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Postpartale Depression. Wie empfinden betroffene Frauen den Umgang mit dieser Thematik?

Titel: Postpartale Depression. Wie empfinden betroffene Frauen den Umgang mit dieser Thematik?

Forschungsarbeit , 2021 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martina Resch (Autor:in), Svenja Erbel (Autor:in), Rachel Schaub (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Forschungsarbeit war es, herauszufinden, wie betroffene Mütter den Umgang mit der Thematik der postpartalen Depression (PPD) erleben. Denn trotz des relativ häufigen Auftretens stellt diese psychische Erkrankung noch immer ein großes Tabuthema in unserer Gesellschaft dar. Auch die Forschung beschäftigt sich bis zum jetzigen Zeitpunkt, im Jahre 2021, überwiegend nur mit den Ursachen der PPD. Daher kann in der Fachliteratur vor allem nur der wünschenswerte, aber noch nicht der tatsächlich erforschte Umgang beschrieben werden.

Um jedoch etwas über den in der Realität erlebten Umgang zu erfahren, wurden sechs leitfadengestützte narrative Interviews mit Frauen geführt, welche selbst von einer postpartalen Depression betroffen waren. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage konnten diese allerdings nur per Videokonferenz stattfinden. Anhand ihrer Aussagen wurde deutlich, dass die Frauen den Umgang sehr unterschiedlich erlebten. Dabei sind insbesondere die vorhandene oder nicht vorhandene Unterstützung durch die Familie, das nächste Umfeld als auch durch die Hebammen und Entbindungspfleger sehr verschieden und oftmals auch negativ empfunden worden. Insgesamt kann jedoch festgehalten werden, dass in Zukunft viel mehr Wert auf Prävention und Aufklärung gelegt werden sollte, um die Thematik der postpartalen Depression zu enttabuisieren und den Betroffenen dadurch einen besseren Heilungsprozess ermöglichen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Forschungsstand

2.1 Begrifflichkeiten

2.1.1 Baby Blues

2.1.2 Postnatal/Postpartal

2.1.3 Zwangsgedanken

2.2 Die postpartale Depression

2.3 Ursachen und Einflussfaktoren sowie resultierende empfohlene Handlungen nach dem aktuellen Stand der Forschung

2.3.1 Physische Faktoren

2.3.2 Psychische Faktoren

2.3.3 Soziale Faktoren

2.4 Ergebnisse der Literaturrecherche

3 Erhebungsmethoden

4 Vorstellung und Analyse der Daten

4.1 Erlebter Umgang des Partners mit der PPD

4.2 Erlebter Umgang seitens der Eltern mit der PPD

4.3 Erlebter Umgang seitens der Schwiegereltern

4.4 Erlebter Umgang von Freunden und dem weiteren Umfeld bezüglich der PPD

4.5 Erlebter Umgang seitens der Hebammen und Entbindungspfleger

4.6 Erlebter Umgang der Ärzt*innen

4.7 Eigener Umgang mit dem Kind nach der Depression

4.8 Empfinden über die Thematisierung der PPD in der Gesellschaft

5 Fazit

6 Reflexion

7 Literatur

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Forschungsarbeit ist die Untersuchung, wie von einer postpartalen Depression (PPD) betroffene Mütter den Umgang mit ihrer Erkrankung durch ihr soziales Umfeld sowie durch Fachpersonal erleben. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Betroffenen eine ausreichende Aufklärung erfahren haben und wie sie die gesellschaftliche Tabuisierung der Thematik wahrnehmen, um durch die Ergebnisse einen Beitrag zur Enttabuisierung und besseren Unterstützung zu leisten.

  • Erleben des Umgangs mit der PPD durch Partner, Eltern, Schwiegereltern und Freunde
  • Unterstützung durch Hebammen, Entbindungspfleger und Ärzt*innen
  • Auswirkung der gesellschaftlichen Tabuisierung auf den Heilungsprozess
  • Eigener Umgang betroffener Mütter mit der Thematik gegenüber ihrem Kind
  • Analyse von Fallbeispielen durch leitfadengestützte narrative Interviews

Auszug aus dem Buch

4.1 Erlebter Umgang des Partners mit der PPD

Hannah erlebte während der Depression von ihrem Partner keine Unterstützung. Sie habe sich nicht von ihm verstanden gefühlt. Sie gibt an, dass er sich von psychischen Problemen klar abgrenzt und solche nur als eine Einbildung des*der Betroffenen betrachtet. (vgl. Anhang Interview Hannah, Z. 137-139) Er besuchte Hannah in der Klinik, brachte auch das Baby mit und unternahm Nötiges. Doch durch die Wortwahl ist hier klar ersichtlich, dass Hannah sich durch ihren Partner nicht ausreichend unterstützt fühlte (vgl. Anhang Interview Hannah, Z. 137-139).

