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Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten

Title: Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten

Term Paper , 2008 , 56 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Pollert (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Im Mittelpunkt der vorliegenden Hausarbeit steht die diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten. Das Phänomen Code-Switching, also „[…] die wahlweise Verwendung zweier Sprachen von Seiten eines Sprechers innerhalb einer Konversation“ (Banaz 2002, 65), wurde vor allem im Hinblick auf die Zweitsprache untersucht (vgl. z.B. Afshar 1998; Backus 1992; Banaz 2002; Pütz 1994). Anhand eines Diskurses in einer bilingualen Schule sollen in der vorliegenden Hausarbeit ‚Code-Switching-Erscheinungen’ zum einen hinsichtlich der balancierten Zweisprachigkeit (Lehrerin), und zum anderen beim Erlernen einer Fremdsprache (Schüler/innen) nachgewiesen und daraufhin verglichen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass durch den ausgewählten Diskurs in einer bilingualen Schule die Fremdsprache Englisch verstärkt unterrichtet wird.
Bevor allerdings die Diskursanalyse erfolgt, sollen im ersten Kapitel zunächst die Ursprünge der Code-Switching Forschung in der Bilingualismusforschung in den 1950er Jahren sowie eine Begriffsdefinition von Code-Switching dargelegt werden. Ende der 1970er Jahre entstand eine Fülle an Publikationen, die sich mit dem Thema Code-Switching beschäftigten. Code-Switching kann nunmehr weitaus präziser charakterisiert werden, als es in der frühen Bilingualismusforschung möglich war (vgl. Myers Scotton 1998, 91). Infolgedessen wird im zweiten Kapitel entlang der unterschiedlichen Ansätze ein Überblick über die Code-Switching Forschung seit den 1970er Jahren gegeben. Anschließend erfolgt die Darstellung des Erkundungsprojekts. Hierfür wird der funktional-pragmatische Ansatz, das Erkundungsziel und das methodische Vorgehen, die Diskurskonstellation sowie das verwendete Transkriptionsverfahren HIAT beschrieben. Nachdem die Ziele und der Verlauf der funktional-pragmatischen Diskursanalyse erläutert wurden, werden die ausgewählten Diskursabschnitte sektioniert und nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten analysiert. Abschließend werden in der Schlussbetrachtung die Diskurse hinsichtlich der möglichen Gründe ausgewertet. Ferner erfolgt ein Vergleich der Code-Switching-Erscheinungen bei balancierten Zweisprachigen und Fremdsprachenlernern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprünge der Code-Switching Forschung

2.1 Bilingualismusforschung in den 1950er Jahren

2.2 Definition Code-Switching

3. Unterschiedliche Ansätze in der Code-Switching Forschung

3.1 Soziolinguistische/pragmatische/interaktionale Ansätze

3.2 Grammatische Ansätze

4. Erkundungsprojekt

4.1 Methodologisches: Analyse nach dem funktional-pragmatischen Ansatz

4.2 Ziel und methodisches Vorgehen im Erkundungsprojekt

Beschreibung der Diskurskonstellation

4.4 Transkription nach HIAT

4.5 Diskursanalyse von Code-Switching-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten

5. Auswertung des Erkundungsprojekts

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Code-Switching-Phänomene in einem schulischen Kontext mittels einer diskursanalytischen Untersuchung nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten zu erforschen, um die kommunikativen Funktionen und Ziele dieser Sprachwechsel zu identifizieren.

  • Grundlagen und Definitionen von Code-Switching und Bilingualismus
  • Vergleich soziolinguistischer und grammatischer Forschungsansätze
  • Methodik der funktional-pragmatischen Diskursanalyse
  • Transkription und Auswertung von Unterrichtsgesprächen
  • Analyse von Sprachmischungsstrategien bei Schülern und Lehrern

