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Gruppendynamische Prozesse unter Jugendlichen mit Bindungsstörungen. Pädagogische Herausforderungen in einem stationären, intensiv-heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim

Titel: Gruppendynamische Prozesse unter Jugendlichen mit Bindungsstörungen. Pädagogische Herausforderungen in einem stationären, intensiv-heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim

Bachelorarbeit , 2017 , 140 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Selma Dubiel (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit den Themen der Bindung und dem Zusammenleben diversen Charakteren in einem Kinder- und Jugendheim. In diesem Zusammenhang wird untersucht, welchen Einfluss die Bindung auf die verschiedenen Bereiche des Zusammenlebens und Interaktionsformen innerhalb des Heimalltags nimmt. Dafür wird die Bindungstheorie erläutert, Bindungsformen dargestellt und die Folgen einer Bindungsstörung aufgezeigt. Des Weiteren werden Elemente der Gruppendynamik und deren Einflussfaktoren dargelegt. Vor allem der Zusammenhang von einer Bindungsstörung beziehungsweise das Vorliegen einer Nicht-Sicheren-Bindung und dem Gruppenverhalten werden untersucht. Ziel ist es also einen umfassenden Überblick über die Inhalte sowie den Zusammenhang zu geben. Zudem wird der Bezug zu den Erziehungshilfen hergestellt.

Die Verbindung der theoretischen Grundlagen soll praktisch in den Erhebungen dargestellt werden. Die Untersuchungsobjekte sind die Jugendlichen des Heimes. Die Gruppenprozesse werden an der Jugendgruppe genauer beleuchtet, wobei auch das individuelle Bindungsverhalten der einzelnen Gruppenmitglieder betrachtet wird. Ein weiteres Ziel besteht darin, pädagogische Hindernisse im Alltag zu erkennen und möglich Anhaltspunkte für Interventionsmaßnahmen zu finden, um einen Synergieeffekt im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zu erreichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Begründung der Themenwahl

