Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention der Alzheimer-Demenz


Hausarbeit, 2021

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Demenzformen
2.2 Diagnose
2.3 Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen
2.4 Alzheimer-Demenz
2.4.1 Häufigkeit
2.4.2 Vererbung
2.4.3 Geschlechterverteilung
2.4.4 Verlauf
2.4.5 Behandlung
2.4.6 Ursachen

3. Methoden zur Prävention von Alzheimer-Demenz
3.1 Bewegung
3.2 Gesunde Ernährung
3.3 Geistige Aktivität
3.4 Stress vermeiden
3.5 Regeneration
3.6 Körperliche Gesundheit
3.6.1 Körpergewicht
3.6.2 Zahnstatus
3.6.3 Vitamine
3.6.4 Entgiftung
3.6.5 Entzündung
3.7 Soziale Kontakte
3.8 Tabakkonsum

4. Diskussion

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Das Thema dieser schriftlichen Ausarbeitung „Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention der Alzheimer-Demenz“ gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die Alzheimer­Demenz bis heute nicht heilbar ist und der Verlauf immer tödlich endet. In dieser Ausarbeitung widmet sich die Autorin nach einer Darstellung des theoretischen Hintergrundes und einer allgemeinen Übersicht über Demenz, der Krankheit Alzheimer. Hierbei wurde Bezug genommen auf Definition, Häufigkeit, Vererbung, Geschlechterverteilung, Verlauf, Behandlung und Ursachen. Danach wurden die Methoden zur Prävention von Alzheimer-Demenz vorgestellt. Zur Erstellung der Arbeit wurden eine Vielzahl von Lehrbüchern gesichtet zum Thema Prävention von Alzheimer-Demenz und es wurde online nach Studien recherchiert. Die Autorin ist der Ansicht, dass bereits gute Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention von Alzheimer-Demenz bestehen. Es ist allerdings noch dringend notwendig die Forschung weiter voranzutreiben und Aufklärungsarbeit zu leisten.

1. Einleitung

Mit einem wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung durch den demographischen Wandel und die sich laufend verbessernden medizinischen Möglichkeiten, wird die kognitive Beeinträchtigung immer relevanter. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis 2030 weltweit circa 66 Millionen Menschen an einer Demenz erkranken. Aufgrund dessen, dass eine wachsende kognitive Beeinträchtigung nicht nur für den Betroffenen und seine Angehörigen eine große Belastung darstellt, sondern auch eine enorme ökonomische Bürde für das Gesundheitssystem, spielt die Prävention eine immer wichtigere Rolle in der Demenz-Forschung. (Gräßel, Pendergrass, Scheel und Donath, 2019). In Deutschland und weiteren Industrieländern auf der Welt verteilt, kommt es zu einer Epidemie von Demenzerkrankungen. Aktuell leben in Deutschland circa 1,7 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung und mindestens mehrere hunderttauend weitere Menschen mit kleineren Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und Denkens, welche mit einer Hirnerkrankung in Verbindung stehen. Demenz verursacht viele Millionen Euro an direkten Gesundheitskosten, aber auch die sozioökonomischen Folgen auf Familie und Freunde sind enorm ( Müller, 2020 ). Für die Entstehung von Demenz ist kein eindeutiger Auslöser identifizierbar, sie ist multifaktoriell. Das bedeutet es sind viele sehr verschiedene, teilweise noch nicht erforschte Risikofaktoren im Zusammenspiel dafür verantwortlich. Sie verursachen in ihrer Summe den Verlust kognitiver Leistungsfähigkeit ( Gräßel et al., 2019 ). Da es aktuell keine Heilung durch Medikamente für Demenz gibt, spielt die Prävention eine wichtige Rolle. Man unterscheidet bei Demenzen zwischen veränderbaren und nicht veränderbaren Risikofaktoren. Unter nicht veränderbaren Risikofaktoren versteht man beispielsweise das Alter, Geschlecht, genetische Faktoren oder Schädel-Hirnverletzungen. Die veränderbaren Risikofaktoren beziehen sich auf den individuellen Lebensstil. Diese verursachen circa ein Drittel aller Alzheimer-Demenz­Fälle. Ziel dieser Arbeit ist eine Übersicht über die Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention von Alzheimer-Demenz ( Gräßel et al., 2019 ).

