Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf die psychische Gesundheit. Depression, Sozialphobie und Suizid


Bachelorarbeit, 2021

55 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Gender-Erklärung

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Covid-19
2.1.1 Ursprung und Ausbreitung
2.1.2 Pandemie
2.1.3 Maßnahmen zur Bekämpfung.

3. Psychische Gesundheit
3.1 Psychische Erkrankungen
3.2 Stärkung der psychischen Gesundheit

4. Depression
4.1 Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell
4.2 Verstärker-Verlust-Theorie

5. Suizid

6. Soziale Phobie

7 Methodische Vorgehensweise
7.1 Literaturrecherche
7.2 Suchbegriffe
7.3 Ein- und Auschlusskriterien
7.4 Suchstrategien

8. Aktueller Forschungsstand

9. Zusammenfassung

10. Fazit

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Das neuartige SARS-CoV-2-Virus versetzt die Bevölkerung weltweit in Angst. Um das öffentliche Leben soweit wie möglich einzuschränken, hat jedes Land entsprechende Maßnahmen getroffen. Die Menschen müssen mit reduzierten sozialen Kontakten und mit wenig körperlicher Nähe bis hin zur kompletten Isolation zurechtkommen. Geschäfte, die für gewöhnlich immer geöffnet hatten, waren gezwungen zu schließen. Sämtliche Freizeiteinrichtungen, wie Kinos, Fitnessstudios und Spielplätze schlossen ebenfalls.

Außerdem waren die Schüler dazu gezwungen von zuhause aus ihren Unterricht fortzusetzen. Das klingt alles sehr ungewöhnlich, das konnte sich 2019 noch kein Mensch vorstellen. Aber diese ganzen Einschränkungen wurden zur Realität.

Durch diese Einschränkungen entstanden auch sehr schnell Krankheiten wie Depression und Sozialphobie.

Um genauer auf die Folgen der Coronavirus-Pandemie einzugehen, wurde folgende Forschungsfrage aufgestellt: „Wie wirkt sich die Coronavirus-Pandemie auf die psychische Gesundheit im Hinblick auf Depression, Sozialphobie und Suizid aus?“.

Hierzu wurden bereits vorhandene Studien genauer betrachtet und analysiert.

Abstract

The novel SARS-CoV-2 virus is causing fear among populations worldwide. In order to restrict public life as much as possible, every country has taken appropriate measures. People have to cope with reduced social contacts and with little physical proximity up to complete isolation. Stores that were usually always open had to close. All recreational facilities, such as cinemas, gyms and playgrounds, also had to close.

In addition, students were forced to continue their lessons from home. This all sounds very unusual, no one could have imagined this in 2019. But all these restrictions became a reality. However, due to these restrictions, diseases such as depression and social phobia also developed very quickly.

To look more closely at the consequences of the coronavirus pandemic, the following research question was posed: "How does the coronavirus pandemic affect mental health in terms of depression, social phobia, and suicide?"

To this end, existing studies were reviewed and analyzed in more detail.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grafik mit der Anzahl der an das RKI übermittelten COVID-19-Fälle ab dem 01. März 2020

Abbildung 2: Symptome einer Depression

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Suchbegriffe PubMed

Tabelle 2: Ausschnitt Rechercheprotokoll

Tabelle 3: Relevante Studien aus PubMed

Gender-Erklärung

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

1. Einleitung

Die vorliegende Bachelorarbeit dient der Erforschung der Veränderungen der psychischen Gesundheit der Bevölkerung im Hinblick auf Depression, Sozialphobie und Suizid. Dazu werden alle vorliegenden literarischen Quellen und Studien aus dem Zeitraum Januar 2020 bis Juli 2021 untersucht.

Zum ersten Mal brach das Virus im Dezember 2019 aus. Zu diesem Zeitpunkt berichteten die Medien über eine unbekannte Viruserkrankung in China, deren Ursprung in der Millionenstadt Wuhan lag. Wissenschaftler aus China vermuteten, dass sich dieses Virus über einen Wildtiermarkt ausgebreitet hatte. Die Überträger sollen demnach Fledermäuse und Schuppentiere gewesen sein (vgl. Phelan, A. et. al., 2020).

