Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten


Hausarbeit, 2008
56 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprünge der Code-Switching Forschung
2.1 Bilingualismusforschung in den 1950er Jahren
2.2 Definition Code-Switching

3. Unterschiedliche Ansätze in der Code-Switching Forschung
3.1 Soziolinguistische/pragmatische/interaktionale Ansätze
3.2 Grammatische Ansätze

4. Erkundungsprojekt
4.1 Methodologisches: Analyse nach dem funktional-pragmatischen Ansatz
4.2 Ziel und methodisches Vorgehen im Erkundungsprojekt Beschreibung der Diskurskonstellation
4.4 Transkription nach HIAT
4.5 Diskursanalyse von Code-Switching-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten

5. Auswertung des Erkundungsprojekts

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In vielen bilingualen Gemeinschaften lassen sich Diskurse verzeichnen, in denen in einem Gespräch balancierte Bilinguale[1] Morpheme von zwei oder mehr Varietäten in ihr linguistisches Repertoire einbauen (vgl. Myers Scotton 1998, 91). Allerdings taucht dieses Phänomen nicht nur bei balancierten Bilingualen auf, sondern auch bei normalen Zweisprachigen und auch bei Fremdsprachenlernern. Im Gegensatz zur Fremdsprache wird die Zweitsprache in einer natürlichen Erwerbssituation ungesteuert erlernt. Der Fremdsprachenunterricht hingegen ist curricular aufgebaut, und das Lernen wird formal organisiert. Der Erwerb der Fremdsprache erfolgt demnach gesteuert (vgl. Ulich 2001, 19f.). Beim Erlernen der Zweitsprache ist die Erstsprache häufig noch nicht abgeschlossen, wohingegen beim Erlernen der Fremdsprache der L1-Erwerb weitestgehend abgeschlossen ist (vgl. Baur 2001, 620).

Im Mittelpunkt der vorliegenden Hausarbeit steht die diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten. Das Phänomen Code-Switching, also „[…] die wahlweise Verwendung zweier Sprachen von Seiten eines Sprechers innerhalb einer Konversation“ (Banaz 2002, 65), wurde vor allem im Hinblick auf die Zweitsprache untersucht (vgl. z.B. Afshar 1998; Backus 1992; Banaz 2002; Pütz 1994). Anhand eines Diskurses in einer bilingualen Schule sollen in der vorliegenden Hausarbeit ‚Code-Switching-Erscheinungen’ zum einen hinsichtlich der balancierten Zweisprachigkeit (Lehrerin), und zum anderen beim Erlernen einer Fremdsprache (Schüler/innen) nachgewiesen und daraufhin verglichen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass durch den ausgewählten Diskurs in einer bilingualen Schule die Fremdsprache Englisch verstärkt unterrichtet wird.

Bevor allerdings die Diskursanalyse erfolgt, sollen im ersten Kapitel zunächst die Ursprünge der Code-Switching Forschung in der Bilingualismusforschung in den 1950er Jahren sowie eine Begriffsdefinition von Code-Switching dargelegt werden. Ende der 1970er Jahre entstand eine Fülle an Publikationen, die sich mit dem Thema Code-Switching beschäftigten. Code-Switching kann nunmehr weitaus präziser charakterisiert werden, als es in der frühen Bilingualismusforschung möglich war (vgl. Myers Scotton 1998, 91). Infolgedessen wird im zweiten Kapitel entlang der unterschiedlichen Ansätze ein Überblick über die Code-Switching Forschung seit den 1970er Jahren gegeben. Anschließend erfolgt die Darstellung des Erkundungsprojekts. Hierfür wird der funktional-pragmatische Ansatz, das Erkundungsziel und das methodische Vorgehen, die Diskurskonstellation sowie das verwendete Transkriptionsverfahren HIAT beschrieben. Nachdem die Ziele und der Verlauf der funktional-pragmatischen Diskursanalyse erläutert wurden, werden die ausgewählten Diskursabschnitte sektioniert und nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten analysiert. Abschließend werden in der Schlussbetrachtung die Diskurse hinsichtlich der möglichen Gründe ausgewertet. Ferner erfolgt ein Vergleich der Code-Switching-Erscheinungen bei balancierten Zweisprachigen und Fremdsprachenlernern.

2. Ursprünge der Code-Switching Forschung

Die Ursprünge der Code-Switching Forschung liegen in der Bilingualismusforschung und in der Forschung zum Zweitsprachenerwerb. Den Forschungsgegenstand bildete zunächst vor allem die Lexik. Dabei konzentrierte man sich hauptsächlich auf die einzelnen Wörter, die in andere Sprachen entlehnt werden, und darauf, welche Interferenzen sich feststellen lassen. Weinreich und Haugen sind zwei bedeutende Autoren, die sich in den 1950er Jahren besonders mit dem Transfer einzelner lexikalischer Elemente in das andere Sprachsystem befassten (vgl. Steiger 2006, 1). Die Autoren beschäftigen sich dabei vor allem mit der Systematisierung von Entlehnungen (‚borrowings’). Der Begriff der Entlehnung bzw. des borrowings geht dem Begriff ‚Code-Switching’ folglich voraus. Haugen sprach dabei von einem Wandel der zweiten Sprache (vgl. Haugen 1950, 211), wohingegen sich Weinreich zwar bereits auf ‚Switching Facilitys’ bezieht, diesem Kodewechsel jedoch eine andere Bedeutung zuweist als die Auffassungen der heutigen Code-Switching Forschung dies tun (vgl. Weinreich 1976, 99).

