Management von Währungsrisiken


Hausarbeit, 2008

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Der Goldstandard
1.2 Das Abkommen von Bretton Woods und dessen Niedergang
1.3 Der Devisenhandel nach 1973

2. Bestimmung der Wechselkursentwicklung
2.1 Fundamentalanalyse
2.2 Technische Analyseformen
2.3 Quantitative Untersuchungen
2.4 Sentimentindikatoren

3. Möglichkeiten der Absicherung von Währungsgeschäften
3.1 Spotgeschäfte
3.1.1 Pricing
3.1.2 Verwendung und Einsatz von Spotgeschäften in der Praxis
3.2 Forwards
3.2.1 Pricing
3.2.2 Verwendung und Einsatz von Forwards in der Praxis
3.3 Futures
3.3.1 Pricing
3.3.2 Verwendung und Einsatz von Futures in der Praxis
3.4 FX Swaps
3.4.1 Pricing
3.4.2 Verwendung und Einsatz von Swaps in der Praxis
3.5 Plain Vanilla Optionen
3.5.1 Pricing
3.5.2 Verwendung und Einsatz von Plain Vanilla Optionen in der Praxis
3.6 Weitere Absicherungsmaßnahmen
3.6.1 Exotische Optionen
3.6.2 Forfaitierung
3.6.3 Innerbetriebliches Netting / Matching

4. Ausblick

I. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

If you can´t drink their water, sell their currency!

Dieses Zitat welches von einem anonymen Hedge Fonds Manager stammt und in dem Buch Inside the house of money von Steven Drobny zu finden ist, sagt viel aus über die Attitüden eines Währungsmanagers. In den Medien werden gerade Hedge Fonds Manager oftmals als Heuschrecken und Finanzmonster verschrien, gerade wenn sie wie altgediente Veteranen des Handels an den massiven Spekulationen gegen das britische Pfund, die italienische Lira oder eine Vielzahl asiatischer Währungen wie beispielsweise dem thailändischen Baht während der Asienkrise beteiligt waren.

Allerdings ist der Handel von Währungen deutlich mehr als ein paar Hedge Fonds Manager die in der Branche als Stars gefeiert, von der Öffentlichkeit aber als Teufel gebrandmarkt werden. Es gibt wie bei vielen anderen Dingen im Leben immer zwei Seiten einer Medaille. Zum einen gibt es eine Reihe von Kritikern die den Währungshandel am liebsten verbieten oder zumindest eine Steuer in Form der Tobin Tax auf Währungsspekulationen sehen würden. Andererseits ist die Bedeutung des Währungshandels jedoch gerade für die Industrie und Finanzbranche sowie Importeure und Exporteure in den letzten Jahren immer wichtiger geworden.

Die vorliegende Seminararbeit soll nicht das Pro und Contra von Währungsspekulationen beleuchten, weder noch ob Hedge Fonds unmoralisch sind oder nicht. Allerdings versucht der Autor dem Leser zu vermitteln, dass der Währungsmarkt positive Aspekte hat, wenn es um die Absicherung von Fremdwährungspositionen für Unternehmen und Banken sowie Finanzmarktakteure geht.

Dabei wird zunächst auf die Entstehung des Währungshandels eingegangen sowie auf Möglichkeiten der Prognose von Wechselkursen in der Zukunft. Der Löwenanteil der Arbeit widmet sich anschließend den unterschiedlichen Absicherungstechniken und beleuchtet diese auf vielfältige und vor allem verständliche Art und Weise. Den Abschluss bildet ein kurzer Ausblick auf die weitere Zukunft des Währungsmarktes.

