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Die Ätiologie von Zwangsstörungen. Erscheinungsformen und Symptome

Title: Die Ätiologie von Zwangsstörungen. Erscheinungsformen und Symptome

Term Paper , 2008 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katrin Schaele (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Ich habe mir das Thema Zwangsstörungen ausgewählt, weil ich einerseits im Krankenhaus, während meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, bei einem Psychiatrieeinsatz mit dem Thema schon einmal konfrontiert wurde und mich noch nie explizit mit der Thematik auseinandergesetzt habe. Andererseits hörte ich in der letzten Zeit immer wieder in den Medien über Zwangsstörungen berichten und stellte fest, dass nahezu 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Symptomen einer Zwangsstörung leiden. Diese Anzahl finde ich beachtlich und denke, dass dieses Thema mehr Anklang im sozialen Kontext finden sollte.

Um eine Zwangsstörung klar definieren zu können und sie nicht mit alltäglichen Marotten, wie in etwa ein Ohrwurm, der nicht aus dem Kopf geht, oder doch noch einmal zu kontrollieren, ob die Tür auch wirklich verschlossen ist, zu verwechseln, ist es wichtig die Kriterien einer Zwangsstörung zu kennen. Auch soll ein Überblick über verschiedene Formen und differentialdiagnostische Abgrenzungen einen genaueren Eindruck von der Krankheit geben, wobei hier die Grenze nicht immer eindeutig ist, was im Laufe der Hausarbeit näher beleuchtet wird. Im letzten Teil meiner Hausarbeit werden Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt, die ich als besonders wichtig im sozialen Kontext sehe, denn helfen können Sozialarbeiter in dieser Beziehung vor allem, indem sie informieren, beraten und begleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Fallbeispiel und Definition

3. historischer Abriss

4. Epidemiologie, Verbreitung

5. Klassifikation

5.1 Klassifikation nach ICD-10:

6. Erscheinungsformen und Symptome

6.1 Zwangsgedanken

6.1.1 Zwangsgedanken ohne Zwangshandlungen

6.2 Zwangshandlungen

6.2.1 Waschzwang

6.2.2 Kontrollzwang

6.2.3 Ordnungszwang

6.2.4 Zähl -und Wiederholzwang

6.2.5 Sammel -und Hortzwang

6.2.6 Zwanghafte Langsamkeit

6.3 Differentialdiagnostische Abgrenzungen

6.3.1 Zwänge und Angststörungen

6.3.2 Zwänge und Depressionen

6.3.3 Zwänge und Schizophrenien

6.3.4 Zwänge und Suchterkrankungen

6.3.5 Zwänge und neurologische Störungen

6.3.6 Zwänge und zwanghafte Persönlichkeitsstörungen

7 Ätiologie: Ursachen von Zwangsstörungen

7.1 Psychoanalytische Faktoren

7.2 Faktoren Modell nach Mowrer

7.3 Das kognitiv-behaviorale Erklärungsmodell

7.4 neurophysiologische Theorie

8 Therapie: Behandlung von Zwangsstörungen

8.1 Vorüberlegungen

8.1.1 Verhaltenstherapie

8.1.2 Kognitive Therapie

8.2 medizinische Behandlung

9. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis für Zwangsstörungen zu vermitteln, um Sozialarbeitern die notwendigen Kompetenzen zur Information, Beratung und Begleitung betroffener Menschen zu geben. Dabei werden die Symptome, Ursachen sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten analysiert, um eine Abgrenzung von alltäglichen Marotten zu ermöglichen und Handlungsoptionen im professionellen Kontext aufzuzeigen.

  • Definition und historische Einordnung von Zwangsstörungen
  • Epidemiologische Verbreitung und Klassifikationssysteme
  • Detaillierte Analyse verschiedener Erscheinungsformen (Zwangsgedanken vs. -handlungen)
  • Differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen
  • Ätiologische Erklärungsmodelle (Psychoanalyse, Lerntheorie, Kognitiv-behaviorales Modell)
  • Therapeutische Ansätze: Verhaltenstherapie, kognitive Verfahren und medikamentöse Behandlung

Auszug aus dem Buch

7.3 Das kognitiv-behaviorale Erklärungsmodell

Salkovski geht in seiner Theorie von der Annahme aus, dass jeder Mensch positiv und negativ aufdringliche Gedanken hat, die auch als kurze Tagträumereien bezeichnet werden können und ganz normal hingenommen werden. Bei Zwangspatienten hingegen werden solche Gedanken auf der Basis von Fehlinterpretation stark selektiert und negativ bewertet. Durch diese negative Bewertung gewinnt der Zwangsgedanke für den Betroffenen immer mehr an Bedeutung. Die Gedanken der Patientin in dem obigen Beispiel könnten wie folgt sein: „HIV ist ein schrecklicher Virus. Der Junge aus meiner Klasse hat ihn schon. Womöglich könnte ich mich allein durch die Berührung mit ihm anstecken. Habe ich ihn eventuell mal berührt? Das wäre ja schrecklich, wenn ich die Krankheit bekomme und meine Eltern anstecke.“ Derartige Bewertungen lösen bei dem Betroffenen Angst und Unbehagen aus, so dass er durch aktives oder passives Vermeidungsverhalten in Form von Zwangsgedanken –oder Handlungen, dieses beklemmende Gefühl ausgleicht.