2.1 Bilingualismusforschung in den 1950er Jahren

Die theoretischen Arbeiten von Haugen (1950) und Weinreich (1953)[2] sind die ersten Arbeiten, die eine wissenschaftliche Systematik der Entlehnungen vorschlagen. Sie entwickelten Modelle, mithilfe derer verschiedene Erscheinungsformen zwischensprachlichen Einflusses klassifiziert werden können. Dabei ging es Haugen vor allem um die Entlehnung einzelner Wörter sowie die sprachlichen Prozesse im Augenblick der Entlehnung, wohingegen Weinreich sich schwerpunktmäßig auf die Rede von Zweisprachigen und die hierbei auftretenden Interferenzen bezieht (vgl. Jansen 2005, 4ff.). Im Folgenden sollen die Arbeiten von Haugen und Weinreich in ihren Grundzügen dargestellt werden.

Haugen (1950) definiert in seinem Artikel ‚The Analysis of Linguistic Borrowing’ ‚borrowing’ als „[…] the attempted reproduction in one language of patterns previously found in another” (Haugen 1950, 212) und zieht diesen Begriff dem des Sprachmischens vor. Die Entlehnung betrachtet er dabei als einen Prozess und unterscheidet zwei Typen von Entlehnungen: Zum einen das Lehnwort, das neu in die Sprache eingeführt wird bzw. ohne Veränderung übernommen wird (‚importation’), und zum anderen das Lehnwort, dass durch ähnliche Morpheme der eigenen Sprache ersetzt wurde (‚substitution’). Dabei lässt sich eine Beziehung zwischen morphematischer und phonemischer Substitution aufweisen. Im Hinblick auf diese Beziehung kommt Haugen zu drei Kategorien, die abhängig von der morphematischen Ersetzung sind. Ersteres, das Lehnwort (‚loanword’), basiert auf der morphematischen Übernahme des Wortes in die eigene Sprache, ohne es durch Morpheme dieser zu ersetzen. Dabei kann das Lehnwort einen Akzent aufgrund der anderen Sprache aufweisen (vgl. ebd., 212ff.). Die zweite Kategorie ist die der ‚loanblends’. „Loanblends show morphemic substitution as well as importation“ (ebd., 215). Die loanshifts bilden die letzte Kategorie und sind die Wörter, die durch ähnliche Morpheme der eigenen Sprache ersetzt werden. Hierunter versteht Haugen z.B. die sogenannten Lehnwortübersetzungen. Sie erscheinen in der entlehnten Sprache als funktionale Veränderungen der heimischen Sprache (vgl. ebd., 215).

In den letzten beiden Kategorien nimmt Haugen weitere Differenzierungen vor. So unterscheidet er die ‚loanblends’ nach der formalen Struktur der Vorbilder sowie der Art der Wiedergabe der einzelnen Morpheme. Die ‚blended stems’ weisen, wie die deutsche

Übersetzung zeigt, einen gemischten Stamm auf, wobei das Suffix bedeutungslos bleibt. Bei der gemischten Ableitung (‚blended derivative’) ersetzen heimische Suffixe die Fremden. Die gemischten Zusammensetzungen (‚blended compounds’) bilden die größte Gruppe. Das ersetzte Wort ähnelt dabei dem fremden Ausdruck hinsichtlich der Struktur und der Phonologie (vgl. ebd., 218f.). „An example from PaG is bockabuch ‚pocketbook’, where buch was substituted for E [English] book “ (ebd., 219; Zus. v. J.P.). Die ,loanshifts’ werden laut Haugen durch bereits bestehende Gemeinsamkeiten zwischen zwei Sprachen hervorgerufen. Die Zeichen können sich dabei auf der phonetischen oder der semantischen Ebene ähneln, oder auf beiden Ebenen gleichzeitig. Demzufolge unterscheidet er zwischen den ‚homophones’, die sich auf die phonetische Ähnlichkeit beziehen, den ‚homologues’, die sich auf der semantischen Ebene ähneln und den ‚analogues’, die eine phonetische sowie semantische Ähnlichkeit zwischen dem heimischen und dem fremden Ausdruck aufweisen (vgl. ebd., 219f.)[3].

Die Intention für die Verwendung von Entlehnungen sieht Haugen vor allem in sozialen Gründen.