1.1 Der Goldstandard

Die Ursprünge der Verwendung von Gold als Währung gehen bis ins sechste Jahrhundert vor Christus zurück, als König Krösus die Idee hatte, Gold einzuschmelzen und in Form von Münzen an sein Volk auszugeben, um dadurch ein offizielles Zahlungsmittel zu schaffen. Der Vorteil von Gold als Währung gegenüber alternativen Währungen wie Salz, Getreide, Diamanten oder anderen Gegenständen liegt auf der Hand. Gold kann einfach gelagert werden, verdirbt oder verfault nicht und ist beliebig oft teilbar, damit Münzen oder Barren in jeder gewünschten Form geprägt oder gegossen werden können. In unserer modernen Zeit wurde der Goldstandard welcher zunächst als Goldhinterlegungsstandard bekannt war, zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Großbritannien eingeführt. Damals hinterlegten die Leute bei den Goldschmieden ihr Gold in Barren oder Münzform und erhielten hierfür eine Quittung. Diese Quittung wurde anschließend verwendet um Geschäfte zu tätigen und zu bezahlen. Dies kann als Vorläufer der heutigen Papierwährung gesehen werden. Jedoch war damals jede dieser Quittungen mit Gold zu Einhundert Prozent hinterlegt und konnte jederzeit in die entsprechende Menge an Gold zurück getauscht werden.[1][2][3]

Aufgrund zahlreicher Kriege der einzelnen Nationen gegeneinander sowie damit verbundenen steigenden Staatsausgaben, war es ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr möglich jeden Geldschein mit Gold zu hinterlegen. Somit wurde der klassische Goldstandard geschaffen bei dem nur ein Mindestbetrag der umlaufenden Währung mit Gold hinterlegt werden musste. Nicht mehr jedoch der gesamte Umlaufbetrag. Spätestens mit Beginn des ersten Weltkrieges der unglaubliche Mengen an Geld erforderte, wurde der Goldstandard in den meisten Ländern aufgehoben um schnellstmöglich Geld drucken zu können. Bis ins Jahr 1944 als das im nächsten Abschnitt vorgestellte Bretton Woods System in Kraft getreten ist, haben viele Länder den Goldstandard in schwächerer Form beibehalten.

1.2 Das Abkommen von Bretton Woods und dessen Niedergang

Das System von Bretton Woods wurde im Jahr 1944 vor Ende des zweiten Weltkrieges eingeführt um für eine Stabilität der internationalen Währungen zu sorgen. Dieses System wurde fast 25 Jahre lang aufrecht erhalten und sollte vorwiegend dazu dienen, das zerstörte Europa nach dem Krieg wieder neu aufzubauen. Dafür wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) gegründet, zu dessen Beitritt sich die beteiligten Länder erklären mussten. Im Gegenzug wurden sie bei schwierigen Finanzierungen unterstützt, mussten jedoch auch einen bestimmten Verhaltenskodex sowie weitere Regeln einhalten. Bretton Woods legte des weiteren fest, dass die beteiligten Währungen an den US Dollar oder an Gold gekoppelt waren. Eine Unze Gold war demnach genau 35 US Dollar wert, wobei Frankreich beispielsweise den Wert einer Unze Gold auf 210 Francs festlegte. Dadurch ergab sich ein Wechselkurs des US Dollar zum französischen Franc von genau sechs (Rechnung: 210 / 35 = 6). Die Zentralbanken der beteiligten Länder waren zudem dazu verpflichtet in das System einzugreifen, sofern sich eine Währung zu stark von dem vorgegeben Wert entfernte. In der Regel war das Band innerhalb dessen sich eine Währung frei bewegen konnte auf ein Prozent nach oben und nach unten beschränkt.

Bereits während des Systems zeigten sich jedoch massive Schwachstellen, da einige Währungen überbewertet waren und die Zentralbanken umfangreiche Stützungskäufe tätigen mussten. Spätestens mit dem Vietnamkrieg brach das System auseinander, da die U.S.A. ihre Staatsverschuldung dramatisch ausgeweitet hatten und die Golddeckung des US Dollar nicht mehr gewährleistet werden konnte. Auf zwei Schritte in den Jahren 1971 und 1973 wurde die Bindung an den US Dollar letztlich aufgelöst und die Währungen bewegten sich fortan theoretisch frei.