2. Theoretischer Hintergrund

Unter Demenz versteht mein eine Reihe von bekannten Symptomen, die viele verschiedene Ursachen haben können. Das Hauptmerkmal der Demenz ist, dass sich im Vergleich zum früheren Zustand, eine Verschlechterung von mehreren geistigen Fähigkeiten zeigt. Die Demenz äußert sich nicht nur als Gedächtnisstörung. Zu den betroffenen Bereichen zählen neben dem Gedächtnis auch Aufmerksamkeit, Sprache, Denkvermögen, Auffassungsgabe und Orientierungssinn. Menschen mit Demenz haben vermehrt Schwierigkeiten sich neue Informationen zu merken, die Konzentration auf einen Gegenstand oder Gedanken zu richten, sich in Wort und Schrift auszudrücken, die Aussagen anderer zu verstehen, Situationen zu überschauen, Relationen zu erkennen, zu organisieren und zu planen, sich lokal und temporal zurecht zu finden und mit Gegenständen umzugehen. Die Fähigkeiten sind soweit eingeschränkt, dass bekannte Alltagstätigkeiten nicht mehr wie früher ausgeübt werden können. Als Folge der kognitiven Einschränken kommen meist Veränderungen der sozialen Verhaltensweisen, der Impulskontrolle, des Antriebs, der Stimmung oder des Wirklichkeitsbezugs hinzu. Diese können manchmal auch ganz im Vordergrund stehen. Die kognitiven Fähigkeiten können aber auch zusätzlich gemindert werden durch Gefühlszustände wie Depression, Angst oder Unruhe. Demenz unterscheidet sich von einer Amnesie dadurch, dass neben Gedächtnis auch andere kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt sind und dass die Alltagstätigkeiten eingeschränkt sind. Wenn ausgedehnte Abschnitte der Hirnrinde, die für die kognitive Funktionen, Verhalten oder Persönlichkeit zuständig sind durch Krankheiten geschädigt werden, entsteht eine Demenz. Auch bei der Unterbrechung von Verbindungsbahnen solcher Abschnitte entsteht sie. Bei neurodegenerativen Krankheiten gehen Nervenzellen verloren, weil Eiweißbestandteile (Proteine) in ihrer Hülle oder ihrem Inneren unzureichend verarbeitet werden. Sie lagern sich zusammen und schädigen die Nervenzellen. Der Verlust einer großen Anzahl von Nervenzellen äußert sich in einer Schrumpfung des Hirngewebes (Atrophie) in der betroffenen Region des Gehirns. Ebenfalls zum Absterben von Nervenzellen führt eine Erkrankung der Hirngefäße bei der tief liegende Regionen des Gehirns unzureichend mit Blut versorgt werden. Die Symptome einer Demenz sind in erster Linie davon abhängig welche Bereiche des Gehirns betroffen sind. Deshalb sehen Demenzen, die durch unterschiedliche neurodegenerative Krankheiten verursacht werden, ganz verschieden aus und unterscheiden sich wiederum von Demenzen, die durch Gefäßerkrankungen hervorgerufen werden. Variationen der hirnversorgenden Blutgefäße betreffen vor allem kleine Arterien, welche Nervenzellverbände unterhalb der Hirnrinde als auch die Verbindungsbahnen zwischen den einzelnen Abschnitten der Hirnrinde versorgen. Überwiegend ist die Verengung von Gefäßen als Folge von Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen. Resultat davon ist, dass Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden und dies führt zu lochförmigen Defekten im Hirngewebe sowie zur Schädigung oder Zerstörung von Nervenfasern. Dies schränkt die Informationsweiterleitung innerhalb des Gehirns ein, was vor allen Dingen zu herabgesetzter Aufmerksamkeit und einer Verlangsamung der Denkprozesse führt. Weiter zählt auch die Einlagerung von Beta-Amyloid in die Wand kleiner Blutgefäße als Ursache von kognitiven Störungen und Demenz. Hierbei wird die Gefäßwand brüchig und dies führt zu kleinen Blutungen, wodurch benachbarte Nervenzellverbände und Nervenfasern geschädigt werden (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018).

2.1 Demenzformen

Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz ist gekennzeichnet durch Amyloid-Plaques und neurofibrilläre Bündel. Diese Art von Demenz wird meist mit Hilfe der Symptome diagnostiziert. Diese bestehen vorwiegend aus Gedächtnisstörungen und kognitivem Abbau, der so schwerwiegend ist und sich stetig verschlimmert, dass der Patient sich ohne Hilfe nicht mehr waschen, anziehen und nicht mehr alleine essen kann. Die Betroffenen sind immer weniger in der Lage für sich zu sorgen. Alzheimer-Demenz ist bei der heutigen Standardtherapie immer tödlich (Bredesen, 2020).