1.2 Zielstellung der Arbeit

1.3 Wissenschaftliche Fragestellung

1.4 Inhaltlicher Aufbau der Arbeit

1.5 Methodisches Vorgehen

2. Grundlagen der Gruppendynamik

2.1 Begriffsdefinition

2.1.1 Soziale Gruppe

2.1.2 Gruppendynamik

2.2 Phasen der Gruppenentwicklung

2.3 Normen und Rollen in Gruppen

2.3.1 Normenbildung

2.3.2 Rollendifferenzierung

2.3.3 Modell nach Raoul Schindler

2.4 Gruppendynamischer Raum

2.4.1 Dimension Zugehörigkeit (Drinnen - Draußen)

2.4.2 Dimension Macht und Einfluss (Oben – Unten)

2.4.3 Dimension Intimität (Nah – Fern)

2.5 Aspekte der Gruppendynamik

2.5.1 Leistungsvorteile

2.5.2 Gefahren

Kooperation – Konflikt

2.6 Interventionsmöglichkeiten von Intergruppenbeziehungen

3. Bindungstheoretische Grundlagen

3.1 Bindungssystem

3.1.1 Bindungsperson

3.1.2 Bindungsverhalten

3.1.3 Konzept der Feinfühligkeit

3.1.4 Bindung als inneres Arbeitsmodell

3.2 Bindungsqualitäten

3.2.1 Sichere Bindung (Typ B)

3.2.2 Unsicher-vermeidende Bindung (Typ A)

3.2.3 Unsicher-ambivalente Bindung (Typ C)

3.2.4 Unsicher-desorientierte Bindung (Typ D)

3.3 Schutz- und Risikofaktoren

3.4 Bindungsentwicklung im Jugendalter

4. Bindungsabbrüche

4.1 Reaktion von Bindungsabbrüchen für Kinder und Jugendliche

4.2 Auswirkung auf die Bindungsqualität und die pädagogische Hilfestellung

4.3 Verlust- und Bindungsangst

4.4 Bindungsstörungen

4.4.1 Die Einteilung nach dem ICD-10

4.4.2 Typologie nach Karl Heinz Brisch

4.5 Typen gestörter Gruppenbindung

4.6 Prävention und Intervention von Bindungsstörungen

5. Kinder- und Jugendhilfe

5.1 Kerngedanken der Kinder- und Jugendhilfe

5.2 Heimerziehung

5.3 Besonderheiten in der Gruppendynamik

5.4 Heimerziehung in Bezug auf Bindung

6. Beschreibung der Erhebungsinstrumente

6.1 Methodische Vorgehensweise

6.2 Gruppendynamische Spiele

6.2.1 Theoretische Grundlagen der gruppendynamischen Spiele

6.2.2 Durchführung

6.2.3 Auswertung

6.3 Big-Five-Test

6.3.1 Theoretische Grundlagen des Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeit (Big Five Modell)

6.3.2 Durchführung

6.3.3 Auswertung

6.4 Soziogramm

6.4.1 Theoretische Grundlagen des Soziogramms

6.4.2 Durchführung

6.4.3 Auswertung

6.5 Fragebogen

6.5.1 Theoretische Grundlagen

6.5.2 Konstruktion und Vorbereitung

6.5.3 Durchführung

6.5.4 Auswertung

6.6 Auswertung aller Erhebungen

7. Fazit und Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Bindungsstörungen auf die Gruppendynamik bei Jugendlichen in einem stationären Kinder- und Jugendheim, um pädagogische Anhaltspunkte für eine gelingende Dynamik und Selbsthilfe zu identifizieren.

  • Bindungstheorie und ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung
  • Gruppendynamische Prozesse und Rollenmodelle in sozialen Gruppen
  • Zusammenhang zwischen Bindungsstörungen und Gruppenverhalten
  • Empirische Untersuchung mittels Gruppenspielen, Big-Five-Test, Soziogramm und Fragebögen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Ich bin in zwei Heimen […] aufgewachsen. […] Den Drill und die strengen Regeln vermisse ich ganz und gar nicht, aber sie haben uns Kinder dazu gebracht, uns gegenseitig beizustehen. An Nicolaus war das besonders deutlich, wenn man zu denen zählte, die mal wieder eine Kohle bekommen haben und aus Mitleid von den anderen was süßes abbekamen. [Dann kam der Auszug.] Alles war auf einmal anders und man musste alles auf einmal allein für sich selbst machen. Niemand war da, der einem einen Ratschlag geben konnte. Niemand, der einem beistand und half. Immer ist die Angst, alles zu verlieren und von vorne anfangen zu müssen. Das Misstrauen vor allem, [dass man verlassen werden könnte]. Wie soll man da eine Freundschaft oder Beziehung aufbauen? Am liebsten würde man alles festhalten und nie mehr loslassen, für ein wenig Stabilität. Und immer das Alleinsein. Meine Beziehung ist letzten Endes gescheitert und meine Frau ist gegangen, da sie sich von mir eingeengt fühlte. Wenn ich jetzt nachhause komme, ist es immer so still und leer. Im Heim war immer jemand da. Man war nie allein, ob im Bad oder im Schlafraum, immer waren die anderen da. Jetzt sind nur noch die Alpträume und schlimmen Erinnerungen aus der Heimzeit übrig, die mich nicht mehr los lassen. Gern würde ich meine alten Heimkammerraden noch einmal treffen und sehen, wie sie die Zeit nach dem Heim überstanden haben. Aber keiner ist mehr da“ (Pierre, 2017).

Das Magazin „chrismon“ veröffentlichte 2013 einen Artikel zum Thema „So fühlen sich ehemalige Heimkinder“. So geht die Autorin Günther auf die Schwierigkeiten der Integration, Einsamkeit und geschaffene Überlebensstrategien nach dem Auszug in ein freies Leben ein (Günter, 2017). Pierre reagierte mit seiner authentischen Lesermeinung, in der er hervorhebt, dass die sogenannte „Heimzeit“ anstrengend, aber mit Leben gefüllt war. Als Erwachsener lernt er seine ehemaligen Mitbewohner zu schätzen. Sie konnten ihn verstehen, weil sie als Gruppe in der gleichen Situation waren und ähnlich empfanden. Das Mitgefühl hat Pierre nicht mehr. Das Gefühl der Verlustangst hat sich vertsärkt. Es ist Teil einer möglichen Bindungsstörung, unter der auch heute viele Heimkinder leiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Themenwahl durch die steigende Bedeutung der Bindungsthematik in der Heimerziehung und definiert die Zielstellung sowie die wissenschaftliche Fragestellung.

