In dieser Arbeit steht das deutsche Wohnungsbaugenossenschaftswesen im Zentrum. Dabei wird seine Entstehungsgeschichte und Entwicklung nachgezeichnet und seine heutige Rolle bei der Wohnraumbereitstellung in deutschen Städten dargestellt. Zudem wird eine Analyse der rechtlichen Grundlagen der Genossenschaft als Kooperationsform und einen Abgleich mit den sonstigen Anbietern auf dem deutschen Wohnungsmarkt vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Anbieterstruktur auf dem deutschen Wohnungsmarkt
2.1 Selbstnutzer
2.2 Private Kleinanbieter
2.3 Professionell-gewerbliche Anbieter
2.3.1 Privatwirtschaftliche professionell-gewerbliche Eigentümer
2.3.2 Öffentliche Wohnungsbauunternehmen
2.3.3 Kirchliche Wohnungsbauunternehmen
2.3.4 Wohnungsbaugenossenschaften
2.3.4.1 Identitätsprinzip
2.3.4.2 Gleichbehandlungsprinzip
Selbsthilfe-, Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsprinzip
2.3.4.3 Demokratieprinzip
3 Geschichtliche Entwicklung
3.1 Industrielle Revolution und Genese des Genossenschaftsgesetzes (GenG)
3.2 Zwischenkriegszeit
3.3 Nationalsozialismus
3.4 Nachkriegszeit
3.5 Achtziger- und Neunzigerjahre
3.6 Entwicklung seit der Jahrtausendwende
4 Bestandsaufnahme: Wohnungsbaugenossenschaften heute
5 Aufbau- und Organisationsstrukturen
5.1 Rechtsfähigkeit
5.2 Genossenschaftsorgane
5.2.1 General- bzw. Vertreterversammlung
5.2.2 Vorstand
5.2.3 Aufsichtsrat
5.2.4 Beiräte
6 Staatliche Förderung in Berlin
6.1 Neubau- und Bestandserwerbsförderung
6.1.1 Projektaufruf zur Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin
6.1.2 Sonstige Förderinstrumente: Vorkaufsrecht und Erbbaurecht
6.1.3 Baulandzuweisung
6.2 Beitrittsförderung
7 Praxisbeispiel
7.1 Gründungsgeschichte
7.2 Bauphase
7.3 Heutige Verfassung
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die heutige Bedeutung von Wohnungsbaugenossenschaften, insbesondere am Standort Berlin. Das primäre Ziel ist es, die Rolle dieser Organisationsform bei der Wohnraumbereitstellung zu analysieren, ihre rechtlichen Grundlagen darzulegen und sie in den Kontext der aktuellen Wohnungspolitik und Förderlandschaft einzuordnen.
- Historische Genese und Entwicklung von Baugenossenschaften
- Strukturelle Abgrenzung gegenüber anderen Wohnungsanbietern
- Innere Verfassung und demokratische Organisationsformen von Genossenschaften
- Staatliche Förderinstrumente für Genossenschaften in Berlin
- Analyse von Chancen und Herausforderungen anhand eines Praxisbeispiels
Auszug aus dem Buch
2.3.4.1 Identitätsprinzip
Ein bedeutsames Alleinstellungsmerkmal von Genossenschaften stellt das sogenannte Identitätsprinzip dar. Dieses beschreibt die Fusion zweier am Markt normalerweise getrennter Rollen, die sich typischerweise durch ein wirtschaftliches Gefälle auszeichnen (z. B. von Mieter und Vermieter bei Wohnungsbaugenossenschaften) in der Person der Mitglieder.34
Diese nehmen einerseits als mitbestimmungsberechtige Eigentümer an der Willensbildung in der Genossenschaft teil, gehen andererseits aber auch als Kunden Geschäftsbeziehungen mit ihr ein.35 Jedes Mitglied ist Anteilseigner sowie, sofern es ein Mietobjekt der Genossenschaft bewohnt, gleichzeitig auch Kunde der Wohnungsbaugenossenschaft. Erst das Eingehen dieser Geschäftsbeziehungen ermöglicht es der Genossenschaft, ihrem Förderungsauftrag durch Gewährung möglichst günstiger Konditionen nachzukommen. So wird zwischen der Wohnungsbaugenossenschaft und dem einzelnen Mitglied in der Regel kein Miet- sondern ein (Dauer-)Nutzungsvertrag abgeschlossen.36 Dieser unterliegt zwar grundsätzlich denselben gesetzlichen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Seminararbeit führt in das deutsche Wohnungsbaugenossenschaftswesen ein, beleuchtet dessen historische Entwicklung und analysiert die aktuelle Rolle bei der Wohnraumbereitstellung in Städten.
