Im Rahmen dieser Arbeit wird folgenden Forschungsfragen nachgegangen: Wie wird die Medienkonzeptarbeit an Grundschulen gestaltet und welche schulischen Akteure sind an diesem Prozess beteiligt? Welche förderlichen und hemmenden Faktoren lassen sich für die Zusammenarbeit schulischer Akteure im Kontext des schulischen Medienkonzeptes an Grundschulen identifizieren? Aufgrund der gestiegenen Relevanz von schulischen Medienkonzepten ist die damit verbundene Zusammenarbeit schulischer Akteure von immenser Bedeutung. Schulische Medienkonzepte stellen einen Kernpunkt der gemeinsamen medienpädagogischen Arbeit an Schulen dar und sollten unter Beteiligung möglichst vieler Akteure erstellt, implementiert und weiterentwickelt werden. Dabei müssen auch die Priorisierung des Medieneinsatzes seitens der Schulleitung sowie die „Schulkultur" mit Blick auf digitale Medien als zentrale Gelingensbedingungen schulischer Medienbildung betrachtet werden.
In Kapitel 2 wird zunächst der Schulentwicklungsbegriff und die Schulentwicklung im Kontext der Digitalisierung anhand der fünf Dimensionen der Schulentwicklung dargestellt. Folgend wird die Relevanz schulischer Medienkonzepte als Instrumente der Schulentwicklung verdeutlicht und die Aufgaben, Ziele und Inhalte schulischer Medienkonzepte betrachtet. In Kapitel 3 wird auf die Relevanz der Implementierung von digitalen Medien eingegangen. Dazu wird ein Schulqualitätsmodell vorgestellt und die Voraussetzungen und Bedingungsfaktoren für eine nachhaltige Medienkompetenzförderung aufgezeigt.
In Kapitel 4 wird auf die Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit schulischer Akteure im Hinblick auf das schulische Medienkonzept eingegangen, indem zunächst die Interdependenz der Kooperation und der Schulentwicklung aufgezeigt wird. Daran anschließend werden empirische Befunde zur medienbezogenen Kooperation im Kontext der Implementation von digitalen Medien vorgelegt. Folglich werden die Gelingensbedingungen medienbezogener Kooperation aufgezeigt und analysiert, welche schulischen Akteure auf der Einzelschulebene Einfluss auf die Medienkonzeptentwicklung haben. Dazu wird die Teamarbeit innerhalb der Schule und die Rolle der Schulleitung betrachtet. Daran anschließend wird als letzter Bereich, die mit außerschulischen Partnern beleuchtet, wobei zwischen der Zusammenarbeit mit dem Schulträger und der Zusammenarbeit in schulischen Netzwerken im Hinblick auf das schulische Medienkonzept differenziert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemaufriss
1.2 Forschungsfragen und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen zur Schulentwicklung
2.1 Schulentwicklungsprozesse
2.1.1 Definition Schulentwicklung
2.1.2 Schulentwicklung im Kontext digitaler Medien
2.2 Das schulische Medienkonzept als Instrument von Schulentwicklung
2.2.1 Schulische Medienkonzepte
2.2.2 Aufgaben, Ziele und Inhalte von schulischen Medienkonzepten
2.2.3 Forschungsbefunde zu schulischen Medienkonzepten
3. Einflussfaktoren auf die Implementation digitaler Medien im Kontext der Schulentwicklung
3.1 Qualitätsdimensionen schulischer Medienbildung nach Lorenz und Bos
3.2 Übersicht über den Forschungsstand im Kontext digitaler Schulentwicklungsprozesse
3.2.1 Empirische Befunde zu den schulischen Rahmenbedingungen im Kontext digitaler Medien
3.2.2 Empirische Befunde zu den Einstellungen und Kompetenzen der Lehrpersonen
3.2.3 Empirische Befunde zum Einsatz digitaler Medien
4. Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit schulischer Akteur im Hinblick auf das schulische Medienkonzept
4.1 Kooperationsentwicklung als Bedingungsfaktor für digitale Schulentwicklungsprozesse
4.2 Empirische Befunde zur medienbezogenen Kooperation
4.3 Gelingensbedingungen medienbezogener Kooperation
4.4 Kooperation auf der Einzelschulebene
4.4.1 Schulinterne Kooperation und Teamarbeit
4.4.2 Relevanz der Schulleitung
4.5 Kooperation mit externen schulischen Akteuren
4.5.1 Zusammenarbeit von Schule und Schulträger
4.5.2 Zusammenarbeit in Schulnetzwerken
5. Eigene Untersuchung
5.1 Durchführung und Methode der eigenen Untersuchung
5.1.1 Fallstudie als Forschungsstrategie und Fallauswahl
5.1.2 Methodik der Datenerhebung
5.1.3 Methodik der Datenauswertung
5.2 Einzelfallanalysen
5.2.1 Fallschule A
5.2.2 Fallschule B
5.2.3 Fallschule C
5.3 Fallübergreifende Analyse der Fallschulen
5.3.1 Förderliche und Hemmende Bedingungsfaktoren auf der Inputebene
5.3.2 Förderliche und Hemmende Bedingungsfaktoren auf der Prozessebene
5.4 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
5.5 Kritische Reflexion der eigenen Untersuchung
6. Ausblick und Fazit
9. Anhang
9.1 Interviewleitfaden
9.2 Interviewtranskripte
9.2.1 Interviews der Fallschule A
9.2.2 Interview der Fallschule B
9.2.3 Interview der Fallschule C
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht aus der Perspektive von Lehrkräften, wie die Zusammenarbeit schulischer Akteure gestaltet ist und welche förderlichen sowie hemmenden Faktoren bei der Entwicklung und Umsetzung schulischer Medienkonzepte an Grundschulen eine Rolle spielen.
