditätssicherung in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die Finanzierungsgrundlagen, die Definition von Working Capital und die operative Optimierung der Bilanzpositionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Grundlagen des Working Capital Managements zu definieren und aufzuzeigen, wie Unternehmen durch systematisches Management ihre Kapitalbindung minimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen sowie bestehender Studien zum Cash Conversion Cycle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Finanzierung, die Analyse spezifischer Handlungsfelder wie Forderungs- und Vorratsmanagement sowie die Vorstellung relevanter Kennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Working Capital, Innenfinanzierung, Liquidität, Cash Conversion Cycle und die verschiedenen Management-Komponenten der Bilanz.
Warum ist das Working Capital Management besonders für Startups relevant?
Startups leiden häufig unter knapper Liquidität. Ein effizientes Management des Working Capitals hilft ihnen, das operative Geschäft durch kurze Entscheidungswege und straffes Management zu sichern.
Wie unterscheidet sich Working Capital von Net Working Capital?
Das Net Working Capital stellt eine präzisere Kennzahl dar, da es das Umlaufvermögen um liquide Mittel korrigiert, um die Effektivität der Kapitalbindung besser abzubilden.
- Arbeit zitieren
- Fabian Roch (Autor:in), 2019, Grundlagen des Working Capital Managements. Eine effektive Form der Innenfinanzierung von Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147069