2 Die Anbieterstruktur auf dem deutschen Wohnungsmarkt: Hier werden die verschiedenen Akteure des deutschen Wohnungsmarktes definiert und die spezifischen Merkmale der Wohnungsbaugenossenschaften herausgearbeitet.
3 Geschichtliche Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der Baugenossenschaften von der industriellen Revolution über die Zwischenkriegszeit und das NS-Regime bis hin zur heutigen Renaissance nach.
4 Bestandsaufnahme: Wohnungsbaugenossenschaften heute: Hier wird der aktuelle Stellenwert der Genossenschaften als Wohnungsanbieter analysiert, ergänzt durch spezifische Daten zur Situation in Berlin.
5 Aufbau- und Organisationsstrukturen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen, die Organe (Vorstand, Aufsichtsrat, Generalversammlung) sowie die demokratischen Prinzipien von Genossenschaften.
6 Staatliche Förderung in Berlin: Hier werden die verschiedenen Förderinstrumente des Landes Berlin, wie der Projektaufruf, Vorkaufsrechte und die Beitrittsförderung, detailliert dargestellt.
7 Praxisbeispiel: Am Beispiel der Möckernkiez eG werden die praktischen Chancen, Risiken und die Professionalisierung einer modernen Wohnungsbaugenossenschaft aufgezeigt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zur historischen Bedeutung sowie die aktuelle Relevanz und die Herausforderungen bei der staatlichen Förderung zusammen.
Schlüsselwörter
Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnraumbereitstellung, Berlin, Genossenschaftsgesetz, Identitätsprinzip, Wohnungsbauförderung, Demokratieprinzip, Selbsthilfeorganisation, Immobilienmarkt, Wohnungspolitik, Genossenschaftsorgane, Möckernkiez eG, Stadtentwicklung, Mietrecht, Sozialer Wohnungsbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland, deren historischer Entwicklung und ihrer aktuellen Bedeutung bei der Bereitstellung von Wohnraum, wobei Berlin als zentrales Fallbeispiel dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die Abgrenzung von Genossenschaften zu anderen Wohnungsanbietern, die Erläuterung genossenschaftlicher Prinzipien (wie das Identitätsprinzip) sowie eine detaillierte Betrachtung staatlicher Förderprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Organisationsmodell der Wohnungsbaugenossenschaft zu untersuchen und zu analysieren, inwieweit diese durch ihre soziale Ausrichtung und demokratische Struktur einen Beitrag zur aktuellen Wohnungssituation leisten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der rechtlichen und historischen Grundlagen des Genossenschaftswesens sowie der Untersuchung spezifischer Förderpraxen und einem konkreten Praxisbeispiel zur Illustration.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die historische Entwicklung, die Organisationsstrukturen (Recht, Organe), eine Bestandsaufnahme des heutigen Marktes und eine ausführliche Darstellung der Förderinstrumente in Berlin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wohnungsbaugenossenschaften, Berliner Wohnungspolitik, Genossenschaftsprinzipien, staatliche Förderung und genossenschaftliche Selbsthilfe beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Möckernkiez eG von klassischen Genossenschaften?
Die Möckernkiez eG zeichnet sich durch eine besonders partizipative Struktur und ein ökologisches sowie soziales Profil aus, stellt jedoch heute, aufgrund der hohen Kapitalanforderungen, eher ein Modell für die obere Mittelschicht dar.
Welche Rolle spielt die Professionalisierung für Genossenschaften?
Die Professionalisierung, wie im Beispiel der Möckernkiez eG gezeigt, ist unerlässlich, um bei größeren Bauprojekten komplexe Finanzierungsstrukturen und Managementanforderungen erfolgreich zu bewältigen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Historische Entwicklung und gegenwärtige Relevanz von Wohnungsbaugenossenschaften am Beispiel von Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149272