- Implementierung digitaler Medien in der Grundschule
- Schulische Medienkonzepte als Steuerungsinstrumente
- Bedeutung der Kooperation schulischer Akteure
- Rolle der Schulleitung bei der Schulentwicklung
- Herausforderungen und Gelingensbedingungen im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemaufriss
In einer sich stetigen verändernden Gesellschaft stellt die zunehmende Digitalisierung ein Schlüsselbegriff dar, welches mit einer Vielzahl von Chancen, aber auch Herausforderungen im Hinblick auf die Implementierung digitaler Medien in Schulen einhergeht (vgl. Heldt et. al., 2020, S. 448). Zur gezielten Nutzung der Chancen und um den Herausforderungen der Digitalisierung sinnvoll zu begegnen, bedarf es umfassender medienbezogener Schulentwicklungsprozesse. Die Notwendigkeit derartiger Schulentwicklungsprozesse geht unter anderem aus den Ergebnissen der „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) hervor, im Rahmen derer im internationalen Vergleich unzureichende medienbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe acht in Deutschland festgestellt wurden (Eickelmann et al. 2019; Bos et al. 2014).
Die aktuellen Bildungsstandards sowie die curricularen Vorgaben werden zunehmend an die durch digitale Medien hervorgerufenen Herausforderungen angepasst. Die Kultusministerkonferenz (KMK) formuliert in ihrer Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (2017), dass die Kompetenzentwicklung der Lernenden für ein reflektiertes Leben in einer digitalen Welt durch die pädagogisch gezielte Verwendung digitaler Medien ermöglicht werden soll (ebd., S. 6f.). Dementsprechend soll das Lernen mit und über digitale Medien bereits in der Grundschule ermöglicht werden, um Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu einem kritischen und konstruktiven Umgang mit digitalen Medien aus pädagogischer Perspektive zu befähigen (vgl. Kunkel & Peschel, 2020, S.455). Kinder müssen im Umgang mit digitalen Medien begleitet werden und benötigen Unterstützung. Dementsprechend liegt es in der Verantwortung der Schulen, die organisatorischen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, um den Kindern den kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen (vgl. Bos et al. 2014, S.7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen der Digitalisierung in Schulen und die Notwendigkeit medienbezogener Schulentwicklung, wobei insbesondere die Rolle schulischer Medienkonzepte und der Kooperation der Akteure hervorgehoben wird.
2. Theoretische Grundlagen zur Schulentwicklung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Schulentwicklung im Kontext der Digitalisierung und definiert das schulische Medienkonzept als zentrales Instrument für diesen Prozess.
3. Einflussfaktoren auf die Implementation digitaler Medien im Kontext der Schulentwicklung: Hier werden Qualitätsmodelle der Medienbildung vorgestellt und der Forschungsstand zu Rahmenbedingungen, Lehrereinstellungen sowie dem tatsächlichen Medieneinsatz analysiert.
4. Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit schulischer Akteur im Hinblick auf das schulische Medienkonzept: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Kooperation innerhalb des Kollegiums, der Schulleitung sowie mit externen Partnern als entscheidende Bedingung für den Erfolg medienbezogener Schulentwicklung.
5. Eigene Untersuchung: Dieser empirische Teil beschreibt das explorative Forschungsdesign mit drei Fallstudien, die Methodik der Datenerhebung und -auswertung sowie die detaillierte Analyse der förderlichen und hemmenden Faktoren an den ausgewählten Grundschulen.
6. Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass die erfolgreiche Implementierung digitaler Medien nur durch partizipative Prozesse und die systematische Einbindung aller Akteure nachhaltig gelingen kann.
Schlüsselwörter
Schulentwicklung, Digitalisierung, Medienkonzept, Grundschule, Kooperation, Lehrkräfte, Schulleitung, Medienkompetenz, Fallstudie, Schulentwicklungsprozess, Bildungsstandards, Lernprozesse, Implementation, Medienbildung, Schulmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Umsetzung schulischer Medienkonzepte an Grundschulen unter Berücksichtigung der Zusammenarbeit verschiedener Akteure.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die medienbezogene Schulentwicklung, die Kooperation innerhalb des Kollegiums sowie die Rolle technischer und pädagogischer Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die förderlichen und hemmenden Faktoren zu identifizieren, die die Zusammenarbeit schulischer Akteure bei der Medienkonzeptarbeit beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein exploratives, qualitatives Forschungsdesign in Form einer Mehrfallstudie an drei Grundschulen mit leitfadengestützten Interviews durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Schulentwicklungsprozessen, eine Analyse von Einflussfaktoren und die detaillierte Vorstellung der empirischen Ergebnisse aus den Fallschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulentwicklung, Medienkonzept, Kooperation, Digitalisierung, Grundschule und Schulleitungshandeln.
Wie bewerten die befragten Lehrkräfte die Bedeutung der Schulleitung?
Die befragten Lehrkräfte betonen, dass die Schulleitung eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Ressourcen und der Motivation des Kollegiums spielt, wobei ihre aktive Unterstützung als entscheidender Erfolgsfaktor wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielt die Einbindung von Schülerinnen und Schülern?
Die Ergebnisse zeigen, dass die direkte Einbindung von Schülern in die Entwicklung der Medienkonzepte bisher eher unterrepräsentiert ist, aber als potenzielles Feld für zukünftige Verbesserungen gesehen wird.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Medienkonzepte an Grundschulen erfolgreich umsetzen. Wie können die schulischen Akteure effektiv zusammenarbeiten?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147637