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Faktoren der Förderung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball als Zuschauersport

Title: Faktoren der Förderung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball als Zuschauersport

Bachelor Thesis , 2007 , 59 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Uwe Albrecht (Author)

Politics - Methods, Research
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Keine andere Sportart hat es bisher geschafft, Deutschland vier Wochen lang so zu dominieren, wie es der Fußball bei der letztjährigen Weltmeisterschaft getan hat. Es gab kaum einen gesellschaftlichen Bereich, der nicht von diesem Spektakel infiziert war.

Auch wenn es sich bei der Weltmeisterschaft um einen zeitlich begrenzten Ausnahmezustand handelte, lässt sich daran dennoch ablesen, welche Begeisterung diesem Sport entgegen gebracht wird und welchen Stellenwert diesem in unserer Gesellschaft beigemessen wird.

Auch außerhalb von Welt- und Europameisterschaften hat der Sport mangelnde gesellschaftliche Beachtung keineswegs zu beklagen. Woche für Woche strömen Hunderttausende in die Fußballarenen, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Als der VFB Stuttgart in diesem Jahr Deutscher Meister wurde, legte der kollektive Freudentaumel die gesamte Innenstadt Stuttgarts für einen Nachmittag lahm.

Es kann wohl unbestritten behauptet werden, dass Fußball der populärste Sport in diesem Lande ist. Wirft man einen nüchternen Blick auf den Fußball, so wird schnell deutlich, dass trotz der großen Begeisterung, dieser Sport auch seine Schattenseiten hat. Einige davon treten regelmäßig in den Medien in Erscheinung. Gewöhnlich handelt es sich hierbei um gewalttätige Ausschreitungen und rassistische, nationalistische und antisemitische Zuschauerhandlungen. Daher haftet den Fußballfans in der öffentlichen Wahrnehmung auch ein negativer Ruf an.

Ob dieses Urteil in Anbetracht einer solch heterogenen Masse berechtigt ist oder nicht, soll nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Das Untersuchungsinteresse beschäftigt sich vielmehr um die folgende Frage:
Existieren im Fußball als Zuschauersport Faktoren, die Gewalt und Rechtsextremismus strukturell fördern?
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DAS UNTERSUCHUNGSOBJEKT FUßBALL

1.1. Von der Entstehung des Fußball

1.2. Die Kommerzialisierung des Sports

1.2.1. Der Fußball aus vergangenen Zeiten

1.2.2. Der Weg der Kommerzialisierung

1.3. Die Fankultur

2. RECHTSEXTREMISMUS UND GEWALT IM FUßBALL

2.1. Rechtsextremismus

2.2. Gewalt

3. THEORIEN & ERKLÄRUNGSANSÄTZE

3.1. Die Entwertungsthese von Heitmeyer und Peter

3.2. Die Zivilisationstheorie von Elias und die Bedeutung von Freizeitbeschäftigungen

3.2.1. Die Zivilisationstheorie von Elias

3.2.2. Die Bedeutung von Freizeitbeschäftigungen im Kontext der Zivilisationstheorie

3.3 Das Schwellenmodell von Granovetter

4. DIE ZU BEGUTACHTENDEN FAKTOREN

4.1. Der Kern des Fußballs – Das Spiel

4.1.1. Die Relevanz des Sports in Bezug auf Gewalt

4.1.2. Die Relevanz des Sports in Bezug auf Rechtsextremismus

4.2. Der Aspekt der Fankultur

4.2.1. Die Fankultur und Gewalt – eine unzertrennliche Symbiose?

4.2.2. Die Bedeutung der Fankultur für Rechtsextremismus in den Stadien

4.3. Kommerzialisierung

4.3.1. Der Einfluss der Individualisierung auf Rechtsextremismus und Gewalt

4.3.2. Räume, Spieler und der Erfolg

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, ob im professionellen Fußball als Zuschauersport strukturelle Faktoren existieren, die Gewalt und Rechtsextremismus innerhalb der Fanszene begünstigen. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie das Spiel selbst, die Fankultur und die zunehmende Kommerzialisierung das Verhalten und die Einstellungen der Zuschauer beeinflussen.

  • Strukturelle Begünstigung von Gewalt im Fußballkontext
  • Einfluss von Rechtsextremismus auf die Fankultur
  • Die Rolle der Kommerzialisierung und Individualisierung
  • Theoretische Analyse durch Heitmeyer, Elias und Granovetter

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die Zivilisationstheorie von Elias

Den Figurationssoziologen Norbert Elias zeichnet aus, dass in seinen Arbeiten Phänomene, unter dem Blickwinkel der zwischenmenschlichen Interdependenz untersucht werden. Diese gegenseitigen Abhängigkeiten stellten für Elias keinesfalls statische Konstrukte dar. Vielmehr bescheinigte er den Interpendenzen einen wandelbaren und dynamischen Charakter, was insbesondere in seinem Hauptwerk Über den Prozess der Zivilisation aus dem Jahre 1976, verdeutlicht wird. Davon ausgehend betrachtet er in dem genannten Werk das Phänomen Gewalt nicht ausschließlich aus der neuzeitlichen Perspektive, sondern bindet dieses in einen historischen Kontext ein.

Elias weis etwa von einer Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert zu berichten, anhand derer für unsere Augen befremdliche Freude am Quälen veranschaulicht wird.