Lewy-Körperchen-Krankheit

Bei der Lewy-Körperchen-Krankheit und der fest mit ihr verwandten Parkinson-Krankheit wird der Wegfall von Nervenzellen durch Zusammenballungen des Proteins Alpha-Synuklein (Lewy-Körperchen) im Zellinneren hervorgerufen. Diese Einschlusskörper sind benannt nach Friedrich H. Lewy, der als junger Arzt im Labor von Alois Alzheimer aktiv war. Der Verlauf beginnt in Nervenzellverbänden, welche unterhalb der Großhirnrinde liegen und für die Steuerung von Bewegungsabläufen zuständig sind. Betroffen sind aber auch einige Abschnitte der Hirnrinde im Stirnhirn, Schläfenlappen und Scheitellappen. Aus diesem Grund leiden Betroffene unter einer Kombination von Bewegungsstörungen und kognitiven Einschränkungen (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018).

Frontotemporale Degenerationen

Regional eingeschränkte Ausfälle von Nervenzellen im Stirnhirn und im vorderen Teil des Schläfenlappens werden als Frontotemporale Degenerationen bezeichnet. Bei diesen Krankheiten befinden sich Zusammenballungen von drei verschiedenen Proteinen der Nervenzellen. Am 2 häufigsten vertreten ist das Protein TDP-43 (Transactive Response DNA-binding Protein). An zweiter Stelle steht das Tau-Protein, aus dem sich hier unterschiedliche Veränderungen bilden, darunter kugelförmige Gebilde, genannt Pick-Körper. Diese sind nach dem Prager Neurologen Arnold Pick benannt. Das dritte Protein heißt FUS (Fused in Sarcoma) und ist am seltensten. Entscheidend für die Symptome ist nicht die Art der Verklumpungen, sonder der Bereich der Hirnrinde, in dem sie favorisiert auftreten. Wenn vor allem das Stirnhirn betroffen ist, entstehen ausgeprägte Verhaltensänderungen. Schädigungen der Schläfenlappen äußern sich in Sprachstörungen (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018).

Vaskuläre Demenz

Vaskuläre Demenz ist der weit gefasste Begriff für Demenz, die mit Durchblutungsstörungen des Gehirns nach mehreren kleinen Schlaganfällen einhergeht ( Bredesen, 2020 ).

Alkoholbedingte Demenz

Die alkoholbedingte Demenz geht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück, insbesondere in Verbindung mit einer schlechten Ernährung, die wenig Vitamin B1 (Thiamin) enthält ( Müller,2020).

Huntington-Krankheit

Die Huntington-Krankheit ist eine vererbte, degenerative Hirnerkrankung, die das Gehirn und den Körper beeinträchtigt und so in vielen Fällen eine Demenz verursacht ( Müller, 2020).

2.2 Diagnose

Zunächst wird eine Diagnose der Demenz, anhand einer medizinischen Beurteilung, andere Erkrankungen ausschließen, die mit einer Demenz verwechselt werden können, wie zum Beispiel Depressionen, Stress, Schmerzen oder Infektionen. Die Diagnose wird dann die Möglichkeit unterschiedlicher Behandlungsoptionen auslösen. Eine sofortige frühzeitige Planung für die Zukunft wird ermöglicht bei denen die betroffenen noch aktiv mitwirken können. Sie ermöglicht auch Unterstützung zu finden, die sowohl dem Betroffenen mit Demenz als auch ihren Betreuern und Familienangehörigen hilft. Ein Spezialist oder örtlicher Arzt sollte eine vollständige Beurteilung ausführen. In ganz Deutschland stehen Kliniken mit Fachabteilungen für kognitive Demenz und Gedächtnisleistungen zur Verfügung. Um eine Demenz zu diagnostizieren muss eine Person mit mindestens zwei der folgenden kognitiven Bereiche Schwierigkeiten haben: Gedächtnis, Kommunikation und Sprache, Fokus und Konzentration, Argumentation und Urteilsvermögen und visuelle Wahrnehmung ( Müller, 2020). Zur Beurteilung der kognitiven Funktionen werden meistens Tests zur Hilfe genommen. Der am weitesten verbreitete ist der Mini-Mental-Status-Test. Hierbei werden Fragen gestellt um die Funktionen von Erinnerung, Aufmerksamkeit, Orientierung, Lesen, Rechnen, usw. zu überprüfen. Im Gespräch mit Angehörigen und auch mit den Betroffenen selbst muss herausgefunden werden, ob sich die Persönlichkeit, das Verhalten, die Stimmung oder der Antrieb der Betroffenen verändert hat und ob ihr Wirklichkeitsbezug gestört ist. Zusätzlich gehört zur erstmaligen Diagnostik ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung des Gehirns, beispielsweise durch eine Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT). Hierbei können andere Ursachen wir Blutungen, Tumore und Folgen einer Durchblutungsstörung erkannt werden, aber auch die Schrumpfung bestimmter Bereiche des Gehirns als Folge des Verlustes von Nervenzellen.

