Die "Halbwertzeit" von Wissen sinkt in der digitalen Arbeitswelt: Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, um Mitarbeiter im Lernverhalten zu unterstützen


Hausarbeit, 2021

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Problembeschreibung

2. Hauptteil
2.1. IT-gestützte Systeme
2.2. Hochschulwissen
2.3. Methodenkompetenzen

3. Lessons Learned
3.1. Weiterbildung während der Arbeitszeit
3.2. Kostenbeteiligung oder -übernahme
3.3. Anreizsysteme
3.4. Förderung der Mitarbeitermotivation
3.5. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Problembeschreibung

Digitalisierung ist in allen Bereichen ein Muss. Sie spiegelt sich nicht nur in den Arbeitsprozessen wieder, sondern auch viele Arbeitsinhalte werden zunehmend digitaler. Somit gewinnt die digitale Kompetenz an Relevanz und ist gezielt zu fördern.1

Die Halbwertzeit von Wissen beschreibt, wie aktuell das theoretisch und praktisch erworbene Wissen noch ist. Somit ist nach einer bestimmten Zeit nur noch die Hälfte des erlernten Wissens aktuell und richtig.2 Vor allem durch die Digitalisierung sinkt diese Halbwertzeit stetig. Viele Tätigkeiten werden von Maschinen übernommen, sodass der Mitarbeiter Schwierigkeiten hat, sich auf dem Arbeitsmarkt weiterhin zu etablieren. Hier ist das Stichwort „Lebenslanges Lernen“ gefragt, welches das Ziel hat, die Kompetenzen der Mitarbeiter auf andere Fähigkeiten zu schärfen und sich breiter aufzustellen.

In öffentlichen Forschungseinrichtungen sind vor allem die Halbwertzeiten der Bereiche EDV (1 Jahr), Hochschulwissen (10 Jahre) und technisches Wissen (5 Jahre) relevant.3 Diese Bereiche sind notwendig, um alle Forschungs- und Verwaltungsaufgaben zu erledigen. Die komplette Organisation solcher Einrichtungen basiert auf IT-gestützten Systemen, sodass diese unverzichtbar sind. Die wissenschaftlichen Angestellten arbeiten laufend an Forschungsprojekten und müssen dazu vorher Skizzen und Anträge über das jeweilige Thema ausarbeiten. Hierbei müssen sie immer auf dem neusten Stand der Technik sein, da sonst möglicherweise Ergebnisse verfälscht sind oder auf veralteten Kenntnissen beruhen.

Es ist für Fach- und Führungskräfte somit von großer Bedeutung, durch einen kontinuierlichen Lernprozess die Aktualität des Wissens aufrecht zu erhalten. Da auch immer mehr ausführende Tätigkeiten durch Maschinen oder Programme ersetzt und somit digitalisiert werden, ist zwingender Handlungsbedarf erforderlich. Diese Lernprozesse, die den Mitarbeiter unterstützen neue Fähigkeiten zu erlangen, sollen im Bestfall vom Unternehmen angesteuert und unterstützt werden. Dadurch wird sowohl für das Unternehmen als auch für den Mitarbeiter ein großer Wertbeitrag erzielt und eine erfolgreiche Basis für die Zusammenarbeit geschaffen. Führungskräfte sollten gezielt darauf achten, den Lernprozess in den Arbeitsalltag zu integrieren um somit den Mitarbeiter zu fördern und der sinkenden Halbwertzeit entgegenzuwirken.

2. Hauptteil

Im ersten Schritt muss festgestellt werden, welcher Bedarf an Weiterbildungsangeboten für die Mitarbeiter besteht. Erst in der Folge daran können konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.4 Oftmals ergeben sich sehr schnelle Änderungen, die eine flexible und agile Reaktion verlangen. Auch variiert der Bedarf je nach aktuellem Tätigkeitsfeld des betrachteten Mitarbeiters und dessen Verantwortungsbereichen. Nur wenn man versteht was sich geändert hat und inwieweit das Wissen nicht mehr aktuell ist kann man über notwendige Maßnahmen diskutieren. Das Verständnis der Digitalisierung und damit verbundenen sinkenden Halbwertzeit steht ganz zu Beginn des Prozesses.

