Die folgende Darstellung der Studie mit dem Titel „Allgemeine Psychotherapiemotivation und Symptombelastung von Alkoholkranken in qualifizierter Entgiftungsbehandlung“ beginnt mit einer allgemeinen Einführung zum Thema Alkoholismus und dem Grundkonzept der sogenannten qualifizierten Entgiftungsbehandlung.
Diese stellt die erste Komponente des deutschen Suchthilfesystems
dar und bildet den Rahmen dieser Untersuchung. Der nächste Abschnitt befasst sich genauer mit der Behandlungsmotivation von Alkoholabhängigen, bevor im Methodenteil die Untersuchungsplanung und -durchführung beschrieben werden. Im daran anschließenden Ergebnisteil werden dann die gewonnenen Erkenntnisse
zusammenfassend dargestellt und im Diskussionsteil kritisch beleuchtet. Der theoretische Teil umfasst insgesamt drei Unterabschnitte. Zu Beginn erfolgt eine allgemeine Darstellung zum Störungsbild der Alkoholabhängigkeit, bevor anschließend das Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung vorgestellt wird. Der dritte Abschnitt befasst sich schließlich mit dem Begriff der allgemeinen Psychotherapiemotivation (APM) und ihrer Bedeutung für die Behandlung von alkoholabhängigen Patienten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
1. Alkoholabhängigkeit
1.1 Begriffsdefinition: Abhängigkeit und schädlicher Gebrauch
1.2 Epidemiologie und volkswirtschaftliche Konsequenzen
1.3 Klinische Symptomatik und Verlauf
1.4 Diagnostik
1.5 Intervention: Das deutsche Suchthilfesystem
2. Das Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung
2.1 Entwicklung, Grundkonzept und Therapieziele
2.2 Therapieplan und Interventionsmaßnahmen
2.3 Evaluation von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
3. Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
3.1 Konstrukt der allgemeinen Psychotherapiemotivation (APM)
3.2 Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
3.3 Phasenmodell der Motivation von Prochaska und DiClemente
III. Fragestellungen und Zielsetzung der Arbeit
IV. Methodisches Vorgehen
1. Untersuchungsdurchführung
1.1 Die qualifizierte Entgiftungsstation 53a der MH-Hannover
1.2 Antrag an die Ethikkommission
1.3 Patientenrekrutierung
1.4 Untersuchungsablauf
1.5 Schwierigkeiten bei der Umsetzung
2. Erhebungsverfahren
2.1 Angaben zur Person und Suchtanamnese
2.2 Skala zur Erfassung der Schwere der Alkoholabhängigkeit (SESA)
2.3 Fragebogen zur Messung der Psychotherapiemotivation (FMP)
2.4 Brief Symptom Inventory von L.R. Derogatis (BSI)
3. Beschreibung der Stichprobe
3.1 Soziodemographische Merkmale
3.2 Suchtanamnese und Störungsprofil (SESA)
3.3 Symptombelastung (BSI)
4. Statistische Analysen
IV. Darstellung der Ergebnisse
1. Profil der allgemeinen Psychotherapiemotivation und Zusammenhänge mit anderen Merkmalen
1.1 Allgemeine Psychotherapiemotivation (FMP)
1.2 Zusammenhänge mit soziodemographischen Merkmalen
1.3 Zusammenhänge mit suchtanamnestischen Merkmalen
1.4 Zusammenhänge mit klinischen Merkmalen (SESA)
1.5 Zusammenhänge mit der Symptombelastung (BSI)
2. Klassifikation nach dem FMP-Profil
2.1 Clusteranalyse auf Basis des FMP-Profils
2.2 Clusterprofile und Merkmalsunterschiede
V. Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese explorative Querschnittstudie analysiert die allgemeine Psychotherapiemotivation (APM) von 30 alkoholabhängigen Patienten während einer qualifizierten Entgiftungsbehandlung. Ziel ist es, das Motivationsprofil der Patienten zu bestimmen, Zusammenhänge mit soziodemografischen und klinischen Merkmalen aufzudecken sowie eine Typisierung der Patienten vorzunehmen, um künftige Behandlungsmaßnahmen individueller anpassen zu können.