Die Paarbeziehung habe unter der Depression stark gelitten. Hannah betont mehrmals, dass die beiden sich getrennt hätten, wenn nicht das Kind gewesen wäre und die beiden nicht gerade ein Haus gebaut hätten. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass Hannah äußert, dass ihr Mann sie verlassen hätte und nicht umgekehrt. (vgl. Anhang Interview Hannah, Z. 391-397; Z. 400-403) Sie scheint sein Verhalten, auch vor sich selbst, zu rechtfertigen, indem sie Sätze äußert wie: „Er war aber auch voll überfordert.“ (Anhang Interview Hannah, Z. 397) Zugleich drückt sie Ihren Unmut über sein Verhalten aus und sagt, dass er insgesamt „nur zwei Wochen“ auf den Sohn aufpassen musste, während sie in Kliniken war. (vgl. Anhang Interview Hannah, Z. 397-400)

In der Beziehung wird das Thema der Depression auch heute, 2 Jahre nach dieser, als Tabu seitens ihres Partners behandelt. Hannah nimmt noch Medikamente, allerdings geht ihr Partner darauf nicht ein und fragt sie auch nicht, wie es ihr geht. (vgl. Anhang Interview Hannah, Z. 328-331) Auffällig ist zudem auch, dass Hannah beim Vereinbaren des Interviews einen Termin mit der Begründung wählte, dass zu diesem Zeitpunkt ihr Mann nicht zuhause sei und sie das Interview vor ihm verheimlichen wolle. (vgl. Anhang 5)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der postpartalen Depression (PPD) ein, benennt die Relevanz von Übergangsritualen und definiert den Fokus sowie die Forschungsfrage der Arbeit.

2 Theorie und Forschungsstand: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt, die Krankheit PPD beschrieben, Einflussfaktoren (physisch, psychisch, sozial) erläutert und die Ergebnisse der Literaturrecherche zusammengefasst.

3 Erhebungsmethoden: Das Kapitel beschreibt den Einsatz qualitativer Sozialforschung, insbesondere die Anwendung leitfadengestützter narrativer Interviews zur Datengewinnung.

4 Vorstellung und Analyse der Daten: In diesem Hauptteil werden die Erfahrungen der Interviewpartnerinnen in Bezug auf verschiedene Bezugspersonen, das Umfeld und die gesellschaftliche Wahrnehmung analysiert und verglichen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und leitet daraus notwendige Verbesserungen für Aufklärung und fachliche Unterstützung ab.

6 Reflexion: Die Autoren reflektieren den Forschungsprozess, die methodische Umsetzung der Interviews und ihre eigene subjektive Betroffenheit bei der Auseinandersetzung mit den Erzählungen.

7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Postpartale Depression, PPD, Wochenbettdepression, Qualitative Sozialforschung, Narratives Interview, Tabuisierung, Mutterschaft, Soziales Umfeld, Psychische Erkrankung, Hebammenbetreuung, Aufklärung, Zwangsgedanken, Prävention, Muttergefühle, Familiendynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit?

Die Arbeit untersucht das Erleben von Müttern, die an einer postpartalen Depression (PPD) erkrankt sind, insbesondere hinsichtlich des Umgangs ihres sozialen Umfelds und des Fachpersonals mit dieser Thematik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Unterstützung durch Partner, Familie und Freunde, die Rolle von Hebammen und Ärzt*innen, die gesellschaftliche Tabuisierung der Krankheit sowie der Umgang der Betroffenen mit der PPD gegenüber ihren Kindern.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Wie erleben betroffene Mütter den Umgang mit der Thematik der postpartalen Depression?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Methoden der qualitativen Sozialforschung, konkret wurden sechs leitfadengestützte narrative Interviews mit betroffenen Frauen geführt und nach dem Prinzip der Grounded Theory ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert und vergleicht die Erfahrungen der Interviewpartnerinnen unter verschiedenen Kategorien, wie dem Umgang von Partnern, Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Hebammen, Ärzt*innen sowie der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Postpartale Depression, Tabuisierung, Qualitative Forschung, Soziales Umfeld und Muttersein charakterisiert.

Welche Rolle spielen Zwangsgedanken im Erleben der Mütter?

Zwangsgedanken sind für betroffene Mütter eine starke Belastung, über die sie oft nicht offen sprechen können, da sie mit Schamgefühlen verbunden sind und fälschlicherweise als Bedrohung für das Kind missverstanden werden könnten.

Warum kritisieren die Mütter das Verhalten von Ärzt*innen und Hebammen?

Viele Probandinnen fühlten sich von medizinischem Fachpersonal nicht ernst genommen, als überfordert erlebt oder vermissten eine frühzeitige Aufklärung und proaktive Unterstützung (z.B. mittels EPDS-Fragebögen), obwohl sie diese als zentrale Ansprechpartner erwarteten.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Postpartale Depression. Wie empfinden betroffene Frauen den Umgang mit dieser Thematik?
Hochschule
Hochschule München
Note
1,0
Autoren
Martina Resch (Autor:in), Svenja Erbel (Autor:in), Rachel Schaub (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
35
Katalognummer
V1148286
ISBN (eBook)
9783346531780
ISBN (Buch)
9783346531797
Sprache
Deutsch
Schlagworte
postpartale depression frauen umgang thematik geburt baby blues
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Resch (Autor:in), Svenja Erbel (Autor:in), Rachel Schaub (Autor:in), 2021, Postpartale Depression. Wie empfinden betroffene Frauen den Umgang mit dieser Thematik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148286
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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