1.3 Der Devisenhandel nach 1973

Nach dem Niedergang von Bretton Woods wurde in Europa die Europäische Währungsschlange eingeführt, bei der die einzelnen Währungen nicht an Gold sondern an einen Korb der beteiligten Währungen gekoppelt waren. Obwohl hier die Währungen zunächst nur in einem Band von +/- 2,5% schwanken durften, wurde dieses Band schnell auf +/- 15% erweitert um die Interventionen der Notenbanken zu beschränken. Allerdings kann trotz der Währungsschlange nicht die Rede davon sein, dass die Wechselkurse ähnlich dem Bretton Woods System langfristig fixiert waren. Ganz im Gegenteil wurden die Bänder von Zeit zu Zeit angepasst und erlaubten den Währungen damit durchaus eine relativ freie Bewegung. Die nachfolgende Darstellung verdeutlicht diese Behauptung und zeigt den Wechselkurs einer D-Mark gegenüber dem französischen Francs. Trotz der Bindung konnte die D-Mark deutlich aufwerten, wenn auch in einem immer begrenzten Interventionsband.[4][5][6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1.: Währungsschlange DEM/FRF

Der US Dollar sowie der Euro und andere Währungen wie das britische Pfund bewegen sich heutzutage frei zu einander, wenn auch behauptet wird, dass die Zentralbanken von Zeit zu Zeit intervenieren wie beispielsweise beim japanischen Yen. Andere Währungen wie der Hongkong Dollar oder der russische Rubel sind entweder direkt an den US Dollar in einem festen Verhältnis oder an einen Korb von Währungen gekoppelt.

2. Bestimmung der Wechselkursentwicklung

Allein über die Bestimmung von Wechselkursen sind Dutzende an Büchern mit Tausenden von Seiten geschrieben worden, weswegen an dieser Stelle nur ein grober Überblick über einige Möglichkeiten der Bestimmung von Wechselkursen präsentiert werden sollen. In der Praxis hat sich bisher herausgestellt, dass professionelle Händler für sehr kurzfristige Entscheidungen im Bereich des Daytrading gerne mit den Orderflows arbeiten. Dabei handelt es sich um Kauf- und Verkaufsaufträge von Kunden zu denen neben den institutionellen Investoren auch Privatleute zählen. Hieraus können leicht Stimmungen abgeleitet werden, wohin das sogenannte Smart Money in Form von Großorders der Hedge Fonds oder das Dumb Money als Orderaufträge von Klein- und Kleinstkunden hin geht.

Des weiteren hat eine Umfrage gezeigt, dass bis zu einem Zeithorizont von sechs Monaten gerne mit der technischen Analyse gearbeitet wird, bei der mittels Trendgeraden und Formationen versucht wird, bestimmte Bewegungsmuster aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen.

Erst bei einem Anlagehorizont von mehr als sechs Monaten wie ihn gerade Global Macro Hedge Fonds besitzen, die weltweit anlegen, wird die klassische Fundamentalanalyse verwendet indem mittels makroökonomischen Modellen eine Vielzahl von Faktoren bewertet und analysiert werden, um anschließend einen möglichen Verlauf für die Zukunft zu prognostizieren.

2.1 Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse ist wie bereits erwähnt, besonders bei längerfristigen Handels- oder Absicherungsansätzen gefragt. Sofern jemand erwägt eine Währung länger als sechs Monate zu halten, kann die fundamentale Analyse gute Dienste erweisen, wobei dieser Aspekt immer relativ gesehen werden muss.[7][8]

Eine Prognose bezüglich der Wechselkursentwicklung des australischen gegenüber dem kanadischen Dollar kann durchaus richtig sein, dass ein bestimmtes Niveau in einem Jahr erreicht wird. Jedoch müssen gerade bei Handelsansätzen oder auch Hedgingstrategien an denen Derivate wie Futures beteiligt sind, oftmals Nachschussforderungen bedient werden, weswegen zwischenzeitliche Schwankungen trotz einer richtigen Langfristprognose den Hedger oder Trader zur Aufgabe zwingen können.

