In der folgenden Hausarbeit "Exegetische Überlegungen zu der Gleichung vom
Senfkorn und Sauerteig", welche ich zur Einübung der Analyse und Auslegung
neutestamentlicher Texte anhand eines Matthäustextes bearbeite, werde ich zunächst
meine Vorkenntnisse darstellen. Der vorliegende Text von dem Senfkorn und dem
Sauerteig in Mt 13,31-35 ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Passagen des Neuen
Testaments. Sie wird zwar häufig verwendet, dennoch fehlt meist das tiefere Verständnis
dieses Textes, um ihn richtig zu interpretieren. Deshalb erhoffe ich mir mit Hilfe dieser
Ausarbeitung diese besser und tief greifender verstehen zu können.
Die Gleichnisse handeln vom Reich der Himmel als Gesamtheit und nicht nur von
einzelnen Menschen. Besonders interessant fand ich beim ersten Lesen, dass der Mensch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Wirkungsgeschichte
1.2 Abgrenzung der Perikope
2. Sprachlich-sachliche Analyse
2.1 Textlinguistische Fragestellungen
2.2 Sozialgeschichtliche und historische Fragen, Realien
3. Frage nach der Aussageabsicht
3.1Formkritik
3.2 Pragmatische Analysen
4. Kontextuelle Analyse
4.1 Traditionsgeschichte
4.2 Religionsgeschichtlicher Vergleich
4.3 Synoptischer Vergleich zum Senfkorn
5. Kompositionskritik und Redaktionskritik
6, Ergebnis, Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit verfolgt das Ziel, das Verständnis für die neutestamentlichen Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig (Mt 13,31-35) durch eine exegetische Analyse zu vertiefen und die Intention des Autors innerhalb des Matthäusevangeliums zu ergründen.
- Exegetische Analyse der Gleichnisrede im Matthäusevangelium.
- Untersuchung der Sprachlogik und sozialgeschichtlicher Hintergründe.
- Vergleich der synoptischen Überlieferungen zum Senfkorn.
- Betrachtung der redaktionsgeschichtlichen Einordnung durch den Evangelisten Matthäus.
Auszug aus dem Buch
2.1 Textlinguistische Fragestellungen
Um die Kohärenz der beiden zu analysierenden Textstellen zu erfassen, kann es helfen den Verlauf der auftauchenden Spannungsbögen zu beschreiben und angemessen zu begründen.
Der Spannungsbogen des Gleichnisses vom Senfkorn beginnt in Vers 31 nach der Einleitung. Er beginnt mit dem Anfang des Gleichnisses „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn“ (Mt 13,31). Die Spannung wird durch den zunächst widersprüchlich wirkenden Vergleich, des kleinen und mickrig wirkenden Senfkorns mit dem an Größe endlosen und stark dominierenden Himmelreiches, erzeugt. Es kommt die Frage auf, warum der Vergleich zwischen einem Senfkorn und dem Himmelreich gezogen wird und mit welchen Gemeinsamkeiten sich dieser begründen lässt.
In Vers 32 wird der Spannungbogen geschlossen. Es folgt die Aufklärung der zuvor fragwürdigen Situation und die Angemessenheit dieses Vergleiches wird geklärt und begründet: „das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.“ (Mt 13,31). Die Spannung wird abgebaut, indem zuvor aufgebaute Fragen geklärt werden.
Der Spannungsbogen des zweiten Gleichnisses des Sauerteigs (Mt 13,33-35) verläuft ähnlich, aber beschränkt sich nur auf einen Vers aufgrund der Kürze der Erzählung. Zu Beginn der Perikope wird auch hier durch einen zunächst unschlüssig wirkenden Vergleich Spannung aufgebaut: „Das Himmelreich gleicht einen Sauerteig“ (Mt 13,33). Dieser Vergleich wird erst erschließbar, als Jesus den weiteren Verlauf des Säuerns des Sauerteigs beschreibt: „den eine Frau nahm und unter einem halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war“ (Mt 13,33).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des methodischen Vorgehens und der Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung der Wirkungsgeschichte der Gleichnisse.
2. Sprachlich-sachliche Analyse: Untersuchung der textlinguistischen Spannungsbögen sowie der historischen und sozialgeschichtlichen Rahmenbedingungen der Gleichnisse.
3. Frage nach der Aussageabsicht: Erörterung der Formkritik und pragmatischer Analysemethoden zur Bestimmung der Funktion der Gleichnisse für den Leser.
4. Kontextuelle Analyse: Analyse der Traditionsgeschichte und Durchführung eines religionsgeschichtlichen sowie synoptischen Vergleichs der Textstellen.
5. Kompositionskritik und Redaktionskritik: Untersuchung der theologischen Schwerpunkte des Evangelisten Matthäus und der redaktionellen Gestaltung des Evangeliums.
6, Ergebnis, Fazit: Zusammenfassende Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse über die Bedeutung der Gleichnisse und den Lernprozess während der Analyse.
Schlüsselwörter
Matthäusevangelium, Reich Gottes, Himmelreich, Senfkorn, Sauerteig, Gleichnisse, Exegese, Redaktionskritik, Formkritik, Judenchristentum, Bibelanalyse, Synoptiker, neutestamentliche Texte, Hermeneutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig nach Matthäus 13,31-35.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Sprachlogik der Gleichnisse, ihr religionsgeschichtlicher Kontext und die redaktionelle Absicht des Autors Matthäus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis der Gleichnistexte zu erlangen und ihre Bedeutung innerhalb der matthäischen Theologie zu entschlüsseln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden historisch-kritische Analysemethoden, Textlinguistik, Formkritik sowie kompositions- und redaktionskritische Ansätze angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine sprachlich-sachliche Analyse, die Erörterung der Aussageabsicht, kontextuelle Vergleiche sowie eine redaktionskritische Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Matthäusevangelium, Reich Gottes, Senfkorn, Sauerteig, Exegese und Redaktionskritik.
Welche Rolle spielt der Vergleich mit anderen Evangelien?
Der Vergleich (Synopse) hilft dabei, die spezifischen Akzentsetzungen des Evangelisten Matthäus im Vergleich zu Markus und Lukas zu identifizieren.
Wie bewertet die Autorin die Rolle Gottes in den Gleichnissen?
Die Autorin stellt überrascht fest, dass der Mensch aktiv zur Entfaltung des Reiches Gottes beiträgt, anstatt dass Gott alle Handlungen allein übernimmt.
- Arbeit zitieren
- Magali Nolden (Autor:in), 2008, Exegetische Überlegungen zu dem Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114856