Some languages import the whole morpheme, others substitute their own morphemes; but all borrow if there is any social reason for doing so, such as the existence of a group of bilinguals with linguistic prestige (ebd., 225).

Haugens Klassifizierungen unterscheiden sich von der neueren Code-Switching Forschung vor allem darin, dass es ihm lediglich um eine Beschreibung der Entlehnungen geht, die auf keiner funktionalen Strategie beruhen. „For our definition [of borrowing] it does not matter why the speaker does it, nor whether he is conscious of what he is doing“ (ebd., 212; Zus. v. J.P.). Der Begriff ,Code-Switching’ geht über die Entlehnungen hinaus und wird vor allem als funktionale Strategie verstanden. Bevor jedoch eine nähere Definition von ‚Codeswitching’ vorgenommen wird, soll zunächst die Arbeit von Weinreich dargestellt werden.

Weinreich beschäftigt sich in seiner Monographie ‚Languages in Contact : Findings an Problems’ schwerpunktmäßig mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Sprachsysteme beim Zweisprachigen, da sich Sprachkontakt nach Weinreich nur beim einzelnen Sprecher feststellen lässt, in dessen Bewusstsein verschiedene Sprachen existieren. Ein wesentlicher Bestandteil in Weichreichs Werk sind die Mechanismen und strukturellen Ursachen der Interferenz in der spontanen Rede bei zweisprachigen Individuen (vgl. Weinreich 1976, 15ff.).

Als Interferenzerscheinungen bezeichnet er „diejenigen Fälle der Abweichung von den Normen der einen wie der anderen Sprache, die in der Rede von Zweisprachigen als Ergebnis ihrer Vertrautheit mit mehr als einer Sprache, d. h. als Ergebnis des Sprachkontaktes vorkommen […] (ebd., 15).

Weinreich verfolgt dabei einen Ansatz, der die außersprachlichen bzw. nicht-strukturellen Faktoren mit einbezieht. Nach ihm ist Sprachkontakt nur zu verstehen, „[…] wenn man ihn in einem umfassenden psychologischen und sozio-kulturellen Rahmen sieht“ (ebd., 18). Das Ausmaß der Interferenz wird deshalb zum einen durch die Strukturen der in Kontakt stehenden Sprachen bestimmt, und zum anderen durch die außersprachlichen Faktoren. Die sprachlichen Kontaktphänomene werden demnach auch unter psychologischen und kognitiven Gesichtspunkten betrachtet. Die von Haugen dargestellten Entlehnungen schließt Weinreich aus dem Bereich der sprachlichen Interferenz aus. Er fordert vielmehr eine Untersuchung von Interferenzen im Redeakt, die weitaus heikler ist, als die entlehnten Elemente zu untersuchen, die schon in einer Sprache institutionalisiert sind. Die Interferenzen unterscheidet Weinreich in lautliche, grammatische und lexikalische, da der Terminus Interferenz die Umordnung von Strukturschemata einschließt, die sich aus der Einführung fremder Elemente in die Bereiche des phonologischen Systems, der Morphologie und Syntax sowie einigen Feldern des Wortschatzes ergeben[4]. Interferenzen sieht er dabei als Normabweichungen, die sich durch den Einfluss der fremden Sprache erklären lassen. Den Grund des Transfers zwischen Elementen von einem in das andere Sprachsystem sieht Weinreich u. a. in dem sozialen Wert der Primärsprache, in der individuellen Bereitschaft zur Sprachmischung sowie in der affektiven Rede, in der die Aufmerksamkeit des Sprechers vor allem auf den Inhalt hin gelenkt ist, und Interferenzen dann durch Nachlässigkeit auftreten können (vgl. ebd., 84ff.). Bevor Weinreich abschließend den sozio-kulturellen Rahmen von Sprachkontakt untersucht, geht er auf den Zweisprachigen als Individuum ein und berücksichtigt hier ferner die Beherrschung von Kodeumschaltverhalten (‚Switching Facility’) (vgl. ebd., 19ff.).

Der ideale Zweisprachige schaltet von einer Sprache auf die andere um in Angemessenheit an dazu nötigende Änderungen der Redesituation (Gesprächspartner, -gegenstand usw.), tut es aber nicht in unveränderter Redesituation und erst recht nicht innerhalb einunddesselben Satzes (ebd., 99).

Weinreich geht demzufolge von einem balancierten Zweisprachigen aus, der die Sprache nicht in ein und demselben Satz oder in einer konstanten Redesituation wechselt. Er spricht dem Kodeumschalten dabei einerseits eine funktionale Strategie zu, die im Hinblick auf die Änderungen der Redesituation angewandt wird, versieht es aber andererseits mit einer negativen Konnotation, indem er es als Normabweichung deutet. Auch folgendes Zitat verdeutlicht, dass das Kodeumschalten eher als Problem und mangelnde Beherrschung der jeweiligen Sprachen angesehen wird:

Es steht aus guten Gründen zu vermuten, daß [!] zwischen denen, die ihr Umschaltverhalten unter Kontrolle haben und sich diesem idealen Schema zu nähern vermögen, und denen, die Schwierigkeiten beim Umschalten oder Beibehalten des Kodes in der erforderlichen Weise haben, ein Spielraum für individuelle Schattierungen besteht (ebd., 100).