Daraufhin wurde das Virus genauer untersucht und durch diese Untersuchungen fanden chinesische Mediziner heraus, dass es sich um ein neues Corona-Virus handelte, das SARS-CoV-2. Warum ein neues Virus und nicht das neue Virus?

Bereits in den 1960er Jahren gab es schon einmal ein Corona-Virus. Der Unterschied zu diesem Virus ist jedoch, dass das alte Corona-Virus im schlimmsten Fall zu Erkältungssymptomen führte. Bei dem neuartigen SARS-CoV-2 treten aber abweichende und schwerwiegendere Symptome wie Lungenentzündungen und starke Atemwegserkrankungen auf (vgl. Traxler, S. et. al., 2021).

Die ersten Todesfälle, ausgelöst durch das Corona-Virus, folgten dann im Januar 2020 in China. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch stattfindet. Um dem Virus entgegenzuwirken, wurde Ende Januar 2020 dann der erste Lockdown beschlossen. Während dieses Lockdowns durften die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen, außer sie hatten einen triftigen Grund. Das bedeutet eine komplette Isolierung der Bevölkerung.

Das Virus hält die Welt in Atem, es gilt als hochansteckend und hat zahlreiche Veränderungen des alltäglichen Lebens verursacht. Das Fehlen einer sinnvollen Bekämpfung des Virus machte die ganze Situation noch extremer.

„Corona“ war zunächst ein Begriff, den man nicht mit einem Virus in Verbindung gebracht hatte. Bevor die Pandemie einsetzte, stand dieser Begriff nämlich z.B. für ein Auto, für ein Bier oder auch für die heilige Corona. Im Laufe dieser Arbeit wird das noch genauer erklärt.

In den nachfolgenden Abschnitten wird zuerst auf die theoretischen Grundlagen für diese Arbeit eingegangen, dazu wird anfänglich das Corona-Virus mit seiner Herkunft, Ausbreitung und der Maßnahmen zur Bekämpfung näher erläutert, sowie die psychische Gesundheit und die damit verbundenen psychischen Erkrankungen. In diesem Kapitel wird zudem erklärt, wie die psychische Gesundheit verstärkt werden kann.

Im Kapitel 4 wird der Begriff Depression behandelt und es werden zwei Ansätze aus diesem Bereich vorgestellt. Daraufhin folgen die Begriffe Sozialphobie und Suizid. Daran schließt sich der Anwendungsteil an, in welchem die Methodik dieser Arbeit erklärt wird. Im Kapitel 8 werden die aktuellen Forschungsergebnisse anhand mehrerer Studien aufgezeigt.

Um zu einem Ergebnis zu kommen, werden diese Studien im Anschluss ausgewertet. Abschließend folgen die Diskussion bzw. eine Zusammenfassung und ein Fazit für die Zukunft.

Begründung der Themenwahl

Die Autorin dieser Arbeit interessiert sich seit Beginn der Corona-Virus-Pandemie für die plötzlichen Veränderungen des normalen Alltags und die täglichen Fallzahlen. Wenn eine Person die Autorin nach den aktuellen Maßnahmen und Verboten fragt, gibt sie sofort darauf eine Antwort und kann so ihr Umfeld auf dem aktuellen Stand halten. Da sich das Thema der vorliegenden Arbeit sehr viel mit Psychologie beschäftigt, hat die Autorin sich dafür letztendlich entschieden, denn dieses Fachgebiet war immer ein sehr interessantes Thema für die Verfasserin. Besonders in ihrer Freizeit beschäftigt sich die Autorin sehr viel mit diesem Thema.

In dieser Arbeit wird die Bevölkerung weltweit betrachtet, von den Kindern bis hin zu den Älteren. In den Studien, die im Kapitel 8 untersucht werden, werden verschiedene Berufsgruppen, Geschlechter und Krankheitszustände betrachtet.

