Der Tod Alexander des Großen und die Regelungen nach dessen Tod


Hausarbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Tod Alexanders
2.1 Die Tage vor seinem Tod
2.2 Abschied vom Herrscher
2.3 Theorien über den Tod Alexanders
2.4 Der Tod eines Herrschers und seine Folgen
2.5 Das Testament

3 Regelungen nach dem Tod Alexanders

4 Alexanders letzte Reise
4.1 Leichnam Alexanders als Herrschaftslegitimation
4.2 Wo liegt das Grab?

5 Zusammenfassung

6 Quellenverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Tod Alexanders des Großen am 10.Juni 323 v. Chr. ist sagenumwoben. Wenn es darum geht, klarzustellen, wie und woran Alexander gestorben ist, scheiden sich die Geister.

In dieser Arbeit wird es insbesondere um die Frage gehen, was der Mythos für Rückschlüsse auf die Realität zulässt und inwiefern diese mit den Fakten übereinstimmen. Sowie, was das Besondere an Alexanders Verhalten während der letzten Stunden war und wie seine Regelungen Einfluss auf die hellenistische Staatenwelt hatten.

Die Quellenlage teilt sich in Primärquellen und Sekundärquellen. Die ersten sind Quellen aus der Zeit Alexanders, wie z.B. Kallisthenes, die Sekundärquellen entstammen dem Ende der hellenistischen Epoche bis zum 2. Jhd. n. Chr. . Von den Primärquellen sind meistens weder Titel noch Umfang des Werkes bekannt, da sie meist nur in kleinen Teilen erhalten sind. Objektivität ist von den Primärquellen nicht zu erwarten, da sie zumeist von Menschen in Alexanders direktem Umfeld geschrieben wurden. Die Sekundärquellen wurden in der römischen Kaiserzeit von griechischen Geschichtsschreibern verfasst, einzige Ausnahme ist der römische Q. Curtius Rufus. Ich werde die Quelle des Plutarch[1], Diodor[2] und des Arrian[3] als Quellenmaterial interpretieren. Plutarch und Arrian geben eine sehr detaillierte und ähnliche Beschreibung der letzten Tage Alexanders wieder. Arrian hat seine Informationen von Ptolemaios, der als General am Alexanderzug teilgenommen hat. Beide wurden in ihren Aufzeichnungen von Kallisthenes beeinflußt, der den gesamten Feldzuges Alexanders begleitet und aufgezeichnet hat. Kallisthenes wurde von Alexander hingerichtet und kann demnach nichts über seinen Tod überliefern.

Plutarch und Diodor lebten einige Jahrhunderte später und mussten sich deshalb auf die schriftlichen Überlieferungen von Kalisthenes verlassen. Des weiteren beziehe ich den Alexanderroman[4] zu meinen Ausarbeitungen mit ein, der im 3. Jahrhundert n. Chr. von einem Unbekannten aus zumeist schriftlichen Quellen geschrieben wurde und nach der Bibel, dass meistverbreitetste Buch im Mittelalter war.

Die Forschungslage ist heute so weit, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann, dass Alexander der Große an der Malaria Tropica gestorben ist. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert hat die Forschung sehr große Fortschritte gemacht. Der Alexanderroman beleuchtet insbesondere den Tod sehr genau. Die Untersuchungen von Gehrke und Droysen kollidieren etwas miteinander, da Droysen noch nicht die Forschungsgrundlagen hatte, wie Gehrke sie vorfand.

Leider gibt es auch heute noch wenig Forschungsliteratur, die sich mit dem Tod Alexanders befasst. Aus diesem Grund werde ich mich, neben dem Quellenmaterial, das mir zur Verfügung steht, auf Gesamtdarstellungen von Gehrke, Droysen, Lauffer und Seibert beziehen.

2. Der Tod Alexanders

2.1 Die Tage vor seinem Tod

Bei den meisten Historikern ist der Ablauf des Todes gleich. Sie beziehen sich dabei auf die Quellenaussagen des Arrian und des Plutarch, die aus den „Königlichen Tagebüchern“ Alexanders schreiben. Diese „Ephemerides“ wurden von Eumenes von Kardia, dem königlichen Sekretär, und von Diodotos von Erythrai geführt.

