Social Media Recruiting. Klassisches Recruiting und E-Recruiting im Vergleich


Hausarbeit, 2020

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen von Social Media
2.1. Definition von Social Media
2.2. Social Media Plattformen
2.2.1. Soziale Netzwerke
2.2.2. Businessplattformen
2.2.3. Unternehmensbewertungsplattformen
2.2.4. Weblogs
2.2.5. Wiki
2.3. Attraktivität von Social Media
2.3.1. Nutzerperspektive
2.3.2. Unternehmensperspektive

3. Rahmenbedingungen des Personalrecruitings
3.1. Personalrecruiting
3.2. Problem: Fachkräftemangel
3.3. Arten der Personalbeschaffung
3.4. Aufgaben und Methoden der Personalbeschaffung
3.5. Klassisches Recruiting vs. Social Media Recruiting
3.6. Vorteile von Social Media Recruiting

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1. Gedruckte Quellen
5.2. Online Quellen

6. Anhang

1. Einleitung

Social Media ist heut zu Tage nicht mehr weg zu denken. Facebook, Instagram und viele an­dere Plattformen ermöglichen uns eine direkte und rund um die Uhr Vernetzung über den kompletten Globus, wenn dies gewünscht ist. Es beeinflusst alle Altersgruppen und Generati­onen in Industrieländern. Deshalb nimmt auch Social Media Recruiting in Unternehmen an Wichtigkeit zu. Im Rahmen dieser Arbeit werden die typischen Social Media Plattformen vor­gestellt und aufgezeigt welche Attraktivität Social Media für den Arbeitnehmer und auch den Arbeitgeber haben. Im weiteren Verlauf wird erläutert was Personalrecruiting ist und das klas­sische Recruiting mit dem E-Recruiting verglichen. Zum Schluss wird die Bedeutung und damit verbunden Vorteile von Social Media Recruiting herausgearbeitet und ein Fazit gezogen.

2. Rahmenbedingungen von Social Media

2.1. Definition von Social Media

Der Duden beschreibt Social Media als die „Gesamtheit der digitalen Technologien und Me­dien wie Weblogs, Wikis, soziale Netzwerke und ähnlich über die Nutzerinnen und Nutzer mit­einander kommunizieren und Inhalte austauschen können.“ Dabei kommt der Begriff aus dem Englischen, in dem Social für sozial oder gemeinschaftlich und Media für Medien steht.1 Sozi­ale Medien werden als Begriff nicht so häufig genutzt, wie der international durchgesetzte Be­griff Social Media. Es gibt weitere Definitionen, die sich mit diesem Begriff auseinandersetzen, wie beispielsweise der Bundesverband Digitaler Wirtschaft e.V.. Zusammenfassend kann Social Media als Kanal, welcher im Internet Kommunikation ermöglicht, verstanden werden. Menschen, die einen Internetzugang haben, können über Plattformen sozial interagieren und persönliche Beiträge, durch Text, Fotos, Videos oder Audiodateien erstellen und diese auch veröffentlichen. Innerhalb dieser Plattformen oder Kommunikationskanälen können Meinun­gen, Informationen und Erfahrungen ausgetauscht werden. Dabei kann zwischen berufsbezo­genen Plattformen, privaten und anderen Plattformen unterschieden werden.2 Social Media gibt jedem die Möglichkeit gehört zu werden. Darauf aufbauend hat Brian Solis in einem Prisma versucht alle Plattformen nach Themen, wie bspw. Reisen, Wiki, Diskussionsforen, usw. darzustellen (vgl. Anhang 1).

2.2. Social Media Plattformen

2.2.1. Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sind Plattformen auf denen Kommunikation und Interaktion stattfinden kann. Darin treffen sich Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen und können sich digital verbinden. Soziale Netzwerke sind eine Sammlung an Portalen, die sich mit der Vernet­zung auf digitaler Ebene spezialisiert haben. Auf diesen Plattformen haben die Nutzer in den meisten Fällen Profile, in denen sie Daten über sich selbst preisgeben und sich mit anderen Nutzern austauschen können. Dabei gibt es Plattformen, in denen es um Interessen geht und Plattformen, die für die Unternehmen und den beruflichen Werdegang der Nutzenden von be­sonderer Bedeutung sind.3 Bei den privat genutzten Plattformen, wie beispielsweise Facebook können Videos und Statusmitteilungen gesendet werden und Beiträge von Freunden in der Liste kommentiert werden. Dabei kann die Kommunikation dort über private Nachrichten oder öffentliche Beiträge stattfinden.4 Insgesamt nutzen 78% der Internetnutzer weltweit soziale Netzwerke.