2. Theoretische Grundlagen

Zunächst soll genauer auf das Corona-Virus eingegangen werden. Dazu werden Herkunft, Ausbreitung, sowie die Maßnahmen zur Bekämpfung und die Auswirkungen näher betrachtet.

Es folgen die Definition der psychischen Gesundheit und der psychischen Erkrankung. Außerdem wird erklärt, wie die psychische Gesundheit gestärkt werden kann. Die psychische Gesundheit ist nach dem Corona-Virus die zweite Grundlage dieser Arbeit.

Die dritte Grundlage besteht aus der Depression, der Sozialphobie und dem Suizid. Alle drei Aspekte werden in Hinsicht auf sämtliche Arten, Theorien, Symptome und Behandlung beschrieben.

2.1 COVID-19

Der Begriff COVID ist eine Abkürzung und bedeutet Co rona Vi rus D isease, übersetzt bedeutet dies Corona Virus Krankheit. Da das Virus im Jahr 2019 ausbrach, wurde die 19 an den Begriff angehängt (WHO, 2020).

Bevor es zu dem Ausbruch des Virus kam, brachten die Menschen noch andere Sachen in Verbindung mit dem Wort „Corona“. So gibt es beispielsweise ein Auto, ein Bier und eine Märtyrin, die denselben Namen tragen.

Das Corona-Auto ist eine asiatische Erfindung aus dem Jahre 1957. Der Toyota „Corona“ wurde bis ins Jahr 1996 gebaut und war zur damaligen Zeit ein sehr beliebtes und preisgünstiges Auto. Den Toyota Corona gab es in verschieden Varianten, z.B. als Kombi, Coupé oder Pick-up (vgl. Schmidt, 2020).

Ein weiterer sehr bekannter Namensvetter des Corona-Virus ist das Corona Bier. Dieses Bier kommt ursprünglich aus Mexiko und hat sich in 180 Ländern einen Namen gemacht. In Deutschland wird es auch sehr gerne getrunken und ist in so gut wie jedem Supermarkt zu finden. Auf dem Etikett ist eine Krone zu sehen, die für das spanische Königshaus stehen soll (vgl. Absatzwirtschaft, 2020).

Man könnte davon ausgehen, dass die Hersteller zu Zeiten von Corona einen massiven Verlust erlitten haben, da mittlerweile kein Mensch mehr das Wort Corona mit etwas Positivem assoziiert. Ob sich die Zahlen gebessert oder verschlechtert haben, kann man bis dato nicht genau sagen, da es viele verschiedene Berichte mit unterschiedlichen Angaben gibt.

Zuletzt gibt es noch die heilige Corona. Woher sie stammt, ist bis zum heutigen Stand unklar. Forscher gehen davon aus, dass sie aus dem Osten (Ägypten oder Syrien) kam. Die Legende besagt, dass die junge Frau als Christin verfolgt und getötet wurde (vgl. Moll; Schwarzburger, 2020).

Das Corona-Virus, ist wie der Name schon verrät, ein Virus. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Gift, Giftstoff (vgl. Nasemann; Marchionini, 1961).

Ein Virus löst eine Infektionskrankheit aus. Dabei befällt das Virus die Zellen eines Lebewesens und nutzt diese als Wirt, um sich zu vermehren und so neue Viren zu produzieren. Viren sind sehr klein, um diese zu erkennen wird ein Elektronenmikroskop benötigt (vgl. BZgA).

Im Vergleich zu den Influenzaviren, die bis zu 120 Nanometer groß sind, können die Coronaviren bis zu 160 Nanometer groß werden.

2.1.1 Ursprung und Ausbreitung

Wie in der Einleitung schon erwähnt, fand das Corona-Virus seinen Ursprung in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan. Die ersten Infektionen mit dem neuen Virus wurden im Dezember 2019 nachgewiesen, den Erreger gab es höchstwahrscheinlich schon zuvor. Am 31. Dezember 2019 wurde die WHO erstmalig über Fälle von Lungenentzündungen mit einer unbekannten Ursache informiert (vgl. WHO, 2020).