Alexander ist nach einem sehr ermüdenden Feldzug nach Indien, wieder nach Babylon zurückgekehrt. Bei der Totenfeier zu Ehren des Heros Hephaistion, Alexanders engstem Vertrauten, trank er sehr viel Wein. Am folgenden Tag betrank er sich wieder mit Medios und legte sich dann fiebrig zu Bett. Als Ursache für das schwache Immunsystem nennt Droysen die Schwächung durch die „Gemütsbewegungen“,und die Trinkgelage, die sehr schnell aufeinander gefolgt waren[5].

Die Historiker sind sich einig, dass Alexander die Abfahrt seiner Flotte wegen seiner plötzlichen Erkrankung mehrfach verschoben hat. Laut Gehrke und Droysen sollte sie die arabische Halbinsel erobern, da dieser Feldzug der einzig Logische gewesen wäre. Alle persischen Großkönige hatten Probleme mit den arabischen Beduinenstämmen der Halbinsel, die schon seit Jahrtausenden Raubzüge durch mesopotamische Siedlungsgebiete unternommen hatten. Alexander ging aber noch weiter und wollte nicht nur die Raubzüge verhindern, sondern gleich das ganze Gebiet unterwerfen. Dadurch wären die Handelswege, zu Land und zu See, vom östlichen Ende des Reiches am Indus bis zum westlichen in Ägypten, gesichert gewesen.[6] Laut Arrian hat Alexander das Fieber nach einem Gastmahl befallen, und Alexander hat der Erkrankung zunächst nur wenig Beachtung geschenkt.[7] Droysen und Gehrke stellen Alexanders Tod als heroisches Ereignis dar, mit einem Abschied vom Heer und seinen Veteranen, was auch im Alexanderroman beschrieben wird.

2.2 Abschied vom Herrscher

Alexander ließ, bevor er nicht sein Testament gemacht hatte, außer Perdikkas, Ptolemaios und Lysimachos niemanden zu sich. Daraufhin enstand ein Aufruhr der Makedonen vor dem Palast Alexanders und sie verlangten ihren König zu Gesicht zu bekommen, sonst würden sie die Wachen töten. „Da befahl Alexander, sein Lager so aufzustellen, dass das gesamte Heer an ihm vorbeimarschieren und ihn sehen konnte, indem sie zu einer Tür hereinkamen und zur anderen hinausgingen“.[8] Es sind nur die Makedonen an Alexander vorbeigegangen, um ihn zu sehen „und es war keiner, der nicht weinte über den großen König Alexander, wie er da elend auf dem Bette lag“.[9] Ein Soldat rief noch, dass es gut wäre wenn auch sie alle mit ihm sterben würden, als Befreier Makedoniens.[10] Nach Hephaistions Tod war Perdikkas Alexanders neuer Vertrauter und Großwesir, der aber die Lücke, nie aufgefüllt hat, die Hephaistion in Alexanders Hierarchie hinterlassen hatte. Ihm gab Alexander auf dem Sterbebett seinen Siegelring und damit die Entscheidungsgewalt.

Auf die Frage, wem Alexander sein Reich hinterlassen werde soll er laut Diodorus Siculus, einem griechischen Historiker aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., gesagt haben: Dem Stärksten von euch. Des weiteren glaube Alexander, dass seine Freunde große Begräbnisspiele für ihn veranstalten werden. (Gehrke)

Alexander soll einigen Überlieferungen zufolge in den letzten Tagen auf seinem Sterbelager „[...] über die Nachfolge im Reich, über die Form der Regentschaft und über die notwendigen nächsten Maßregeln [...]“[11], bestimmt haben.

Droysen sagt aber auch, dass es nach seinen Forschungen keine sicheren Angaben gibt, dass Alexander auf dem Sterbebett darüber entschieden hat.[12] Nachdem Alexander gestorben war, kam es zum Streit zwischen den Makedonen, die seinen Leichnam zurück nach Makedonien bringen und den Persern, die ihn als den Gott Mithras verehren und in ihr Land überführen wollten.[13] Interessant hierbei ist, dass sich die Makedonen bei dem noch lebenden Alexander verabschiedet haben, die Perser aber nicht, die den Leichnam für sich beanspruchten, aber nicht bekamen. In Unterkapitel 4.1 werde ich die Gründe für dieses Verhalten zu erläutern versuchen.