Weinreich unterscheidet dabei zwei Typen. Der eine hält an der einen Sprache übermäßig starr fest, wohingegen der andere sich unzureichend auf nur eine Sprache in einer konstanten Redesituation bezieht. Die Schemata abweichenden Verhaltens, in die sich die Zweisprachigen einordnen lassen, stehen bei ihm im Vordergrund. Weinreich weist allerdings auch darauf hin, dass „das Problem“ (ebd.) noch nicht erforscht ist, und es weitere Tests geben müsse, die solche Schemata entwickeln (vgl. ebd., 99f.). Abschließend lässt sich festhalten, dass sich Weinreich bereits mit der Zweisprachigkeit intensiv auseinandergesetzt hat und auch die außersprachlichen Faktoren mit in seine Untersuchung einbezieht. Im Hinblick auf das Kodeumschalten lässt sich aus seinen Ausführungen schließen, dass er dieses eher als Problem sieht, und es als Normabweichung definiert.

Den Ansätzen von Haugen und Weinreich ist gemeinsam, dass sie sich beide mit dem zweisprachigen (bzw. mehrsprachigen) Individuum beschäftigt haben und erste Klassifizierungen zu den Sprachkontakt-Phänomenen entwickelt haben[5]. Ihre frühen Ausführungen beziehen sich jedoch vor allem auf die Probleme des Sprachwechsels, weniger auf die möglichen Funktionen von diesem (vgl. Boeschoten 1998, 23). Der Begriff Code-Switching taucht in seiner heutigen Bedeutung nicht auf. Erst 1976 unterscheidet Haugen zwischen „[…] borrowing as a process of code alternation and switching as a process of code preservation […]“ (Haugen 1976, 521). Bei letzterem überlagern sich die Sprachen dabei nicht, sondern folgen einander. 1956 akzeptierte er den von Weinreich eingeführten Begriff der ‚Interferenz’, als das gleichzeitige Verwenden von zwei Sprachen, wenn Zweisprachige die Sprachen nicht auseinanderhalten wollen oder können. Haugen spricht 1976 dann von einer Definition von Code-Switching, die der heutigen ähnelt:

[…] Code switching [is] […] used to refer to the alternate use of two languages, including everything from the introduction of a single, unassimilated word up to a complete sentence or more into the context of another language (Haugen 1976, 521)[6].

Mit einer allgemeinen Definition von Code-Switching beschäftigt sich der folgende Abschnitt.

2.2 Definition Code-Switching

Wie die vorangegangenen[7] Ausführungen gezeigt haben, beschäftigen sich Weinreich (1953) und Haugen (1950) vor allem mit den Entlehnungen sowie Interferenzen und deren Beschreibung. Während Haugen vor allem eine Klassifizierung von verschiedenen Erscheinungsformen zwischensprachlichen Einflusses vornimmt, berücksichtigt Weinreich bereits den psychologischen und sozio-kulturellen Rahmen, in dem sich der Sprachkontakt vollzieht. Er leistete damit bereits einen wichtigen Beitrag zur Soziolinguistik, reduziert das ‚Switching’ allerdings auf eine „Abweichung von der Norm“ (Weinreich 1976, 100). Es hat sich jedoch gezeigt, dass Code-Switching ein sehr bedeutungsvoller Aspekt des Bilingualismus’ und ein verbreitetes Charakteristikum von diesem ist (vgl. Grosjean 1982, 145). Daher soll im Folgenden zunächst eine allgemeine Definition des Begriffs ‚Code-Switching’ erfolgen, bevor dieses Phänomen mithilfe der Darstellung unterschiedlicher Forschungsansätze konkretisiert wird.

Der Begriff ‚Code-Switching’ wurde lange Zeit vor allem von Einsprachigen mit einer negativen Konnotation besetzt. Code-Switching wurde als ‚Kauderwelsch’ und als ein Mix von zwei Sprachen angesehen, wobei davon ausgegangen wurde, dass weder die eine noch die andere Sprache richtig beherrscht wird. Die Bilingualen, die die Sprache wechseln, wurden dann häufig als ‚Semilinguale’ bezeichnet (vgl. ebd., 146f.). Myers Scotten weist darauf hin, dass noch heute teilweise davon ausgegangen wird, dass der Grund für Code-Switching vor allem in den ungenügenden Kenntnissen der Sprachen liegt (vgl. Myers Scotton 1998, 91). Die Forschung der letzten Jahre hat allerdings gezeigt, dass Code-Switching vielmehr eine funktionale, kommunikative Strategie ist, die von bilingualen Sprechern verwendet wird, um dem Hörer sprachliche und soziale Informationen mitzuteilen. Bilinguale Sprecher haben somit mehr Möglichkeiten zur Kontextualisierung bzw. sprachlichen Markierung als Monolinguale (vgl. ebd., 157; Steiger 2006, 2).