Der Ursprung von COVID-19 ist noch immer umstritten, aber die Forscher vermuten einen Fischmarkt in Wuhan als Auslöser. Neben Fischen wurden dort auch Fledermäuse, Geflügel und andere Wildtiere verkauft. Nachdem das Virus ausgebrochen ist, musste dieser Markt im Januar 2020 schließen (vgl. Hörmansdorfer; Ackermann, 2020).

Der genaue Auslöser von COVID-19 ist zum Stand der Abgabe dieser Bachelorthesis noch ungeklärt.

Ab Januar 2020 hat sich das Virus Schritt für Schritt weltweit ausgebreitet, indem Menschen aus Wuhan in andere Länder einreisten. So entstand dann eine Kettenreaktion.

Am 11. März 2020 hatte das Virus so viele Menschen befallen, dass Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO, den Ausbruch zu einer Pandemie erklärte.

In Deutschland war die erste nachgewiesene Corona-Infektion am 27. Januar 2020 in dem Landkreis Starnberg in Bayern. Zunächst wurde die Situation noch nicht allzu ernst genommen und das Risiko wurde als gering eingestuft. Nach einigen Wochen wurden aber nach und nach immer mehr Infektionen in anderen Bundesländern bestätigt (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2020).

Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung vor allem über respiratorische Sekrete, die beim Niesen, Husten und Sprechen freigesetzt werden. Durch eine direkte bzw. indirekte Kontaktübertragung kann die Infektion ebenfalls stattfinden.

Dies beinhaltet beispielsweise Händeschütteln, z.B. eine Person, die mit Corona infiziert ist, niest sich in die Hand und gibt daraufhin einer anderen Person die Hand. Diese Person greift sich dann ins Gesicht und so entsteht eine Neuinfektion. Auch das Berühren kürzlich kontaminierter Körperteile oder Gegenstände kann eine Neuinfektion auslösen (AMBOSS, 2021).

SARS-CoV-2-Virusvarianten

Neben der ursprünglich entdeckten Variante haben sich auch bereits die ersten Mutationen gebildet, welche auch VOC (Variants of Concern), also besorgniserregende Virusvarianten, genannt werden (vgl. RKI, 2020).

Meist sind die Virusvarianten noch intensiver als das normale Virus. Das heißt, der Krankheitsverlauf könnte durchaus schlimmer verlaufen, als beim gewöhnlichen Virus.

Am bekanntesten ist die Alpha-Variante des Corona-Virus, diese wird auch als B.1.1.7 bezeichnet. Die Mutation brach erstmals im September 2020 in Großbritannien aus, daher wurde die Variante anfangs als britische Variante bezeichnet. Seitens der Länder gab es aber Beschwerden, deshalb werden sämtliche Mutationen mit Alpha, Beta, Gamma und Delta bezeichnet (vgl. RKI, 2020).

Da diese Variante aggressiver als das normale Corona-Virus ist, ist die Bekämpfung wesentlich schwieriger (vgl. RKI, 2020).

Im Dezember 2020 wurde die Variante B.1.1.7 das erste Mal in Deutschland im Bundesland Baden-Württemberg nachgewiesen. Dort hat es sich sehr schnell verbreitet und ist aktuell auch die häufigste Mutation in Deutschland (vgl. RKI, 2020).

2.1.2 Pandemie

Wichtig ist es auch den Begriff „Pandemie“ zu erklären, da seit dem Corona-Virus viel darüber geredet wird, aber die Meisten nicht wissen, was das genau ist.

Unter einer Pandemie versteht man die weltweite Ausbreitung eines Virus (RKI, 2009). Dieses Virus ist in der Lage, schwere Erkrankungen hervorzurufen und verbreitet sich rasant von Mensch zu Mensch. Aufgrund der Neuartigkeit dieses Virus, ist das menschliche Immunsystem nicht darauf vorbereitet und deshalb auch ungeschützt. Pandemien gehen oft mit Erkrankungs- und Sterberaten, die den Durchschnitt üblicher Krankheitswellen weit übersteigen, einher. (RKI, 2009; Rengeling, D., 2020, S.211-212).