Diese Neutralisierung wirkt zunächst erleichternd auf den Patienten und die Angst ist zumindest für kurze Zeit besiegt. Längerfristig jedoch nehmen Zwangshandlungen aufgrund der erfolgreichen Bewältigungsstrategie, nämlich die der Angstminderung zu, gleichzeitig gewinnt der Zwangsgedanke nach und nach mehr an Bedeutung. Somit kommt es zu einer Art negativen Rückkopplung. Der aufdringliche Gedanke lässt sich nicht aus dem Bewusstsein verbannen und wird schließlich gefestigt. Übertriebenes Verantwortungsgefühl der Patienten, wie in Etwa der Gedanke, wenn ein Zwangskranker eine Bananenschale auf der Straße sieht, wie folgt lauten kann: „wenn ich die Bananenschale nicht wegnehme, wird Jemand darauf ausrutschen und sich ein Bein brechen, das ist dann meine Schuld!“, weist auf eine dysfunktionale Überzeugung der Konsequenzen hin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Themenwahl aufgrund beruflicher Erfahrungen und der hohen Prävalenz von Zwangsstörungen in der Gesellschaft.

2. Fallbeispiel und Definition: Anhand einer Fallstudie wird das Störungsbild illustriert und durch eine grundlegende Definition von Zwangsgedanken und -handlungen ergänzt.

3. historischer Abriss: Dieser Abschnitt zeigt auf, dass Zwangsstörungen bereits in der antiken Literatur und bei historischen Persönlichkeiten dokumentiert sind und sich das Verständnis der Krankheit über die Jahrhunderte gewandelt hat.

4. Epidemiologie, Verbreitung: Das Kapitel befasst sich mit der Auftretenshäufigkeit, Geschlechterverteilung und den Einflussfaktoren auf das Erkrankungsalter sowie dem Zusammenhang mit sogenannten „Life events“.

5. Klassifikation: Hier werden die weltweit gängigen Diagnosesysteme ICD-10 und DSM-IV sowie deren unterschiedliche Einordnung von Zwangsstörungen thematisiert.

5.1 Klassifikation nach ICD-10: Spezifische Erläuterung der Kategorien F42.0 (Zwangsgedanken) und F42.1 (Zwangshandlungen) sowie deren klinische Relevanz.

6. Erscheinungsformen und Symptome: Überblick über die Vielfalt der Zwangssymptomatik und die statistische Verteilung der verschiedenen Störungsformen.

6.1 Zwangsgedanken: Erläuterung von aufdringlichen Ideen und Vorstellungen, die als quälend und unsinnig empfunden werden.

6.1.1 Zwangsgedanken ohne Zwangshandlungen: Analyse der reinen Grübelzwänge und der damit verbundenen emotionalen Belastung.

6.2 Zwangshandlungen: Definition und Auslösemechanismen der repetitiven Handlungsmuster.

6.2.1 Waschzwang: Detaillierte Betrachtung des Reinlichkeitsstrebens aus Angst vor Kontamination.

6.2.2 Kontrollzwang: Beschreibung der ständigen Unsicherheit und der damit einhergehenden Kontrollrituale.

6.2.3 Ordnungszwang: Darstellung der Penibilität bei der Anordnung von Objekten und Lebensumständen.

6.2.4 Zähl -und Wiederholzwang: Untersuchung von Zwängen, bei denen Handlungen in einer spezifischen Anzahl vollzogen werden müssen.

6.2.5 Sammel -und Hortzwang: Erläuterung des pathologischen Sammelverhaltens, auch bekannt unter der Bezeichnung „Messie-Syndrom“.

6.2.6 Zwanghafte Langsamkeit: Beschreibung der extremen zeitlichen Verzögerung alltäglicher Verrichtungen durch zwanghaftes Verhalten.

6.3 Differentialdiagnostische Abgrenzungen: Analyse der Schwierigkeit, Zwänge von anderen psychischen Störungen abzugrenzen.

6.3.1 Zwänge und Angststörungen: Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen klassischen Angstzuständen und Zwangsstörungen.

6.3.2 Zwänge und Depressionen: Analyse der oft fließenden Übergänge und der Co-Morbidität dieser beiden Krankheitsbilder.

6.3.3 Zwänge und Schizophrenien: Abgrenzung hinsichtlich der Realitätsprüfung und der subjektiven Wahrnehmung der Symptome.

6.3.4 Zwänge und Suchterkrankungen: Gegenüberstellung von zwanghaften Verhaltensweisen und Suchtmechanismen.

6.3.5 Zwänge und neurologische Störungen: Betrachtung des Tourette-Syndroms als Beispiel für neurologisch bedingte Tics im Vergleich zu Zwängen.

