Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich vor allem mit dem Thema der Jugendarbeitslosigkeit im 21. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Ausarbeitung steht die Frage, ob die Jugendberufshilfe jungen Menschen in ihrer bereits krisenbehafteten Lebensphase zu einer positiven Zukunftsperspektive in der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft verhelfen kann.
Im zweiten Abschnitt wird vorerst eine Klärung des Begriffs ‚Arbeit’ vorgenommen sowie die Bedeutung und die Funktion von Arbeit im historischen Überblick erläutert, um den Einfluss der gesellschaftlichen Bedingungen auf den Arbeitsbegriff zu verdeutlichen. Die Diskussionen um die sich wandelnde Arbeitsgesellschaft sollen dargelegt werden, um die Bedeutung der Erwerbs- oder Lohnarbeit in der heutigen Gesellschaft hervorzuheben.
Im darauf folgenden Abschnitt schließt sich eine Beschreibung besonders von Arbeitslosigkeit betroffener Bevölkerungsgruppen sowie der damit verbundenen Problematik an. Somit wird ein allgemeiner Überblick über die Auswirkungen gegeben, die auftreten können, wenn sich jemand nicht mehr über seine Arbeit definieren kann. Im vierten Abschnitt wird dann konkret die Jugendarbeitslosigkeit thematisiert. Zunächst wird anhand von Da-ten das Ausmaß der Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen verdeutlicht. Im Anschluss dar-an wird auf die Generation der ‚Überflüssigen’, womit die Jugendlichen gemeint sind, näher eingegangen. Im letzten Punkt des vierten Abschnitts werden einige Konsequenzen vorgestellt, die sich bei den Jugendlichen aufgrund der Arbeitslosigkeit ergeben.
Die berufliche Integration im Jugendalter weist besondere Schwierigkeiten auf und ein Leben ohne Arbeit führt in der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft zu vielfältigen Auswirkungen. Daher soll im fünften Abschnitt das Jugendalter in Zeiten der Modernisierung dargestellt werden, um abschließend auf die künftigen Anforderungen an die Jugendberufshilfe eingehen zu können, die sich aufgrund der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft und der steigenden Jugendarbeitslosigkeit ergeben. Die Schlussbetrachtung bildet den letzten inhaltlichen Aspekt dieser Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedeutung und Funktion von Arbeit im historischen Überblick
2.1 Der Arbeitsbegriff von der Antike bis zum Industriekapitalismus
2.2 Die Arbeitsgesellschaft und ihre Krise
3. Arbeitslosigkeit
3.1 Von der Arbeitslosigkeit besonders betroffener Bevölkerungsgruppen
3.2 Problematik der Arbeitslosigkeit
4. Jugendarbeitslosigkeit
4.1 Das Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit
4.2 Die Generation der ‚Überflüssigen’
4.3 Konsequenzen der Arbeitslosigkeit für Jugendliche
5. Die berufliche Integration als besondere Schwierigkeit im Jugendalter
5.1 Die Jugend in der Zeit der Modernisierung
5.2 Konsequenzen der Modernisierung für die Jugendberufshilfe
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Jugendarbeitslosigkeit im 21. Jahrhundert und hinterfragt, ob die Jugendberufshilfe jungen Menschen in ihrer krisenbehafteten Lebensphase eine positive Zukunftsperspektive in der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft bieten kann.
- Historische Bedeutung und Funktion von Arbeit
- Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft und die Krise der Erwerbsbiografien
- Problematik und Auswirkungen von Jugendarbeitslosigkeit
- Herausforderungen für die berufliche Integration im Jugendalter
- Anforderungen und Handlungsfelder der modernen Jugendberufshilfe
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Generation der ‚Überflüssigen’
Im Gegensatz zu früher sind heutzutage lebenslange Erwerbsbiographien kaum noch die Regel. Die Arbeitslosigkeit ist somit zu einer erwartbaren Lebensphase geworden, die bewältigt werden sollte, damit sie nicht zu einer verfestigten Situation wird, deren Überwindung als sehr schwierig zu bezeichnen ist. Seit Jahren ist die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in Deutschland kontinuierlich hoch. Demzufolge werden jugendliche Personen nach Bonß und Ludwig-Mayerhofer als „Rationalisierungsverlierer“ (2000, S. 137) bezeichnet (vgl. ebd., S. 137). Oftmals wird den jungen Menschen der Einstieg in das Berufsleben völlig versperrt, wodurch sie eine frühzeitige Ausgrenzung erfahren. Mittlerweile hat sich eine Vielzahl langzeitarbeitsloser Jugendlicher in der BRD gebildet, die als „Überflüssige“ (LUTZ 2003, S. 426) bezeichnet werden. Oftmals gelingt den ‚Überflüssigen’ überhaupt kein (erfolgreicher) Einstieg ins Erwerbsleben. Sie werden von Anfang an als nutzlos diagnostiziert. Eine weitere Problematik langzeitarbeitsloser Jugendlicher ist, dass sie oftmals in sozial benachteiligten Stadtvierteln leben, wo Gewalt und Drogen zum Alltag hinzugehören. Häufig neigen diese jungen Personen (‚die Überflüssigen’) zu Gewalttaten, Drogen und anderen sozialen Auffälligkeiten, was zusätzlich zur Langzeitarbeitslosigkeit zu negativen Auswirkungen im Lebenslauf führt (ebd., S. 425f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problematik der Jugendarbeitslosigkeit und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Unterstützungsmöglichkeiten durch die Jugendberufshilfe.
