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Der Konstruktivismus und die realistische Theorie der Sicherheit: Erklärungen für die transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika zur Zeit des Kalten Krieges

Title: Der Konstruktivismus und die realistische Theorie der Sicherheit: Erklärungen für die transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika zur Zeit des Kalten Krieges

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom Politologe Fabian Rieger (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zwei völlig unterschiedliche theoretische Zugänge – den Konstruktivismus und die realistische Theorie – hinsichtlich ihrer Erklärungen für die engen transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika während des Kalten Krieges zu untersuchen. Diese Kooperation vor allem der damaligen NATOStaaten sollte gerade im Hinblick auf die teilweise ehemalige Kriegsgegnerschaft im Zweiten Weltkrieg nicht als selbstverständlich angesehen werden. Sie erstreckte sich keineswegs nur auf eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Vielmehr wurden schon 1956 im Bericht des Dreierausschusses über die nichtmilitärische Zusammenarbeit im
Rahmen der NATO Kooperationen nicht nur auf militärischer, sondern auch auf politischer und wirtschaftlicher Ebene gefordert.1

Welche Erklärungen können Theorien der internationalen Beziehungen für die engen transatlantischen Beziehungen bieten?
Die Beschränkung der Fragestellung auf den Untersuchungszeitraum Kalter Krieg ist vor allem dem begrenzten Umfang dieser Arbeit geschuldet. Ohne Zweifel wäre eine Betrachtung der jüngsten Entwicklungen durch die „Brille“ der Theorien der
internationalen Beziehungen interessant, würde jedoch sicherlich den vorgesehenen Rahmen sprengen.
Da insbesondere der Konstruktivismus einen noch sehr heterogenen Strauß von
theoretischen Ansätzen in sich vereinigt, werde ich mich vor allem auf die
konstruktivistische Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft stützen, die in den späten 50er Jahren erstmals unter der Federführung von Karl Deutsch entwickelt wurde.2 Hinsichtlich der realistischen Theorie werde ich vor allem Bezug auf den Neorealismus nehmen. Die Arbeit ist in einen theoretischen Teil und einen Vergleichsteil gegliedert. Ersterer beinhaltet die Darlegung der beiden theoretischen Zugänge. Von ihnen ausgehend sollen jeweils Hypothesen entwickelt und anschließend empirisch überprüft werden. Der zweite Teil stellt die Theorien vergleichend dar, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede
herausgearbeitet werden sollen, und beurteilt abschließend deren jeweilige Erklärungskraft in Bezug auf das Thema.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen

1.1 Konstruktivismus

1.1.1 Die Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft

1.1.2 These: die transatlantischen Beziehungen als Sicherheitsgemeinschaft

1.1.3 Empirische Überprüfung

1.2 Neorealismus

1.2.1 These: die transatlantischen Beziehungen als reine Allianz

1.2.2 Empirische Überprüfung

2. Vergleich von Konstruktivismus und Neorealismus hinsichtlich der Fragestellung

2.1 Gegenüberstellung der konkurrierenden theoretischen Ansätze

2.2 Erklärungskraft der Theorien

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die engen transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika während des Kalten Krieges durch die theoretischen Brillen des Konstruktivismus und des Neorealismus zu analysieren und deren Erklärungskraft zu vergleichen.

  • Vergleichende Analyse der konstruktivistischen und neorealistischen Theorie
  • Untersuchung der Sicherheitsgemeinschaft als konstruktivistisches Konzept
  • Neorealistische Interpretation der transatlantischen Allianz
  • Empirische Überprüfung der theoretischen Hypothesen anhand historischer NATO-Entwicklungen
  • Bewertung der Erklärungskraft beider Ansätze für transatlantische Kooperationsstrukturen

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Die Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft

Die Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft wurde in den späten 50er Jahren von Karl Deutsch in die wissenschaftliche Diskussion gebracht. Für ihn ist: „A security community is a group of people which has become integrated“. Diese integrativen Prozesse erreichen bei einer Sicherheitsgemeinschaft eine Stufe derart, dass sich innerhalb eines bestimmten Territoriums eine Art „sense of community“ entwickelt, die letztlich zu „peaceful change“ innerhalb der Gemeinschaft führt. Um es mit anderen Worten auszudrücken: Gemeinsame Wertvorstellungen, Normen, Institutionen und Praktiken führen über einen längeren Zeitraum hinweg dazu, dass sich die Mitglieder einer Sicherheitsgemeinschaft gegenseitig besser einschätzen können und deshalb stabile und verlässliche Erwartungen friedlicher Veränderung aneinander haben. Gewalt wird nicht mehr als probates Mittel zur Konfliktlösung angesehen und die Vorbereitungen für eine gewaltsame Lösung eines möglichen Konfliktes innerhalb der Gemeinschaft halten sich in engen Grenzen bzw. sind nicht vorhanden. Wesentlich ist für die Idee der Sicherheitsgemeinschaft also die Konzeption von Sicherheit als Sicherheit nach Innen. Das heißt, Sicherheit bezieht sich auf das Innere der Gemeinschaft und entsteht letztlich dadurch, dass die Unsicherheit hinsichtlich des Verhaltens der anderen Akteure, über Kommunikations- und Integrationsprozesse bis zu einem gewissen Grad eliminiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, transatlantische Beziehungen des Kalten Krieges aus konstruktivistischer und neorealistischer Perspektive zu untersuchen.

1. Theoretisch-konzeptionelle Grundlagen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Fundamente des Konstruktivismus und Neorealismus dar und leitet daraus spezifische Hypothesen für die transatlantische Kooperation ab.

