In meiner Arbeit werde ich die Perikope Mk 3,1-6 mit Hilfe mehrerer Methodenschritte analysieren und somit eine biblische Exegese anfertigen. Eine Auslegung beziehungsweise Interpretation der Bibelstelle mache ich in Form einer historisch-kritischen Exegese. Einerseits muss der historische Entstehungskontext des Textes berücksichtigt werden. Andererseits ist eine kritische Auseinandersetzung mit nachvollziehbaren Kriterien auf wissenschaftlicher Ebene notwendig, um die Auslegung argumentativ zu untermauern und für andere Personen nachvollziehbar zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Feststellung der Textgrundlage
3 Textanalyse
3.1 Gliederungs- und Argumentationsanalyse
3.2 Kontextanalyse
3.3 Grammatisch-syntaktische Analyse
3.4 Stilistisch-rhetorische Analyse
4 Semantische Analyse
5 Form- und Gattungsanalyse
6 Traditions- und Motivanalyse
7 Redaktionsanalyse
8 Narratologische Analyse
8.1 Figurenanalyse
9 Fazit
10 Literaturverzeichnis
10.1 Literaturquellen
10.2 Internetquellen
11 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine wissenschaftliche Exegese der Perikope Markus 3,1-6 anzufertigen, um Jesu Auffassung von Heilung am Sabbat im Konflikt mit dem Unverständnis der Pharisäer zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die theologische Haltung Jesu zu den Sabbatgeboten und das Unverständnis seiner Gegner sprachlich und narratologisch im Text widerspiegeln.
- Historisch-kritische Exegese der Perikope Mk 3,1-6
- Analyse des Konflikts zwischen Sabbatgebot und Nächstenliebe
- Vergleich der Erzählstrukturen und Bedeutungsebenen
- Religionsgeschichtliche Einordnung und Vergleich mit antiken Quellen
- Untersuchung der Figurendynamik und emotionalen Perspektive Jesu
Auszug aus dem Buch
3.1 Gliederungs- und Argumentationsanalyse
In der Gliederungs- und Argumentationsanalyse untersuche ich die Perikope Mk 3,1-6 auf der Mikroebene. Zunächst wird eine grobe Gliederung der Perikope erstellt, welche anschließend durch eine Feingliederung ergänzt wird. Dann werde ich eine Überschrift für die Exegese erstellen. Durch die Hilfe expliziter und impliziter Gliederungssignale lassen sich Sinnabschnitte bilden. Explizite Gliederungssignale sind Konjunktionen und Satzzeichen. Implizite Gliederungssignale sind beispielsweise zu erkennen durch Änderung der Erzähltechnik, der Erzählperspektive und Zeit-, Personen- oder Ortswechsel. Die Gliederung wird durch eine Tabelle visuell unterstützt.
In der groben Gliederung stellen die Verse 1 und 2 die Einleitung dar, werden aber trotzdem nicht als Sinnabschnitt zusammengefasst. Die Verse 1 bis 5 ½ bilden den Hauptteil. Der Vers 5 ½ bis zum Anfang des sechsten Verses steht allein, da hier der Heilungsprozess im Fokus steht. Vers 6 bildet den Schluss.
Im ersten Vers begegnet Jesus dem Kranken in der Synagoge, es findet also ein Ortswechsel statt. Auch beinhaltet der erste Vers eine Änderung der Figurenkonstellation, da Jesus auf den Kranken trifft. Diese impliziten Gliederungssignale in Form des Ortswechsels und der Veränderung der beteiligten Figuren, lassen die beiden Aktionen des ersten Verses unabhängig voneinander stehen. Auch die beiden kopulativen, nebengeordneten Konjunktionen durch das „und“, führen zu einer Differenzierung innerhalb des ersten Verses (explizites Gliederungssignal). Der zweite Vers beschreibt die wartenden Pharisäer, die Jesus beobachten, um zu kontrollieren, ob er am Sabbat heilen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die methodische Vorgehensweise einer historisch-kritischen Exegese für die gewählte Perikope.