Nachfolgend werden die relevanten Bereiche und das „Warum“ dahinter genauer erläutert. Es wird deutlich, wieso das erlernte Wissen hier nicht mehr aktuell ist und Lernbedarf erforderlich ist. Im Anschluss daran werden Möglichkeiten zur Umsetzung dargestellt und Handlungsempfehlungen für Führungskräfte aufgezeigt.

2.1. IT-gestützte Systeme

Der IT-Bereich spielt eine sehr zentrale Rolle bei der Arbeitsgestaltung. Ohne E-Mail, Office-Programme wie Word und Powerpoint oder auch spezielle Programme zur digitalen Aktenablage wäre ein reibungsloser Ablauf nicht möglich. Solche „Standard-Systeme“ werden in jedem Unternehmen eingesetzt und benötigt.

Durch die ständige Weiterentwicklung werden kontinuierlich neue Features entwickelt, damit die Programme noch besser auf den Benutzer angepasst werden können. Durch diesen ständigen Fortschritt gibt es mehr Möglichkeiten die Programme zu nutzen. Es werden aber dadurch auch höhere Ansprüche an die Bedienung gestellt, da dann oftmals einfache Grundkenntnisse nicht mehr ausreichen. Es ist zwingend erforderlich, diese Kompetenzen zu schärfen und sich über neue Möglichkeiten und Einsatzgebiete der Programme und Softwares ständig zu informieren.

Ein gutes Beispiel ist die Nutzung von PowerPoint und Efficient Elements. Letzteres ist ein Add-In mit dem man sehr einfach PowerPoint Folien nach CI-Vorgaben und eigenen Designs erstellen kann. Wenn dies implementiert wurde, stellt es eine deutliche Vereinfachung für die Erstellung von übersichtlichen und einheitlichen Präsentationen dar. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Schulung und weitergreifende Kompetenzen als bisher.

2.2. Hochschulwissen

Wie unter 1. erwähnt, hat Hochschulwissen eine Halbwertzeit von ca. 10 Jahren – auf den ersten Blick relativ lange. Wenn man allerdings die Zeitspanne zwischen dem Beginn des Bachelorstudiums, über den Master, bis hin zum Arbeitseintritt betrachtet, liegen hier bereits 5 Jahre dazwischen.

Mitarbeiter arbeiten mit Ihrem Wissen und unter der Annahme, dass dieses korrekt ist. Diese Annahme kann allerdings ein fataler Fehler sein, wenn sich zwischen Erlernen und Anwenden des Wissens neue Methoden oder Ansätze aufgezeigt haben. Vor allem in Bereichen in denen viel Forschung betrieben wird, gibt es ständig Änderungen. Dies führt dazu, dass anhand veralteter Annahmen gearbeitet wird und es zu falschen Ergebnissen oder Entscheidungen kommt. Es ist somit essenziell, das Hochschulwissen aktuell zu halten und der sinkenden Halbwertzeit entgegenzuwirken.

Gerade in Forschungseinrichtungen ist die Aktualität des Wissens von großer Bedeutung. Wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigen sich mit hochaktuellen Themen und Problemstellungen und nutzen dafür das vorhandene Wissen. Wenn allerdings dieses veraltet ist, kann es sein, dass beispielsweise Forschungsanträge abgelehnt werden, da es sich um keine Innovation mehr handelt. Auch die beteiligten Firmen leiden darunter, da das gewünschte Ergebnis nicht erreicht wird. Es wird deutlich, welche Relevanz das Wissen bei der Bearbeitung von Forschungsprojekten hat und wieso explizit darauf geachtet werden soll dieses aktuell zu halten und dem Mitarbeiter einen ständigen Lernprozess zu ermöglichen.

2.3. Methodenkompetenzen

Durch die Digitalisierung müssen sich Mitarbeiter auf andere Tätigkeitsbereiche umstellen, die meist mehr Verantwortung fordern. Dazu fehlen aber oftmals die dafür notwendigen Methodenkompetenzen.