1.1 Konstruktivismus: Es wird das konstruktivistische Weltbild und insbesondere die von Karl Deutsch begründete Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft erläutert.

1.1.1 Die Konzeption der Sicherheitsgemeinschaft: Dieses Unterkapitel definiert die Sicherheitsgemeinschaft als eine Gruppe, in der durch Integration und gemeinsame Werte friedlicher Wandel ohne Gewaltanwendung möglich wird.

1.1.2 These: die transatlantischen Beziehungen als Sicherheitsgemeinschaft: Hier wird die Grundthese aufgestellt, dass die transatlantischen Beziehungen das Konzept einer Sicherheitsgemeinschaft erfüllen, und daraus werden konkrete Hypothesen abgeleitet.

1.1.3 Empirische Überprüfung: Anhand der Gründung der NATO und der politischen Zusammenarbeit wird geprüft, ob sich eine Sicherheitsgemeinschaft nachweisen lässt.

1.2 Neorealismus: Das Kapitel stellt die neorealistische Sichtweise vor, die das Verhalten von Staaten primär durch Machtverteilung und das Streben nach Sicherheit in einer anarchischen Welt erklärt.

1.2.1 These: die transatlantischen Beziehungen als reine Allianz: Es wird die These formuliert, dass die transatlantischen Beziehungen lediglich eine zweckgebundene Allianz gegen eine externe Bedrohung darstellen.

1.2.2 Empirische Überprüfung: Hier wird untersucht, ob die NATO-Kooperation primär als Reaktion auf die sowjetische Bedrohung zu verstehen ist.

2. Vergleich von Konstruktivismus und Neorealismus hinsichtlich der Fragestellung: Das Kapitel vergleicht beide Theorien in ihrem Erklärungsgehalt für die transatlantische Kooperation.

2.1 Gegenüberstellung der konkurrierenden theoretischen Ansätze: Die wesentlichen Unterschiede in den Weltbildern und Definitionen von Struktur und Sicherheit werden herausgearbeitet.

2.2 Erklärungskraft der Theorien: Es wird bewertet, welche Theorie die transatlantischen Beziehungen schlüssiger erklären kann und wo die jeweiligen Grenzen der Ansätze liegen.

Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf die Notwendigkeit hin, Theorien für Voraussagen zukünftiger Entwicklungen weiterzuentwickeln.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Neorealismus, Sicherheitsgemeinschaft, NATO, Kalter Krieg, transatlantische Beziehungen, Internationale Beziehungen, Allianz, Sicherheitspolitik, Bipolarität, Kooperation, Identität, Machtverteilung, Vertrauen, Außenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zwei gegensätzliche theoretische Zugänge der Politikwissenschaft – den Konstruktivismus und den Neorealismus – im Hinblick auf ihre Erklärungskraft für die transatlantischen Beziehungen während des Kalten Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Sicherheitsbündnissen, die Entstehung von Identitäten und Vertrauen zwischen Staaten sowie die Rolle materieller Macht versus normativer Strukturen in internationalen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, welche Erklärungen die konstruktivistische Sicherheitsgemeinschaft und die realistische Theorie der Sicherheit für die Kooperation zwischen Westeuropa und Nordamerika während des Kalten Krieges bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der Hypothesen aus den jeweiligen Theorien abgeleitet und anschließend anhand historischer empirischer Gegebenheiten (wie der NATO-Gründung und -Entwicklung) überprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen beider Ansätze und einen Vergleichsteil, in dem Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die jeweilige Erklärungskraft in Bezug auf das Thema erörtert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Konstruktivismus, Neorealismus, Sicherheitsgemeinschaft, NATO, transatlantische Beziehungen und Sicherheitspolitik sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Sicherheit" zwischen den beiden Theorien?

Während für den Neorealisten Sicherheit nach außen durch Abgrenzung und Machtmaximierung definiert wird, betrachtet der Konstruktivismus Sicherheit als Sicherheit nach innen, die durch Vertrauen und soziale Identität innerhalb einer Gemeinschaft entsteht.

Wie bewertet der Autor die Erklärungskraft des Konstruktivismus für den Kalten Krieg?

Der Autor stuft das konstruktivistische Konzept der Sicherheitsgemeinschaft als für den Zeitraum des Kalten Krieges besonders einleuchtend ein, da es die Ausweitung der Kooperation über das rein Militärische hinaus gut erklären kann.

Warum tut sich der Neorealismus laut der Arbeit schwer mit der NATO-Kooperation?

Der Neorealismus beschränkt sicherheitspolitische Kooperationen meist auf Zweckallianzen gegen externe Bedrohungen; die über das rein militärische Maß hinausgehende politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der NATO lässt sich neorealistisch daher nur schwer erfassen.

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Details

Title
Der Konstruktivismus und die realistische Theorie der Sicherheit: Erklärungen für die transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika zur Zeit des Kalten Krieges
College
University of Bamberg
Course
Außen- und Sicherheitspolitik in Zeiten des Umbruchs
Grade
2,0
Author
Diplom Politologe Fabian Rieger (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V114905
ISBN (eBook)
9783640162529
ISBN (Book)
9783656419051
Language
German
Tags
Welche Erklärungen Konstruktivismus Theorie Sicherheit System Beziehungen Westeuropa Nordamerika Zeit Kalten Krieges Außen- Sicherheitspolitik Zeiten Umbruchs Kalter Krieg transatlantische Beziehungen Neorealismus Nato
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Politologe Fabian Rieger (Author), 2006, Der Konstruktivismus und die realistische Theorie der Sicherheit: Erklärungen für die transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und Nordamerika zur Zeit des Kalten Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114905
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