Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the 20th century

Die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes nach Frantz Fanon

Title: Die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes nach Frantz Fanon

Bachelor Thesis , 2020 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katrin Simon (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Aspekt des schwarzen Problems, wie Fanon es benennt. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass Fanon darüber hinaus angibt, dass das schwarze Problem sich nicht in den Problemen der Schwarzen erschöpft, die in einer weißen Gesellschaft leben, sondern es auch jene betrifft, die unter der Unterdrückung und Ausbeutung durch die weiße Welt leiden. Diese Arbeit konzentriert sich jedoch größtenteils auf die Probleme der Schwarzen, mit denen sie sich in der weißen Welt konfrontiert sehen.

Es gilt in dieser Arbeit herauszuarbeiten, mit welchen Schwierigkeiten sich der Schwarze, der in einer weißen Welt lebt, konfrontiert sieht. Hierbei geht es mir sowohl um die psychologischen Auswirkungen auf das Individuum als auch um die phänomenologischen Folgen für die schwarze Gesellschaft als Ganzes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Die Entstehung des schwarzen Bildes

3.1. Der europäische Blick auf den Kolonisierten

3.2. Die manichäische Struktur der zweigeteilten Welt

3.3. Die Konstituierung des schwarzen Bildes

4. Die manichäische Struktur von „schwarz-weiß“

4.1. Das stereotypisierende Bild des Weißen

4.2. Das stereotypisierende Bild des Schwarzen

5. Über die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes

5.1. Die „Psychopathologie“ des Schwarzen nach Fanon

5.1.1. Das Selbstbild des Schwarzen

5.1.2. Anpassung an die weiße Welt und Internalisierung der weißen Werte

5.1.3. Entfremdung

5.2. Der Schwarze in der weißen Welt

6. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Theorien von Frantz Fanon die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen, die das durch den europäischen Kolonialismus konstruierte "schwarze Bild" auf schwarze Individuen und die Gesellschaft hat. Dabei wird analysiert, wie diese Fremdzuschreibung zu Selbstentfremdung und der Internalisierung weißer Wertmaßstäbe führt.

  • Die Rolle des europäischen Blicks bei der Objektivierung des Schwarzen.
  • Die manichäische Struktur der kolonialen Welt (Schwarz-Weiß-Dichotomie).
  • Psychologische Folgen wie Minderwertigkeitskomplexe und situativ-neurotisches Verhalten.
  • Phänomene der Entfremdung und der Assimilationsdruck („weiß werden oder verschwinden“).
  • Die Dekonstruktion des Rassen-Mythos als Legitimationsgrundlage kolonialer Unterdrückung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Der europäische Blick auf den Kolonisierten

Sartre in Das Sein und das Nichts zufolge ist es einem selbst nicht möglich, sein eigenes Sein zu erkennen. Wenn man aber von dem Blick eines Anderen getroffen wird, also gesehen wird, dann sieht man sich selbst: „[...] die Person ist dem Bewußtsein gegenwärtig, insofern sie Objekt für Andere ist.“ (Sartre 2012, 470) Der abstrakte Blick des Anderen konstituiert Subjektivität und diese durch den Anderen gewonnene Subjektivität konstituiert wiederum Objektivität (vgl. Ciccariello-Maher 2008, 134).

Dem Blick des Anderen, der Subjektivität sowie Objektivität konstituiert, ist nach Sartre stets auch eine Beurteilung des Gesehenen inhärent. Indem mich der Andere erblickt, beurteilt er mich auch (vgl. Sartre 2012, 471). Durch den Blick erkennt mich der Andere als Objekt, er beurteilt mich, er verleiht mir mein Sein. Mein Objekt-Ich kann ich selbst nur dann erkennen und erfahren, wenn ich von einem Anderen gesehen werde. Ohne seinen Blick, ist es mir selbst unmöglich, meine Objektheit wahrzunehmen. Erst durch das Erblickt-Werden gewinne ich meine Objektheit (vgl. Sartre 2012, 486).