Die wohl bekannteste Plattform stellt Facebook dar. Es gilt zu unterscheiden, dass es Face­book als eigene Plattform gibt, aber „Facebook Dienste“ nicht nur die Plattform darstellen, sondern auch die Plattformen Instagram, WhatsApp und Messenger, da diese durch Mark Zu­ckerberg über die Firma Facebook Inc. aufgekauft wurden.5 Das Facebook Dienste das Me­dium darstellen zeigt die Statistik vom Januar 2020. 29,9 Milliarden Menschen nutzen mindes­tens einmal im Monat einen der Facebook Dienste. Sogar 2,3 Milliarden nutzen einen der Dienste täglich. 394 Millionen Europäer nutzen Facebook als Plattform aktiv, wovon 294 Milli­onen täglich online in Facebook unterwegs sind.6 Damit stellt Facebook das populärste soziale Netzwerk dar. Dies zeigt auch eine Statistik, in der ein Ranking der größten Sozialen Netz­werke zusammengestellt wurde. Facebook stellt mit 2.449.000 Nutzern die Plattform der Nut­zer dar. Auf Platz 2 steht YouTube mit 2.000.000 Nutzern dieser Plattform. WhatsApp als Nachrichtendienst und nur indirekt als soziales Netzwerk zu sehen wird von 1.600.000 Men­schen genutzt. Dies sind die Top 3 (vgl. Anhang 2).

Twitter ist eine weitere Plattform der sozialen Netzwerke aus dem Jahr 2006. Über Twitter können Personen sogenannte „Tweets“, also Kurznachrichten, die aus maximal 280 Zeichen bestehen, veröffentlichen. Grundlegend geht es hier um das Versenden von Textnachrichten und nicht um Fotos oder Videos oder ähnliches. Ein grundlegendes Ziel der Nutzer ist es „Follower“ zu generieren, die ihre Beiträge verfolgen.7

YouTube ist eine 2005 gegründete Plattform der sozialen Netzwerke, die seit 2006 zu Google gehört, die sich auf das Veröffentlichen von eigenen Videos und der Betrachtung anderer Vi­deos spezialisiert hat.8

Instagram als weiteres soziales Netzwerk ermöglicht es eine Art Onlinefotoalbum zu erstellen mit Fotos, die per Filter verändert werden können. Um eine breitere Masse an Menschen an­zusprechen werden die Fotos mit einem Hashtag (#) versehen, damit andere die nach dem Hashtag suchen auf das Foto aufmerksam werden. Auch hier geht es um die Follower und das Following von Seiten.9

Im Social Media gibt es noch so viele mehr soziale Netzwerke, wie bspw. Frühere StudiVz (für Studierende), Wer kennt wen, Google+, SchülerVz (für Schüler) und viele kleine Soziale Netz­werke die es noch heute gibt. Darunter sind Plattformen wie zum Beispiel Flickr, Pinterest, Snapchat, Vimeo, Tumblr, u.v.m..10