Der Begriff Code-Switching stammt aus der englischsprachigen Forschung und wird in der deutschsprachigen Literatur häufig als ‚Sprach- bzw. Kode-Wechsel’[8] bezeichnet. ‚Code’ steht dabei für das sprachliche System, und ‚switching’ wird mit wechseln übersetzt (vgl. Afshar 1998, 22). Auer verwendet dem deutschen Ausdruck ‚Sprachwechsel’ entsprechend den Begriff „language alternation“ (Auer 1988, 187), unter dem er die Begriffe Code-Switching und Transfer zusammenfasst (vgl. ebd., 187). Im Folgenden soll vor allem der in der Forschung am häufigsten verwendete Begriff Code-Switching und der deutsche Begriff Sprachwechsel Gebrauch finden.

Die allgemeine Bedeutung des Begriffs ‚Code-Switching’ lässt sich durch „[…] die wahlweise Verwendung zweier Sprachen von Seiten eines Sprechers innerhalb einer Konversation“ (Banaz 2002, 65) definieren. Die Wahl der Sprache ist dabei von den Erfordernissen der Kommunikationssituation abhängig (vgl. Afshar 1998, 22). Grosjean definiert Code-Switching als „[…] the alternate use of two or more languages in the same utterance or conversation […]“ (Grosjean 1982, 145) und verweist damit auf den von Auer verwendeten Begriff ‚language alternation’. Code-Switching-Phänomene können sich auf ein Wort, eine Phrase, aber auch auf einen oder mehrere Sätze beziehen (vgl. ebd., 146). Des Weiteren können sie zwischen zwei als distinkt wahrgenommenen Sprachen auftauchen sowie hinsichtlich des Dialekts oder der Ausdrucksweise derselben Sprache (vgl. Myers Scotton 1988, 157). Myers Scottons Definition berücksichtigt dies, indem sie anstelle von Sprache den Begriff der Varietät verwendet. „Code switching is defined as the use of two or more linguistic varieties in the same conversation, without prominent phonological assimilation of one variety to the other” (ebd.). Darüber hinaus präzisiert sie die Definition hinsichtlich der phonologischen Anpassung der einen Sprache an die andere. Ein Sprachwechsel lässt sich demnach nur verzeichnen, wenn keine markante phonologische Anpassung erfolgt, beide Sprachen demnach in ihrem Lautsystem beherrscht werden. Im Mittelpunkt der folgenden Untersuchung soll der Wechsel zwischen zwei Sprachen (Englisch und Deutsch) stehen. Die Verwendung des Begriffes ‚Varietät’ ist demnach nicht obligatorisch; jedoch sollte die Möglichkeit des Sprachwechsels hinsichtlich des Dialekts oder anderer Ausdrucksweisen mitberücksichtigt bleiben. Auf formaler Ebene werden typologische Unterscheidungen getroffen, wobei der Wechsel zwischen den Sprachen satzintern, also innerhalb eines Satzes, oder satzübergreifend erfolgen kann (vgl. ebd., 157).

Im Hinblick auf die in der Literatur vielfach diskutierte Abgrenzung des Begriffes Code-Switching von dem Begriff der Entlehnung (‚borrowing’), lässt sich noch kein Konsens feststellen. Der traditionelle Begriff ‚borrowing’ wurde in der frühen Bilingualismusforschung gebraucht, bevor der Begriff ‚Code-Switching’ Verwendung fand. Seitdem wird versucht, diese Begriff voneinander abzugrenzen (vgl. Haugen 1976, 521). Banaz unterscheidet die Begriffe ‚borrowing’ und ‚Code-Switching’ in Anlehnung an Poplack und Meechan (1995, 200) dahingehend, dass beim Code-Switching die Wörter und Sätze in ihrer ursprünglichen Form belassen werden, wohingegen bei der Entlehnung hinsichtlich der Syntax, Morphologie und Lexik eine Integration in das jeweils andere Sprachsystem erfolgt. Dies weist auf Haugens Untersuchung (1950) zu den Entlehnungen hin, bei denen er die Kategorien auch danach aufstellt, inwiefern die fremden Morpheme verändert werden oder nicht (vgl. die Kategorien ‚loanword’, ‚loanblend’ und ‚loanshift’). Banaz weist allerdings auch darauf hin, dass noch keine Einigkeit bezüglich der strikten Trennung zwischen den Begriffen Code-Switching und ‚borrowing’ herrscht (vgl. Banaz 2002, 67ff.)[9]. So bestimmt Myers Scotton den Unterschied nicht im Hinblick auf die Struktur, sondern bezüglich des sozialen Kontextes. Code-Switching konstituiert sich nach ihr in den Äußerungen, die eine soziale Bedeutung tragen, wohingegen die Äußerungen ohne soziale Bedeutung als Entlehnungen betrachtet werden (vgl. Myers Scotton 1988, 159f.)[10]. Backus geht aufgrund des dynamischen Charakters der Sprache nicht von einer strikten Trennung dieser Begriffe aus, sondern von einem Kontinuum. So können nach ihm durch den wiederholten Gebrauch von Code-Switching-Erscheinungen, diese mit der Zeit zu Lehnwörtern werden (vgl. Backus 1992, 32).

