Die Bedeutung der Erzieher-Kind-Bindung für die frühkindliche Entwicklung und die Notwendigkeit von Eingewöhnungskonzepten


Hausarbeit, 2019

13 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Forschungsstand und Theorien

Bindungstheorie

Eingewöhnungsmodelle

Fachkraft-Kind-Bindung

Fragestellung und Hypothese

Methoden und Analyse

Diskussion

Literaturverzeichnis

Persönliche Reflexion

Abstract

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen einer siche­ren Fachkraft-Kind-Bindung und der frühkindlichen Entwicklung und in welcher Art und Weise Eingewöhnungsmodelle die dafür grundlegende Basis darstellen. Um diesen Zusammenhang darzustellen, muss zunächst die Bindungstheorie genauer recherchiert werden, da diese die Grundlage der Eingewöhnung ist und die Einge­wöhnung wiederum entscheidend für die Fachkraft-Kind-Bindung ist. Des Weite­ren muss herausgearbeitet werden, wie die Abläufe der Eingewöhnung genau aussehen und welche Faktoren Einfluss auf die Fachkraft-Kind-Bindung nehmen. Es wird angenommen, dass eine erfolgreiche Eingewöhnung sich positiv auf die frühkindliche Entwicklung auswirkt. Um eine klare Aussage über die Zusammen­hänge zwischen der Eingewöhnung und der Fachkraft-Kind-Bindung sowie der Fachkraft-Kind-Bindung und der frühkindlichen Entwicklung zu treffen, müssen verschiedene Bereiche von Eingewöhnung und Bindung ausgiebig beleuchtet wer­den. Nur so kann man letzten Endes ein Fazit, über die positiven Einflüsse, die eine Fachkraft-Kind-Bindung auf das Kind hat, ziehen.

Einleitung

Aufgrund von Interesse, in welcher Art und Weise sich tatsächlich die Fachkraft­Kind-Bindung auf die frühkindliche Entwicklung auswirkt und inwieweit Eingewöh­nungskonzepte diese Bindung maßgeblich beeinflussen, entstand die Idee und die zugehörige Hypothese zu dieser Arbeit. Zudem spielen Erfahrungen im Hortalltag, indem in gewissen Abständen immer mal wieder neue Kinder dazukommen, eine weitere Rolle. Denn dort wird viel wert daraufgelegt, dass möglichst der Mitarbei­ter, der das Kind zuvor auch kennen lernte und das Elterngespräch geführt hat, in den ersten Wochen der Hauptansprechpartner und Betreuer für das Kind ist. Die Fachkraft-Kind-Bindung ist das Resultat einer guten Eingewöhnung. Somit ist es sehr wichtig nicht nur zu schauen, inwiefern die Fachkraft-Kind-Bindung die früh­kindliche Entwicklung beeinflusst. Vielmehr muss verstanden und analysiert wer­den, wie diese Bindung durch Eingewöhnungsmodelle aufgebaut werden kann.

Zudem ist es sehr wichtig auch auf die Bindungstheorie einzugehen und die unter­schiedlichen Bindungstypen kurz näher zu erklären, denn diese Theorie ist die Ba­sis von Eingewöhnungsmodellen. Währenddessen tritt die Frage auf, in welcher Art und Weise ein Zusammenhang zwischen Kindern, die nicht sicher zur Fach­kraft gebunden sind und den daraus resultierenden Folgen für die frühkindliche Entwicklung besteht und ob man die negativen Folgen pauschalisieren kann.

Diese Fragen werden im weiteren Verlauf der Arbeit angesprochen und analysiert. Dementsprechend wichtig ist es, die Faktoren für eine sichere Fachkraft-Kind-Bin­dung genauer zu erläutern, um eine genauere Schlussfolgerung auf den Zusam­menhang zu erhalten.

