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Qualitative Zielsysteme in der Sozialwirtschaft. Bedeutung und Operationalisierung

Title: Qualitative Zielsysteme in der Sozialwirtschaft. Bedeutung und Operationalisierung

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Till Kujadt (Author)

Social Work
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Eine Inspiration für diese Hausarbeit stellt das Buch "Reinventing Organizations" von LALOUX 2021 dar. Die in der Einführung genannte Absicht "zutiefst wirkungsvollere, seelenvollere und sinnvollere Organisationen" zu gestalten, ist eine positive und interessante Herausforderung, zu der ich mit dieser Hausarbeit gerne einen kleinen Teil beitragen möchte. Diese Hausarbeit konzentriert sich auf die Frage, wie und welche Ziele von Sozialarbeiter*innen selbst entwickelt werden können, warum dies einen positiven Effekt auf das Unternehmen und die Mitarbeitenden hat und wie die gefundenen Ziele in eine soziale Unternehmenszielstrategie aufgenommen werden können. In einem einfachen zehn Schritte Plan wird eine mögliche Operationalisierung abschließend dargestellt.

Ziele sind motivierend und fördern den Teamzusammenhalt. Sie zeigen auf, in welche Richtung die Arbeit sich entwickeln soll und können für die Fremd- als auch für die Selbstführung genutzt werden. Zielformulierungen stellen die grundlegendste Aufgabe von Führung dar: Lokomotion und Kohäsion. Dennoch wird den potenziellen kurz-, mittel- oder langfristigen Zielen im Tagesgeschäft der Sozialen Arbeit oftmals keine große Bedeutung zugemessen. Ein Grund hierfür ist, dass in der Sozialen Arbeit die Begriffe Vision und Ziel oftmals synonym verwendet werden. Da Visionen jedoch nicht die spezifischen Eigenschaften von Zielen aufweisen, führt dies dazu, dass der führungspsychologische Effekt des Zielbegriffs ausbleibt.

Da in vielen sozialen Einrichtungen das Tagesgeschäft ein sich wiederholender Ablauf im Sinne der Unternehmensvision ist, empfinden Mitarbeitende keinen Anreiz neue Ziele zu etablieren, da sie bereits ihrer Vision folgen. Da Visionen jedoch individuell interpretierbar sind, gibt es keine spezifischen zu erreichenden Meilensteine. Die Arbeit wird zum Selbstzweck und es entsteht das Gefühl sich mit der eigenen Arbeit nirgendwo hin zu entwickeln. Zweifel an der eigenen Arbeitsqualität und Kritik an der Führungsebene sind unter anderem die Folge.

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Inhaltsverzeichnis

1. Empathisches Verständnis des Zielbegriffs

2. Kohäsion und Lokomotion in der Zielformulierung

3. Qualitative und quantitative Ziele

4. Zielsysteme in der Sozialen Arbeit

5. Zielsysteme als Motivationssysteme

6. Entwicklung von Zielsystemen als Soziale Strategie

7. Operationalisierungsmethode

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Operationalisierung von Zielen in der Sozialwirtschaft und entwickelt eine praktische Anleitung, um qualitative Zielsysteme als Führungsinstrument und soziale Strategie erfolgreich zu etablieren.

  • Unterscheidung und Abgrenzung von Begriffen wie Ziel, Aufgabe und Vision.
  • Bedeutung der führungspsychologischen Konzepte Kohäsion und Lokomotion.
  • Herausforderungen bei der Anwendung quantitativer versus qualitativer Ziele in der Sozialen Arbeit.
  • Analyse von Motivationsarten (Start-, Prozess- und Zielmotivation) für eine nachhaltige Zielverfolgung.
  • Vorstellung eines partizipativen 10-Punkte-Plans zur Operationalisierung von Zielsystemen.

Auszug aus dem Buch

7. Operationalisierungsmethode

Um Ziele erfolgsversprechend operationalisieren zu können, ist eine Einteilung in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele empfehlenswert (EREMIT/WEBER 2016:S.94). Auch wenn EREMIT/WEBER 2016 die langfristigen Ziele als das Verfolgen einer Vision darstellen, sollte hier im Sinne der ersten Kapitel keine Vermischung der Wortbedeutungen stattfinden. Eine Vision kann, wie in den ersten Kapiteln bereits dargestellt, faktisch nie als Ziel gelten, da sie auf Grund ihrer inhärenten Eigenschaften nie erreicht werden kann.

Die Vision oder das Leitbild sind dennoch grundlegend, um Ziele zu entwickeln. Die Vision führt zu einer gemeinsamen Wertegrundlage, auf deren Basis Ziele entwickelt werden, die automatisch zusammenpassen und als Zielsystem fungieren können. Die Vision ist also praktisch der Titel des Zielsystems, aber nicht das Ziel selbst. Sie dient somit als Mantel unter welchem die Ziele vereint werden, aber kann selbst nie konkret, direkt und unmittelbar verfolgt werden. Die Vision ziert am Ende das Deckblatt des Zielsystems der Einrichtung.