2.2.2. Businessplattformen

Bei den sogenannten Businessplattformen oder auch Social-Business-Netzwerk, ist die Nut­zung vordergründig nicht auf privater Ebene. Es sind Plattformen die für berufliche Zwecke genutzt werden. In den Profilen der Nutzer sind Informationen über deren beruflicher Werde­gänge und Interessen, Qualifikationen, sowie Aktivitäten, die beispielsweise Unternehmen zur Personalbeschaffung dienen. Innerhalb dieser Plattformen, wie beispielsweise XING, Exper­teer oder LinkedIn, gibt es ebenso eine Nachrichtenfunktion in der die Unternehmen die po­tenziellen Kandidaten anschreiben können. Auch Unternehmen, wie bspw. Mercedes Benz oder Daimler haben auf diesen Plattformen Profile, um das Unternehmen vorzustellen und Aufstiegschancen und die Stelle selbst vorzustellen (vgl. Anhang 3).11 Die bekanntesten Platt­formen sind Xing und LinkedIn. Xing ist ein europäisches Business-Netzwerk im Social Media Bereich, die sich speziell auf deutschsprachige Nutzer spezialisiert. Ganz im Gegensatz zu LinkedIn, welches sich global an alle Interessenten richtet. Es geht um die Vernetzung und Vermittlung beruflicher Kontakte und Jobmöglichkeiten. 2003 in Hamburg gegründet ist es seit 2007 unter dem Namen Xing bekannt. Grundsätzlich können Xing alle nutzen, jedoch in der Basis Version gibt es nur begrenzte Funktionen, die genutzt werden können. Um aktiv zu kom­munizieren benötigt es eine Premium Mitgliedschaft. In der Premium Mitgliedschaft werden Gehaltstabellen veröffentlicht und man sieht die Profilbesucher und kann diese dann anschrei­ben per Nachrichtenfunktion. Zusätzlich zu den regulären einzelnen Gesprächen gibt es bis zu 80.000 Gruppen zu bestimmten Themen in denen auch kommuniziert werden kann.12 Lin­kedIn ist ebenso wie Xing eine berufsbezogene Plattform, das auch internationale Geschäfts­beziehen ermöglicht. Auf dieser Plattformen können Lebensläufe angelegt, themenspezifische Gruppen gegründet und weltweite Geschäftsbezieḍs eine Nachrichtenfunktion zur Kommunikation mit anderen Nutzern oder Unterneh- men.13

2.2.3. Unternehmensbewertungsplattformen

Auch Unternehmensbewertungen sind im Social Media Bereich Plattformen. Auf diesen kön­nen Nutzer*innen Unternehmen suchen, Bewertungen zu den jeweiligen Firmen, dessen Pro­dukten oder dessen Dienstleistungen abgeben und sie dann der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.14 Es gibt im Web viele Bewertungsplattformen, eine bekannte ist dabei Kununu.com (vgl. Anhang 4). Es handelt sich dabei um die größte Unternehmensbewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Sie beinhaltet ca. 244.000 Bewertungen von ca. 77.000 Arbeitge­bern. Bewertet werden kann nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Arbeit, Aus­bildungsstellen und den Verlauf des Bewerbungsverfahrens. Kununu.com hat eine eigene Job­börse und ein Forum und Profilen von Unternehmen, die sich selbst vorstellen können und offene Stellen gezeigt werden. Die Bewertungen werden von einer Redaktion überprüft. Es gibt zudem weitere Plattformen, die die gleichen oder ähnlichen Ansätze haben, wie bspw. meinChef.de, bizzWatch.de, Jobvoting.de, meinpraktikum.de für ehemalige Praktikanten und prakti-test.de für Studenten.15

2.2.4. Weblogs

Weblogs ist eine Wortzusammensetzung aus dem Wort Web und Log. Web ist das Internet und Log steht für Logbuch, also eine Art Tagebuch. Die Kurzform davon ist Blog. Jeder Inter­netnutzer kann Blogs anlegen und Beiträge darin veröffentlichen. Blogs haben meisten Bei­träge, die persönliche Erfahrungswerte oder Kommentare enthalten. Dabei steht in Blogs der aktuellste Beitrag immer ganz oben. Durch sogenannte Blogrolls, also Links zu anderen Blogs, die von anderen Bloggern getätigt werden findet eine Vernetzung untereinander statt. Dadurch gibt es ein erhöhtes Ranking und eine Steigerung in den Suchmaschinen, schneller gefunden zu werden. Diese Blogs können verwendet werden für den Wissensaustausch, die Veröffent­lichung von News und Fachthematische Kommunikation durch Unternehmen.

Durch Blogs werden nicht nur die Vertreter der Medien erreicht, sondern auch Kunden.

Bei Corporate Blogs, also den Businessplattformen, wie Xing, stehen eine persönliche Kom­munikation und themenspezifische Informationen zu bestimmten Themen im Vordergrund.16 Ein Beispiel für einen Weblog ist der Blog von Euronics (vgl. Anhang 5).