2. Bedeutung und Funktion von Arbeit im historischen Überblick: Historische Herleitung des Arbeitsbegriffs und Analyse der aktuellen Krise der Arbeitsgesellschaft sowie deren Auswirkungen auf den Wert der Erwerbsarbeit.
3. Arbeitslosigkeit: Untersuchung der betroffenen Bevölkerungsgruppen sowie der allgemeinen gesellschaftlichen und individuellen Problematiken, die mit Arbeitslosigkeit einhergehen.
4. Jugendarbeitslosigkeit: Detaillierte Betrachtung des Ausmaßes, der sozialen Gruppe der ‚Überflüssigen’ sowie der vielfältigen Konsequenzen für betroffene Jugendliche.
5. Die berufliche Integration als besondere Schwierigkeit im Jugendalter: Analyse der Jugendphase unter modernisierten Bedingungen und kritische Reflexion der Rolle und Anforderungen an die Jugendberufshilfe.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Entwicklung konkreter Lösungsansätze zur Verbesserung der Berufschancen für Jugendliche.
Schlüsselwörter
Jugendarbeitslosigkeit, Jugendberufshilfe, Arbeitsgesellschaft, Erwerbsbiographie, Arbeitsmarkt, soziale Integration, berufliche Integration, Modernisierung, Jugendsozialarbeit, Rationalisierungsverlierer, Überflüssige, Lebensweltorientierung, Übergang Schule-Beruf, duales System, Qualifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Situation von Jugendlichen in der modernen Arbeitsgesellschaft, die von zunehmender Arbeitslosigkeit geprägt ist.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Arbeitsbegriffs, den Folgen der Arbeitslosigkeit und den spezifischen Herausforderungen der Jugendberufshilfe.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Es wird untersucht, ob und wie die Jugendberufshilfe jungen Menschen zu einer positiven Zukunftsperspektive verhelfen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Autoren nutzen eine Literatur- und Theorieanalyse sowie statistische Daten, um die aktuelle Situation der Jugendarbeitslosigkeit wissenschaftlich einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Problemanalyse der Arbeitslosigkeit, die spezielle Betrachtung von Jugendlichen und die kritische Reflexion der Jugendberufshilfe.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Wichtige Begriffe sind Jugendarbeitslosigkeit, Jugendberufshilfe, Modernisierung, Erwerbsbiographie und berufliche Integration.
Was bedeutet der Begriff ‚Generation der Überflüssigen’?
Dies bezieht sich auf Jugendliche, denen der Einstieg in den Arbeitsmarkt aufgrund struktureller Probleme oft dauerhaft versperrt bleibt und die dadurch gesellschaftliche Ausgrenzung erfahren.
Welche Rolle spielt das ‚duale System’ für die Jugendberufshilfe?
Die Krise des dualen Systems verkleinert die Ausbildungsmöglichkeiten, was die Jugendberufshilfe zwingt, als Vermittler zwischen den Bedürfnissen der Jugendlichen und den Anforderungen des Marktes zu fungieren.
Warum fordert die Arbeit eine stärkere Verzahnung mit dem Schulsystem?
Die Autoren argumentieren, dass die Jugendberufshilfe durch eine Integration in Schulen Benachteiligungen frühzeitiger erkennen und bei der Erreichung von Schulabschlüssen unterstützen könnte.
- Citar trabajo
- Janine Pollert (Autor), Elena Kramer (Autor), 2007, Jugendarbeitslosigkeit im 21. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114951