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Homosexuelle Liebe im israelischen Queer Cinema und der Zwiespalt mit der eigenen Identität. Am Beispiel der Filme "Slower than a Heartbeat" und "Snails in the Rain"

Titel: Homosexuelle Liebe im israelischen Queer Cinema und der Zwiespalt mit der eigenen Identität. Am Beispiel der Filme "Slower than a Heartbeat" und "Snails in the Rain"

Essay , 2021 , 19 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Michaela Kahler (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Essay beschäftigt sich mit der Darstellung homosexueller Liebe im israelischen Queer Cinema und dem Zwiespalt mit der eigenen Identität, am Beispiel der Filme "Slower than a Heartbeat" und "Snails in the Rain". Israel ist ein Land, das spannende Filme mit schwuler, lesbischer und queerer Thematik produziert, die auf Festivals große Erfolge feiern, von der Kritik gelobt und vom Publikum geliebt werden. So zeigen etwa Filme, wie "Slower than a Heartbeat" von Yanai Goz und Yoni Zicholt sowie Yariv Mozer’s "Snails in the rain", die Lebenslagen von queeren Personen in Tel Aviv auf. Dies ist allerdings nur eine Sichtweise, die aus den oben genannten Filmen entnommen werden können.

Ein anderer und gleichzeitig wesentlicher Fokus dieser Filme bildet das Verhältnis zwischen der Homosexualität beziehungsweise der homosexuellen Liebe in Tel Aviv und dem Zwiespalt mit der eigenen Identität, die in den beiden Filmen unterschiedlich dargestellt werden. Folglich befasst sich dieses Essay mit der Frage, wie schwule Personen in Tel Aviv mit geschlechtlichen und sexuellen Identitäten und Wünschen umgehen, die den Lehren ihrer religiösen Traditionen beziehungsweise der gesellschaftlichen Werte und Normen ihres Landes widersprechen. Doch bevor auf diese Frage in Verbindung mit den erwähnten Filmen eingegangen werden kann, muss ferner erläutert werden, wie die gesellschaftliche Lage in Tel Aviv und die Rechtslage von LGBTQI*-Personen in Israel ist, aber auch welche Männlichkeiten in Israel präsent sind und wie diese präsentiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GESELLSCHAFTLICHE SITUATION VON HOMOSEXUALITÄT IN TEL AVIV

3 RECHTSLAGE VON HOMOSEXUALITÄT IN ISRAEL

4 HEGEMONIALE MÄNNLICHKEIT VS. MÄNNLICHKEITEN IN TEL AVIV

4.1 HEGEMONIALE MÄNNLICHKEIT

4.2 MILITÄRISCHE MÄNNLICHKEIT IN ISRAEL

4.3 QUEERE MÄNNLICHKEIT IN TEL AVIV

4.3.1 Tel Aviv als eine „Bubble“

4.3.2 Homosexualität in der ultraorthodoxen (Haredi) Community

4.4 DER „KONFLIKT“ MIT DER (QUEEREN) IDENTITÄT IN SLOWER THAN A HEARTBEAT UND SNAILS IN THE RAIN

4.4.1 Freddy aus Slower than a Heartbeat

4.4.1.1 Die Bedeutung des Wasser

4.4.1.2 Ist Freddy homosexuell?

4.4.1.3 Zwischen zwei Welten

4.4.2 Boaz aus Snails in the Rain

4.4.2.1 Blicke

4.4.2.2 Der letzte Brief – Die Entscheidung

4.4.2.3 Heterosexualität siegt über Homosexualität

5 FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen homosexueller Identität und gesellschaftlich-religiösen Normen im Kontext des israelischen Queer Cinemas. Anhand der Filme Slower than a Heartbeat und Snails in the Rain wird analysiert, wie die Protagonisten mit dem Zwiespalt zwischen ihren persönlichen Wünschen und den Anforderungen ihres sozialen Umfelds umgehen.

  • Darstellung queerer Identität im israelischen Film
  • Einfluss gesellschaftlicher Normen und religiöser Traditionen auf die Selbstwahrnehmung
  • Hegemoniale Männlichkeitsbilder im israelischen Kontext
  • Rolle von Tel Aviv als „Bubble“ der Akzeptanz versus konservative Regionen
  • Filmanalyse zu Identitätskonflikten und deren filmischer Inszenierung

Auszug aus dem Buch

4.4.1.1 Die Bedeutung des Wasser

Wasser kommt in Form von Duschen oder Bädern, aber besonders in Form des Meeres vor. Der wichtigste und für diese Seminararbeit relevantester Aspekt, ist jener der Reinigung. In der jüdischen Tradition ist die rituelle Waschung in einer Mikweh (hebräisch für „lebendiges Wasser“) von großer Bedeutung. Das Wasser dient dem Ritualbad, vor allem für die Reinigung von (rituellen) Unreinheiten durch Untertauchen. Ist keine Mikwe vorhanden, kann das Ritual auch im Meer, in einem See, einem Fluss oder einem tieferen Bach geschehen (Baskin et al. 2007: S. 225–226).