2.2.5. Wiki

Wikis sind Datenbanken, in denen Wissen und Informationen bereitgestellt werden. Dabei haben die Nutzer neben dem Nutzungsrecht, auch die Aufgabe die Seiten zu kontrollieren, zu erweitern und auf dem aktuellsten Stand zu halten (vgl. Anhang 6).17

2.3. Attraktivität von Social Media

2.3.1. Nutzerperspektive

Die Nutzer von Sozialen Medien sind in allen Altersgruppen vertreten. Seit 2005 ist die Nut­zung der Sozialen Medien stetig angestiegen und zwar von 2,08 Millionen auf 3,81 Millionen im Jahr 2020 (vgl. Anhang 7). Dabei nutzen durchweg die 14- bis 29-Jährigen die jeweiligen Social Media Plattformen. Im Jahr 2019 nutzen 98% der Befragten 14- bis 29-Jährigen einer Statista Statistik WhatsApp. Bei Facebook sind es 48%. Die über 70-Jährigen nutzen mit 31% sogar noch WhatsApp und 6% Facebook. Alle weiteren Plattformen werden von dieser Alters­gruppe nicht genutzt. Facebook und WhatsApp sind die bekanntesten Plattformen und somit auch für ältere Nutzer eine Möglichkeit zu kommunizieren (vgl. Anhang 8). Dabei nutzen Be­fragte einer Statistik von Statista Facebook mit 69% am häufigsten. Gefolgt von Instagram mit 29% und Twitter mit 23% (vgl. Anhang 9). Außerdem nutzen 66% einer Befragung Facebook oder Instagram sogar täglich (vgl. Anhang 10.1). Wieso ist also Social Media so attraktiv für die Nutzenden und wieso nutzen sie dieses Medium?

Vordergründig nutzen die Menschen die Sozialen Medien zur Vernetzung und Kommunikation mit Freunden, sowie um zu erfahren was die Freunde machen, dies haben jeweils 58% in einer Befragung angegeben. 52% der Befragten geben an, dass sie durch die Sozialen Medien die Chance haben Stars und wichtigen Persönlichkeiten zu folgen und immer auf dem neusten Stand zu sein. Insgesamt 44% nutzen die Sozialen Medien, um Informationen und Nachrichten aus Deutschland und der Welt zu erhalten (vgl. Anhang 10.2). Attraktiv sind die Plattformen deshalb, weil sie den Nutzenden die Möglichkeit geben sich selbst der Öffentlichkeit zu prä­sentieren, sich mitzuteilen, soziale Kontakte zu knüpfen und Anerkennung zu erhalten. Das alles macht Social Media möglich, da durch das Internet die Präsentation viel weitreichender möglich ist.18

Den Nutzenden wird die Möglichkeit gegeben sich zu verwirklichen und zu zeigen, was sie wollen und was sie können. Es ist ein menschliches Bedürfnis, was durch Social Media und damit verbunden die Präsentation des Selbst, befriedigt wird.19 Die Nutzenden haben nicht nur die Nutzung auf privater Ebene, sondern auch die berufsbezogene Nutzung. Zum einen be­nutzen Befragte, die berufstätig sind Social Media Angebote auch im Job und zwar 48% (vgl. Anhang 11). Außerdem haben Nutzendende, die im Social Media Web unterwegs sind häufig ein Smartphone und nutzen deshalb Social Media Angebote auch auf diesem (50%) (vgl. An­hang 12). Aber nicht nur die Nutzung auf der Arbeit ist relevant, sondern auch die Suche nach geeigneten Stellen findet über Social Media statt. 42,7% von 3300 Befragten gaben an, dass sie Xing zur Stellensuche verwenden. 29,1% nutzen LinkedIn als globalen Anbieter, um auch Stellen im Ausland zu finden. 12,9% nutzen sogar Facebook dafür (vgl. Anhang 13).

2.3.2. Unternehmensperspektive

Social Media nimmt eine immer größer werdende Stellung in Unternehmen ein. Es kann an den verschiedensten Ebenen genutzt werden.

Abbildung 1: Unternehmensbereiche und Social Media

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anmerkung der Redaktion: Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

Wie der Abbildung entnommen werden kann ist Awareness, also die Bekanntheit von großer Bedeutung. Unternehmen können durch Social Media Geschäftsbeziehungen aufbauen, neue Mitarbeiter finden und ihre Bekanntheit steigern. Das Unternehmen kann dabei in das Be­wusstsein des Nutzenden gelangen und bleibt bei regelmäßiger Aktualisierung dort langfristig.

Aber auch die Reichweite ist in sozialen Netzwerken viel höher als in klassischen Recruiting Maßnahmen, weil die Zahl der Social Media nutzenden stetig steigt.

Umso mehr Content veröffentlicht wird, in Form von Beiträgen oder Storytellings über die je­weilige Unternehmensgeschichte, zeigt das Unternehmen wer sie sind und was sie wollen. Vertrauen wird geschaffen und Gefühle bei den Nutzenden angesprochen.