6.3.6 Zwänge und zwanghafte Persönlichkeitsstörungen: Klärung der Abgrenzung aufgrund ähnlicher Begrifflichkeiten, jedoch unterschiedlicher subjektiver Krankheitseinsicht.

7 Ätiologie: Ursachen von Zwangsstörungen: Einleitung in die multifaktoriellen Ursachenmodelle und die Bedeutung genetischer Dispositionen.

7.1 Psychoanalytische Faktoren: Erklärung der Zwangsstörung durch Konflikte in der analen Phase nach Sigmund Freud.

7.2 Faktoren Modell nach Mowrer: Anwendung der klassischen und operanten Konditionierung auf die Entstehung und Aufrechterhaltung der Zwänge.

7.3 Das kognitiv-behaviorale Erklärungsmodell: Analyse der Rolle von Fehlinterpretationen aufdringlicher Gedanken und der negativen Verstärkung durch Vermeidungsverhalten.

7.4 neurophysiologische Theorie: Erläuterung der Rolle von Transmittern wie Serotonin und der Hirnaktivität.

8 Therapie: Behandlung von Zwangsstörungen: Überblick über die multimodalen Behandlungsansätze und therapeutische Rahmenbedingungen.

8.1 Vorüberlegungen: Bedeutung der therapeutischen Beziehung, Anamnese und des Beziehungsaufbaus.

8.1.1 Verhaltenstherapie: Darstellung von Expositionsübungen und Reaktionsverhinderung zur Bewältigung der Symptomatik.

8.1.2 Kognitive Therapie: Erläuterung von Realitäts- und Wahrscheinlichkeitstests zur Korrektur dysfunktionaler Überzeugungen.

8.2 medizinische Behandlung: Beschreibung der medikamentösen Therapie durch Serotoninwiederaufnahmehemmer.

9. Schlusswort: Fazit der Autorin über die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit und den Nutzen einer professionellen, begleitenden Haltung.

10. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Zwangsstörung, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Verhaltenstherapie, Kognitive Therapie, Differentialdiagnose, Ätiologie, Konditionierung, Exposition, Reaktionsverhinderung, Serotonin, Sozialarbeit, Psychische Gesundheit, Kontrollzwang, Waschzwang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über das Krankheitsbild der Zwangsstörungen, von der historischen Einordnung über die Ätiologie bis hin zu praktischen Behandlungsmöglichkeiten im Kontext der sozialen Arbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Schwerpunkte sind die Phänomenologie der Zwangssymptome, die Abgrenzung zu anderen psychiatrischen Diagnosen, die verschiedenen psychologischen Erklärungsmodelle sowie die therapeutischen Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, ein fundiertes Verständnis der Zwangsstörung zu schaffen, damit Sozialarbeiter betroffene Menschen kompetenter beraten, begleiten und informieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema, basierend auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, Therapiemanualen und klinischer Erklärungsmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Erscheinungsformen, differentialdiagnostische Abgrenzungen, Ätiologie-Modelle sowie einen ausführlichen Teil zur Verhaltenstherapie, kognitiven Therapie und medikamentösen Behandlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Zwangsstörung, Verhaltenstherapie, Expositionstraining, Kognitive Verhaltenstherapie und Soziale Arbeit definieren.

Wie unterscheidet sich ein Waschzwang von alltäglicher Hygiene?

Beim Waschzwang stehen die Angst vor Kontamination und die Ritualisierung im Vordergrund, die zu massiven Einschränkungen und körperlichen Schäden führen, während alltägliche Hygiene zweckorientiert und zeitlich begrenzt ist.

Warum ist das kognitiv-behaviorale Modell für die Therapie so wichtig?

Es ermöglicht durch die Analyse von Fehlinterpretationen aufdringlicher Gedanken und die Nutzung von Verhaltensexperimenten eine direkte Korrektur der dysfunktionalen Überzeugungen des Patienten.

Welche Rolle spielt der Sozialarbeiter in der Therapie?

Der Sozialarbeiter übernimmt eine informierende, beratende und begleitende Funktion, etwa bei der Unterstützung des Patienten während der Expositionsübungen oder durch die Vermittlung eines Verständnisses für die Störung.

Ist eine Zwangsstörung heilbar?

Die Arbeit weist auf Besserungsraten von 50 bis 85 % hin, wobei stabile Behandlungserfolge bei langfristiger Anwendung der vorgestellten Therapieformen erreicht werden können.

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Details

Title
Die Ätiologie von Zwangsstörungen. Erscheinungsformen und Symptome
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Course
Psychiatrie
Grade
2,0
Author
Katrin Schaele (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V114926
ISBN (eBook)
9783668328372
ISBN (Book)
9783668328389
Language
German
Tags
Zwangsstörungen Psychiatrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Schaele (Author), 2008, Die Ätiologie von Zwangsstörungen. Erscheinungsformen und Symptome, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114926
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