Im Film unterzieht sich Freddy dieser Reinigung im Meer, um sich von seiner Homosexualität „zu befreien“. In einer Filmszene sieht man Freddy in den frühen Morgenstunden im Meer, woraufhin er betet. Interessant in dieser kurzen Szene ist, dass Freddy und Nino nicht miteinander sprechen, sondern lediglich Lilys Voice-Over zu hören ist und das erste und einzige Mal Freddys Religiosität visuell gezeigt wird. Nino ist zuerst im Vordergrund und wird dementsprechend von der Kamera fokussiert, sodass Freddy im Hintergrund nur unscharf zu erkennen ist und selbst nur wie eine badende Gestalt wirkt.

Diese Aufnahme dauert nur wenige Sekunden, worauf ein Schnitt folgt. Inzwischen ist es ein wenig heller geworden und Freddy vollzieht das Morgengebet (Shaharit). Der Fokus der Kamera wechselt jetzt von Ninos Gesicht zu Freddy, der fast gänzlich zu sehen ist, wodurch man seine Gebetskleidung gut erkennen kann. Diese Kleidung besteht aus einer Kippa bzw. Jarmulke (Kopfbedeckung), einem Tallith (Gebetsumhang/Gebetsschal) und einem Tefillin. Freddy betet mit dem kleinen Gebetsbuch in der Hand und wippt dabei leicht vor und zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der queeren Darstellung im israelischen Film und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zum Identitätskonflikt.

2 GESELLSCHAFTLICHE SITUATION VON HOMOSEXUALITÄT IN TEL AVIV: Beleuchtung der Rolle Tel Avivs als weltoffene „gay friendly city“ und Analyse der bestehenden Infrastruktur für die LGBTQI*-Community.

3 RECHTSLAGE VON HOMOSEXUALITÄT IN ISRAEL: Historischer Abriss und Analyse der rechtlichen Entwicklungen bezüglich der Anerkennung und Gleichstellung von LGBTQI*-Personen in Israel.

4 HEGEMONIALE MÄNNLICHKEIT VS. MÄNNLICHKEITEN IN TEL AVIV: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit und deren Ausprägung in Israel, insbesondere in militärischen und queeren Kontexten.

5 FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Filmergebnisse und abschließende Bewertung der soziopolitischen Situation queerer Identität in Israel.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Israel, Queer Cinema, Tel Aviv, hegemoniale Männlichkeit, Identitätskonflikt, Slower than a Heartbeat, Snails in the Rain, LGBTQI*, Ultraorthodoxie, Religion, Gender, Diskriminierung, Coming-out, Filmwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Darstellung homosexueller Identität und den damit verbundenen Konflikten im modernen israelischen Queer Cinema anhand zweier konkreter Filmbeispiele.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft filmwissenschaftliche Analysen mit soziologischen Konzepten, insbesondere zu den Themen Männlichkeit, Religion, gesellschaftliche Toleranz und Identitätssuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie homosexuelle Protagonisten mit Identitätskonflikten umgehen, wenn ihre sexuelle Orientierung mit religiösen Normen oder gesellschaftlichen Erwartungen kollidiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse der Bildsprache und Kameraführung, eingebettet in einen soziologischen Rahmen zur Männlichkeitsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die gesellschaftliche Lage in Tel Aviv, die rechtliche Situation in Israel sowie die theoretischen Konzepte von Männlichkeit, bevor diese auf die konkreten Konflikte der Protagonisten in den ausgewählten Filmen angewendet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Homosexualität, Israel, Queer Cinema, Identitätskonflikt, hegemoniale Männlichkeit sowie die Analyse der spezifischen Filmbeispiele.

Welche symbolische Bedeutung hat das Wasser für den Charakter Freddy?

Im Film Slower than a Heartbeat fungiert das Wasser als Ort der rituellen Reinigung, durch den Freddy versucht, seine homosexuellen Regungen loszuwerden und sich religiös zu „reinigen“.

Warum spielt die Paranoia für den Charakter Boaz eine zentrale Rolle?

Die Paranoia bei Boaz in Snails in the Rain verdeutlicht seine Unsicherheit und den inneren Widerstreit gegenüber seiner sexuellen Identität in einem gesellschaftlichen Umfeld, das 1989 noch weniger offen mit Homosexualität umging.

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Details

Titel
Homosexuelle Liebe im israelischen Queer Cinema und der Zwiespalt mit der eigenen Identität. Am Beispiel der Filme "Slower than a Heartbeat" und "Snails in the Rain"
Hochschule
Universität Wien
Note
1.0
Autor
Michaela Kahler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1148114
ISBN (eBook)
9783346536068
ISBN (Buch)
9783346536075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Homosexualität Film queer cinema identität slower than a heartbeat snails in the rain tel aviv männlichkeit Heterosexualität hegemonie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michaela Kahler (Autor:in), 2021, Homosexuelle Liebe im israelischen Queer Cinema und der Zwiespalt mit der eigenen Identität. Am Beispiel der Filme "Slower than a Heartbeat" und "Snails in the Rain", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148114
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Leseprobe aus  19  Seiten
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