Abschließend soll im Hinblick auf das Erkundungsprojekt die Unterscheidung zwischen Code-Switching und Codemixing (Sprachmischung) Beachtung finden, da diese für die vorliegende Arbeit, wie später noch zu zeigen ist, besonders relevant ist. Codemixing kann dabei satzinterne Wechsel bezeichnen, oder aber als Entwicklung gesehen werden, die hinter der des Code-Switchings liegt (vgl. Myers Scotton 1988, 158; Boeschoten 1998, 16f.)[11]. In der vorliegenden Arbeit soll in Anlehnung an Afshar die Sprachmischung als Strategie begriffen werden, die durch den Wechsel von lexikalischen Einheiten in eine andere Sprache beim Hörer durch Erklärungen und Übersetzungen Verständnis sichern will (vgl. Afshar 1998, 28f.). Da Erklärungen und Übersetzungen im schulischen Kontext eine hervorragende Rolle spielen, wird der Begriff ‚Sprachmischung’ mit der vorangegangenen Bedeutung in der vorliegenden Arbeit demnach als ein spezieller Fall von Code-Switching Verwendung finden.

Während die vorangegangenen Definitionen von Code-Switching eher allgemein gehalten sind und vor allem das Phänomen bezüglich der linguistischen Ebene beschreiben, integriert Pütz bei seiner Begriffsdefinition die linguistische sowie die soziale Ebene. Ferner weist er auf den funktionalen Gebrauch des Sprachwechsels sowie auf die unterschiedlichen Manifestierungen der Sprachwechsel-Erscheinungen hin. Diese umfassende Definition von Code-Switching soll den folgenden Ausführungen zugrundegelegt werden:

Der Begriff ‚Sprachwechsel’ (Code-Switching) verweist generell auf den alternierenden, funktionalen Gebrauch zweier oder mehrerer Sprachen in sozialen Situationen bzw. in der diese konstituierenden interaktionalen Kommunikation (Konversation). Sprachwechsel-Erscheinungen lassen sich in ihrer sozialen, pragmatischen und linguistisch/formalen Manifestierung auf der Diskursebene, Satzebene, Phrasenebene oder Wortebene identifizieren (Pütz 1994, 137).

Eben diese unterschiedlichen Manifestierungen sollen im nächsten Kapitel genauer untersucht werden.

3. Unterschiedliche Ansätze in der Code-Switching Forschung

In der Code-Switching Forschung weisen die verschiedenen Ansätze im Hinblick auf ihre untersuchten Schwerpunkte und Interessen diverse Unterschiede auf. Die soziolinguistischen Ansätze berücksichtigen satzübergreifend vor allem den situativen Kontext, in denen Code-Switching-Phänomene auftauchen, sowie die Hintergründe und die Konstellation der Sprecher/innen in der jeweiligen Situation. Die grammatischen Ansätze hingegen erforschen besonders die Struktur- bzw. Grammatikebene der Code-Switching-Phänomene innerhalb eines Satzes.

3.1 Soziolinguistische/pragmatische/interaktionale Ansätze

Die Soziolinguistik beschäftigt sich besonders mit den sozialen Funktion der Sprache in der Interaktion (vgl. Haugen 1976, 552). Drei bedeutende Vertreter der soziolinguistischen Ansätze sind Fishman, Gumperz und Auer. Die wichtigsten Studien im Hinblick auf das Sprachverhalten in bilingualen bzw. multilingualen Settings dieser Vertreter sollen im Folgenden in ihren Grundzügen dargelegt werden[12].

Fishman untersuchte die Yiddish-Englisch Erhaltung und Verschiebung in den Vereinigten Staaten von 1940 bis 1960. In seinem Artikel ‚Who speaks what language to whom and when?’ veröffentlichte er ein Schema, in dem er die verschiedenen Faktoren, die den Sprachwechsel beeinflussen, kategorisiert. Zu diesen Faktoren zählt Fishman die Zugehörigkeit zur Gruppe bzw. deren Zusammensetzung, die Situation (z.B. ob diese durch Intimität oder Distanz geprägt ist, ob es eine formelle oder informelle Situation ist etc.) sowie das Thema, über das gesprochen wird. Ferner beeinflussen verschiedene Domänen (‚domains’) den Sprachwechsel.