Der Begriff „Pandemie“ hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und wird aus den Worten demos „Volk“ und pandemios „allgemein verbreitet“ zusammengesetzt (vgl. Brockhaus, 2020).

Seit dem 11. März 2020 wird das Corona-Virus, auch bekannt als SARS-CoV-2, als Pandemie eingestuft und war im März in 114 Ländern mit mehr als 118 000 Fällen verzeichnet (WHO, 2020).

Die Ursache der grassierenden Verbreitung des Virus ist die schnelle Übertragbarkeit. Aus diesem Grund müssen die betroffenen Länder Maßnahmen zur Bekämpfung bzw. Eindämmung der Pandemie treffen.

Je nach Dauer, Schwere und Intensität werden unterschiedliche Maßnahmen ergriffen. Im nachfolgenden Kapitel werden die Maßnahmen, die Deutschland ergriffen hat, näher beleuchtet.

2.1.3 Maßnahmen zur Bekämpfung

Viele Untersuchungen zur Epidemiologie von SARS-CoV-2 zeigen, dass die Übertragung beim engen, ungeschützten Kontakt zwischen Menschen am häufigsten erfolgt. Darunter fällt sowohl der häusliche als auch der medizinische Kontakt (RKI, 2021).

Um die Pandemie einzudämmen, trafen die Länder verschiedene Maßnahmen, welche teilweise in die Grundrechte der Menschen eingriffen. Nun sollen die Maßnahmen aufgezeigt werden, die in Deutschland eingeführt wurden.

Zunächst werden anfangs die Maßnahmen vom März 2020 aufgezeigt und daraufhin die Maßnahmen vom November 2020 vorgestellt.

Am 22. März 2020 wurden von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Bundesländer neue Regeln zur Bekämpfung des Virus eingeführt. Die „goldene“ Regel war der soziale Abstand. Dabei ging es darum, zuhause zu bleiben, damit sich niemand mit dem Virus ansteckt. Unter dem Motto „#WirBleibenZuhause“ wurde eine bundesweite Kampagne gestartet, damit alle mitmachen und zuhause bleiben (Bundesregierung, 2020).

Zu dem sozialen Abstand zählt auch das Abstandhalten. So wurde in jedem Geschäft und teilweise auch auf den Straßen Markierungen angebracht, damit jeder Mensch zwei Meter Abstand zu seinem Vordermann hält. Ausgenommen waren natürlich die Familienangehörigen.

Die wohl gravierendste und besonders hervorstechende Regel für die Bevölkerung war die sogenannte „Ausgangssperre“. Diese erlaubte nur das Spazierengehen mit maximal einer weiteren Person, die aber aus dem eigenen Hausstand sein musste. Ansonsten durfte man alleine an die frische Luft gehen. Das Haus sollte nur für die Arbeit, den Einkauf, den Arztbesuch und Terminbesuche verlassen werden (Bundesregierung, 2020).

Des Weiteren wurden zahlreiche Geschäfte und Betriebe geschlossen. Darunter fielen Restaurants, Bars, Frisöre, Fitnessstudios und viele mehr. Die Einzigen, die noch öffnen durften, waren Geschäfte für den alltäglichen Bedarfs, wie Supermärkte, Apotheken und Tankstellen.

Dies war der erste Lockdown, den es in Deutschland gab. Er dauerte etwa sieben Wochen, bis die ersten Lockerungen wieder eintraten. Zwischenzeitlich wurde am 29. April 2020 die Maskenpflicht eingeführt. Diese mussten zunächst in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Zugelassen waren OP-Masken, Stoffmasken und FFP2- Masken.