„In Paris gehörte es während des 16. Jahrhunderts zur Festesfreude des Johannestages, ein oder zwei Dutzend Katzen lebendig zu verbrennen. Diese Feier war sehr berühmt. Das Volk versammelte sich. Festliche Musik spielte auf. Unter einer Art von Gerüst wurde ein mächtiger Scheiterhaufen erreichtet. Dann hing man an dem Gerüst einen Sack oder Korb mit Katzen auf. Sack oder Korb fingen an zu glimmen. Die Katzen fielen in den Scheiterhaufen und verbrannten, während sich die Menge an ihrem Schreien und Miauen erfreute. […] Im Grunde ist das gewiß kein schlimmeres Schauspiel als die Ketzerverbrennungen, als Foltern und öffentliche Hinrichtungen der verschiedensten Art. Es erscheint, wie gesagt, nur deswegen als schlimmer, weil sich hier die Lust, Lebendiges zu quälen, so nackt, unverhüllt, zweckfrei, nämlich ohne eine Entschuldigung vor dem Verstand zeigt. Der Widerwille gegen solche Vergnügungen, […] demonstriert dabei […] die geschichtliche Verwandlung des Affekthaushalts.“ (Elias 1976a, S.281f)

Wie kommt es, dass Handlungen, die vor Jahrhunderten noch Auslöser der Freude waren, heute allgemein als inakzeptabel und grausam angesehen werden? Mit der Zivilisationstheorie schuf Elias einen Ansatz, der den Wandel menschlichen Verhaltens zu erklären versucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DAS UNTERSUCHUNGSOBJEKT FUßBALL: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ursprünge des Fußballs sowie dessen Entwicklung vom sozialen Sport hin zur heutigen Massenunterhaltung und kommerzialisierten Industrie.

2. RECHTSEXTREMISMUS UND GEWALT IM FUßBALL: Hier werden die Phänomene Gewalt und Rechtsextremismus im Umfeld des Fußballs definiert und in ihrer Erscheinungsform im Stadionalltag beleuchtet.

3. THEORIEN & ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Dieses Kapitel stellt theoretische Konzepte wie die Entwertungsthese von Heitmeyer/Peter, die Zivilisationstheorie von Elias sowie das Schwellenmodell von Granovetter vor, um die Dynamiken des Zuschauerverhaltens zu erklären.

4. DIE ZU BEGUTACHTENDEN FAKTOREN: Eine detaillierte Untersuchung der Einflüsse von Spielgeschehen, Fankultur und kommerziellen Strukturen auf Gewaltbereitschaft und rechtsextreme Tendenzen.

5. FAZIT: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bewertet, inwieweit die untersuchten Faktoren tatsächlich strukturell zur Begünstigung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball beitragen.

Schlüsselwörter

Fußball, Gewalt, Rechtsextremismus, Fankultur, Kommerzialisierung, Zivilisationstheorie, Norbert Elias, Mark Granovetter, Individualisierung, Stadion, Gruppendynamik, Schwellenmodell, Diskriminierung, Rassismus, Gewaltmonopol.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der professionelle Fußball als Zuschauersport bestimmte strukturelle Rahmenbedingungen aufweist, die das Entstehen von Gewalt und rechtsextremistischen Tendenzen bei Fußballfans begünstigen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der Fußballsport als solches, die organisierte Fankultur und die ökonomische Kommerzialisierung des Fußballs, betrachtet im Hinblick auf deren Einfluss auf Fan-Einstellungen und Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie strukturelle Faktoren innerhalb des Fußballs zur Entstehung und Verstärkung von Gewaltphänomenen und rechtsextremistischen Ideologien beitragen könnten.

Welche wissenschaftlichen Theorien dienen als methodische Grundlage?

Die Arbeit nutzt die Entwertungsthese von Heitmeyer und Peter, die Zivilisationstheorie von Norbert Elias sowie das Schwellenmodell kollektiven Verhaltens von Mark Granovetter als analytisches Gerüst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie das Spiel selbst, die spezifische Fankultur und der wirtschaftliche Druck der Kommerzialisierung als Faktoren wirken, die Gewaltanwendung und rechtsextreme Diskriminierung fördern können.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Fußball, Gewalt, Rechtsextremismus, Fankultur, Kommerzialisierung, soziale Identität, Gruppendynamik und gesellschaftliche Desintegration.

Warum wird die Beschimpfungskultur im Fußballstadion als so problematisch angesehen?

Sie dient als Nährboden für Ausgrenzung und Diskriminierung, da sie rechtsextreme Ideologieelemente (wie die Ablehnung von Gleichheit) in den Stadionalltag trägt und durch die Gruppendynamik normalisiert wird.

Inwieweit spielt das Schwellenmodell von Granovetter bei Ausschreitungen eine Rolle?

Es erklärt, warum sich Individuen, die eigentlich keine Gewalt befürworten, durch den Druck der Gruppe und die Wahrnehmung der Menge an Ausschreitungen beteiligen, sobald ihre persönliche Hemmschwelle durch ein auslösendes Ereignis unterschritten wird.

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Details

Title
Faktoren der Förderung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball als Zuschauersport
College
University of Applied Sciences Fulda
Grade
1,3
Author
Uwe Albrecht (Author)
Publication Year
2007
Pages
59
Catalog Number
V114725
ISBN (eBook)
9783640148455
ISBN (Book)
9783640148530
Language
German
Tags
Fußball Gewalt Rechtsextremismus Existieren Zuschauersport Faktoren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uwe Albrecht (Author), 2007, Faktoren der Förderung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball als Zuschauersport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114725
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