Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Kindersegnung nach Matthäus. Im Anhang befinden sich persönliche Notizen zum Arbeitsprozess.
Die Kindersegnung dürfte vielen noch aus Grundschulzeiten bekannt sein. Häufig wird diese Textstelle herangezogen, wenn versucht wird die große Liebe Jesu zu den Kindern zu zeigen. So wird diese Perikope oft unter dem Stichwort "Jesus ist der Freund der Kinder" im Unterricht behandelt. Jedes Kind macht Erfahrungen mit Abweisung und freut sich deshalb umso mehr göttlichen Zuspruch zu haben.
Auch auf den erwachsenen Leser übt der Text seine Wirkung aus. Er wünscht sich den Segen für die Kinder, empfindet Enttäuschung bei der Abweisung und Freude beim Zuspruch.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Einleitende Fragen
Verfasser des Matthäusevangeliums
Zeit der Entstehung
Ort der Entstehung
Adressaten
Zusammenfassung
Übersetzungsvergleich
Synchroner Methodenschritt
Gliederung
Syntaktische Analyse
Semantische Analyse
Intertextualität
Gattungsbestimmung
Narrative Analyse
Pragmatische Analyse
Kontextanalyse
Diachrone Methodenschritte
Literarkritik
Synoptischer Vergleich
Redaktionskritik
Formkritik
Ideeller und gesellschaftlicher Hintergrund
Zeit- und Sozialgeschichtlicher Kontext
Begriffs- und Motivgeschichtlicher Arbeitsschritt
Religionsgeschichtlicher Arbeitsschritt
Einzelexegetische Zusammenfassung
Hermeneutische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope der Kindersegnung (Mt 19,13-15) mithilfe der historisch-kritischen Methode unter Einbeziehung synchroner und diachroner Analyseschritte fundiert zu exegieren und ihre Bedeutung für den modernen christlichen Glauben zu erschließen.
- Historisch-theologische Einordnung des Matthäusevangeliums
- Strukturelle, syntaktische und semantische Analyse der Textstelle
- Gattungsbestimmung als "gemischte Chrie"
- Diachrone Untersuchung mittels synoptischem Vergleich und Redaktionskritik
- Religionsgeschichtliche Einordnung des Kindesbildes in der Antike
Auszug aus dem Buch
Narrative Analyse
Biblische Texte möchten bis zu einem gewissen Grad als faktual verstanden werden. Ein hoher Grad an Fiktionalität ist aber viel wahrscheinlicher. Grund dafür ist, dass dem Evangelisten Matthäus kaum primäre Quellen zur Verfassung seines Evangeliums dienten. Stattdessen verwendete er Schriftsammlungen (wie das Markusevangelium und die Spruchquelle Q) und mündliche Überlieferungen, deren Wahrheitsgehalt nicht eindeutig belegt ist. Dennoch kann der Text als fiktionaler mit geringfügigen faktualen Ansprüchen bezeichnet werden. Der Text will geglaubt werden, ohne eindeutig belegbar zu sein. Das tatsächlich faktuale an ihm soll die Darstellung Jesu sein, welcher zusätzlich durch Gattung und narrative Aspekte inszeniert wird.
Der in der Schrift vorangestellte Text beinhaltet Zeit und Ort dieser Erzählung. Nach Angabe aus dem Kontext, trägt sich die Handlung in „Judäa jenseits des Jordan“ zu, nachdem Jesus Galiläa verlassen hatte. Jesus befindet sich gerade auf dem Weg nach Jerusalem und wendet sich hier den Menschen nochmals in Wort und Tat zu. Die Handlung soll an dieser Stelle nur kurz wiederholt werden:
Als Kinder zu Jesus gebracht werden, wollen die Jünger diese wieder wegschicken. Jesus greift ein und bezeugt die besondere Stellung der Kinder. Es folgt die Segenshandlung. Die Erzählung schließt mit Jesu Fortgehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Kindersegnung und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.
Einleitende Fragen: Untersuchung des Verfassers, der Entstehungszeit, des Ortes und der Adressaten des Matthäusevangeliums.
Übersetzungsvergleich: Analyse unterschiedlicher Übersetzungen (Menge, Gute Nachricht, Luther) und deren semantischer Spielräume.
Synchroner Methodenschritt: Betrachtung des Textes als Ganzes durch Gliederung, syntaktische und semantische Analyse sowie Gattungsbestimmung.
Diachrone Methodenschritte: Analyse der Entstehungsgeschichte mittels Literarkritik (synoptischer Vergleich), Redaktionskritik und Formkritik.
Einzelexegetische Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse aus den synchronen und diachronen Analyseschritten.
Hermeneutische Reflexion: Reflexion über die Bedeutung des Textes für den modernen Leser und die Frage der Zugehörigkeit zum Himmelreich.
Schlüsselwörter
Matthäusevangelium, Kindersegnung, Exegese, Historisch-kritische Methode, Chrie, Himmelreich, Segen, Handauflegen, Jüngerkreis, Sozialgeschichte, Reich Gottes, Hermeneutik, Diakonie, Bibelanalyse, Jesus Christus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer exegetischen Analyse der Perikope von der Kindersegnung nach Matthäus 19,13-15.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der Textanalyse stehen Fragen der Entstehungsgeschichte, der sozialen Rolle von Kindern in der Antike und die theologische Bedeutung des Segens im Zentrum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Methode die Bedeutung des Textes für das Verständnis der Jesu-Botschaft und die christliche Praxis aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird die historisch-kritische Methode angewandt, die sowohl synchrone (textimmanente) als auch diachrone (historisch-genetische) Schritte umfasst.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil umfasst eine Gliederung, eine syntaktische und semantische Analyse, eine Gattungsbestimmung sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit literar- und redaktionskritischen Aspekten.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Matthäusevangelium, Exegese, Kindersegnung, Reich Gottes, Chrie und Historisch-kritische Methode.
Wie unterscheidet sich die matthäische Erzählung von Markus und Lukas?
Matthäus fokussiert stärker auf das Handauflegen als symbolische Segensgeste und ordnet die Jesusworte neu in den Gesamtkontext ein, um das theologische Profil zu schärfen.
Warum spielt die Chrie als Gattung eine wichtige Rolle in der Exegese?
Die Gattung der Chrie hilft zu verstehen, wie Jesus als autoritäre Lehrerfigur dargestellt wird, die durch Worte und Taten auf Probleme innerhalb der Gemeinde reagiert.
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- Dominique Draeger (Author), 2020, Die Kindersegnung nach Matthäus. Eine Exegese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147378