Auszug aus dem Buch

2. Ursprünge der Code-Switching Forschung

Die Ursprünge der Code-Switching Forschung liegen in der Bilingualismusforschung und in der Forschung zum Zweitsprachenerwerb. Den Forschungsgegenstand bildete zunächst vor allem die Lexik. Dabei konzentrierte man sich hauptsächlich auf die einzelnen Wörter, die in andere Sprachen entlehnt werden, und darauf, welche Interferenzen sich feststellen lassen. Weinreich und Haugen sind zwei bedeutende Autoren, die sich in den 1950er Jahren besonders mit dem Transfer einzelner lexikalischer Elemente in das andere Sprachsystem befassten (vgl. Steiger 2006, 1). Die Autoren beschäftigen sich dabei vor allem mit der Systematisierung von Entlehnungen (‚borrowings’). Der Begriff der Entlehnung bzw. des borrowings geht dem Begriff ‚Code-Switching’ folglich voraus. Haugen sprach dabei von einem Wandel der zweiten Sprache (vgl. Haugen 1950, 211), wohingegen sich Weinreich zwar bereits auf ‚Switching Facilitys’ bezieht, diesem Kodewechsel jedoch eine andere Bedeutung zuweist als die Auffassungen der heutigen Code-Switching Forschung dies tun (vgl. Weinreich 1976, 99).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der bilingualen Diskurse und Erläuterung der Zielsetzung, Code-Switching-Erscheinungen aus funktional-pragmatischer Perspektive zu untersuchen.

2. Ursprünge der Code-Switching Forschung: Historischer Rückblick auf die frühen Ansätze der Bilingualismusforschung der 1950er Jahre, insbesondere die Arbeiten von Haugen und Weinreich zu Entlehnungen und Interferenzen.

3. Unterschiedliche Ansätze in der Code-Switching Forschung: Differenzierung zwischen soziolinguistischen, pragmatischen und interaktionalen Ansätzen sowie verschiedenen grammatischen Theorien zur Analyse von Sprachwechseln.

4. Erkundungsprojekt: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, der Diskurskonstellation im schulischen Kontext sowie der konkreten Analyse von Code-Switching anhand ausgewählter Diskursabschnitte.

5. Auswertung des Erkundungsprojekts: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, Vergleich der Sprachwechsel bei Schülern und Lehrern sowie Diskussion der funktionalen Aufteilung im bilingualen Unterricht.

Schlüsselwörter

Code-Switching, Sprachwechsel, Bilingualismus, funktionale Pragmatik, Diskursanalyse, Interferenz, Entlehnung, Zweitsprachenerwerb, Sprachmischung, Sprachverhalten, Interjektion, Handlungsmuster, Matrixsprache, institutionelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Code-Switching-Phänomene, also den Wechsel zwischen zwei Sprachen innerhalb einer Konversation, in einem schulischen Umfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Code-Switchings, die Gegenüberstellung verschiedener linguistischer Forschungsansätze und die praktische diskursanalytische Untersuchung von Sprachdaten aus einem bilinguallen Klassenzimmer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die diskursanalytische Untersuchung, welche sprachlichen Mittel Code-Switching-Phänomene aufweisen und welche kommunikativen Ziele durch diese Wechsel im schulischen Unterricht erreicht werden sollen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den funktional-pragmatischen Ansatz, um sprachliches Handeln als Teil des gesellschaftlichen Handelns zu analysieren. Zur Datenerhebung und Aufbereitung wird das Transkriptionsverfahren nach HIAT verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Ursprünge und Ansätze der Forschung diskutiert, gefolgt von der detaillierten Beschreibung und Anwendung der funktional-pragmatischen Diskursanalyse auf Transkripte aus dem Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Code-Switching, funktionale Pragmatik, Diskursanalyse, Bilingualismus, Sprachmischung und institutionelle Kommunikation definieren.

Wie unterscheiden sich Lehrer und Schüler in ihrem Code-Switching?

Die Lehrerin nutzt den Sprachwechsel strategisch zur Organisation des Unterrichts und zur Verständnissicherung, während Schüler eher aufgrund von affektiver Rede oder bei fehlenden Vokabeln in die Muttersprache wechseln.

Warum ist die Institution "Schule" für die Analyse relevant?

Die Schule als Institution beeinflusst die sprachlichen Handlungsstrukturen durch vorgegebene Ziele wie Wissensvermittlung, was spezifische Handlungsmuster wie Frage-Antwort-Sequenzen provoziert, die Code-Switching-Prozesse steuern.

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Details

Title
Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten
College
University of Dortmund
Course
Code-Switching
Grade
1,0
Author
Janine Pollert (Author)
Publication Year
2008
Pages
56
Catalog Number
V114947
ISBN (eBook)
9783640162734
ISBN (Book)
9783640164264
Language
German
Tags
Erkundungsprojekt Diskursanalytische Untersuchung Gesichtspunkten Code-Switching
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Pollert (Author), 2008, Erkundungsprojekt: Diskursanalytische Untersuchung von ‚Code-Switching’-Phänomenen nach funktional-pragmatischen Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114947
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