Jede Form der qualitativen Zielfindung sollte partizipativ im Team geschehen. Aus der Vision werden konkrete langfristige Ziele abgeleitet. Diese haben einen Zeithorizont von drei bis zehn Jahren (EREMIT/WEBER 2016:S.94). Nicht in jedem Bereich der Sozialen Arbeit können langfristige Ziele vereinbart werden, was an Projektfristen, dem Arbeitsauftrag oder anderen Faktoren liegen kann. Jedoch sollten in jedem Falle zuerst die langfristigsten Ziele gebildet werden, da sie die Grundlage für die Strukturierung der folgenden Zielformen bilden. Anschließend folgen die mittelfristigen Ziele, welche einen Zeitraum von ein bis fünf Jahre aufweisen (vgl.ebd.). Die mittelfristigen Ziele werden aus den langfristigen Zielen abgeleitet. Sie dienen der nachvollziehbaren Realisierbarkeit der langfristigen Ziele. Was muss bis wann erreicht sein, damit die langfristigen Ziele erfüllt werden können? Zuletzt werden die kurzfristigen Ziele aus den mittelfristigen Zielen abgeleitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Empathisches Verständnis des Zielbegriffs: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Begriffsunterscheidung zwischen Ziel, Aufgabe und Vision ein und betont die Notwendigkeit ihrer korrekten Verwendung für den praktischen Nutzen.

2. Kohäsion und Lokomotion in der Zielformulierung: Es wird dargelegt, dass effektive Zielformulierungen sowohl den Zusammenhalt (Kohäsion) als auch die richtungsweisende Zugkraft (Lokomotion) fördern müssen.

3. Qualitative und quantitative Ziele: Die Analyse zeigt auf, warum in der Sozialen Arbeit eine Fokussierung auf qualitative Ziele für die Sinnstiftung und Qualitätsmessung gegenüber rein nummerischen Vorgaben notwendig ist.

4. Zielsysteme in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel erläutert, wie Zielsysteme als Führungsinstrumente fungieren und warum ihre Entwicklung in sozialen Strukturen partizipativ erfolgen sollte.

5. Zielsysteme als Motivationssysteme: Es wird ein Modell der Motivationsarten – Start-, Prozess- und Zielmotivation – vorgestellt, um die Antriebskräfte hinter einer erfolgreichen Zielverfolgung zu verstehen.

6. Entwicklung von Zielsystemen als Soziale Strategie: Das Kapitel beschreibt den Prozess, wie aus dezentralen Zielen durch partizipative Ansätze eine kohärente soziale Unternehmensstrategie geformt werden kann.

7. Operationalisierungsmethode: Hier wird eine konkrete Anleitung zur Einteilung und methodischen Herleitung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen unter Verwendung der SMART-Formel gegeben.

8. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Operationalisierung qualitativer Ziele für eine motivierende Führung und effektive soziale Arbeit.

Schlüsselwörter

Sozialwirtschaft, Soziale Arbeit, Zielsysteme, Operationalisierung, Führung, Kohäsion, Lokomotion, Vision, qualitative Ziele, Motivation, SMART-Formel, soziale Strategie, Zielentwicklung, Selbstführung, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie qualitative Zielsysteme in sozialen Einrichtungen operationalisiert werden können, um eine sinnstiftende Führung und eine effektive soziale Unternehmensstrategie zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Kernpunkten zählen die psychologischen Aspekte der Zielfindung (Kohäsion und Lokomotion), die Differenzierung zwischen Vision und Ziel sowie die Anwendung von Motivationsmodellen in der Sozialwirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Sozialarbeiter*innen und Führungskräften einen praktischen Leitfaden an die Hand zu geben, um eigene, motivierende und messbare qualitative Ziele zu entwickeln und in einer sozialen Strategie zu bündeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Management- und Führungstheorien (u.a. Stroebe, Lauer, Eremit/Weber) sowie der Anwendung dieser Konzepte auf die spezifischen Bedarfe und Strukturen der Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsanalyse, die psychologische Fundierung von Führung (Kohäsion/Lokomotion), die Gegenüberstellung von qualitativen und quantitativen Zielen sowie die konkrete Darstellung einer Operationalisierungsmethode in zehn Schritten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Zielsysteme, Sozialwirtschaft, qualitative Operationalisierung, Führung, Motivation sowie die SMART-Formel.

Warum sind Visionen laut der Arbeit keine funktionstüchtigen Ziele?

Visionen fungieren als übergeordneter "Mantel" oder Leitbild, sind jedoch aufgrund ihrer unkonkreten und emotionalen Natur nicht messbar und daher faktisch nicht als konkrete Ziele erreichbar, was zu Frustration bei Mitarbeitenden führen kann.

Wie unterscheidet sich die Zielsetzung in der Sozialwirtschaft von der Privatwirtschaft?

Während in der Privatwirtschaft oft nummerische Ziele im Vordergrund stehen, erfordert die Soziale Arbeit vor allem qualitative Ziele, um die tatsächliche soziale Effektivität und Arbeitsqualität für Klient*innen messbar und nachvollziehbar zu machen.

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Details

Title
Qualitative Zielsysteme in der Sozialwirtschaft. Bedeutung und Operationalisierung
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Sozialmanagement Master)
Course
F 4.1
Grade
1,3
Author
Till Kujadt (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1148255
ISBN (eBook)
9783346533265
ISBN (Book)
9783346533272
Language
German
Tags
Sozialmanagement Führungstheorien Ziele Visionen Zielsystem Führungserfolg Controlling Ziel Vision Soziale Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Till Kujadt (Author), 2021, Qualitative Zielsysteme in der Sozialwirtschaft. Bedeutung und Operationalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148255
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