Mitte Mai 2020 durften wieder die Restaurants und Bars öffnen, die Frisörsalons waren bereits eine Woche vorher geöffnet worden. Einen Monat später folgten auch die restlichen Geschäfte und Betriebe. Dabei musste aber immer die Maske getragen werden und der Abstand eingehalten werden (WirtschaftsWoche, 2021; Kodzo, J.).

Um aufzuzeigen, ob der Lockdown einen positiven Effekt auf die Infektionszahlen hatte, soll die nachfolgende Grafik dienen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Grafik mit der Anzahl der an das RKI übermittelten COVID-19-Fälle ab dem 01. März 2020 (RKI, 2020)

Die X-Achse stellt das jeweilige Datum dar. Es beginnt beim 01. März 2020 und endet beim 02. August 2020. Die Y-Achse zeigt die Anzahl der übermittelten COVID-19-Fälle an. Die Anzahl wird in 1000-er Schritte eingeteilt.

Betrachtet man die Grafik genauer, fällt auf, dass zum Zeitpunkt des Lockdown-Beginns die Zahlen am höchsten waren. Die Fallzahl lag bei knapp 7.000 Neuinfektionen pro Tag. Im Verlauf zum Monat Juni haben die Zahlen deutlich abgenommen, wie in der Grafik zu sehen ist. Somit besteht die Annahme, dass die verhängten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus eine große Wirkung hatten.

Da nach dem Sommer 2020 eine zweite Welle ausbrach, wurde ein zweiter Lockdown eingeführt. Dieser wurde zunächst als „Lockdown Light“ bezeichnet, welcher schlussendlich strenger als der erste Lockdown ablief. Die Neuinfektionen lagen bei knapp 15.000, welche deutlich mehr sind, als bei der ersten Welle.

Am 2. November 2020 trat der zweite Lockdown in Kraft. Die Regeln haben sich nicht allzu sehr von den Regeln aus dem März unterschieden. Die Geschäfte mussten erneut schließen, mit der Ausnahme des Einzelhandels. Unter Hygieneauflagen konnte dieser weiterhin geöffnet bleiben (ÄrzteZeitung, 2020; Hommel,T.).

Der zweite Lockdown dauert teilweise bis heute an. Zeitweise wurde er in „Bundesnotbremse“ umbenannt. Die Regeln ändern sich abhängig von dem Inzidenzwert. Die Inzidenz dient zur Beschreibung und Analyse der Verbreitung von Krankheiten. Ein Wert wird auf Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen gerechnet (RKI, 2020).

Bei einer Inzidenz über 100 müssen Restaurants und Bars geschlossen bleiben, der Einzelhandel darf nur mit Termin und einen negativem Testergebnis betreten werden und es gilt eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr (Bundesregierung, 2021).

Sinkt die Inzidenz allerdings unter den Wert 100, sind weitere Lockerungen in Aussicht. Dazu muss der Wert eine Woche lang gehalten werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Bekämpfung von Covid-19 ist die Impfung. Zunächst waren viele Menschen dem Impfstoff gegenüber skeptisch. Das ist verständlich, da es bei anderen Impfstoffen 15 bis 20 Jahre dauert, bis diese ausreichend entwickelt und zugelassen werden.

Der erste Covid-19-Impfstoff kam allerdings schon nach wenigen Monaten auf den Markt. Mithilfe neuester Technologien und Vorerfahrungen mit verwandten Viren war diese Beschleunigung möglich. Derzeit sind vier Impfstoffe in der EU zugelassen: BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson (vfa, 2021).

Anfangs ging es nur schleppend voran, aber da später auch Ärzte in ihren Praxen impften, stieg die Impfquote von Tag zu Tag an. Am 16. Mai 2021 waren bereits 9.332.160 Personen vollständig geimpft. Das heißt, sie haben ihre zweite Impfdosis erhalten. Dies entspricht 11,2 % der Bevölkerung in Deutschland aus. Die erste Impfdosis haben 30.790.970 Personen erhalten, das sind 37 % der Bevölkerung in Deutschland (ImpfDashboard, 17. Mai 2021).

