Das Ziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, zu analysieren, welche Chancen und Risiken sich aus einem bargeldlosen Zahlungsverkehr in einer modernen Volkswirtschaft ergeben. Die meisten dieser Chancen und Risiken implizieren jedoch eine gänzliche Abschaffung des Bargelds. Die gesellschaftliche Diskussion diesbezüglich wurde längst entfacht. Hierbei wird die Kriminalitätsbekämpfung als Hauptargument der Befürworter einer Abschaffung genannt, wohingegen von den Gegnern die Verletzung der Selbstbestimmung aufgeführt wird. Jedoch zeichnet sich ein klarer Trend für oder gegen die Bargeldabschaffung bislang nicht ab. Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema ist notwendig, da insbesondere private Zahlungsdienstleister einen First-Mover-Vorteil gegenüber staatlichen Institutionen haben und dies mögliche Chancen schmälern oder die Risiken erhöhen könnte.
Geld hat viele Formen, es ist vielfältig, digital und grenzüberschreitend. Zahlungen können per Kreditkarte, Lastschrift, Überweisung oder auch kontaktlos via Smartphone durchgeführt werden. Das Zahlungssystem in seiner heutigen Form hat durch den technologischen Fortschritt seine Vorgänger nahezu vollkommen verdrängt, daher ist es lediglich eine Frage der Zeit, wann der nächste Übergang vollzogen wird. Hierbei wird der Fortschritt vor allem durch die Wechselbeziehungen zwischen privaten Unternehmen und dem öffentlichen Sektor vorangetrieben. Während einige private oder dezentrale digitale Währungen wie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum weit verbreitet sind, lassen staatliche digitale Währungen bislang noch auf sich warten. Umweltfaktoren wie Pandemien können diesen Umstieg ebenfalls begünstigen, da besonders in der COVID-19-Pandemie dazu aufgerufen wurde, möglichst kontaktlos zu bezahlen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Geldtheorie
2.1. Geldfunktionen
2.2. Bargeld und Giralgeld
2.3. Geldschöpfung
3. Aktuelle Entwicklung
3.1. Einführung des E-Euro
3.2. Abschaffung des 500-€-Scheins
3.3. Barzahlungsobergrenzen
3.4. Zunehmende Bedeutung von ‚Kryptowährungen‘
4. Chancen eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs
4.1. Kostensenkung
4.2. Bekämpfung der Schattenwirtschaft
4.3. Sinkende Kriminalität
4.4. Negativzinsen als geldpolitisches Instrument
4.5. Schweden als Beispiel für einen bargeldlosen Zahlungsverkehr
5. Risiken eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs
5.1. Vertrauen
5.2. Daten- und Verbraucherschutz
5.3. Zypern als Beispiel der Enteignung
5.4. Einfachheit des Zahlungsvorgangs und Budgetkontrolle
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Chancen-Risiko-Profil eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs in modernen Volkswirtschaften, wobei insbesondere die Auswirkungen auf Kriminalitätsbekämpfung, Geldpolitik und Verbraucherschutz kritisch analysiert werden.
- Grundlagen der Geldtheorie und Geldschöpfung
- Entwicklung digitaler Währungen und staatliche Zahlungsinitiativen
- Ökonomische Vorteile bargeldloser Systeme (Kosteneffizienz, Transparenz)
- Herausforderungen durch Datenüberwachung und Privatsphäre
- Internationale Fallbeispiele wie Schweden und die Bankenkrise in Zypern
Auszug aus dem Buch
3.4. Zunehmende Bedeutung von ‚Kryptowährungen‘
Generell gestaltet es sich schwierig, bei Kryptowährungen von tatsächlichen Währungen zu sprechen, da diese die Geldfunktionen nicht oder nur in Teilen erfüllen. Die wohl bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Dieser ist jedoch vielmehr eine Verrechnungseinheit als eine Währung, da er aufgrund seiner hohen Volatilität als Zahlungsmittel eher ungeeignet ist. Andere dezentrale digitale Zahlungsmittel könnten die Geldfunktionen in Zukunft jedoch durchaus erfüllen. Der Bitcoin gilt als Grundbaustein der meisten heutigen Kryptowährungen. Die Idee, die hinter diesen steht, ist es, ein dezentrales Zahlungsmittel zu schaffen, das von Banken und staatlichen Institutionen unabhängig ist. Diese Unabhängigkeit bringt jedoch zugleich nennenswerte Risiken mit sich, sodass etwa keine Einlagensicherung für die Verbraucher gibt. Ebenfalls sind diese nicht vor Diebstahl oder Cyberkriminalität geschützt. In einem solchen Fall erhalten die Betroffenen keine Rückzahlung für den Verlust ihrer Kryptowährungen.
