Die vorliegende Masterarbeit bezieht sich in der wissenschaftlichen Erhebung nur auf die Region Vorarlberg, Österreich sowie die Klein- und Kleinsthandwerksunternehmen der Sanitär-, Heizungs- und LüftungstechnikerInnen. Unabhängig von der klaren Spezifizierung für diese Arbeit, soll dieses Buch universell Branchenübergreifend fungieren und einen Überregionalen Ansatz für mögliche Problemlösungen im laufenden Geschäftsalltag darstellen.
Die Wettbewerbsposition der Klein- und Kleinsthandwerksbetriebe wird oftmals durch Fachkräftemangel, fehlende finanzielle Ressourcen zur Wissensbewahrung und nicht ausgereifte digitale Transformation geschwächt. Diese Masterarbeit befasst sich mit den Wissenstransfer-Strategien sowie deren Eignung für die Optimierung der Wettbewerbsposition der Klein- und Kleinstunternehmen durch den gezielten Einsatz von Wissensmanagement. Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Wissenstransfer-Strategien und deren Methoden bei den Klein- und Kleinstunternehmen der Vorarlberger Sanitär-, Heizungs- und LüftungstechnikerInnen noch keine angeleitete Anwendung finden, verfolgt diese Studie das Ziel, aufzuzeigen, wie Wissenstransfer-Strategien durch systematisches Wissensmanagement sowie Organisationales Lernen unter Einbeziehung der Digitalisierung optimiert werden können, um dadurch nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielstellung
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodologie – Erhebungs-/Auswertungsmethoden
1.5 Sampling
1.6 Qualitätssicherung
1.7 Aufbau der Masterarbeit
2. Definitionen und Begriffsabgrenzungen
2.1 Wissensorientiere Unternehmensführung
2.2 Digitale Transformation
2.3 Klein- und Kleinsthandwerksbetriebe
2.4 Wissensmanagement
2.5 Organisationales Lernen
2.6 Wissenstransfer
3. Klein- und Kleinsthandwerksbetriebe im Wandel
3.1 Attribute der Klein- und Kleinsthandwerksbetriebe
3.2 Familiengeführte Betriebe
3.3 Digitalisierungsstatus
4. Wissenstransfer-Strategien
4.1 Wissen als immaterieller Vermögenswert im Unternehmen
4.2 Grundmodell Wissensorientierter Unternehmensführung
4.3 Bausteinmodell des Wissensmanagements
4.4 Fazit
5. Organisationales Lernen
5.1 Die lernende Organisation
5.2 Analyse der erfolgskritischen WissensträgerInnen
5.3 Implizites und Explizites Wissen
5.4 Fazit
6. Methoden der Wissenstransfers-Strategien
6.1 Personifizierungs- und Kodifizierungsstrategie
6.2 Ausgewählte Methoden der Personifizierungsstrategien
6.2.1 Eintrittsphase
6.2.1.1 Onboarding
6.2.1.2 Wissens-Mentoring
6.2.2 Erfahrungsaufbau
6.2.2.1 Meetings
6.2.2.2 Debriefing
6.2.3 Austritt
6.2.3.1 Qualitätszirkel
6.2.3.2 Storytelling
6.3 Ausgewählte Methoden der Kodifizierungsstrategien
6.3.1 Kommunikationsunterstützung
6.3.1.1 Konferenzsysteme
6.3.1.2 Nachrichtensysteme
6.3.2. Koordinationsunterstützung
6.3.2.1 Workflow-Management-Systeme
6.3.2.2 Dokumenten-Management-Systeme
6.3.3 Kooperationsunterstützung
6.3.3.1 Gruppeneditoren
6.3.3.2 Wiki-Systeme
6.4 Fazit
7. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen
8. Empirische Erhebung und Auswertung
8.1 Erhebungsmethode
8.2 Auswertung
8.3 Forschungsdesign und Sampling
8.3.1 Sampling
8.3.2 Leitfaden des ExpertInneninterviews
8.4 Die Operationalisierung
8.5 Interviewprotokolle
8.6 Ausführung der Inhaltsanalyse
8.6.1 Kategorienbildung
8.6.2 Systematische Zusammenfassung der Inhaltsanalyse
8.7 Empirische Auswertung
9. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen
10. Resultat und Perspektive
10.1 Beantwortung der Hauptforschungsfrage
10.2 Diskussion
10.3 Limitation
10.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie Wissenstransfer-Strategien in kleinen und Kleinsthandwerksbetrieben der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik durch systematisches Wissensmanagement und organisationales Lernen optimiert werden können, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren.
- Analyse des Status quo des Wissensmanagements in regionalen KMUs.
- Entwicklung eines kombinierten Modells zur wissensorientierten Unternehmensführung.
- Untersuchung von Methoden der Personifizierungs- und Kodifizierungsstrategie.
- Integration von Ansätzen zum organisationalen Lernen und digitaler Transformation.