Ein sehr beliebter Ansatz innerhalb der Fundamentalanalyse ist die Kaufkraftparitätentheorie bei der davon ausgegangen wird, dass identische Waren auf der ganzen Welt gleich viel kosten sollten und dabei einfache Arbitragebeziehungen, zumindest in der Theorie entstehen. Hier wird in der Literatur meist auf den Burger Index verwiesen, der in Dutzenden von Ländern weltweit die Preise von Big Macs bei Mc Donalds vergleicht, da diese Ware in jedem Land homogen ist. Allerdings zeigen sich dennoch meist gravierende Unterschiede wie aktuell die Differenz zwischen den U.S.A. und der EU beweist. Die letzte Erhebung dieser von The Economist eingeführten Berechnungsmethode zeigt, dass in der EU ein Big Mac in US Dollar gerechnet 4,17 USD kostete während dieser in den U.S.A. für 3,41 USD zu haben war. Aufgrund des Wechselkursanstieges von EURUSD seit dem Juli 2007 als die Analyse durchgeführt wurde, könnte mittlerweile in der EU ein Big Mac sogar 4,50 bis 4,75 USD kosten. Dies impliziert, dass rein rechnerisch der EUR gegenüber dem USD um gut 30 Prozent überbewertet ist. Diese Berechnung kann für mehrere Waren erfolgen, birgt jedoch Kritikpunkte. Beispielsweise wird nur der Preis von Waren beachtet und nicht zwangsläufig die Wirtschaftsleistung eines Landes. Ein Land könnte möglicherweise sehr billige Produkte haben aufgrund einer massiven Deflation, die letztlich die Schuldner benachteiligt und die Gläubiger bevorteilt. Dadurch kann entgegen den von Arthur Pigou gemachten positiven Aspekten einer Deflation eine Abwärtsspirale für die Wirtschaft entstehen. Die Schuldner werden wahrscheinlich ihren Konsum stärker zurückfahren als die Gläubiger den Ihrigen ausweiten. Dies ist darin begründet, dass die Schuldner nicht umsonst Schuldner sind. Sie konsumieren mehr als sie eigentlich können und werden bei einer Deflation wenn ihre Schuldenberge real anwachsen deutlich weniger konsumieren. Die Gläubiger sind dieser Theorie nach jedoch sparsamer. Sie werden ihren Konsum womöglich etwas ausdehnen, jedoch in geringerem Maße als die Schuldner ihr Konsumverhalten zurückfahren. Dadurch entsteht eine Abwärtsspirale für die Volkswirtschaft, weswegen in den Richtlinien der europäischen Zentralbank auch eine Inflation von etwa zwei Prozent als in Ordnung angesehen wird, um der Deflation großräumig aus dem Weg zu gehen.

2.2 Technische Analyseformen

Die technische Analyse versucht mittels dem Einzeichnen von Trendlinien und Formation, die oftmals unter dem Namen Dreiecke, Wimpel, Keile, Flaggen, Diamanten und vieles mehr bekannt sind, die Kurse zu bestimmen. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich Trends und Formationen die bereits in der Vergangenheit aufgetreten sind, in die Zukunft übertragen lassen. Vor allem Widerstände und Unterstützungen an deren Schnittpunkten mit dem Kursverlauf einige Marktteilnehmer zu Reaktionen aufgrund von Stop Loss Orders gezwungen sind, können Aufschluss über die zukünftige Entwicklung geben. Des weiteren werden sehr gerne Ausbrüche aus Handelsspannen über Mehrwochenhochs und Tiefs gehandelt, wobei hier auch der Einsatz von automatischen Handelssystemen gefragt ist. Diese Maschinen werden in der Regel einmal programmiert und anschließend in den täglichen Handel integriert. Eine weitere Möglichkeit der Kursbestimmung sind gleitende Durchschnitte, deren Über- oder Unterschreiten durch den Kursverlauf ein Kauf- oder Verkaufssignal geben kann. Je nachdem ob ein kurz-, mittel- oder langfristiges Signal gewünscht wird, verwenden Händler eine entsprechende länge der Durchschnitte von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen und Monaten.[9][10][11]