Domain is a socio-cultural construct abstracted from topics of communication, relationships between communicators, and locales of communication, in accord with the institutions of a society and the spheres of activity of a culture, in such a way that individual behavior and social patterns can be distinguished from each other and yet related to each other (Fishman 2000, 94; im Orig. teilw. hervorgeh.).

Hierdurch wird deutlich, dass ‚language choice’ immer auch mit sozio-kulturellen Normen und Erwartungen verbunden ist. Das Sprachverhalten hat demnach komplexe Ursachen und ist von der Situation, dem Thema, der Rollenkonstellation sowie dem sozio-kulturellen Kontext abhängig.

Um das Sprachverhalten in multilingualen Kontexten näher zu beleuchten, schlägt Fishman eine Unterscheidung zwischen folgenden veränderlichen Ursprungsgrößen vor, die sich auf das Sprachverhalten auswirken: Zum einen die mediale Größe (schreiben, sprechen, lesen) sowie die funktionale Größe (‚inner speech’, Verständnis und Produktion), und zum anderen die situative Größe (formale, weniger formale oder informelle bzw. intime Kommunikation) sowie die Domäne (‚domain variance’), worunter unter anderem die Beziehungen der Gesprächspartner untereinander sowie das Gesprächsthema berücksichtigt werden müssen. Indem Fishman diese einzelnen Faktoren in einer Tabelle miteinander verbindet, lässt sich die dominante Gestaltung bzw. die dominanten Faktoren (‚dominance configuration’) und somit die jeweils gewählte Sprache beim Sprachkontakt ablesen (vgl. ebd., 90ff.). Fishmans Untersuchung zeigt infolgedessen die Bedeutung des sozio-kulturellen Kontextes auf, der bei der Analyse von Sprachverhalten berücksichtigt werden sollte. Die verschiedenen Phänomene können nur unter Berücksichtigung des situativen Kontextes angemessen interpretiert werden.

Auch Gumperz hat die Bedeutung der Situation, in der das Gespräch stattfindet, verdeutlicht. In seinen früheren Arbeiten unterscheidet er zwischen ‚transactional switching’ in formellen und unpersönlichen Situationen sowie ‚personal switching’ in informellen und persönlichen Situationen (vgl. Haugen 1976, 557), und knüpft damit direkt an Fishmans Ausführungen an. In einer weiteren Studie untersuchten Blom und Gumperz Code-Switching zwischen der Standardsprache und dem Dialekt bei Bewohner/innen der Stadt Hemnesberget, im Norden von Norwegen. Durch ihre Analyse zeigten sie auf, dass die Forscher immer auch Hintergrundinformationen der Kultur herbeiziehen müssen. Ferner muss bei der Interpretation der Daten der Prozess berücksichtigt werden, in dem sich die soziale Bedeutung in einem bestimmten Kontext vollzieht.

The most reasonable assumption is that the linguistic separateness between the dialect and the standard, i.e., the maintenance of distinct alternates for common inflectional morphemes and function, is conditioned by social factors (Blom/Gumperz 1972, 416f.).

Die sozialen Faktoren bedingen folglich das Sprachverhalten und müssen mitberücksichtigt werden. Blom und Gumperz verwenden in ihren Ausführungen den Begriff ‘social meaning’, „to refer to the social value implied when an utterance is used in a certain context” (ebd. 1972, 417). Ferner unterscheiden sie das ‘situational switching’ vom ‘metaphorical switching’.

[...]