- Analyse der allgemeinen Psychotherapiemotivation mittels FMP-Fragebogen
- Erfassung von Symptombelastung und Suchtanamnese
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Motivation und klinischen Merkmalen
- Typisierung von Patienten durch Clusteranalyse
- Ableitung von Empfehlungen für die therapeutische Praxis
Auszug aus dem Buch
3.2 Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
Obgleich die Bundesrepublik über ein strukturiertes Suchthilfesystem verfügt (siehe oben Kap. 1.5), nehmen nur wenige Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch und nach Wienberg (2001) beginnen höchstens 2-3% eine adäquate Entwöhnungsbehandlung. Als Ursache wird in der Literatur oftmals der bei Suchterkrankungen störungsimmanent eingeschränkte Leidensdruck diskutiert, der die Entwicklung einer Änderungsbereitschaft blockiere und den psychotherapeutischen Zugang erheblich erschweren würde (u.a. Heigl, 1977, zitiert nach Schneider et al., 1989, S.8; Brueck & Mann, 2006). Während die Änderungsmotivation in der Suchthilfe noch vor wenigen Jahren als Eigenschaft verstanden wurde und eine grundlegende Therapievoraussetzung darstellte, wird sie heute primär als dynamischer Prozess verstanden, der durch eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkfaktoren beeinflusst werden kann (Mann et al., 2006).
So wurde u.a. durch Prochaska und DiClemente (1982, 1992, zitiert nach Sieber, 2005) ein Phasenmodell der Motivation formuliert (siehe auch Kap. 3.3) und auch beim Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung stellt die Motivation nicht länger eine obligatorische Voraussetzung, sondern ein wichtiges Therapieziel dar (Mann et al., 2006). Dass diese moderne Sichtweise der Situation der betroffenen Patienten eher angemessen ist, zeigen die positiven Erfahrungen mit speziell für Alkoholabhängige entwickelten Motivationsprogrammen, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand und niedrigen Kosten sogar auf rein internistischen Stationen durchführen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Psychotherapiemotivation bei Alkoholabhängigen ein und erläutert den Rahmen der Untersuchung an der Medizinischen Hochschule Hannover.
II. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Störungsbild der Alkoholabhängigkeit, das Konzept der qualifizierten Entgiftung und theoretische Modelle zur Behandlungsmotivation.
III. Fragestellungen und Zielsetzung der Arbeit: Die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Ausprägung der Motivation und deren Zusammenhänge mit Patientenmerkmalen werden definiert.
IV. Methodisches Vorgehen: Hier werden die stationäre Untersuchungsumgebung, die Stichprobenauswahl sowie die verwendeten Erhebungsinstrumente (FMP, SESA, BSI) ausführlich beschrieben.
IV. Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden deskriptiv und korrelativ ausgewertet; zudem werden durch Clusteranalyse drei spezifische Motivationsgruppen identifiziert.
V. Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch reflektiert und in Bezug auf ihre Bedeutung für eine individualisierte therapeutische Praxis bewertet.
Schlüsselwörter
Alkoholabhängigkeit, Psychotherapiemotivation, qualifizierte Entgiftungsbehandlung, Clusteranalyse, Behandlungsmotivation, Symptombelastung, Suchtanamnese, Krankheitserleben, Laienätiologie, Motivationsprofile, stationäre Therapie, Patientenklassifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Psychotherapiemotivation von Patienten während einer stationären qualifizierten Entgiftung bei Alkoholabhängigkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Suchtproblematik, das Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung sowie verschiedene psychologische Modelle zur Erfassung von Veränderungsmotivation.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, das Motivationsprofil der Patienten zu beschreiben und Faktoren zu identifizieren, die mit dieser Motivation korrelieren, um die Therapie in Zukunft besser an die Patientenbedürfnisse anzupassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine explorative Querschnittstudie, in der Daten mittels standardisierter Fragebögen erhoben und statistisch durch deskriptive Statistik, Korrelationsanalysen und Clusteranalysen ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Beschreibung der Methodik und die Darstellung sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Schlagworte sind Alkoholabhängigkeit, Psychotherapiemotivation, qualifizierte Entgiftungsbehandlung und Clusteranalyse.
Welche drei Patientengruppen konnten durch die Clusteranalyse identifiziert werden?
Die Analyse ergab drei Gruppen, die als "die Leidenden", "die Ambivalenten" und "die Motivierten" bezeichnet werden.
Welche Rolle spielt der "Leidensdruck" in dieser Arbeit?
Der Leidensdruck wird als zentraler Motivationsfaktor beschrieben, der Patienten dazu bewegt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wobei die affektive Beteiligung bei verschiedenen Motivationsgruppen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
- Citar trabajo
- Annika Simon (Autor), 2008, Allgemeine Psychotherapiemotivation und Symptombelastung von Alkoholkranken in qualifizierter Entgiftungsbehandlung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114955