Forschungsstand und Theorien

Bindungstheorie

Für einen Säugling ist es schon früh von großer Bedeutung eine Bindung zur ers­ten Bezugsperson aufzubauen. Denn frühes Bindungsverhalten ist für die physi­sche sowie psychische Entwicklung und Gesundheit eines Kindes zwingend not­wendig um sein Überleben zu sichern (Hörmann, 2013). In den ersten neun Le­bensmonaten werden die Bindungen zu den Personen entwickelt, die sich dauer­haft um das Kind kümmern (Becker-Stoll, 2018). Bei den unterschiedlichen Bin­dungspersonen gibt es jedoch immer eine Bezugsperson, die das Kind bevorzugt (Bauer, Klamer & Veit, 2008). In den meisten Fällen ist diese Person die Mutter, da sie von Geburt an das Kind versorgt und dem Kind Nähe und Aufmerksamkeit schenkt (Hörmann, 2013). Der unmittelbare Kreis um das Kind (Vater, Großeltern und Geschwister) ermöglichen dem Kind dann eine gewisse Beziehungsvielfalt zu entwickeln. Damit eine Bindung zwischen der ersten Bezugsperson (und auch al­len weiteren Bezugspersonen) und dem Kind entstehen kann, bedarf es ein fein­fühliges Verhalten der Bezugspersonen (Hörmann, 2013). Denn Kinder bauen Bin­dungsbeziehungen aus, um in Gefahrensituation oder bei Unwohlsein, Schutz und Geborgenheit zu finden (Bauer et al., 2008). Um angemessen auf solche Signale zu reagieren, müssen die Signale des Kindes erst einmal bemerkt werden (Hör­mann, 2013). Sensitive Responsivität kann als feinfühliges Antwortverhalten von Erwachsenen übersetzt werden und wird im Feinfühligkeitskonzept von Ainsworth genauer beschrieben (Hörmann, 2013). Dieses Konzept beinhaltet zwei Elemente, zum einen müssen die Signale des Kindes bemerkt werden. Um die Signale schnell und rechtzeitig zu bemerken, muss man aufmerksam sein und für das Kind immer zugänglich sein, indem man eine ruhige und am Kind interessierte Haltung besitzt. Das zweite Element ist das angemessene Verhalten auf die Signale des Kindes. Die Grundvoraussetzung für ein angemessenes Verhalten ist die Richtig­keit der Interpretation, sowie prompt darauf zu reagieren (Hörmann, 2013). Sobald sich das Kind wohl fühlt wird das Bindungsverhaltenssystem deaktiviert und das Explorationsverhaltenssystem aktiviert. Das Explorationsverhaltenssystem bietet dem Kind die Grundlage seine Umwelt zu erkunden. Das Bindungsverhaltenssys­tem steht in stetiger Wechselwirkung mit dem Explorationsverhaltenssystem, denn sobald das Kind in eine fremde oder beängstigende Situation gerät und sich un­wohl fühlt, wird das Explorationsverhaltenssystem deaktiviert und das Bindungs­verhaltenssystem aktiviert. Dann wird vom Kind die Nähe zur Bindungsperson ge­sucht und durch ein feinfühliges Verhalten der Bindungsperson wird dem Kind die Angst genommen, sodass es erneut aufbrechen kann, um zu explorieren (Becker­Stoll, 2011). Wenn die Bezugsperson feinfühlig ist und sich so verhält wie in die­sem Text beschrieben, kann eine sichere Bindung entstehen (Schmid, 2015). Es gibt aber auch andere Bindungstypen, da durch den Einfluss unterschiedlicher Faktoren nicht immer eine sichere Bindung zustande kommen kann. Wenn die El­tern eines Kindes sich kaum bis gar nicht feinfühlig verhalten, resultiert daraus eine unsicher-vermeidende Bindung. Kinder, die dem unsicher-vermeidenden Bin­dungstypen zugeordnet werden, versuchen Stresssituationen oft allein zu bewältigen, da sie gelernt haben, dass ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Au­ßerdem kann es vorkommen, dass Kinder, die diesem Bindungstypen zugeordnet werden, Nähe und Kontakt bei fremden Personen suchen (Schmid, 2015). Dann gibt es noch den unsicher-ambivalenten Bindungstypen, der bei Kindern auftritt, dessen Eltern abhängig ihrer Gefühlslage reagieren und somit sich das eine Mal feinfühlig und das andere Mal wieder ablehnend dem Kind gegenüber verhalten. Dadurch sind die Eltern unberechenbar für das Kind und es wird unsicher in sei­nen Handlungen, da es sich immer versucht den Eltern anzupassen. Da der Fokus der Kinder darauf liegt auf eine beliebige Art Zuwendung und Nähe der Eltern zu bekommen, reduziert sich sein Explorationsverhalten. Kinder diesen Bindungsty­pen reagieren ängstlich und gestresst auf fremde Situationen und haben eine ge­ringere Frustrationsgrenze. Trifft keiner dieser Bindungstypen auf ein Kind zu, ist das Kind desorientiert gebunden. Die desorientierte Bindung tritt meist bei miss­brauchten, misshandelten oder stark vernachlässigten Kindern auf. Zudem kann es auch sein, dass die Eltern ein nicht verarbeitetes Trauma haben und somit mit der Gesamtsituation überfordert sind (Schmid, 2015).

Eingewöhnungsmodelle

Eingewöhnungsmodelle stellen die Grundlage für einen stressfreien Übergang aus der familiären Betreuung hin zur außerhäuslichen Betreuung in der Kita dar. Um die Eingewöhnung möglichst angenehm und ohne negative Folgen für die Kinder zu ermöglichen wird bindungsorientiert eingewöhnt (Bauer et al., 2008). Heutzu­tage kommen viele Kinder mit unter drei Jahren in eine Kindertagesstätte. Somit findet die erste Trennung zwischen dem Kind und seiner primären Bezugsperson in einer sehr frühen Entwicklungsphase statt. Aus diesem Grund sollte der Über­gang in die Krippe so gestaltet werden, dass die Kinder mit der neuen Situation nicht überfordert sind (Bauer et al., 2008). Ein wichtiger Aspekt ist deshalb, dass die Eingewöhnung elternbegleitet stattfindet. So hat das Kind zumindest einen Rückzugsort unter den ganzen neuen Gegebenheiten falls es sich unwohl fühlen sollte. Zudem haben die Fachkräfte die Möglichkeit zu beobachten, wie die Bin­dung zwischen primärer Bezugsperson und Kind ist (Becker-Stoll, 2018). Bei einer sicheren Bindung zwischen dem Kind und der Mutter ist es für das Kind leichter wieder eine vertrauensvolle Beziehung einzugehen, da die Kinder von den Bin­dungserfahrungen innerhalb ihrer Familie geprägt werden (Becker-Stoll, 2011).

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Details

Titel
Die Bedeutung der Erzieher-Kind-Bindung für die frühkindliche Entwicklung und die Notwendigkeit von Eingewöhnungskonzepten
Hochschule
Medical School Hamburg
Note
2.0
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V1147649
ISBN (eBook)
9783346530172
ISBN (Buch)
9783346530189
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eingewöhnungskonzepte, Bindungstheorie, Bowlby, Pädagogik, Frühförderung
Arbeit zitieren
Finn-Hendrik Stegen (Autor:in), 2019, Die Bedeutung der Erzieher-Kind-Bindung für die frühkindliche Entwicklung und die Notwendigkeit von Eingewöhnungskonzepten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147649

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