Das Community Management ist auch ein wichtiger Bereich, der von Unternehmen in Social Media Netzwerken thematisiert ist. Sie kommunizieren mit Bewerbern und Kunden über Netz­werke und es entsteht eine gute Kommunikation und Interaktion bei medialen Kommunikati­onskanälen aufgrund der schnellen Antworten des jeweiligen Kommunikationspartners.

Reputationsmanagement ist ein weiter Bereich. Durch Social Media haben Unternehmen die Möglichkeit ihr Image zu verbessern.

Monitoring als nächster Social Media Ansatzpunkt beschreibt die Vorgehensweise, dass alles aktuell ist und bleibt. Branchen, Unternehmen und die Konkurrenz werden beobachtet und analysiert. Es fördert den aktuellen Wissenstand. Durch Social Media können Unternehmen aus den Fehlern anderer lernen. Zudem bietet Social Media Unternehmen die Möglichkeit Mul­tiplikatoren einzusetzen. Testimonials und Influencer betreiben Empfehlungsmarketing für die jeweiligen Unternehmen, um die Reichweite des Unternehmens zu steigern durch deren Follo­wer. Um genau die Zielgruppe anzusprechen können Unternehmen über Social Media Platt­formen Werbeanzeigen schalten. Zuletzt ist eine weitere attraktive Möglichkeit im Social Media Bereich die Human Ressources für das Unternehmen. Nicht nur Kunden können mit Werbung oder Empfehlungen angesprochen werden, sondern neue Mitarbeiter können über Social Me­dia rekrutiert werden. Über Plattformen, wie z.B. Xing oder LinkedIn ist Recruiting, aber auch Employer Branding (siehe Kapitel 3.4) möglich. Eine aktive Suche nach neuen Mitarbeitern, aber such gezielte Stellenangebote, den Unternehmen sind keine Grenzen gesetzt.20

Umso mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto mehr sind diese Unternehmen in sozialen Netzwerken unterwegs, um neue Mitarbeiter zu suchen. In Unternehmen, in denen 500 und mehr Mitarbeiter arbeiten, haben 44% angegeben, soziale Netzwerke zur Suche nach Kandi­daten zu nutzen (vgl. Anhang 14). Zu dem nutzen immer mehr Personalabteilungen Social Media zur Überprüfung von Bewerbern. 2013 waren es noch 23%, die bis zum Jahr 2018 auf 63% angestiegen sind. Es ist eine Steigerung um 40% und die Tendenz ist weiter steigend im Zeitalter der Digitalisierung (vgl. Anhang 15).

Stellenanzeigen werden durch Unternehmen vermehrt auf Xing geschaltet. Innerhalb einer Befragung gaben 27,1% an, dass sie als Unternehmen Stellenanzeigen auf Xing schalten. 11,1% machen dies über Facebook, um ihre Zielgruppe, die Fachkräfte, zu erreichen. LinkedIn als globales Business-Netzwerk werden von 9,6% genutzt (vgl. Anhang 16).

Wie ersichtlich wird ist Social Media für Unternehmen in sehr vielen Bereichen sehr attraktiv, weil eine viel breitere Masse angesprochen werden kann und die Reichweiter und auch das gezieltere Suchen nach Fachpersonal werden einfacher.

3. Rahmenbedingungen des Personalrecruitings

3.1. Personalrecruiting

Personalrecruiting ist ein Begriff im Personalmanagement in dem es um die Beschaffung von Personal zur Besetzung von offenen Stellen hat. Basierend auf der Personalbedarfsplanung werden neue Mitarbeiter für das Unternehmen eingestellt. Dabei kann unterschieden werden zwischen klassischen Personalbeschaffungsmaßnahmen und digitalen Personalbeschaf­fungsmaßnahmen, aber auch zwischen internen und externen Personalrecruitingvorgängen.21

