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Die Figur Medea in den "Metamorphosen" von Ovid und ihre Tradition in der abendländischen Literatur

Titel: Die Figur Medea in den "Metamorphosen" von Ovid und ihre Tradition in der abendländischen Literatur

Seminararbeit , 2008 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Hendrik Keilhauer (Autor:in)

Latinistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die kolchische Königstochter und Hexe Medea, die ihre Feinde und – von ihrem Mann verlassen – schließlich ihre Kinder tötet, ist eine Figur der antiken Mythologie, die dort wie nur wenige andere auf mannigfaltige Art und Weise in Erscheinung tritt. Sie gilt als eine der größten Zauberinnen des griechischen Mythos’. Zahlreiche Autoren des Altertums haben diesen Sagenstoff bearbeitet, und dies z. T. in sehr unterschiedlicher Manier. Der Mythos wurde innerhalb der letzten zweitausend Jahre ebenso reichhaltig in der Literatur, der Musik und der bildenden Kunst behandelt.

Der römische Dichter PUBLIUS OVIDIUS NASO (20. März 43 v. Chr. – 17 n. Chr.) widmete sich in seinem umfangreichen poetischen Werk ebenfalls dieser damals wie auch heute noch
bekannten sagenhaften Geschichte, und dies sogar mehrfach.
Diese Arbeit wird den Mythos von Medea, in der Form, in der er heute für uns greifbar ist, zu Beginn kurz zusammenfassen, um anschließend einen groben Überblick darüber zu geben, wer
den Sagenstoff vor OVID und auf welche Art und Weise behandelt hat. Danach werden nach einer Kurzbeschreibung von Leben und Werk des Autors die Version(en) und die Art der
Darstellung im Werk des Dichters vorgestellt, wobei das besondere Augenmerk dabei darauf liegt, wie die Medea dem Leser in OVIDs siebten Buch der Metamorphosen präsentiert wird. Die Leitfrage ist demnach: Wie präsentiert OVID seine Medea und was unterscheidet seine Darstellung von seinen Vorläufern und den Vorbildern, auf die er konkret zurückgreift?
Daraufhin folgt eine Darlegung der Rezeption des Medeamythos’ in der Literatur nach OVID, die ebenfalls nur einen Überblick eher episodischen Charakters bieten kann. Abschließen wird
die Arbeit dann mit einem eingehenderen Vergleich der ovidischen Darstellung mit JEAN ANOUILHs Drama Médée. Wichtig bleibt auch hierbei die Fragestellung, worin genau OVID in seiner Version von seinen Vorgängern abweicht.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der (griechische) Mythos in Kurzform

2. Der Medeamythos vor OVID

3. OVIDs Version(en) des Mythos’

3.1 Darstellungsweise der Sage bei OVID: Die Epistulae heroidum und die verschollene Tragödie Medea

3.2 Die Medea der Metamorphosen

4. Die Rezeption des Mythos’ und der ovidianischen Bearbeitung

4.1 Allgemeiner Überblick

4.2 Je ne sais faire que le mal. – Die Médée JEAN ANOUILHs

Schlussbetrachtung:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit analysiert die Darstellung der Medea in den Metamorphosen von Publius Ovidius Naso unter Berücksichtigung ihrer literarischen Vorläufer und ihrer Rezeption, insbesondere im Vergleich zu Jean Anouilhs Drama Médée, um Ovid's spezifische Herangehensweise an diesen Mythos herauszuarbeiten.

  • Analyse des Medea-Mythos vor Ovid
  • Untersuchung der ovidischen Darstellung der Medea in den Metamorphosen
  • Vergleich mit Ovid's anderen Werken (Epistulae heroidum, verlorene Medea-Tragödie)
  • Überblick über die literarische Rezeption des Medea-Mythos nach Ovid
  • Vergleichende Interpretation von Jean Anouilhs Médée

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Medea der Metamorphosen

Die Metamorphosen OVIDs sind ein Epos in fünfzehn Büchern, in dem über 250 Sagenstoffe der antiken Mythologie behandelt und in rund 12.000 Versen zu einem perpetuum carmen (Ov. met. 1, 4) zusammengefügt werden. Im Zentrum jeder Sage steht eine Verwandlung, die durch geschickte Übergänge miteinander verknüpft ist, und das gesamte Werk reicht somit, gemäß dem Selbstanspruch des Dichters, von den Anfängen bis zu seiner eigenen Gegenwart – dem Prinzipat: „ab origine mundi ad mea […] tempora“ (Ov. met. 1, 3f.). Die fünfzehn Bücher lassen sich in drei Pentaden gliedern, von denen die mittlere, also die Bücher VI-X, als sog. Heroenpentade bezeichnet werden kann. Da aber der Fokus nicht auf dem jeweiligen Helden, sondern vielmehr auf der ihm zugehörigen Frau liegt, kann ebenso gut von einer Heroinnenpentade gesprochen werden (Arachne, Niobe, Medea, Skylla, Iphis, Eurydike, etc.). Die beschriebenen Heldentaten und -abenteuer sind nur vordergründiger Handlungsrahmen für die Schicksale der Heroinnen, so auch bei Medea, die im Zentrum der zweiten Pentade steht. Diese besonders lange Episode (sie umfasst rund 450 Verse und ist somit eine der längsten in den Metamorphosen erzählten Mythen überhaupt) wird eingerahmt von Mythen um andere Frauen und der Heiratsthematik. Ihnen allen gemeinsam sind der Konflikt hinsichtlich der Treue zum Vater, die Heirat mit anschließendem Ehebruch bzw. Betrug sowie die Machtausübung durch Gewaltverbrechen und das Problem psychisch-physischer Ver(w)irrung der betroffenen Frauen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Medea-Mythos und Definition der zentralen Forschungsfrage zur ovidischen Darstellung im Vergleich zu seinen Vorgängern.