Der Blick des Anderen definiert also mein Objekt-Ich. Durch ihn bin ich das, was ich bin (vgl. Sartre 2012, 473). Er sieht mich, er beurteilt mich, er ermöglicht mir das Erkennen meines Selbst als Objekt. Indem ich mich durch den Anderen erkenne, erkenne ich mich durch seinen Blick, der bereits Beurteilungen meines Selbst beinhaltet, ich sehe mich also so wie der Andere mich sieht. Ich bin das, was der Andere in mir sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Erläuterung der sprachlichen Entscheidungen bezüglich Begrifflichkeiten und des Verzichts auf Gendern, um der Ausdrucksweise Fanons treu zu bleiben.

2. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes bei Frantz Fanon.

3. Die Entstehung des schwarzen Bildes: Analyse des kolonialen Blicks und der manichäischen Weltstruktur, die zur Neukonstituierung der schwarzen Identität führt.

4. Die manichäische Struktur von „schwarz-weiß“: Untersuchung der binären Opposition von Schwarz und Weiß als konstruiertes Hierarchiesystem zur Legitimierung von Überlegenheit und Minderwertigkeit.

5. Über die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes: Eingehende Analyse der Psychopathologie, der Internalisierung weißer Werte und der resultierenden Entfremdungsprozesse.

6. Konklusion: Synthese der Ergebnisse, die das schwarze Bild als Mythos entlarvt, der dazu dient, koloniale Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.

Schlüsselwörter

Frantz Fanon, Postkolonialismus, schwarzes Bild, manichäische Struktur, Identität, Entfremdung, psychologische Auswirkungen, Rassismus, Kolonialismus, Objektivierung, Minderwertigkeitskomplex, Assimilation, Weißheit, Phänomenologie, Dekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie durch koloniale Strukturen ein abwertendes Bild des Schwarzen geschaffen wurde und welche psychologischen Konsequenzen dies für die Identität und das Selbstverständnis der Betroffenen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die psychologische Internalisierung rassistischer Fremdzuschreibungen, die Entfremdung von der eigenen Kultur und die Rolle des "Blicks" bei der Objektivierung des Individuums.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die das schwarze Individuum in einer weißen Gesellschaft psychisch unterdrückt wird, indem es sich durch die Augen des "Anderen" (des weißen Kolonialherrn) wahrnehmen muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die existenzphilosophische und psychoanalytische Werkexegese von Frantz Fanon, ergänzt durch phänomenologische Konzepte von Jean-Paul Sartre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung des schwarzen Bildes, die Analyse der manichäischen Schwarz-Weiß-Struktur und die detaillierte Betrachtung psychologischer Phänomene wie Entfremdung und Anpassungsdruck.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem "manichäische Struktur", "Entfremdung", "Selbstbild des Schwarzen", "Objektivierung", "kolonialer Rassismus" und "Assimilation".

Wie unterscheidet Fanon laut der Autorin zwischen dem "guten" und dem "schlechten" Schwarzen?

Ein "guter" Schwarzer ist nach Fanon derjenige, der die weißen Werte vollkommen internalisiert und assimiliert. Der "schlechte" Schwarze hingegen ist derjenige, der sich nicht anpasst und Widerstand gegen das koloniale System leistet.

Welche Rolle spielt der "Blick" für die Entfremdung des Individuums?

Der Blick des Weißen wirkt als konstituierendes Element, das den Schwarzen zum Objekt degradiert. Dadurch gezwungen, sich durch die Augen des Unterdrückers zu sehen, übernimmt der Schwarze die abwertende Sichtweise auf sich selbst, was zu einer tiefgreifenden Selbstentfremdung führt.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes nach Frantz Fanon
College
University of Vienna  (Philosophie)
Course
Multikulturalismus und postkoloniale Kritik
Grade
1
Author
Katrin Simon (Author)
Publication Year
2020
Pages
24
Catalog Number
V1149270
ISBN (eBook)
9783346536143
ISBN (Book)
9783346536150
Language
German
Tags
Fanon Kolonialismus postkoloniale Kritik Frantz Fanon Psychologie Phänomenologie Rassismus Sartre Blick Psychopathologie Stereotypisierung Jean Paul Sartre Kolonialzeit Frankreich französischer Kolonialismus Internalisierung internalisierter Rassismus postkolonial
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Simon (Author), 2020, Die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes nach Frantz Fanon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149270
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint