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Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Befunden der Hirnforschung für den Umgang mit dem 'kindlichen Dysgrammatismus'?

Title: Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Befunden der Hirnforschung für den Umgang mit dem 'kindlichen Dysgrammatismus'?

Term Paper , 2007 , 45 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Janine Pollert (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt der Hausarbeit steht die Fragestellung, welche Konsequenzen sich aus den neuesten Befunden der Hirnforschung für den Umgang mit dem kindlichen Dysgrammatismus ergeben. Um diese Frage beantworten zu können, sollen im ersten Abschnitt zunächst die neuesten Befunde der Hirnforschung im Hinblick auf die Sprache und das Erlernen der Grammatik dargestellt werden.
Im darauffolgenden Abschnitt wird der kindliche Grammatikerwerb dargelegt, wie er in der Regel bei sprachunauffälligen Kindern verläuft. Ferner werden auch die vorgrammatischen Fähigkeiten Beachtung finden, da die neuesten Befunde der Hirnforschung gezeigt haben, dass das Kind bereits mit einer ‚genetischen Grundausstattung’ auf die Welt kommt und un-mittelbar nach der Geburt wesentliche Fähigkeiten besitzt.
Die Untersuchungen zum Dysgrammatismus beruhen auf jeweils unterschiedlichen Spracherwerbstheorien. Demzufolge liegt der Fokus des Erkenntnisinteresses auf unterschiedlichen Phänomenen, und die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Es ist demnach unerlässlich zuerst die einzelnen Spracherwerbstheorien zu erläutern, um im darauffolgenden Abschnitt auf die Untersuchungen zum Dysgrammatismus eingehen zu können. Um das Phänomen des Dysgrammatismus in seiner Komplexität zu erfassen, wird ein Überblick über die Forschung des Dysgrammatismus seit 1901 gegeben. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf der terminologischen Veränderung, auf den Ursachenzuschreibungen sowie auf den Fragen liegen, die in der Dysgrammatismusforschung zur Diskussion stehen.
Im Anschluss daran wird unter Berücksichtigung der vorangegangenen Ausführungen zunächst auf die Problematik der Diagnose hingewiesen. Daraufhin wird die entwicklungsproximale Sprachtherapie vorgestellt, die einen ganzheitlichen Ansatz aufweist.
Abschließend wird, nachdem die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst wurden, auf Verbesserungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Therapie und die Dysgrammatismusforschung eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die neuesten Befunde der Hirnforschung

2.1 Sprache und Gehirn

2.2 Kindlicher Grammatikerwerb als implizites Lernen

3. Der kindliche Grammatikerwerb

3.1 ‚Vorgrammatische Fähigkeiten’

3.2 Die fünf Phasen nach Clahsen

4. Erklärungsansätze des Grammatikerwerbs – Spracherwerbstheorien

4.1 Nativistische Ansätze

4.2 Kognitivistische Ansätze

4.3 Interaktionistische Ansätze

4.4 Integrative Spracherwerbstheorie nach Dannenbauer

5. Vom ‚Agrammatismus infantilis’ zur ‚Spezifischen Spracherwerbsstörung’ – Die Forschung des kindlichen Dysgrammatismus im Überblick

5.1 Der ‚Agrammatismus infantilis’

5.2 1980er Jahre: Befunde zu sprachlichen Leistungsbereichen

5.3 1990er Jahre: Befunde zu nichtsprachlichen Leistungsbereichen

5.4 Vom Dysgrammatismus zur Spezifischen Sprachentwicklungsstörung

6. Zur Therapie der Spezifischen Sprachentwicklungsstörung

6.1 Zur Problematik der Diagnose

6.2 Die entwicklungsproximale Sprachtherapie

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Konsequenzen sich aus aktuellen Befunden der Hirnforschung für den therapeutischen und pädagogischen Umgang mit Kindern ergeben, die einen sogenannten kindlichen Dysgrammatismus aufweisen. Dabei wird analysiert, wie diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in moderne Therapieansätze integriert werden können.

  • Neurobiologische Grundlagen der Sprachentwicklung
  • Theoretische Modelle des kindlichen Grammatikerwerbs
  • Historische und aktuelle Sichtweisen auf den Dysgrammatismus
  • Vergleich von Ansätzen der Sprachförderung und -therapie
  • Die Bedeutung von Hirnreife und neuronaler Plastizität

Auszug aus dem Buch

2.1 Sprache und Gehirn

Die Evolution der menschlichen Sprachfähigkeit wurde vor allem aus dem Zusammentreffen dreier Ereignisse ermöglicht: Zum einen vollzog sich eine starke Vergrößerung des präfrontalen Cortex (Großhirnrinde), der (die) für die verbale Sprache zuständig ist und somit für die Grammatik und Syntax von besonderer Bedeutung ist. Zum anderen fand durch die Aufrichtung des menschlichen Körpers eine Umbildung des Kehlkopfes statt. Die relativ niedrige Lage des Kehlkopfes im Verhältnis zum weichen Gaumen und zur Zunge gestattet eine Ausweitung der Möglichkeiten der Lauterzeugung, insbesondere der Produktion von Vokalen. Darüber hinaus fand eine Weiterentwicklung der Sprachzentren statt, sodass die Menschen derzeit eine komplexe vokale Sprache besitzen.

Das Gehirn besteht aus einer riesigen Zahl an Neuronen, die untereinander synaptisch verschaltet sind. Diese neuronalen Verschaltungen bilden „neuronale Netzwerke“, die bereits 1894 von dem Wiener Physiologen Sigmund Exner beschrieben wurden. Er ging davon aus, dass das Gehirn aus Zentren besteht, die durch die Verbindung der neuronalen Faserzüge entstehen. Den verschiedenen Zentren kommen jeweils besondere Funktionen zu. Die Bedeutung von Exners Buch wurde erst heute erkannt.

Der Mathematiker Walter Pitts und der Physiologe Warren McCulloch demonstrierten 1943 anhand eines Rechnermodells, „[…] that every idea and every sensation is realized by activity within that net“. Die komplexen Aufgaben des Alltags können jedoch nur bewältigt werden, wenn die elementaren Recheneinheiten richtig miteinander verbunden sind. Auch sie weisen auf den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion hin. Ist die Struktur des Netzes zerstört, wirkt sich dies auf die jeweilige Funktion aus. Das heißt, dass im Gehirn die richtigen Verschaltungen vorhanden sein müssen, wenn alle Aktivitäten richtig ausgeführt werden sollen. Oláh geht im Hinblick auf den Dysgrammatismus davon aus, dass der Aufbau des sprachspezifischen Modules gestört wird, und dass „[…] es […] zu einer abweichenden Vernetzung kommt, die sowohl die Produktion als auch die Rezeption beeinträchtigen kann“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zentrale Bedeutung der Sprache für das Leben und führt in die Problematik des kindlichen Dysgrammatismus ein.

2. Die neuesten Befunde der Hirnforschung: Dieses Kapitel erläutert die neurobiologischen Voraussetzungen von Sprache und die Bedeutung neuronaler Verschaltungen für die grammatische Entwicklung.

3. Der kindliche Grammatikerwerb: Hier werden die physiologischen Grundlagen, die vorgrammatischen Fähigkeiten sowie die Entwicklungsphasen nach Clahsen bei unauffälligen Kindern beschrieben.

4. Erklärungsansätze des Grammatikerwerbs – Spracherwerbstheorien: Das Kapitel bietet einen Überblick über nativistische, kognitivistische und interaktionistische Theorien und führt Dannenbauers integrativen Ansatz ein.

5. Vom ‚Agrammatismus infantilis’ zur ‚Spezifischen Spracherwerbsstörung’ – Die Forschung des kindlichen Dysgrammatismus im Überblick: Diese Sektion zeichnet den historischen Wandel der Begriffe und Forschungsergebnisse seit 1901 nach.

6. Zur Therapie der Spezifischen Sprachentwicklungsstörung: Es werden Probleme der diagnostischen Erfassung diskutiert und die entwicklungsproximale Sprachtherapie als ganzheitlicher Ansatz vorgestellt.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit in Forschung und Therapie.

Schlüsselwörter

Dysgrammatismus, Spezifische Sprachentwicklungsstörung, Hirnforschung, Grammatikerwerb, Sprachtherapie, Neurobiologie, Sprachentwicklung, Profilanalyse, Clahsen, Dannenbauer, Morphologie, Syntax, neuronale Netzwerke, Sprachförderung, Diagnostik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des kindlichen Dysgrammatismus und analysiert, wie neueste Erkenntnisse der Hirnforschung das Verständnis dieser Sprachstörung prägen und den therapeutischen Umgang mit betroffenen Kindern beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die neurobiologischen Grundlagen der Sprache, die linguistischen Theorien zum Grammatikerwerb, die historische Entwicklung der Forschung zum Dysgrammatismus sowie Ansätze zur modernen Sprachtherapie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, auf Basis aktueller hirnphysiologischer Forschungsergebnisse Konsequenzen für eine effektive Therapie abzuleiten, die über eine rein symptomatische Betrachtung hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand gibt, verschiedene Spracherwerbstheorien gegenüberstellt und die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung hirnphysiologischer Grundlagen, den Vergleich klassischer und moderner Spracherwerbstheorien sowie eine detaillierte Analyse der Dysgrammatismusforschung und der daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Dysgrammatismus, Spezifische Sprachentwicklungsstörung, Hirnforschung, Grammatikerwerb, neuronale Plastizität und entwicklungsproximale Sprachtherapie.

Warum ist der Begriff der Spezifischen Sprachentwicklungsstörung heute bedeutsamer als der veraltete Begriff Agrammatismus?

Die moderne Bezeichnung betont den Prozesscharakter und die Komplexität der Störung, während der historische Begriff lediglich eine isolierte, defizitorientierte Beschreibung darstellte.

Welche Rolle spielt die Hirnreife laut den zitierten Forschungsergebnissen bei der Entstehung von Sprachstörungen?

Forschungsergebnisse, wie die von Oláh, legen nahe, dass eine verzögerte Hirnreife und eine daraus resultierende abweichende neuronale Vernetzung eine der Ursachen für grammatische Schwierigkeiten sein können.

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Details

Title
Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Befunden der Hirnforschung für den Umgang mit dem 'kindlichen Dysgrammatismus'?
College
University of Dortmund
Course
Naturwissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Sprachwissenschaft
Grade
2,0
Author
Janine Pollert (Author)
Publication Year
2007
Pages
45
Catalog Number
V114952
ISBN (eBook)
9783640162789
ISBN (Book)
9783640164318
Language
German
Tags
Welche Konsequenzen Befunden Hirnforschung Umgang Dysgrammatismus Naturwissenschaftliche Grundlagen Sprache Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Pollert (Author), 2007, Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Befunden der Hirnforschung für den Umgang mit dem 'kindlichen Dysgrammatismus'?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114952
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