Diese Arbeit beleuchtet das Case Management im Rahmen einer Fallbearbeitung aus der Praxis. Sie basiert auf der Fallbearbeitung einer Patientin in der viszeralchirurgischen Fachabteilung eines Krankenhauses. Mithilfe dieses Fallbeispiels wird der Vorgang des Case Managements erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
1.1 Abkürzungen
2. Was ist „Case-Management“?
2.1 Definition
3. Fallgeschichte aus der Praxis
4. Prozess des Case-Managements
4.1 Intake
4.2 Rechte und Pflichten
4.3 Assessment
4.3.1 Assessment-Tool Lebensereignisskala
4.3.2 Assessment-Tool Mind-Mapping
4.4 Das soziale Umfeld
4.5 Ausarbeiten des Erstgespräches
4.6 Quintessenz Assessment
4.7 Ziel- und Hilfeplan
4.8 Durchführung und Monitoring
4.9 Evaluation
5. Abschluss
5.1 Wichtige Ansprechpartner
5.2 Beendigung des Case-Managementprozesses
5.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Abschlussarbeit verfolgt das Ziel, den Case-Management-Prozess anhand einer praxisnahen Fallbearbeitung zu illustrieren und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Unterstützung und Ressourcenerschließung die Lebensqualität von Klienten in schwierigen Lebensphasen verbessert werden kann.
- Methodische Grundlagen des Case Managements
- Durchführung eines strukturierten Intake- und Assessment-Prozesses
- Erstellung und Monitoring eines zielorientierten Hilfeplans
- Integration sozialer Netzwerke zur Unterstützung von Betroffenen
Auszug aus dem Buch
4.5 Ausarbeitung des Erstgespräches
In dieser Phase des Assessments, werde ich explizit Bettinas Erwartungen und Nöte herausarbeiten. Darüber hinaus werde ich Bettinas engste Bezugspersonen mit analysieren um ein erweitertes Blickfeld zu erhalten.
Sehen wir uns zunächst, die für mich relevanten Aussagen von Bettina an: „Warum musste mir das passieren? Ich bin am Boden zerstört, mir fehlt die Energie und Motivation. Ich kann nicht arbeiten gehen und habe Probleme damit, die Wohnung in Ordnung zu halten. Mein Körper ist entstellt, ich habe keine Haare mehr und meinen künstlichen Darmausgang bekomme ich auch nicht vernünftig versorgt. Wie soll ich mit dem „Ding“ jemals wieder eine Schwimmhalle betreten? Das bin nicht ich selbst! Ich habe mich mehrmals bei Michael entschuldigt, dass ich ihm Vorwürfe gemacht habe, dass er nur am Wochenende zuhause ist. Aber ich bin in letzter Zeit auch wirklich schnell aufbrausend. Ich schlafe nachts einfach zu wenig, durch meinen Herpes Zoster wache ich mehrfach aufgrund der Schmerzen auf. Morgens bin ich müde und kann mich nicht konzentrieren, darunter leidet auch Christin. Nicht nur meine Tochter leidet darunter, sondern auch meine Therapie, ich habe schon sehr viele Termine bei meinen Ärzten nicht wahrnehmen können.“
Die Aussagen vom Ehemann Michael: „Ich kann aufgrund meiner Arbeitszeiten, nicht für meine Familie da sein, Bettina hat mir das schon mehrfach vorgeworfen. Es ist schrecklich mit anzusehen, wie schlecht es meiner Frau geht. Diese Übelkeiten und das Erbrechen setzen ihr wirklich zu. Ich weiß nicht weiter und fühle mich machtlos.“
Kommen wir zu Tochter Christin: „Manchmal höre ich Mama im Badezimmer weinen, sie flucht viel und sagt, dass der Beutel auf dem Bauch nicht hält. Ich habe letzte Woche wieder ärger von meinem Lehrer bekommen, weil die Hausaufgaben unvollständig waren. Ich habe Angst, dass Mama vielleicht bald nicht mehr bei uns ist.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Einleitung in die Fallstudie um die Patientin Bettina und Überblick über den strukturierten Prozess des Case Managements.
2. Was ist „Case-Management“?: Theoretische Einordnung und Begriffsdefinition des Case Managements im Kontext der Humandienste und Sozialarbeit.
3. Fallgeschichte aus der Praxis: Detaillierte Darstellung des Klientenhintergrunds, des Krankheitsverlaufs sowie der sozialen und emotionalen Belastungsfaktoren.
4. Prozess des Case-Managements: Umfassende Beschreibung der methodischen Schritte von der Aufnahme über die Bedarfsanalyse und Hilfeplanung bis zur Evaluation.
5. Abschluss: Zusammenfassende Betrachtung der Unterstützungsmaßnahmen, wichtige Ansprechpartner und ein Fazit zum Gewinn an Lebensqualität durch das Case Management.
Schlüsselwörter
Case Management, Assessment, Hilfeplanung, Monitoring, Evaluation, Gesundheitswesen, Soziale Arbeit, Lebensqualität, Ressourcenorientierung, Netzwerkarbeit, Stomaversorgung, Patientenbetreuung, Psychoonkologie, Familienunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Case Managements am Beispiel einer erkrankten Patientin und verdeutlicht, wie ein strukturierter Prozess betroffenen Menschen in komplexen Lebenslagen helfen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Prozessschritte des Case Managements, die Bedeutung von Assessment-Instrumenten sowie die Einbindung familiärer und sozialer Netzwerke in den Versorgungsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen des Case Managements für Klienten aufzuzeigen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen und sozialen Situation ihre Versorgungsbedarfe nicht mehr eigenständig koordinieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine prozessorientierte Fallstudienmethodik angewandt, die auf Standards der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Phasen Intake, Assessment, Hilfeplanung, Monitoring und Evaluation, welche jeweils direkt auf das Fallbeispiel angewendet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Case Management, Ressourcenorientierung, Hilfeplanung, soziale Netzwerkarbeit und Lebensqualität charakterisiert.
Warum ist das "Intake-Gespräch" für den Erfolg entscheidend?
Es bildet die Basis, um die Voraussetzungen für eine Unterstützung zu prüfen und eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen dem Case Manager und der Klientin aufzubauen.
Wie werden Ressourcen bei der Patientin Bettina identifiziert?
Durch den Einsatz spezieller Instrumente wie der Lebensereignisskala und Mind-Mapping-Techniken werden individuelle Stärken und bestehende Hilfsmöglichkeiten systematisch erfasst.
Welche Rolle spielt die Familie im Case Management-Prozess?
Die Familie wird als zentrales Element in die Planung integriert, wobei sowohl die Bedürfnisse der Angehörigen berücksichtigt werden als auch deren aktive Unterstützung in den Hilfeplan einfließt.
- Arbeit zitieren
- Sven Krätschmann (Autor:in), 2021, Der Case Management Prozess. Erläuterung anhand eines Fallbeispiels der Viszeralchirurgie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147526