Exotischere Varianten der Kursbestimmungen leiten sich zudem aus den Analysen von W. D. Gann ab, der versuchte durch die Verwendung von Winkeln die Kurse zu prognostizieren. Eine ähnliche Anwendung finden Fibonacci Zahlen und Elliott Wellen, die zum Teil auf dem goldenen Schnitt beruhen und sich auf eine Übertragung der Muster aus der Natur auf Börsenkurse beziehen. Des weiteren werden Mondzyklen, Kurshoroskope und sogar Vorhersagen indischer Wahrsager verwendet um den Verlauf zu bestimmen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

2.3 Quantitative Untersuchungen

Quantitative Analysen treten gerade seit den immer stärker in Erscheinung tretenden Statistical Arbitrage Hedge Fonds auf. Der bekannteste Vertreter dieser Art ist wahrscheinlich James Simmons von Renaissance Capital mit dem Medaillon Hedge Fund. Hierbei werden Modelle aus der Statistik wie Korrelationsanalysen verwendet, um dadurch zu messen, ob zwei Werte sich in Gleichklang bewegen. Sofern sich zwei stark positiv korrelierte Werte zu weit voneinander entfernen, und die Spanne oder der Spread zwischen diesen Werten ein Niveau von mehreren Standardabweichungen erreicht, über die die Werte auseinander gelaufen sind, wird versucht mittels Pair Trades auf ein Schließen dieser Spreads zu setzen. Dabei macht man sich die sogenannte Regression zum Mittelwert zu Nutze. Dieses Phänomen konnte bereits bei Zinsen und Volatilitäten beobachtet werden und wurde anschließend auf den Spread zwischen zwei positiv korrelierten Werten übertragen.

Außerdem wird in dieser Branche auch mit saisonalen Analysen sowie Korrelationsvergleichen zu früheren in der Vergangenheit bereits aufgetretenen Mustern gearbeitet. Verdeutlicht werden kann dieses Konzept am besten durch das nachfolgende Bild, welches den US Dollar Index als Kassaindex zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.2.: Korrelations- und Saisonalitätsanalyse des Moore Research Center (MRCI)

Die grüne Linie zeigt eine Korrelationsanalyse und wahrscheinlichsten Verlauf des Index. Dabei wurde über 274 Tage eine Korrelationsanalyse mit allen verfügbaren Verläufen des Kassaindex erstellt. Wie sich aus der rechten Spalte ergibt, ist der aktuelle Verlauf zu 88% mit dem Verlauf des selben Zeitraums des Jahres 1988 sowie zwischen 80% und 83% mit den Jahren 1972, 1973, 1975 und 1978 verknüpft.[12][13][14]

Daraus können die Statistiker eine mögliche Route errechnen, die aktuell für den US Dollar Index gen Süden zeigt. Das untere Drittel der Darstellung zeigt die bereits erwähnten saisonalen Verläufe über fünf, 15 und 20 Jahre.

2.4 Sentimentindikatoren

Sentimentindikatoren sind Stimmungsbarometer der Marktteilnehmer. Dabei wird versucht herauszufinden, welche Stimmung die Masse gerade besitzt, wobei meist Kleinanleger befragt werden und anschließend gemäß der Contrarian Strategie das Gegenteil dieser Händlergemeinde gemacht wird. Dies liegt darin begründet, dass die Theorie davon ausgeht, dass niemals die Masse sondern nur einzelne den Stein der Weisen finden werden.

Geeignet für derartige Analysen ist beispielsweise der immer Freitag Abend veröffentlichte Commitment of Traders Report seitens der amerikanischen Commodity Futures Trading Commission. Hierbei werden die Position der Großinvestoren, Hedger sowie Kleinspekulanten und Index Fonds evaluiert. Man befolgt in der Regel das Gegenteil der kleinen Spekulanten, da diese falsch liegen.