Die Kryptowährungen werden über Computernetzwerke genutzt und hergestellt. Die Technologie dahinter ist die sogenannte Blockchain-Technologie. Im Gegensatz zu Bargeld oder Giralgeld schwankt der Wert von Kryptowährungen deutlich, da diese keinen festen Wechselkurs haben und nicht wechselsgebunden sind. Daher sind Kryptowährungen vor allem als spekulative Geldanlagen zu betrachten. Umweltfaktoren haben einen sehr hohen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs, da dieser eng mit dem Vertrauen seiner Investoren verbunden ist. So können negative Umweltfaktoren oder Schlagzeilen den Kurs einbrechen lassen, was sich besonders in jüngster Vergangenheit beobachten ließ:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs ein und definiert das Ziel der Arbeit, Chancen und Risiken dieser Entwicklung zu analysieren.
2. Grundlagen der Geldtheorie: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen des Geldes, die Unterscheidung zwischen Bargeld und Giralgeld sowie den Prozess der Geldschöpfung.
3. Aktuelle Entwicklung: Hier werden gegenwärtige Trends wie der E-Euro, Obergrenzen für Barzahlungen und die wachsende Bedeutung von dezentralen Kryptowährungen dargestellt.
4. Chancen eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Es werden positive Aspekte wie Kosteneffizienz, die Bekämpfung von Schattenwirtschaft und Kriminalität sowie die Erweiterung geldpolitischer Instrumente durch Negativzinsen untersucht.
5. Risiken eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Das Kapitel widmet sich den Gefahren wie Vertrauensverlust, eingeschränktem Verbraucherschutz und dem Risiko staatlicher Enteignung oder Überwachung.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion, die betont, dass Bargeld trotz digitaler Fortschritte weiterhin eine wichtige und vertrauenswürdige Komponente des Finanzsystems darstellt.
Schlüsselwörter
Bargeld, Giralgeld, Digitalisierung, Kryptowährungen, Blockchain, Geldschöpfung, Schattenwirtschaft, Kriminalitätsbekämpfung, Negativzinsen, Zentralbank, Verbraucherschutz, E-Euro, Zahlungsverkehr, Finanzstabilität, Datenschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation hin zu einem bargeldlosen Zahlungsverkehr und analysiert, welche ökonomischen Konsequenzen dies für die Gesellschaft und das staatliche Geldsystem hat.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Geldes, die Rolle von Kryptowährungen, die potenziellen Vorteile der Bargeldabschaffung sowie die damit verbundenen Risiken wie Privatsphäreverlust und Systemstabilität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der Chancen und Risiken, die eine Abschaffung des Bargelds in einer modernen Volkswirtschaft mit sich bringt, um zu beurteilen, ob der Übergang zu rein digitalen Währungen vorteilhaft ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung ökonomischer Konzepte und statistischer Daten zur Bargeldnutzung, Kriminalität und Geldtheorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung aktueller technologischer Entwicklungen, eine detaillierte Gegenüberstellung von Chancen (Kostensenkung, Transparenz) und Risiken (Datenüberwachung, Enteignungsrisiken) sowie Fallstudien zu Schweden und Zypern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie digitale Zentralbankwährung (E-Euro), Bargeldobergrenzen, Finanzmarktstabilität, Geldpolitik und informationelle Selbstbestimmung geprägt.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Bitcoins in diesem Kontext?
Der Autor ordnet den Bitcoin aufgrund seiner hohen Volatilität eher als spekulatives Anlageobjekt denn als stabiles Zahlungsmittel ein und betont, dass ihm wesentliche Geldfunktionen fehlen.
Warum wird Schweden als Fallbeispiel angeführt?
Schweden gilt als Vorreiter bei der Implementierung bargeldloser Systeme, weshalb es dient, um die Auswirkungen eines fast vollständigen Rückzugs von physischem Bargeld in der Praxis aufzuzeigen.
Welche Bedenken bestehen hinsichtlich des Datenschutzes?
Der Autor warnt vor einer totalen Überwachung des Zahlungsverkehrs durch staatliche Akteure, was das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung untergraben könnte.
Welche Rolle spielt die Bankenkrise in Zypern?
Das Beispiel Zypern verdeutlicht das Risiko, dass in Krisenzeiten staatliche Eingriffe oder Zwangsmaßnahmen gegenüber Einlegern einfacher umsetzbar sind, wenn keine Bargeldalternative mehr besteht.
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- Slavko Kojic (Author), 2021, Digitale (Zentralbank-) Währungen als Geldsystem der Zukunft? Eine kritische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149162