[1] In der Bilingualismusforschung werden verschiedene Formen der Zweisprachigkeit und des Bilingualismus’ (zwei und mehr Sprachen) unterschieden. Die Gruppe der „balancierten Zweisprachigen“ (Apeltauer 2001, 629) besteht aus den zweisprachigen Individuen, die beide Sprachen sehr gut beherrschen. Sie besitzen im Prinzip zwei Erstsprachen und können jederzeit von der einen in die andere Sprache wechseln. Man spricht bei den ‚balancierten Zweisprachigen’ auch vom „primären Bilingualismus“ (ebd., 629). Das heißt, dass zwei verschiedene Sprachen gleichzeitig, also während der ersten vier Lebensjahre, erworben werden (vgl. ebd., 628f.). Die sogenannten „normalen Zweisprachigen“ (ebd., 629) besitzen eine starke bzw. dominante und eine schwache Sprache. Die starke Sprache ist in der Regel ihre Erstsprache, und ihre schwache Sprache ist die Zweitsprache. Die Sprachen werden anfangs bedarfsorientiert gewechselt (vgl. ebd., 629). In der schwachen Sprache können Sprachmischungen, Wortschatzlücken oder auch Interferenzen auftreten (vgl. Nauwerck 2005, 42). Der Begriff Interferenz besagt, dass Strukturmerkmale der einen Sprache auf die Zweitsprache übertragen werden (vgl. Ulich 2001, 21). Man spricht bei den ‚normalen Zweisprachigen’ auch vom „sekundären Bilingualismus“ (Apeltauer 2001, 629). Das heißt, dass die Zweitsprache später als die Erstsprache, in der Regel nach dem vierten Lebensjahr, erworben wird (vgl. ebd.). Wird allerdings der Erwerb in der Erstsprache abgebrochen, kann es zum Semilingualismus, der doppelseitigen Halbsprachigkeit, kommen. So geht die „Schwellenniveau-Hypothese“ (Cummis 1982, 38) von Cummis davon aus, dass sich das Erlernen der Zweitsprache erst dann im Hinblick auf die Kognition positiv auswirkt, wenn in einer der Sprachen eine bestimmte Schwelle an Kompetenz erreicht wurde. Ist diese Schwelle noch nicht überschritten worden, kann sich die Zweisprachigkeit negativ auswirken, und die Kompetenz bleibt in beiden Sprachen auf einem niedrigen Niveau (vgl. ebd., 37ff.). Der Begriff des ‚Semilingaulismus’ bzw. der doppelseitigen Halbsprachigkeit ist eher negativ besetzt. Cook hat den Begriff der Multi-Kompetenz geprägt, da sie es nicht für gerechtfertigt hält, Menschen mit einer Multi-Kompetenz als ‚gescheiterte Monolinguale’ zu behandeln (vgl. Cook 1995, 95). Würde man alle Wörter zusammenzählen, über die ein zweisprachiges Kind verfügt, könnte man feststellen, dass es über mehr Wörter verfügt als ein gleichaltriges monolinguales Kind (vgl. Apeltauer 2001, 630).

[2] Hier zitiert nach der deutschen Übersetzung von 1976.

[3] Haugen nimmt ferner weitere Unterscheidungen vor, die hier jedoch keine weitere Beachtung finden sollen, da der Schwerpunkt der Hausarbeit auf den Code-Switching-Phänomenen und nicht auf den Entlehnungen liegt. Hierfür sei auf Haugens weitere Ausführungen verwiesen (Haugen 1950, 219ff.).

[4] Zu einer näheren Erläuterung der einzelnen Interferenzen siehe Weinreich 1976, 30ff.

[5] Die Konzepte von Haugen und Weinreich wurden in den Fachdiskussionen durch mehrere Autoren kritisiert. Die einzelnen Kritikpunkte werden hier nicht ausgeführt, da im Mittelpunkt der Hausarbeit das Phänomen Code-Switching steht, und auf die Klassifizierung der Entlehnung bzw. der Interferenz hier nicht weiter eingegangen werden soll. Hierfür sei auf Jansen 2005, S. 13ff. verwiesen.

[6] Für einen weiteren Überblick über die Forschung zum Bilingualismus aus den 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre siehe Haugen 1976, S. 505ff.

[7] Der Begriff Code-Switching weist in der Literatur unterschiedliche Schreibweisen auf. Zu finden sind u. a. die Schreibweisen Code-switching, Codeswitching und Code switching.

[8] Der Begriff Sprachwechsel kann dabei im Deutschen zwei Bedeutungen haben. So sah Weinreich den Sprachenwechsel „[…] als Übergang von einer Sprache zu einer anderen als der Sprache, die man normalerweise gebraucht“ (Weinreich 1976, 92) und bezog sich somit auf die Verdrängung einer Sprache. Im Folgenden soll der Begriff Sprachwechsel jedoch als deutsche Übersetzung zum Begriff Code-Switching verwendet und als der alternierende Gebrauch zweier oder mehrerer Sprachen aufgefasst werden.

[9] Auf die ad-hoc Entlehnung nach Poplack und Meechan (1995, 200), die eine Zwischenform zwischen Sprachwechsel und Entlehnung darstellt, soll hier nicht weiter eingegangen werden, da nach Banaz „[…] das Hinzufügen der Kategorie der ad-hoc Entlehnung nur noch zur weiteren Komplizierung“ (Banaz 2002, 69) führt. Nähere Ausführungen zur ad-hoc Entlehnung erfolgen im nächsten Kapitel.

[10] Dieser Aspekt verdeutlicht bereits die Bedeutung der Berücksichtigung des sozialen Kontextes in der späteren Analyse.

[11] Nähere Ausführungen zur Unterscheidung von Code-Switching und Codemixing sind bei Boeschoten 1998, S. 16ff. zu finden.

[12] Bei der Darstellung der Studien soll es in dieser Hausarbeit nicht um Vollständigkeit gehen, sondern vielmehr um eine Veranschaulichung der Spannbreite der soziolinguistischen Bemühungen.

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Details

Titel
Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Code-Switching
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
56
Katalognummer
V114947
ISBN (eBook)
9783640162734
ISBN (Buch)
9783640164264
Dateigröße
1203 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erkundungsprojekt, Diskursanalytische, Untersuchung, Gesichtspunkten, Code-Switching
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Janine Pollert (Autor), 2008, Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114947

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