- Empirische Validierung durch Experteninterviews.
Auszug aus dem Buch
6.2.3.2 Storytelling
Die Storytelling-Methode erfasst das Erfahrungswissen von MitarbeiterInnen über entscheidende Ereignisse im Betrieb aus unterschiedlichen Perspektiven. Dieses Erfahrungswissen wird in Form einer gemeinsamen Geschichte ausgewertet und verfolgt das Ziel, Tipps, Tricks und die gemachten Erfahrungen zu dokumentieren und somit für die gesamte Organisation nutzbar sowie übertragbar zu machen (Thier, 2010, S. 17). Der analoge Anteil der internen Kommunikation wird gesteigert, denn in der Geschichte ausgemalte Bilder können an vorhandene Bilder anknüpfen und weitreichende Sinneszusammenhänge aufzeigen. Bereits das Interesse an der Geschichte kann als wirksame Intervention interpretiert werden und somit die Motivation oder den Wissenstransfer fördern (Jonassen et al., 2019, S. 343).
Besonders der meist implizite Wissensverlust durch die ExpertInnen, die das Unternehmen verlassen, kann ein Problem darstellen. Durch den stetigen und nicht immer planbaren Abfluss von Fachkräften bleibt der Organisation wenig Zeit, Wissen weiterzugeben oder zu sichern. Die Nachwirkungen einer Person, die das Unternehmen mit erfolgskritischem Wissen verlässt, können durch nicht ausgeführte Übergaben oder Versäumnisse als beispielsweise schmerzvolle finanzielle Auswirkungen sowie nicht mehr nachvollziehbare Arbeitsabläufe im Betrieb wahrgenommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Problematik der ineffektiven digitalen Transformation und des Wissensdefizits in Handwerksbetrieben.
2. Definitionen und Begriffsabgrenzungen: Theoretische Klärung von Wissensmanagement, digitaler Transformation und KMU-Strukturen.
3. Klein- und Kleinsthandwerksbetriebe im Wandel: Untersuchung der spezifischen Attribute von Handwerksbetrieben und deren Digitalisierungsgrad.
4. Wissenstransfer-Strategien: Darstellung theoretischer Modelle zur wissensorientierten Führung und Wissensmanagement-Bausteinen.
5. Organisationales Lernen: Analyse der lernenden Organisation und der Rolle von erfolgskritischen Wissensträgern.
6. Methoden der Wissenstransfers-Strategien: Konkrete Ansätze zur Personifizierung und Kodifizierung von Wissen, wie Onboarding, Mentoring und Wiki-Systeme.
7. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen: Synthese der theoretischen Erkenntnisse zur Modellbildung.
8. Empirische Erhebung und Auswertung: Erläuterung der Forschungsmethode, des Samplings und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
9. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen: Präsentation der Ergebnisse aus der Expertenbefragung zur Praktikabilität der Modelle.
10. Resultat und Perspektive: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage, Diskussion der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissenstransfer, Handwerk, KMU, Organisationale Lernen, Digitale Transformation, Personifizierungsstrategie, Kodifizierungsstrategie, Fachkräftemangel, Experteninterview, Sanitärtechnik, Prozessoptimierung, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie kleine Handwerksbetriebe im Bereich Sanitär, Heizung und Lüftung ihr Wissen durch gezielte Strategien und modernes Management besser bewahren und nutzen können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf Wissensmanagement-Modellen, Methoden des organisationalen Lernens und den Möglichkeiten der digitalen Transformation in Handwerksbetrieben.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, ein praktikables Modell für eine wissensorientierte Unternehmensentwicklung zu entwickeln, das speziell auf die Bedürfnisse von Klein- und Kleinstbetrieben zugeschnitten ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsmethode, konkret wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit Inhabern und Geschäftsführern geführt und nach Mayring inhaltlich analysiert.
Was sind die wichtigsten Inhalte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Wissensmanagement-Methoden (Kodifizierung vs. Personifizierung) und deren empirische Überprüfung in der Praxis.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Wissensmanagement, Wissenstransfer, KMU, Organisationale Lernen, Handwerk und Digitale Transformation.
Welche Rolle spielt die digitale Transformation für diese Betriebe?
Sie wird als notwendiges Instrument zur Arbeitserleichterung und Prozessoptimierung angesehen, wobei viele Betriebe derzeit nur ein Minimum an digitalen Möglichkeiten nutzen.
Welches Fazit ziehen die Experten bezüglich der Dokumentation von Wissen?
Die Experten betonen, dass eine lückenlose Dokumentation zwar wertvoll, jedoch im Alltag sehr zeitintensiv ist und meist an personellen Kapazitäten scheitert.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Keckeis (Autor:in), 2021, Wissenstransfer-Strategien der Vorarlberger Sanitär-, Heizungs- und LüftungstechnikerInnen. Eine Erhebung derer Eignung zur Optimierung der Wettbewerbsposition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148832