2 Feststellung der Textgrundlage: Es erfolgt ein Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, um die für die weitere Arbeit am besten geeignete Textgrundlage zu bestimmen.
3 Textanalyse: Dieses Kapitel beinhaltet eine tiefgehende Untersuchung der Struktur, des Kontextes, der Grammatik und der rhetorischen Gestaltung des Textes.
4 Semantische Analyse: Hier werden zentrale Begriffe wie Sabbat, Synagoge und Pharisäer semantisch geklärt und in Wortfeldern zueinander in Beziehung gesetzt.
5 Form- und Gattungsanalyse: Die Arbeit bestimmt die Perikope als Mischform aus Wunderheilung und Streitgespräch unter Anwendung spezifischer Gattungsschemata.
6 Traditions- und Motivanalyse: Es findet ein Vergleich mit antiken Texten statt, um die soziopolitische und religiöse Bedeutung des Geschehens zu beleuchten.
7 Redaktionsanalyse: Die redaktionellen Besonderheiten des Markusevangeliums werden im synoptischen Vergleich zu Matthäus und Lukas herausgearbeitet.
8 Narratologische Analyse: Der Figurenbestand und die Intentionen der Akteure werden analysiert, wobei der Fokus auf Jesu Innenperspektive liegt.
9 Fazit: Die Ergebnisse der verschiedenen Analyseschritte werden zusammengeführt, um die zentrale Bedeutung des Erkenntnisprozesses in Mk 3,1-6 zu belegen.
10 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.
11 Anhang: Enthält ergänzende Tabellen zum Übersetzungsvergleich und zur Wortzuordnung.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Exegese, Perikope, Sabbatgebot, Pharisäer, Heilung, Streitgespräch, Synagoge, Jesu Emotionen, Erkenntnisprozess, Gottesherrschaft, narratologische Analyse, Textkritik, intertextueller Vergleich, biblische Hermeneutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der Bibelstelle Mk 3,1-6, in der Jesus am Sabbat in einer Synagoge einen Menschen mit einer verdorrten Hand heilt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Konflikt zwischen Jesu Handeln und den traditionellen Sabbatgeboten, das Verhalten der Pharisäer sowie die spezifische erzählerische Darstellung durch den Evangelisten Markus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, durch eine methodisch strukturierte Exegese aufzuzeigen, wie das Unverständnis der Pharisäer gegenüber der neuen Lehre Jesu zu einer Eskalation führt, die bereits auf das spätere Leiden Jesu vorausweist.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?
Es werden verschiedene exegetische Methoden angewandt, darunter die Textanalyse (Gliederung, Kontext, Grammatik), semantische Analyse, Gattungsbestimmung, Redaktionsanalyse und eine narratologische Figurencharakterisierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Textgrundlage, die strukturelle Mikro- und Makroanalyse, die Wortfeldanalyse, der Gattungsvergleich, der religionsgeschichtliche Vergleich mit Tacitus sowie die narratologische Untersuchung der Figuren durchgeführt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Markus-Exegese, Sabbat-Konflikt, literarische Textanalyse, biblische Wundererzählungen und religionsgeschichtlicher Vergleich beschreiben.
Warum wird Markus im Vergleich zu den anderen Synoptikern hervorgehoben?
Markus ist laut der Analyse der einzige der Synoptiker, der einen tiefen Einblick in die Innenwelt und die Gefühlsregungen Jesu (wie Zorn und Trauer) gewährt, was ihn besonders menschlich und greifbar macht.
Welche Bedeutung kommt der Figur der Pharisäer in dieser Perikope zu?
Die Pharisäer agieren als Antagonisten, die aus einer verhärteten, erkenntnislosen Haltung heraus gegen Jesus vorgehen und dessen Heilungshandeln als Sabbatbruch werten, was schließlich in einem Tötungsplan gipfelt.
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- Sarah Biria (Autor:in), 2021, Jesu Auffassung der Blindheit sowie das Unverständnis der Pharisäer über die Gebote Gottes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147963