3. Möglichkeiten der Absicherung von Währungsgeschäften

Der nachfolgende Abschnitt soll dazu dienen, die einzelnen Möglichkeiten der Absicherung von Währungsrisiken zu erläutern. Hierbei werden neben den klassischen Absicherungs-maßnahmen wie dem Kassageschäft auch Termin- sowie Swapgeschäfte näher erläutert. Des weiteren gibt es die Möglichkeit Währungsrisiken mittels Optionen zu eliminieren, was jedoch deutlich komplexer ist. Dies liegt vorwiegend an der Asymmetrie der Option und deren ungleichen Chance/Risiko Profil. Da dieses Instrument allerdings seit der Einführung der Garman Kohlhagen Formel ebenfalls bewertet werden kann, erfreut es sich zunehmender Beliebtheit, was eine Studie der Bank for International Settlements (BIS) von Mai 2008 beweist.

Laut den Analysten der BIS beläuft sich das gesamte Volumen des internationalen Währungsmarktes auf geschätzte 56.238 Milliarden US Dollar. Dieser Wert kann anschließend in die einzelnen Kategorien Outright Forward and Forex Swaps sowie Currency Swaps und Options untergliedert werden. Den Bärenanteil des Handelsvolumens machen Outright Forwards and Forex Swaps mit einem Anteil von 51,82 Prozent aus. Weitere 25,51 Prozent entfallen auf den Bereich der Currency Swaps während der Rest auf den Optionsmarkt verteilt wird. Interessant ist zudem, dass das Handelsvolumen der Terminbörsen die den Handel mit Devisenfutures anbieten wie beispielsweise die nordamerikanische CME Group lediglich auf einen Handelsumsatz von 291 Milliarden US Dollar kommen, der weit unterhalb des Wertes des Over-the-Counter Marktes (BIS) liegt. Dies liegt vorwiegend daran, dass die Absicherung von gerade größeren Währungsgeschäften am besten mit einem Spezialisten in Form einer Bank über den außerbörslichen Markt geschehen sollte. Vor allem da dieser Markt aufgrund der fehlenden Standardisierung besser für Beträge geeignet ist, die nicht an den Terminbörsen handelbar sind oder nur sehr schwer durch Kombination mehrerer Futures gehandelt werden können.

Den Abschluss des folgenden Kapitels bildet eine detaillierte Besprechung von exotischen Finanzinstrumenten, deren Vielfalt keine Grenzen kennt. Gerade im Bereich strukturierter Produkte wie Zertifikate jedoch auch für Währungsabsicherungen können diese Finanzinstrumente eingesetzt werden. Es wurde hierauf verzichtet alle dieser exotischen Instrumente vorzustellen, da hierfür mehrere Bücher gefüllt werden könnten.[15][16][17]

Der Leser soll einen Einblick in die unterschiedlichen Ausprägungen dieser Produkte erlangen und dadurch einen Wissenszuwachs erlangen, dass es im Bereich der exotischen Produkte ebenfalls eine Vielzahl an Produkten gibt, die für manche Bedürfnisse deutlich besser geeignet sein können als standardisierte Entwürfe. Des weiteren werden alternative Absicherungsmöglichkeiten wie das innerbetriebliche Netting und die Forfaitierung gezeigt, die ganz auf Derivate verzichten.

3.1 Spotgeschäfte

Das Spotgeschäft auch Kassa- oder Komptantgeschäft genannt ist mit die einfachste Form des Devisenhandels. Hierbei wird eine Währung wie beispielsweise der EURUSD ge- oder verkauft. Ein Händler spricht hierbei von long gehen (engl.: to go long) oder short gehen (engl.:to go short). In diesem Zusammenhang ist sehr wichtig zu wissen, dass man sich über den Unterschied einer Preisnotierung zu einer Mengennotierung im Klaren ist. Bei einer Preisnotierung gibt der Kurs an, wie viel eine Währungseinheit der ausländischen Währung in inländischer Währung kostet. Dies steht im Gegensatz zu der Mengennotierung, die besagt wie viel der ausländischen Währung man für eine Einheit der inländischen Währung bekommt. Dabei wird in der Angabe der Währung immer unterschieden welches die Basiswährung und welches die variable Währung ist. Bei einer Bezeichnung des Wechselkurses Euro gegen US Dollar verwenden Händler gerne das Kürzel EURUSD oder EUR/USD. Hierbei ist die erste Währung die Basis, welche fest bleibt und einer Einheit der jeweiligen Währung entspricht. Die zweite Währung in diesem Fall der USD ist die variable Währung, für die angeben wird wie viele Einheiten dieser Währung jemand bekommt für eine Einheit der Basiswährung. Um dies zu verdeutlichen, soll ein kurzes Beispiel dienen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

