Auf der Grundlage von Grice haben sich zwei Theorien gebildet, die ich in der folgenden Arbeit genauer betrachten werde. Die Neo Grice’sche Pragmatik nach Horn und Levinson, sowie die Relevanztheorie nach Wilson. Obwohl sich beide Theorien aus Grice` Theorie entwickelt haben, hat die Relevanztheorie nur noch wenig mit dieser gemein.
Zuerst möchte ich grundsätzlich erläutern, was die Pragmatik ist und womit sie sich beschäftigt. Da es in den beiden genannten Theorien um die Kommunikationssituation zwischen Hörer und Sprecher geht, gehe ich kurz auf die Hörer-Sprecher-Ökonomie ein und erläutere knapp, was diese ist. Im Hauptteil meiner Hausarbeit stelle ich die Neo Grice’sche Pragmatik der Relevanztheorie gegenüber und zeige ihre Unterschiede auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Pragmatik?
3. Hörer – Sprecher Ökonomie
4. Gegenüberstellung Neo Grice’sche Pragmatik und Relevanztheorie
4.1. Neo Grice’sche Pragmatik
4.1.1. Q und R-Prinzipien nach Horn
4.1.2. Q/ I/ M-Prinzipien nach Levinson
4.2. Relevanztheorie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und Unterschiede der Neo Grice’schen Pragmatik sowie der Relevanztheorie, ausgehend von H.P. Grices Theorien zur kooperativen Kommunikation. Ziel ist es, die systematischen Ansätze von Horn und Levinson mit dem kontextbasierten Relevanzprinzip von Wilson gegenüberzustellen und ihre jeweilige Anwendbarkeit in der Kommunikationsanalyse zu bewerten.
- Grundlagen der Pragmatik und Hörer-Sprecher-Ökonomie
- Die Neo Grice’sche Pragmatik nach Horn
- Die Prinzipientheorie nach Levinson
- Das Relevanzprinzip als kognitiver Ansatz
- Vergleich der Kontextabhängigkeit in den Modellen
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Q und R-Prinzipien nach Horn
Horns Q-Prinzip, also das Quantitäts-Prinzip bezieht sich auf die Hörer- Ökonomie: Mache deinen Beitrag hinreichend für das Verständnis des Hörers und sage so viel wie du sagen kannst – allerdings unter Beachtung des R-Prinzips. Es sichert die Minimierung des Höraufwands. Erhält der Hörer möglichst viele Informationen, die zu seinem Verständnis beitragen muss er fehlende Informationen nicht durch Implikaturen ausgleichen. Will ein Sprecher dem Q-Prinzip gerecht werden, muss er alles sagen, was er weiß, sodass der Hörer alle notwendigen Details erhält.
Ein Beispiel für das Q Prinzip ist nach Horn folgendes.
(1) Ich musste gestern auf einen Hund aufpassen.
Information: Der Hund gehört nicht mir.
In dem Beispiel sage ich, dass ich auf „einen“ Hund aufpassen muss und nicht auf „meinen“. Es ist also offensichtlich, dass ich nicht meinen Hund meine. Dadurch, dass ich meinen Hund nicht explizit ausschließe, bin ich mit meiner Aussage überinformativ. Allerdings entsteht eine Implikatur. Diese beschränkt die Information nach oben, da mein eigener Hund nicht in Frage kommt – ansonsten hätte ich ja von „meinem“ gesprochen.
Das R-Prinzip, Relations-Prinzip behandelt die Sprecher-Ökonomie. Sage nur so viel du musst, um verstanden zu werden. Also anders ausgedrückt, sollst du nicht mehr sagen, als du musst (unter Beachtung des Q-Prinzips). Der Sprecher gibt dem Hörer nur die nötigsten Informationen, in der Hoffnung, dass dieser sich die restlichen benötigten Informationen unter Einbezug des Kontextes oder Inferenzen ableiten kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Grundlagen der kooperativen Kommunikation nach Grice ein und legt den Grundstein für den Vergleich von Neo Grice’scher Pragmatik und Relevanztheorie.
2. Was ist Pragmatik?: Dieses Kapitel definiert die Pragmatik als linguistische Teildisziplin, die sich mit der kontextabhängigen Bedeutung von Äußerungen befasst.
3. Hörer – Sprecher Ökonomie: Hier wird das Konzept der Sprachökonomie erläutert, welches das Ziel verfolgt, Kommunikation mit möglichst geringem Aufwand für beide Seiten zu gewährleisten.
4. Gegenüberstellung Neo Grice’sche Pragmatik und Relevanztheorie: Das Hauptkapitel analysiert systematisch die Ansätze von Horn und Levinson und setzt diese dem konkurrierenden Relevanzprinzip gegenüber.
4.1. Neo Grice’sche Pragmatik: Dieses Unterkapitel beschreibt den Versuch, Grices Maximen durch eine einheitlichere Prinzipientheorie zu ersetzen.
4.1.1. Q und R-Prinzipien nach Horn: Detaillierte Betrachtung der Quantitäts- und Relations-Prinzipien, die Horn zur Erklärung von Implikaturen heranzieht.
4.1.2. Q/ I/ M-Prinzipien nach Levinson: Analyse der von Levinson entwickelten Heuristiken, die auf den Prinzipien von Horn aufbauen.
4.2. Relevanztheorie: Vorstellung des Relevanzprinzips, das als allgemeines kognitives Prinzip der Informationsverarbeitung fungiert und den Kontext in den Mittelpunkt stellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Unterschiede zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der Modelle auf reale Kommunikationssituationen.
Schlüsselwörter
Pragmatik, Hörer-Sprecher-Ökonomie, Neo Grice’sche Pragmatik, Relevanztheorie, Implikaturen, Q-Prinzip, R-Prinzip, I-Prinzip, M-Prinzip, Kontext, Sprachökonomie, Kooperative Kommunikation, Informationsverarbeitung, Linguistik, Inferenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Pragmatik und vergleicht die Neo Grice’sche Pragmatik mit der Relevanztheorie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachökonomie, die systematische Einordnung von Implikaturen sowie die kognitive Relevanz von Äußerungen im Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den Prinzipien der Neo Grice’schen Pragmatik und dem Relevanzprinzip herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie Sprecher und Hörer kommunikative Effizienz erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und dem Vergleich linguistischer Modellbildungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Q-, R-, I- und M-Prinzipien von Horn und Levinson sowie das zentrale Relevanzprinzip nach Wilson.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Pragmatik, Implikaturen, Sprachökonomie, Relevanztheorie und die verschiedenen Grice-inspirierten Prinzipien.
Wie unterscheidet sich die Relevanztheorie von Grice’ Ansätzen?
Die Relevanztheorie verwirft die klassischen Konversationsmaximen vollständig und ersetzt sie durch ein einziges kognitives Prinzip der optimalen Relevanz.
Was besagt das Q-Prinzip nach Horn?
Das Q-Prinzip verpflichtet den Sprecher dazu, seinen Beitrag hinreichend informativ zu gestalten, um unnötige Implikaturen beim Hörer zu vermeiden.
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- Anonym (Autor), 2020, Gegenüberstellung Neo Grice’sche Pragmatik und Relevanztheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147712