Außerdem kann das Nervenwasser des Gehirns ( Liquor) auf die Konzentration der Proteine Beta-Amyloid und Tau untersucht werden. Die Messwerte geben dann Aufschluss auf die Ablagerung von Beta-Amyloid und auf einen Verlust von Nervenzellen, welche bei der Alzheimer-Krankheit charakteristisch verändert sind (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018).

2.3 Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

Einige Erkrankungen weisen ähnliche Symptome wie Demenz auf. Bei diesen Erkrankungen bedeutet es jedoch meist, dass die Behandlung dieser Erkrankungen die Symptome verschwinden lässt. Solche Erkrankungen sind zum Beispiel Schlaganfälle, Depressionen, Vitaminmangel, Hormonstörungen, Alkoholsucht, Medikamentenmissbrauch oder Übermedikation, Infektionen und Hirntumore ( Müller, 2020).

2.4 Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz. Gekennzeichnet ist sie durch einen stückweise fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, der favorisiert den Schläfenlappen und Scheitellappen des Gehirns betrifft, welche für Gedächtnis, Sprache und Orientierungsfähigkeit wichtig sind. Es gibt aber auch Fälle der Alzheimer-Krankheit, bei denen Teile des Stirnhirns oder des Hinterhauptslappens betroffen sind. Bei diesen Formen stehen nicht Gedächtnisstörungen sondern Einschränkungen der Sprache oder der Verarbeitung optischer Sinneseindrücke im Vordergrund. Am Verlust der Nervenzellen sind bei der Alzheimer-Krankheit zwei Proteine beteiligt: Beta-Amyloid und Tau. Aus Beta-Amyloid entstehen die typischen Plaques außerhalb der Nervenzellen, aus Tau die Neurofibrillenbündel im Zellinneren, welche der deutsche Nervenarzt Alois Alzheimer entdeckt hat. Der Ausfall von Nervenzellen führt zusätzlich zu einer Beeinträchtigung der Signalübertragung im noch funktionsfähigen Hirngewebe. Daran sind vor allem die Überträgerstoffe Acetylcholin und Glutamat beteiligt, die nicht mehr genügend produziert oder im Übermaß ausgeschüttet werden (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018).

2.4.1 Häufigkeit

Deutschland ist nach China, Indien, Japan und den USA, das Land mit den meisten Demenzkranken ( Bickel, 2011). Aktuell leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, wovon zwei Drittel eine Alzheimer-Demenz haben. Weltweit haben ca. 46,8 Millionen Menschen die Diagnose Demenz und 2050 werden es vermutlich mehr als das Dreifache sein ( Gräßel et al., 2019 ). Das Risiko an Demenz zu erkranken steigt mit dem Alter, jedoch bekommt die Mehrheit der älteren Menschen keine Demenz. Das bedeutet, dass die Demenzerkrankung kein normaler Prozess des Alterns darstellt. Allerdings kann jeder daran erkranken. Sie tritt meistens nach dem 65. Lebensjahr auf. Es kann aber auch schon bei Menschen im Alter zwischen 40 und 65 auftreten, dann spricht man von einer frühzeitig einsetzenden Demenz. Die Alzheimer-Demenz macht circa 60 Prozent aller Erkrankungsfälle aus und ist damit die häufigste Form der Demenz ( Müller, 2020).