Der Kernaspekt ist, dass die Mitarbeiter die Aufgaben übernehmen, die nicht oder nur teilweise von einem System ersetzt werden können. Diese Aufgaben beinhalten meist Gesprächsführung oder das Treffen von Entscheidungen. Damit dies allerdings erfolgreich funktioniert, müssen die Mitarbeiter entsprechende Fähigkeiten besitzen. Da sich auch die Gesellschaft immer weiter verändert, reicht hier das vorhandene Basiswissen nicht mehr aus da die Neusten Methoden verwendet werden müssen.

In keiner noch so digitalisierten Einrichtung wird beispielsweise die Sichtung von Bewerbungsunterlagen oder das Führen von Vorstellungsgespräche von einem System übernommen werden können. Dieser Prozess fordert Methodenkompetenzen, Einschätzungsvermögen und Bewertungsmaßstäbe – alles Eigenschaften, die nicht automatisiert werden können. Dieser Entscheidungsprozess muss von Mitarbeitern eledigt werden und geht mit mehr Verantwortung einher, zu dieser auch Kompetenzen benötigt werden. Beispielsweise sind Zeugnisse interpretieren und „Zwischen den Zeilen lesen“ zu nennen. Somit wird Wissen benötigt, welches über das bisherige hinausgeht.

3. Lessons Learned

Aus den vorangegangenen Beispielen wird klar, dass Lebenslanges Lernen in den verschiedensten Bereichen gefragt ist. Es muss gewährleistet werden, dass alle Fachkräfte auch in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung weiterhin beschäftigt werden können. Menschen müssen heutzutage umfassender befähigt werden, um mit den sich ständig verändernden Anforderungen umgehen zu können.5

Um die Halbwertzeit des Wissens durch Lebenslanges Lernen zu minimieren und einen positiven Effekt hervorzurufen, müssen alle Beteiligten für das Thema sensibilisiert werden. Sowohl der Führungskraft, als auch den Fachkräften muss das Thema Digitalisierung und die Wichtigkeit des Lernens nähergebracht werden. Führungskräfte sind in der Verantwortung, das Verständnis bei den Mitarbeitern zu schaffen und Möglichkeiten der Umsetzung auszuarbeiten. Die Mitarbeiter dagegen müssen offen zu dem Thema eingestellt sein und motiviert an die neuen Herausforderungen herangehen.

Nachfolgend werden Handlungsempfehlungen aufgezeigt, wie Führungskräfte durch extrinsische oder intrinsische Motivation die Mitarbeiter zum Lebenslangem Lernen motivieren können.

3.1. Weiterbildung während der Arbeitszeit

Zeit ist eine der wichtigsten Ressourcen. Bei einem Vollzeitjob haben wenig Mitarbeiter im Nachgang die Zeit und Lust sich hinzusetzen und etwas zu lernen. Den Feierabend verbringt keiner gerne freiwillig mit Büchern und Skripten, anstatt mit Freunden oder Familie etwas zu unternehmen. Dabei ist es aber, wie im Hauptteil aufgeführt, essenziell wichtig, sich stetig weiterzubilden um „up-to-date“ zu bleiben.

[...]


1 vgl. BMBF, 2016, S. 29

2 vgl. Quality in Motion, 2016

3 vgl. Quality in Motion, 2016

4 vgl. Weitzel, 2017, S. 95

5 vgl. it-daily.net, 2017

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die "Halbwertzeit" von Wissen sinkt in der digitalen Arbeitswelt: Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, um Mitarbeiter im Lernverhalten zu unterstützen
Hochschule
Hochschule Deggendorf  (Technische Hochschule Deggendorf)
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
10
Katalognummer
V1149630
ISBN (eBook)
9783346533791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
halbwertzeit, wissen, arbeitswelt, handlungsempfehlungen, führungskräfte, mitarbeiter, lernverhalten, sinkende halbwerzeit, halbwertzeit von wissen, handlungsempfehlungen für führungskräfte, lernverhalten unterstützen
Arbeit zitieren
Karin Kling (Autor:in), 2021, Die "Halbwertzeit" von Wissen sinkt in der digitalen Arbeitswelt: Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, um Mitarbeiter im Lernverhalten zu unterstützen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149630

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die "Halbwertzeit" von Wissen sinkt in der digitalen Arbeitswelt: Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, um Mitarbeiter im Lernverhalten zu unterstützen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden