Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Einrichtung der Prätorianergarde ("cohors praetoria") und weist drei Kapitel auf.
Die "cohortes praetoriae" werden oft als Innovation des ersten römischen Kaisers Augustus angesehen, aber diese Gruppe dienten auch den Generälen in der späten Republik. Der Begriff "cohors praetoria" kann zum einen informell verwendet werden und bezieht sich in diesem Fall auf eine Gruppe von Freunden und Gefährten, die einen römischen Kommandanten oder Gouverneur begleiten.
Zum anderen kann bis zum Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus der Begriff "cohors praetoria" eine ausgewählte Einheit von Menschen bedeuten, die als Leibwächter fungierten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Begriffsklärung und Ursprung der cohors praetoria
II. Die Entstehung der cohors praetoria
III. Die Funktionen der cohors praetoria
IV. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Einrichtung und Entwicklung der Prätorianergarde (cohors praetoria) unter Kaiser Augustus, wobei die Übergänge von republikanischen Strukturen hin zur kaiserlichen Eliteeinheit im Fokus stehen.
- Begriffsherkunft und Ursprung der Garde in der römischen Republik
- Historischer Kontext der Entstehung unter Augustus
- Struktur, Organisation und Stärke der Einheiten
- Funktionen und Aufgabenbereich der Garde im frühen Prinzipat
- Rolle der Prätorianerpräfekten und Kommandostrukturen
Auszug aus dem Buch
I. Begriffsklärung und Ursprung der cohors praetoria
Die cohortes praetoriae existierten seit der Zeit der Römischen Republik, aber es ist nach Sandra Bingham schwer zu sagen, wann sie zum ersten Mal in der Römischen Republik auftauchten. Livius berichtet, dass der Diktator Postumius im Jahr 496 v. Chr. eine spezielle cohors hatte, um sich zu schützen. Der Begriff „cohors praetoria“ wurde von Festus erstmals am Ende des dritten Jhs. oder in der ersten Hälfte des zweiten Jhs. v. Chr. erwähnt. Er berichtet, dass ein Scipio Africanus eine spezielle cohors praetoria aus den tapfersten Männern gebildet hätte, die er von anderen Militärdiensten befreite und ihnen eineinhalbmal mehr Sold als anderen Soldaten bezahlte. Der Bericht von Festus ist für Alfredo Passerini ein Bericht, der grundlegende Informationen zur Definition einer cohors praetoria enthält. Bingham stellt allerdings fest, dass der Bericht von Festus durchaus problematisch ist: Zunächst ist das Jahr, an dem Festus diesen Bericht verfasst hat, nicht bekannt. Das zweite Problem ist, das nicht bekannt ist, um welchen Scipio es sich handelt: um Scipio Africanus den Älteren oder um seinen adoptierten Neffen Scipio Aemilianus Africanus Numantius? Im Livius‘ Bericht findet sich der Name des Scipio Africanus des Älteren, der im Jahr 205 v. Chr. von Spanien nach Sizilien etwa 300 Männer als Leibwächter hatte, welche jedoch unbewaffnet waren. Hier tritt ein weiteres Problem auf, und zwar, dass der Begriff „cohors“ nicht speziell in Verbindung mit den Männern verwendet wird, die Scipio als unbewaffnete Leibwächter ausgewählt hatte. Dies entspricht dem der cohors praetoria im ersten Jh. v. Chr., weil sie unbewaffnet waren. Das Fehlen eines spezifischen Verweises auf cohors verhindert eine zuverlässige Korrelation mit dem Bericht von Festus. Darüber hinaus ist der Begriff „praetoria“ für die Einheit um den Kommandanten umstritten. Der Begriff „praetoria“ ist eindeutig mit dem des Prätors verbunden, aber es ist unklar, ob er sich auf den General im Feldzug, den Gouverneur einer Provinz oder auf das Hauptquartier des Generals im Lager bezieht, in dessen Nähe die cohortes praetoriae stationiert wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielschichtigkeit der cohors praetoria und beschreibt ihren Wandel von informellen Leibwächtergruppen in der späten Republik hin zu einer festen kaiserlichen Institution unter Augustus.
I. Begriffsklärung und Ursprung der cohors praetoria: Das Kapitel analysiert die Problematik historischer Quellen bei der Definition des Begriffs sowie die frühen Ursprünge der Einheit in der römischen Republik.
II. Die Entstehung der cohors praetoria: Hier wird der Prozess der offiziellen Institutionalisierung unter Augustus, die Organisation in neun Gruppen sowie die Einsetzung der Prätorianerpräfekten behandelt.
III. Die Funktionen der cohors praetoria: Dieses Kapitel thematisiert das breite Aufgabenspektrum der Garde, insbesondere den Schutz des Kaisers sowie ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.
IV. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Entwicklung der Garde zu einer militärischen Eliteeinheit unter Augustus werden abschließend synthetisiert.
Schlüsselwörter
Augustus, Prätorianergarde, cohors praetoria, Römische Republik, Prinzipat, Leibwache, Militärgeschichte, Prätorianerpräfekten, Antike, Rom, Legionen, Schutzfunktion, Militärreform, Eliteeinheit, Kaiserzeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die historische Genese und die funktionale Rolle der Prätorianergarde in der Übergangsphase von der Römischen Republik zum frühen Prinzipat unter Augustus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Herleitung der Begrifflichkeit stehen die Entstehungsgeschichte, die strukturelle Organisation und die sicherheitspolitische Bedeutung der Garde im Mittelpunkt.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Augustus die Prätorianergarde als Machtinstrument schuf, organisierte und welche Aufgaben ihr zur Sicherung seiner Herrschaft zukamen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung antiker Quellen sowie einschlägiger moderner Fachliteratur basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil vertieft?
Im Hauptteil werden die problematische Quellenevidenz zur Herkunft, der Prozess der militärischen Institutionalisierung durch Augustus und das Aufgabenspektrum der Prätorianer detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Augustus, cohors praetoria, Prinzipat, Eliteeinheit, Prätorianerpräfekt sowie der historische Wandel der Leibwächterfunktionen.
Warum war die Ernennung von zwei Präfekten durch Augustus umstritten?
Die Forschung diskutiert kontrovers, ob diese Entscheidung rein administrativ-praktischer Natur war, um die Garde in und außerhalb Roms zu koordinieren, oder ob sie primär politisch motiviert war.
Inwiefern unterschied sich die Bezahlung der Prätorianer von anderen Einheiten?
Die Arbeit zeigt auf, dass Prätorianer im Vergleich zu Legionären oder den cohortes urbanae signifikant höhere Soldzahlungen erhielten, was ihren Status als Eliteeinheit unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Einrichtung der Prätorianergarde unter Kaiser Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147386