2.4.2 Vererbung

Lediglich 1% aller Krankheitsfälle können auf die erbliche Form der Alzheimer-Krankheit zurückgeführt werden. Verursacht wird sie durch Mutationen an drei unterschiedlichen Stellen der Erbinformation. Die betroffenen Gene steuern auch den Stoffwechseln von Beta­Amyloid. In den meisten Fällen setzen hier die Symptome noch vor dem 65. Lebensjahr ein und steigern sich schnell. Aufgrund der Vererbung sind in jeder Generation mehrere Familienmitglieder betroffen. Wenn in der Familie Krankheitsfälle vorkommen, bei denen die Symptome erst im höheren Alter einsetzen, deutet das auf eine nicht erbliche Form der Demenz hin. Veränderungen an den Blutgefäßen des Gehirns können auch erbliche Ursachen haben (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., 2018). Die Beteiligung von Genen an einer Demenzerkrankung ist abhängig von der Ursache der Demenz. Beispielsweise wird die Alzheimer-Demenz in Verbindung mit dem Down-Syndrom und die familiäre Form der frontotemporalen Demenz durch genetische Veränderungen verursacht. Deshalb ist es wichtig, eine genaue medizinische Diagnose gestellt zu haben ( Müller, 2020).

2.4.3 Geschlechterverteilung

Bezüglich der Alzheimer-Demenz wurde zwischen den Geschlechtern Unterschiede festgestellt. Jede sechste Frau leidet ab 65 Jahren an Alzheimer, bei den Männern hingegen nur jeder elfte. Diese Bilanz könnte man zurück führen auf die Tatsache, dass Frauen länger leben als Männer und sich somit die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, erhöht. Zusätzlich ist bekannt, dass Frauen, die mehrere Kinder haben, ein erhöhtes Risiko besitzen in späteren Jahren einen Schlaganfall zu erleiden. Ebenfalls haben hormonelle Veränderungen während der Menopause einen Einfluss auf das Gehirn auf neuronaler und vaskulärer Ebene, was wiederum den kognitiven Abbau befördern könnte ( Sherzai, A., Sherzai,D., 2019).

2.4.4 Verlauf

Die Beurteilungskriterien, die zur Bestimmung des Stadiums der Demenz einer Person genutzt werden, sind als Leitfaden dafür gedacht, was die Familie und Pflegekräfte erwarten und wann sie damit rechnen können. Einige Symptome können später auftreten als andere, die Reihenfolge könnte von der Skala abweichen und einige können überhaupt nicht auftreten. Manche Symptome tauchen auf und gehen dann wieder von alleine weg, während sich andere mit der Zeit weiter verschlimmern. Auch die Geschwindigkeit, mit der Demenz fortschreitet, ist bei jedem Menschen anders. Im Durchschnitt lebt eine Person, nach Erhalt der Diagnose, noch vier bis acht Jahre mit der Alzheimer-Krankheit ( Müller, 2020 ). Zur Beurteilung der vordergründig degenerativen Demenz wird am häufigsten die Reisberg­Skala verwendet. Dort teilt sich die Demenz in sieben verschiedene Stadien, die mit vier verschiedenen Kategorien übereinstimmen: Keine Demenz, leichte Demenz ( Frühstadium), mittlere Demenz (Mittelstadium) und schwere Demenz ( Spätstadium).

Phase 1

In der ersten Phase der Demenz gibt es noch keine Anzeichen für die Erkrankung. Das Gehirn der Person funktioniert normal und sie ist geistig gesund. Menschen ohne Diagnose Demenz befinden sich in Phase 1. Es zeigen sich keine Anzeichen oder Symptome, keinen Gedächtnisverlust, keine Verhaltensprobleme oder ähnliches, das mit dem Ausbruch der Demenz in Verbindung steht (Müller, 2020).

Phase 2

Ab hier schreitet die Krankheit in Phase 2 fort, die auch als sehr leichter kognitiver Rückgang bekannt ist. In diesem Stadium zeigt sich eine normale Vergesslichkeit, die häufig mit normalen Alterserscheinungen einhergeht. In dieser Phase kann das Pflegepersonal ein gewisses Maß an Vergesslichkeit feststellen, aber die Symptome der Demenz sind für medizinisches Fachpersonal oder geliebte Personen noch immer nicht erkennbar. In diesem Stadium sollten die Pflegenden ein Gleichgewicht zwischen Unabhängigkeit und Unterstützung finden. Man sollte die Autonomie fördern, jedoch nur solange keine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit der Betroffenen besteht (Müller, 2020).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention der Alzheimer-Demenz
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen  (Psychologisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1148432
ISBN (eBook)
9783346530233
ISBN (Buch)
9783346530240
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alzheimer, Alzheimer-Demenz, Prävention, Demenz, Kognitive Beeinträchtigung
Arbeit zitieren
Alexandra Tries (Autor:in), 2021, Möglichkeiten und Perspektiven zur Prävention der Alzheimer-Demenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148432

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