des Euro gegenüber dem US Dollar. Dann würde der Market Maker einen Kurs

von beispielsweise 0,80 Euro stellen. Dies bedeutet, dass ein US Dollar einen

Wert von 0,80 Euro besitzt oder 0,80 Euro für einen USD bezahlt werden müs-

sen. Bei einer Mengennotierung will der Händler jedoch wissen, wie viel US

Dollar für einen Euro erhältlich sind. Dies ist anschließend der umgekehrte Fall.

Die Berechnung ist sehr einfach und erfolgt durch die Rechnung 1 / 0,80 = 1,25.

Nun weiß der Händler, dass ein Euro gleich 1,25 USD in der Mengennotierung

entspricht oder ein USD derzeit 0,80 EUR kaufen kann. In der Praxis wird seit

1999 auch in Deutschland die Mengennotierung verwendet, da diese sich be-

reits in früheren Jahren in angelsächsischen Ländern durchsetzen konnte.

Im Rahmen des oberen Beispiels wurden bereits Bezeichnungen wie USD oder EUR verwendet. Diese sind Bestandteil des international anerkannten ISO Systems welches für das System der International Organisation of Standardization steht. Diese Behörde hat die Norm 4217 geprägt, welche die Abkürzung für Währungen regelt. Dadurch kann beispielsweise der US Dollar durch das Kürzel USD oder der Euro durch EUR aber auch andere Währungen wie der kanadische oder australische Dollar durch CAD oder AUD abgekürzt werden. Dieses System ist grundlegend für den Handel mit Devisen um Verwechslungen gerade der unterschiedlichen Dollararten wie dem US Dollar, Simbabwe Dollar, Singapur Dollar oder auch kanadischen Dollar zu vermeiden.

In den Handelssäalen werden in der Regel bei der Kursstellung nicht alle Zahlen eines Währungskurses gesagt sondern nur die letzten beiden Ziffern. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Pips im Unterschied zu den vorderen Big Figures.[18][19]

Stellt ein Händler beispielsweise den Kurs für den EURUSD mit 1,5567 / 1,5570, dann bezeichnet man als Big Figure die erste Zahl mit 1,55 und als Pips gelten die letzten beiden Zahlen 67 und 70. In der Praxis würde ein Händler gegenüber einem anderen in der Regel einen Kurs von 67 zu 70 stellen.

Dieses Beispiel verdeutlicht auch gleichzeitig die Bedeutung des Bid / Ask Spread der auf deutsch auch als Geld- / Briefspanne bekannt ist. Ein Händler kann eine Position kaufen indem er aus dem Ask kauft oder verkaufen indem in das Bid verkauft wird. Auf der Gegenseite steht hierbei der Market Maker der für einen liquiden Handel sorgt. Aus seiner Sicht kauft er zum Bid und verkauft zum Ask. Die Differenz dazwischen ist sein Gewinn als auch Spread bezeichnet.

Bevor in den nachfolgenden Kapiteln näher auf Termingeschäfte eingegangen wird, muss zuerst der Begriff des Kassageschäftes näher definiert werden. Hierbei handelt es sich um den sofortigen Kauf oder Verkauf einer Währung bei der die Belieferung mit der jeweiligen Währung allerdings in der Regel erst zwei Tage nach dem Kauf erfolgt jedoch nicht später. Laut den Aussagen der United Banks of Switzerland (UBS) ist die Abwicklung von Kassageschäften im heutigen Zeitalter des Internets sowie superschnellen Computern bereits am selben Tag möglich. Die frühere Definition des Kassageschäftes des Sofortkaufs und der Abrechnung des Geschäfts in zwei Tagen bezog sich darauf, dass sehr viel Büroarbeit gemacht werden musste und einiges an Aufwand für die notwendigen Formulare gebraucht wurde. Deswegen wurde der Begriff des Kassageschäfts mit Abrechnung in zwei Tagen definiert.