2. Grundlagen der Gruppendynamik: Dieses Kapitel erläutert die sozialpsychologischen Theorien zur sozialen Gruppe, Gruppenphasen, Normen, Rollen und den gruppendynamischen Raum.

3. Bindungstheoretische Grundlagen: Hier werden das Bindungssystem, verschiedene Bindungsqualitäten und die Bedeutung der frühen Bindungserfahrungen für die Entwicklung ausführlich dargestellt.

4. Bindungsabbrüche: Dieses Kapitel thematisiert die Reaktionen auf Bindungsabbrüche, Auswirkungen auf die Bindungsqualität und spezifische Bindungsstörungen nach verschiedenen Klassifikationssystemen.

5. Kinder- und Jugendhilfe: Es werden die Kerngedanken und rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die spezifischen Bedingungen der Heimerziehung in Bezug auf Bindung und Gruppendynamik analysiert.

6. Beschreibung der Erhebungsinstrumente: Die Autorin legt die methodische Vorgehensweise ihrer empirischen Untersuchung dar, die unter anderem Gruppenspiele, den Big-Five-Test und Soziometrie umfasst.

7. Fazit und Reflexion: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse im Hinblick auf die untersuchten Bindungsstörungen und deren Auswirkungen auf das Gruppenverhalten im stationären Kontext.

Schlüsselwörter

Gruppendynamik, Bindungsstörung, Heimerziehung, Bindungstheorie, Jugendhilfe, Soziogramm, Bindungsverhalten, Pädagogik, Gruppenentwicklung, Verlustangst, Sozialverhalten, Bindungsperson, Interventionsmöglichkeiten, Big-Five-Test, Rollendifferenzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich Bindungsstörungen bei Jugendlichen auf das Zusammenleben und die Gruppendynamik in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe auswirken.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Bindungstheorie (nach Bowlby und Brisch) sowie auf der Kleingruppenforschung und den gruppendynamischen Prozessen (nach Tuckman und Schindler).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Einfluss von Bindungsunsicherheiten auf das Gruppenklima zu verstehen und pädagogische Hindernisse im Alltag zu erkennen, um wirksame Interventionsmaßnahmen für eine gelingende Hilfe zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden eine tiefgründige Literaturrecherche sowie eine empirische Feldstudie durchgeführt. Diese umfasst gruppendynamische Spiele, den Big-Five-Test zur Persönlichkeitsdiagnose, Soziogramme und eine Fragebogenerhebung unter den Kontakterziehern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bindung und Gruppendynamik, eine rechtliche Einordnung der Kinder- und Jugendhilfe und die detaillierte Beschreibung der praktischen Erhebungsinstrumente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bindungsschwäche, Gruppendynamik, institutionelle Heimerziehung, Soziometrie und pädagogische Intervention.

Warum wurde ein Fragebogen an die Kontakterzieher gerichtet?

Da die Jugendlichen im stationären Setting ihre Kindheit oft idealisieren oder verzerrt darstellen, bieten die Kontakterzieher als pädagogische Fachkräfte eine objektivere und fundiertere Beurteilung der Verhaltensweisen.

Welche Rolle spielt die Bindungsstörung für die Gruppenrollen?

Die Arbeit zeigt, dass Jugendliche mit Bindungsstörungen spezifische Gruppenrollen einnehmen – wie etwa den "Alpha"-Führer oder den "Omega"-Außenseiter –, um ihre Verlustängste zu kompensieren oder ihre soziale Sicherheit zu stabilisieren.

Ende der Leseprobe aus 140 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gruppendynamische Prozesse unter Jugendlichen mit Bindungsstörungen. Pädagogische Herausforderungen in einem stationären, intensiv-heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,0
Autor
Selma Dubiel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
140
Katalognummer
V1149296
ISBN (eBook)
9783346535122
ISBN (Buch)
9783346535139
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bindung Gruppe Heilpädagogik Kinderheim Jugendheim jugendliche Gruppendynamik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selma Dubiel (Autor:in), 2017, Gruppendynamische Prozesse unter Jugendlichen mit Bindungsstörungen. Pädagogische Herausforderungen in einem stationären, intensiv-heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149296
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