Die Impfung schützt nicht komplett gegen das Virus, aber falls eine geimpfte Person an Covid-19 erkrankt, ist der Krankheitsverlauf deutlich milder (RKI, 2021). Die Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe wurde in Beobachtungsstudien untersucht. Dabei wurde eine hohe Wirksamkeit nachgewiesen, vor allem bei den Impfstoffen BioNTech und Moderna. Diese sollen zu etwa 95 Prozent wirken. Der Impfstoff AstraZeneca hat eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent und der Impfstoff Johnson & Johnson wirkt am wenigsten, denn dieser soll nur eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent aufweisen (vgl. Infektionsschutz, 2021).

3. Psychische Gesundheit

Die Corona-Pandemie ist eine derartige Belastung für die Menschen, welche an niemandem spurlos vorüber geht. Vor allem die Ungewissheit vor der Zukunft greift die psychische Gesundheit der Bevölkerung an. Da Menschen soziale Wesen sind, brauchen sie dementsprechend auch Kontakte. Durch die Maßnahmen werden diese aber eingeschränkt und wirkt sich dadurch negativ auf die psychische Gesundheit aus.

Da es für die psychische Gesundheit zahlreiche Definitionen gibt, wurde die Definition von der Welt Health Organization ausgesucht.

Die WHO definiert die psychische Gesundheit wie folgt:

„Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.“ (WHO, 2019) Zusammengefasst kann man sagen, dass die psychische Gesundheit eine Voraussetzung von Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Beteiligung am sozialen Leben ist.

Um es leichter zu formulieren: Psychische Gesundheit bedeutet, dass sich ein Mensch geistig und seelisch wohlfühlt, also handelt es sich um den inneren Zustand einer Person. Verfügt ein Mensch über eine gesunde Psyche ist er dazu fähig, sein Potenzial vollkommen auszuschöpfen, ist bei der Arbeit leistungsfähig und führt ein angenehmes soziales Leben, mit Freunden und Familie.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass psychische Gesundheit kein Zustand ist, der ausschließlich von der persönlichen Veranlagung und dem individuellen Verhalten einer Person abhängt, sondern ein vielschichtiger, dynamischer Prozess, der neben individuellen Aspekten auch von äußeren Faktoren beeinflusst wird (WHO, 2001).

Da aber nicht jeder Mensch psychisch gesund ist, gibt es auch die psychischen Erkrankungen. Diese können in Zeiten von starker Belastung auftreten, wie z.B. nach dem Verlust eines geliebten Menschen oder des Arbeitsplatzes. Bei einer psychischen Erkrankung erleben die Betroffenen die unterschiedlichsten Symptome.

Diese Symptome können mehr oder weniger großen Einfluss auf das Leben des Betroffenen haben. Psychische Erkrankungen können die Wahrnehmung, das Denken, die Stimmungen und das Verhalten eines Menschen beeinflussen. Diese Erkrankungen können wirklich jeden Menschen treffen und werden von jedem anders erlebt. Wichtig ist hierbei auch, dass sie meistens wirksam behandelt werden können. In Deutschland sind es circa 14 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer, die sich nicht gesund fühlen. (Hapke et. al., 2012, S.39).

3.1 Psychische Erkrankungen

Im vorherigen Kapitel wurden die psychischen Erkrankungen bereits angesprochen, nun sollen sie weiter erläutert werden. Psychische Erkrankungen werden von der WHO wie folgt definiert:

„Psychische Erkrankungen stellen Störungen der psychischen Gesundheit einer Person dar, die oft durch eine Kombination von belastenden Gedanken, Emotionen, Verhaltensweisen und Beziehungen zu anderen gekennzeichnet sind. Beispiele sind Depressionen, Angststörungen, Verhaltensstörungen, bipolare Störungen und Psychosen.“ (WHO, 2019)

Die häufigsten Erkrankungen, die in Deutschland vorkommen, sind Angststörungen, Affektive Störungen und Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. (Focus, 2020).