2.3 Theorien über den Tod Alexanders

Bis heute konnte Alexanders Todesursache noch nicht genau geklärt werden. Die Historiographen der Antike haben verschiedenste Theorien. Kleitarchos, der innerhalb von zwanzig Jahren nach Alexanders Tod die Geschichte aufgeschrieben hat, denkt, dass Alexander nicht vergiftet worden sei. Er war aber wahrscheinlich beim Leichenzug Alexanders nicht zugegen und seine Aufzeichnungen basieren hauptsächlich auf mündlicher Überlieferung. Diese Theorie wurde auch von Diodor und Curtius anerkannt. Arrian hingegen vermutete, dass Alexander Selbstmord begangen habe.[14]

Der Historiker Johann Gustav Droysen nennt als Todesursache das Fieber[15], Hans-Joachim Gehrke konkretisiert dies noch und nennt die Malaria tropica.[16] ‚Malaria Tropica’ war im 19. Jahrhundert noch nicht bekannt und wurde noch als ‚Fieber’ bezeichnet.

[...]


[1] AX, WILHELM (1953): Plutarch, Griechische Heldenleben, Themistokles, Perikles, Alkibiades, Dion, Alexander, Agis. 6. Auflage, Stuttgart.

[2] HAMMOND, NICOLAS G. L. (1983): Three Historians of Alexander the Great, the so-called Vulgate authors, Diodorus, Justin and Curtius. Cambridge.

[3] CAPELLE,WILHELM (1950): Arrian, Alexanders Siegeszug durch Asien. Zürich-Stuttgart

[4] PFISTER, FRIEDRICH (1978): Der Alexanderroman, mit einer Auswahl aus den verwandtenTexten. Meisenheim am Glan. (Beiträge zur klassischen Philologie Heft 92)

[5] Vgl. DROYSEN, JOHANN GUSTAV (1833): Alexander der Große. Sonderausgabe (1954), Wiesbaden. S. 467.

[6] vgl. GEHRKE, HANS-JOACHIM (1996): Alexander der Grosse. 4., durchgesehene Auflage (2005), München. S.95.

[7] Arrian, Anabasis 7, 25, 1ff. (zitiert nach CAPELLE,WILHELM: Arrian, Alexanders Siegeszug durch Asien. Zürich-Stuttgart 1950

[8] VAN THIEL, HELMUT (1974): Leben und Taten Alexanders von Makedonien. Darmstadt. S.163.

[9] VAN THIEL, HELMUT (1974): Leben und Taten Alexanders von Makedonien. Darmstadt. S.163.

[10] vgl. VAN THIEL, HELMUT (1974): Leben und Taten Alexanders von Makedonien. Darmstadt. S.163.

[11] vgl. DROYSEN, JOHANN GUSTAV (1833): Alexander der Große. Sonderausgabe (1954), Wiesbaden. S.469.

[12] DROYSEN, JOHANN GUSTAV (1833): Alexander der Große. Sonderausgabe (1954), Wiesbaden. S.468.

[13] vgl. VAN THIEL, HELMUT (1974): Leben und Taten Alexanders von Makedonien. Darmstadt. S.165

[14] HECKEL, WALDEMAR (1988): The last days and testament of Alexander the great. Historia Zeitschrift Heft 56, Stuttgart. S.2.

[15] vgl. DROYSEN, JOHANN GUSTAV (1833): Alexander der Große. Sonderausgabe (1954), Wiesbaden. S.467f. .

[16] vgl. GEHRKE, HANS-JOACHIM (1996): Alexander der Grosse. 4., durchgesehene Auflage (2005), München. S.95.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der Tod Alexander des Großen und die Regelungen nach dessen Tod
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die hellenistische Staatenwelt
Note
1.7
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V114858
ISBN (eBook)
9783640162406
ISBN (Buch)
9783640164868
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander, Großen, Regelungen, Staatenwelt
Arbeit zitieren
Alexander Munk (Autor:in), 2007, Der Tod Alexander des Großen und die Regelungen nach dessen Tod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114858

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