In der Praxis stellt sich jedoch oft die Frage ob man eine Währungsposition am Kassamarkt tatsächlich auslaufen lassen möchte und eine Lieferung der entsprechenden Währung bekommt oder ob die Position nicht besser gerollt werden sollte. Als Roll Over bezeichnen Händler das prolongieren von Positionen die nicht zur Lieferung gedacht sind. Im Währungshandel muss somit eine Position zumindest buchhalterisch vollkommen geschlossen und anschließend wieder neu eröffnet werden. Die Positionen werden am Währungsmarkt gegen 17 Uhr New Yorker Zeit abgerechnet was 23 Uhr in Deutschland entspricht. In der Regel rollt der jeweilige Broker die Position solange weiter bis er von seinem Kunden die Nachricht erhält, dass die Position entweder geschlossen werden soll auch als glattstellen bezeichnet oder dass eine Lieferung erwünscht ist. Dann wird die Position nicht mehr gerollt und es erfolgt eine Lieferung der jeweiligen Währung.

[...]


[1] Vgl.: Drobny, Steven: Inside the House of Money, John Wiley & Sons Inc. 2006, S. 325 ff.

[2] Vgl.: Sperber, Heribert: Wirtschaft verstehen, Schäffer-Pöschel 2007, S. 259 ff.

[3] Vgl.: Stefanini, Filippo: Investment strategies of hedge funds, John Wiley & Sons Inc. 2006, S. 239 ff.

[4] Vgl.: Goldseiten.de: Geld, Gold und der Goldstandard

[5] Vgl.: UBS: Devisen- und Geldmarktgeschäfte

[6] Vgl.: Eibl, Christoph: Gold: Der Goldhandel im neuen Jahrtausend, Finanzbuchverlag 2005, S. 10 ff.

[7] Vgl.: Metz, Dennis: Devisenhandel, Finanzbuchvelag 2007, S. 54 ff.

[8] Vgl.: Stefanini, Filippo: Investment strategies of hedge funds, John Wiley & Sons Inc. 2006, S. 239 ff.

[9] Vgl.: Sperber, Heribert: Wirtschaft verstehen, Schäffer-Pöschel 2007, S. 51 ff.

[10] Vgl.: The Economist: Food for thought about exchange-rate controversies

[11] Vgl.: Rose, Rene: Enzyklopädie der technischen Indikatoren, Finanzbuchverlag 2006, S. 25 ff.

[12] Vgl.: Rose, Rene: Enzyklopädie der technischen Indikatoren, Finanzbuchverlag 2006, S. 701 ff.

[13] Vgl.: Stefanini, Filippo: Investment strategies of hedge funds, John Wiley & Sons Inc. 2006, S. 259 ff.

[14] Vgl.: Pole, Andrew: Statistical Arbitrage: Algorithmic Trading Insight and Techniques, John Wiley & Sons Inc. 2007, S. 69 ff.

[15] Vgl.:Rose, Rene: Enzyklopädie der technischen Indikatoren, Finanzbuchverlag 2006, S. 701 ff.

[16] Vgl.: Metz, Dennis: Devisenhandel, Finanzbuchverlag 2007, S. 17 ff.

[17] Vgl.: Bank for International Settlements: OTC Derivatives market activity in the second half of 2007

[18] Vgl.: Metz, Dennis: Devisenhandel, Finanzbuchverlag 2007, S. 23 ff.

[19] Vgl.: UBS: Devisen- und Geldmarktgeschäfte

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Management von Währungsrisiken
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
31
Katalognummer
V114943
ISBN (eBook)
9783640162697
ISBN (Buch)
9783640164226
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Management, Währungsrisiken
Arbeit zitieren
Sebastian Hell (Autor), 2008, Management von Währungsrisiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114943

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