Neben einer kurzen Vorstellung grundlegender Gemeinsamkeiten in den Staatsphilosophien
Platons und Aristoteles’ wird in Kapitel II auch eine kurze, allgemeine Definition von „Autarkie“
geboten, zudem werden im Hinblick auf die Arbeit problematische Begriffe knapp
erläutert. Das Kapitel III widmet sich schließlich explizit dem Autarkiegedanken von Platon
und Aristoteles in Bezug auf die Polis, allerdings bildet dessen Erläuterung auch den Schwerpunkt,
weshalb nur jene Grundzüge des Werkes genannt und belegt werden, welche von bedeutender
Relevanz sind, d.h. eine umfassende Darstellung wird nicht geboten. Im Schluss
wird schließlich der Versuch unternommen, die einzelnen Autarkiebegriffe prägnant zusammenzufassen,
wodurch deren Autoren- und Kontextbedingte Differenz ersichtlich werden soll.
[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Staatsphilosophie bei Platon und Aristoteles: Gemeinsamkeiten, Begriffs- und Positionsbestimmung
III. Die Polis als abgeschlossene Einheit
1. Der Autarkiegedanke bei Platon, Staat
2. Der Autarkiegedanke bei Aristoteles, Politik
IV. Schluss
VI. Anlagen
1. Schema: Struktur der idealen Polis und Autarkie bei Platon
2. Schema: Struktur der idealen Polis und Autarkie bei Aristoteles
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Autarkiebegriff in der antiken Staatsphilosophie, mit besonderem Fokus auf Platons "Staat" und Aristoteles' "Politik", um deren spezifische Bedeutung für die Struktur und Stabilität der Polis aufzuzeigen und als philosophischen Kontrast zu modernen Begriffsverwendungen herauszuarbeiten.
- Philosophischer Kontext und Begriffsbestimmung von "Autarkie" und "Polis"
- Gemeinsamkeiten der platonischen und aristotelischen Staatsphilosophie
- Analyse des Autarkiegedankens bei Platon unter Einbeziehung der Seelenlehre
- Untersuchung der aristotelischen Autarkie im Kontext wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen
- Kontrastierung der beiden Ansätze im Hinblick auf das Endziel der Glückseligkeit (Eudämonie)
Auszug aus dem Buch
Die Polis als abgeschlossene Einheit
Platon, den man wohl als Sokrates' Meisterschüler bezeichnen könnte, veröffentlichte sein Werk "Der Staat" wohl in den 370er Jahren v.C., zu einem Zeitpunkt, an dem sein Meister schon um die 20 Jahre tot war. Trotzdem ließ Platon in der "Politeia" Sokrates auferstehen und sprechen. Sokrates vertrat Zeit seines Lebens die Auffassung, dass sich Menschen durch eine Erziehung, welche die Weisheit zum Ziel hat, bessern. Jedoch müsse auf dem Weg zur Weisheit auch die Selbsterkenntnis erreicht werden, nur so könne sich auch das Gemeinwesen in der Polis zum Positiven hin verändern.
Platon legte die Zurückhaltung Sokrates' ab, entwickelte ein eigenes Polisprogramm und mischte sich in staatliche Debatten von Athen und Syrakus ein. Er wählte also den Betrachtungswinkel von oben, jenen als aktiver Gestalter in der Nachfolge Solons und verließ somit den Boden der sokratischen Gesprächs- und Überzeugungskultur. Laut Karl Popper war dies Platons Sünde, denn er hätte Philosophie nutzen wollen, um daraus eine Staatslehre zu konzipieren. Da Platon also die unschuldigen Sphären des sokratischen Dialoges verlassen hätte, ginge von ihm eine Verbindung über Hegel zu Hitler und Stalin. Popper sah in Platon einen Gegner der Demokratie. Platon schuf also mit seinem "Staat" ein Werk, welches nicht nur nahezu alle Dimensionen menschlichen Daseins betrachtet, sondern sich selbst und seiner Akademie einen "Namen" machte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in den Begriff der Autarkie und Darlegung der Zielsetzung, die Bedeutung des Begriffs im philosophischen Kontext von Platon und Aristoteles zu erläutern.
II. Staatsphilosophie bei Platon und Aristoteles: Gemeinsamkeiten, Begriffs- und Positionsbestimmung: Definition der Grundbegriffe Ethik und Politik im griechischen Kontext und Vorstellung basaler Gemeinsamkeiten sowie der Bedeutung der Autarkie für die Polis.
III. Die Polis als abgeschlossene Einheit: Detaillierte Betrachtung des Autarkiegedankens bei Platon und Aristoteles und wie dieser das Verständnis der Polis als ideale Gemeinschaft formt.
IV. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Kontrastierung der unterschiedlichen Autarkiebegriffe der beiden Philosophen.
VI. Anlagen: Grafische Schemata zur Veranschaulichung der Struktur der idealen Polis sowie der Zusammenhänge von Autarkie, Gerechtigkeit und Glückseligkeit.
Schlüsselwörter
Autarkie, Polis, Platon, Aristoteles, Staatsphilosophie, Eudämonie, Gerechtigkeit, Politeia, Politik, Staat, Glückseligkeit, Arete, Gesellschaftswesen, Idealer Staat, Antike Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Autarkiegedanken in den politischen Werken von Platon und Aristoteles.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind das Verständnis der Polis als abgeschlossene Einheit, die Staatsphilosophie der Antike sowie die Bedeutung von Autarkie als Indikator für Glückseligkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische Bedeutung von Autarkie in Bezug auf die Struktur der Polis bei Platon und Aristoteles zu erläutern und diese in einen philosophischen Kontext zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-theoretische Analyse und Interpretation der Quelltexte "Staat" und "Politik", wobei eine hohe Abstraktionsebene gewählt wurde.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil widmet sich explizit dem Autarkiegedanken bei Platon und Aristoteles in Bezug auf die Polis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autarkie, Polis, Platon, Aristoteles, Gerechtigkeit und Eudämonie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Autarkievorstellung von Platon und Aristoteles?
Während bei Platon Autarkie eng mit der Gerechtigkeitsstruktur und der Seelenlehre verknüpft ist, betont Aristoteles stärker die wirtschaftliche und soziale Autarkie innerhalb eines Interdependenzgefüges.
Welche Rolle spielt die Glückseligkeit in der Argumentation?
Die Glückseligkeit bildet das Endziel menschlichen Handelns; die Autarkie dient dabei als Indikator, ob ein Individuum oder die Polis dieses Ziel erreichen kann.
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- Christian Hauck (Author), 2008, Die Polis als abgeschlossene Einheit - Der Autarkiegedanke bei Platon, Staat und Aristoteles, Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114845