1. Der (griechische) Mythos in Kurzform: Zusammenfassung der klassischen Argonautensage von der Reise nach Kolchis bis zur Flucht und dem Schicksal der Medea.

2. Der Medeamythos vor OVID: Überblick über die literarische Tradition der Medea-Figur bei Autoren wie Pindar, Euripides und Apollonios von Rhodos.

3. OVIDs Version(en) des Mythos’: Darstellung der Biografie Ovids und seiner literarischen Auseinandersetzung mit dem Mythos vor den Metamorphosen.

3.1 Darstellungsweise der Sage bei OVID: Die Epistulae heroidum und die verschollene Tragödie Medea: Analyse der Behandlung des Stoffes in Ovids früheren Werken und deren Bedeutung für das Verständnis der Metamorphosen.

3.2 Die Medea der Metamorphosen: Tiefgehende Untersuchung der ovidischen Medea, ihrer psychischen Wandlung und der narrativen Gestaltung durch Ovid.

4. Die Rezeption des Mythos’ und der ovidianischen Bearbeitung: Aufzeigen der literarischen Weiterverarbeitung des Mythos nach Ovid von der Antike bis zur Moderne.

4.1 Allgemeiner Überblick: Kurzer Abriss wichtiger Adaptionen von Seneca bis Christa Wolf.

4.2 Je ne sais faire que le mal. – Die Médée JEAN ANOUILHs: Detaillierte Analyse des Dramas von Jean Anouilh im Kontext seiner Entstehungszeit.

Schlussbetrachtung: Resümee über die Sonderstellung der ovidischen Medea als "Frau zwischen den Texten" und deren Einfluss auf die literarische Tradition.

Schlüsselwörter

Medea, Ovid, Metamorphosen, griechischer Mythos, Argonauten, antike Literatur, Rezeption, Jean Anouilh, psychologische Wandlung, Zauberkraft, Intertextualität, antikes Drama, Kindesmord, Antike, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung der Medea im Werk des römischen Dichters Ovid, insbesondere in seinen Metamorphosen, und analysiert, wie er den Mythos neu interpretiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die literarische Tradition des Medea-Mythos, Ovids spezifische Erzählweise, die psychologische Entwicklung der Medea-Figur und deren Nachwirkung in späteren Epochen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Leitfrage ist, wie Ovid seine Medea präsentiert und worin sich seine Darstellung von der seiner Vorläufer und Vorbilder unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die intertextuelle Vergleiche zwischen Ovids Werk und den Werken seiner Vorgänger sowie eine Rezeptionsanalyse des Dramas von Jean Anouilh umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Ovids frühere Werke zum Thema Medea, die detaillierte Analyse der Medea in den Metamorphosen und die Rezeption des Mythos in der europäischen Literaturgeschichte besprochen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medea, Ovid, Metamorphosen, Mythos, Rezeption, Intertextualität und psychologische Verwandlung.

Wie unterscheidet sich die Medea der Metamorphosen von der euripideischen Medea?

Während bei Euripides eine konkrete Tragödie im Vordergrund steht, nutzt Ovid den Stoff zur Darstellung einer psychischen Entwicklung von der liebenden Frau zur verbitterten Hexe, wobei er Bekanntes beiläufig behandelt und andere Schwerpunkte setzt.

Warum ist Jean Anouilhs Médée als Vergleichsbeispiel gewählt worden?

Anouilhs Drama dient als Beispiel für die moderne Rezeption des Mythos, da es einerseits Anleihen bei Ovid nimmt, aber durch den Kontext der Nachkriegszeit eine eigene, skeptische Perspektive einnimmt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Figur Medea in den "Metamorphosen" von Ovid und ihre Tradition in der abendländischen Literatur
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Veranstaltung
Lateinisches Proseminar II - Ovids Metamorphosen
Note
1,7
Autor
Hendrik Keilhauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V114891
ISBN (eBook)
9783640160679
ISBN (Buch)
9783640160754
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MEDEA Lateinisches Proseminar Ovids Metamorphosen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hendrik Keilhauer (Autor:in), 2008, Die Figur Medea in den "Metamorphosen" von Ovid und ihre Tradition in der abendländischen Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114891
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Leseprobe aus  24  Seiten
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