Zu den typischen Symptomen einer psychischen Erkrankung gehören Albträume, innere Unruhe, Schlafstörungen, Stress und vor allem Angst. Auf die affektiven Störungen wird zu einem späteren Zeitpunkt näher eingegangen, denn unter affektive Störungen fallen die Depressionen.

Personen, die an einer psychischen Störung erkrankt sind oder waren, sterben im Schnitt 20 Jahre früher als die restliche Bevölkerung (WHO, 2019). Laut der WHO waren im Jahr 2015 zwölf Prozent der Bevölkerung in Europa an einer psychischen Störung erkrankt. (WHO, 2019).

3.2 Stärkung der psychischen Gesundheit

Um gegen eine psychische Erkrankung vorzugehen, sollten die Menschen sich ihrer bewusst sein und auf sich selbst und ihre Körper achten. Sucht man im Internet nach einem Rezept zur Stärkung der psychischen Gesundheit, wird den Leuten zu viel Sport und Bewegung geraten.

Die Einsamkeit durch die sämtlichen Schließungen der Geschäfte und der Isolation von anderen Menschen kann sich ersehen negativ auf manche Personen auswirken. Der erste wichtige Punkt ist, ausreichend Sport zu machen. Ausdauersport kann sogar antidepressiv wirken und der Sport allgemein ist eine gute Prävention (vgl. Malchow, B. et. al., 2014). Auch ein Spaziergang an der frischen Luft würde bereits viele Vorteile mitbringen, denn ein Spaziergang hat mehrere positive Auswirkungen auf eine Person. Diese positive Wirkung wird bemerkbar, da Muskeln und Nerven sich entspannen können und so auch der Blutdruck sinkt. Zudem verbrennt man dabei auch viele Kalorien, was ein positiver Nebeneffekt ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten.

Oft wird die Ausrede genutzt, dass man sich aufgrund der Beschränkungen nicht treffen kann. Teilweise stimmt das auch. Dennoch war es nach wie vor möglich sich mit mindestens einer anderen Person zu treffen. Ist die Angst vor einer Ansteckung zu hoch, kann die Person auch zum Telefon greifen und einen sozialen Kontakt anrufen.

Ist die psychische Gesundheit schon zu stark belastet, wäre eine weitere Möglichkeit eine Therapie anzunehmen. Diese ist durch aus wirksam und sinnvoller als sich zuhause einzusperren.

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten um die psychische Gesundheit zu stärken, wie eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf, aber Sport und Kontakte pflegen sind die wirksamsten.

4. Depression

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit mehr als 264 Millionen Menschen an einer Depression (WHO, 2020).

Eine Depression zählt zu den seelischen Erkrankungen und verläuft in der Regel sehr schwer. Die Krankheit ist altersunabhängig und kann jeden Menschen treffen. Im Gegensatz zu „normalen“ Krankheiten, lässt sich eine Depression nicht von alleine heilen, sondern man muss sich in Therapie begeben.

Wie lässt sich eine Depression feststellen? Das häufigste Symptom einer Depression ist die niedergedrückte Stimmung. Das heißt, dass die Betroffenen meistens unter einer sehr schlechten Laune leiden und sich „niedergedrückt“ fühlen, also wie eine Art Last, die sie mit sich herumtragen. Diese Stimmung hält mindestens 2-3 Wochen an und ist ununterbrochen vorhanden (Dobmeier; Fux, 2020).

[...]

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf die psychische Gesundheit. Depression, Sozialphobie und Suizid
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
55
Katalognummer
V1147534
ISBN (eBook)
9783346528360
ISBN (Buch)
9783346528377
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corona, Psychologie, Psychische Gesundheit, Depression, Suizid, Ängste, Pandemie, Bachelorarbeit, Coronavirus, COVID, COVID-19, Wirtschaftspsychologie
Arbeit zitieren
Melanie Bernreuther (Autor:in), 2021, Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf die psychische Gesundheit. Depression, Sozialphobie und Suizid, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147534

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