3.2. Problem: Fachkräftemangel

Fachkräftemangel ist ein großes Thema in Deutschland und stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Im Zuge des Fachkräftemangels wird in der Gesellschaft vom „War of Talents“ gesprochen,22 auf Deutsch der Krieg um Talente, was sich auf den Kampf um die besten Fachkräfte bezieht.23 Dabei geht es um die Schwierigkeit, dass Unternehmen immer weniger qualifiziertes Personal finden, um ihre Stellen zu besetzen. Faktoren, wie beispiels­weise der demographische Wandel und der damit verbundene Rückgang der Geburten, spie­len dabei eine Rolle.24 Dieser Fachkräftemangel führt zu abnehmenden Bewerberzahlen und Problematiken mit der Akzeptanz der Angebote von Arbeitnehmer*innen. Damit verbunden haben sich die Unternehmen weiterentwickelt und ihre Personalbeschaffung verbessert, auch mit dem Ansatz die Anreize für das angehende Personal zu steigern.25

3.3. Arten der Personalbeschaffung

Es gibt interne und externe Personalbeschaffungswege. Die interne Personalbeschaffung be­inhaltet dabei bspw. Mehrarbeit und Überstunden innerhalb des Personals zu genehmigen. Aber auch die betriebliche Arbeitszeit zu verlängern und ggf. Urlaubsplanungen zu verschie­ben. Eine Umschulung ist eine weitere Möglichkeit. Versetzungen in andere Abteilungen oder interne Stellenausschreibung sind andere Varianten zu Personalbeschaffung. Aber auch das Stellenclearing, also einem Gespräch zwischen Führungsebene und Personalabteilung, wel­che Deckungsmöglichkeiten es gibt im Personalbereich ist eine Möglichkeit um intern Personal zu beschaffen.26 Bei externen Personalbeschaffungswegen wird unterschieden zwischen aktiv und passiv. Die passiven Wege sind die Personalbeschaffung über die Arbeitsagentur, Iniativ- bewerbungen und über Werkverträge. Aber auch die Bewerberkartei ist eine Möglichkeit. Da­bei werden nicht genommene, aber fürs Unternehmen interessante Bewerber in eine Kartei aufgenommen, um im Bedarfsfall auf diese zurückzugreifen. Bei den aktiven Personalbeschaf­fungen werden Stellenanzeige geschaltet und durch Öffentlichkeitsarbeit und Personalberater eine bessere Personalbeschaffung ermöglicht. Aber auch die Nutzung von neuen Kommuni­kationskanälen, wie zum Beispiel dem Internet oder dem Intranet und dem Social Media Re­cruiting in sozialen Netzwerken gehört zur externen Personalbeschaffung.27

[...]


1 Vgl. Duden 2020.

2 Vgl. Hilker 2010, S.11

3 Vgl. Gründerszene Berlin, S.1

4 Vgl. Schneider 2012, S.36

5 Vgl. Roth 2020, S.1

6 Vgl. Roth 2020, S.2

7 Vgl. Möhring 2018, S.1

8 Vgl. Taskin 2015, S.1

9 Vgl. Evangelisches Medienhaus GmbH 2018, S.1

10 Vgl. Karl 2019, S.1

11 Vgl. Schneider 2012, S.33ff.

12 Vgl. Böttcher 2018, S.1f.

13 Vgl. techfacts o.J., S.1f.

14 Vgl. Heymann-Reder 2011, S.148

15 Vgl. Performics 2013, S.1f.

16 Vgl. Tamblé 2011, S.1f.

17 Vgl. Weinberg und Pahrmann 2011, S.218ff.

18 Vgl. Kreutzer und Mekle 2008, S.151

19 Vgl. Breyer-Mayländer, S.115ff.

20 Vgl. Competence Center für Digitale Medien - CCDM GmbH 2018, S.1ff.

21 Vgl. Czechowski 2019, S. 1

22 War of Talents ist ein Begriff aus der 1997 entstandene Studie von McKinsey und Company unter der Autoren­schaft von Steven Hankin.

23 Vgl. Scholz 2011, S.175

24 Vgl. Abraham 2018, S.1

25 Vgl. Nicolai 2018, S.69

26 Vgl. Jung 2017, S.136-140

27 Vgl. Jung 2017, S.142ff.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Social Media Recruiting. Klassisches Recruiting und E-Recruiting im Vergleich
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V1148258
ISBN (eBook)
9783346533227
ISBN (Buch)
9783346533234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
social, media, recruiting, klassisches, e-recruiting, vergleich
Arbeit zitieren
Sabrina Müller (Autor:in), 2020, Social Media Recruiting. Klassisches Recruiting und E-Recruiting im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148258

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Social Media Recruiting. Klassisches Recruiting und E-Recruiting im Vergleich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden