Boulevardisierung der politischen Berichterstattung in Qualitätsmedien?

Analyse und Vergleich der Onlineberichterstattung über die Hamburger G20-Proteste 2017 mithilfe des Framing Ansatzes


Bachelorarbeit, 2021

91 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Die G-20 Proteste in Hamburg – Chronologie der Ereignisse
1.2 Der aktuelle Forschungsstand
1.3 Relevanz der Arbeit und Forschungsfrage

2. Das Framing-Konzept
2.1 Die Entwicklungsgeschichte der Frameanalyse
2.2 Definition des Framing-Begriffs
2.3 Die Erfassung von Frames in der Inhaltsanalyse

3. Qualitäts- und Boulevardjournalismus im Vergleich
3.1 Einordnung der Mediengruppen
3.2 Hypothesenbildung – Annäherung an die Forschungsfrage

4. Qualitative Inhaltsanalyse
4.1 Analyseeinheit
4.2 Vorgehensweise

5. Quantitative Inhaltsanalyse
5.1 Analyseeinheit
5.2 Vorgehensweise

6. Ergebnisse
6.1 Qualitative Analyse
6.2 Quantitative Analyse

7. Fazit
7.1 Kritische Würdigung
7.2 Einordnung der Ergebnisse
7.3 Beantwortung der Forschungsfrage

8. Literaturverzeichnis
8.1 Literaturverzeichnis Primärliteratur
8.2 Literaturverzeichnis Sekundärliteratur

9. Anhang
9.1 Suchbegriffe
9.2 Liste der ausgewählten Artikel
9.3 Codebuch Einheitenbenennung
9.4 Codebuch Frame-Elemente
9.5 Codebuch Frames
9.6 Externer Anhang

Anmerkung des Autors

In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulin verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind ausdrücklich miteingeschlossen.

Alle Abbildungen sind aus eigener Darstellung.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Codierung des Artikels 3.37 Thomas de Maizière zu G20 'Klare Kante gegen Linksextremismus' 10-07-17

Abbildung 2. Code-Relations-Modell des Elements Umgang mit Linksextremismus

Abbildung 3. Dokumentenlandkarte der Codes 6,17B,33 und 54B

Abbildung 4. Beispiel für die Codierung eines 6. Pro Polizei Frames und 1. Ausschreitungen Frames

Abbildung 5. Frames nach Spektren geordnet

Abbildung 6. Häufigkeit der Frames nach Spektren

Abbildung 7. Anteile der Frames je Spektrum von Boulevard- und Qualitätszeitungen an der Gesamtheit der Frames

Abbildung 8. Alle Frames der Boulevard und Qualitätszeitungen nach Häufigkeit

Abbildung 9. Gesamtanzahl der unterschiedlich genutzten Frames je Zeitung

Abbildung 10. Prozentualer Anteil der Mitte-Links und Rechts-Mitte Frames an der Gesamtanzahl der Frames je Zeitung

Abbildung 11. Bewertung der Polizei nach Frames: Den beiden negativen Frames Polizei Kritik Frame & SV Polizei Schuld Frame werden die positiven Frames Pro Polizei Frame und SV Polizei Unschuld Frame entgegengestellt

Abbildung 12. Screenshot des Ergebnisses der Zufallsstichprobe der Analyseeinheit Bild Artikel, von der Website ultimatesolver.com

Abbildung 13. Screenshot des Ergebnisses der Zufallsstichprobe der Analyseeinheit Mopo Artikel, von der Website ultimatesolver.com

Abbildung 14. Screenshot des Ergebnisses der Zufallsstichprobe der Analyseeinheit SZ Artikel, von der Website ultimatesolver.com

Abbildung 15. Screenshot des Ergebnisses der Zufallsstichprobe der Analyseeinheit FAZ Artikel, von der Website ultimatesolver.com

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Die G-20 Proteste in Hamburg – Chronologie der Ereignisse

Am 7. und 8. Juli 2017 tagt die Gruppe der Zwanzig, bestehend aus 19 Industrie- und Schwellenländern und der Europäischen Union, das erste Mal in ihrer Geschichte auf deutschem Boden. Von massiven Protesten begleitet treffen sich die Regierungsvertreter zum Gipfel der G-20 in den Messehallen der Hansestadt Hamburg. Was dort verhandelt und beschlossen wird, tritt an diesem Wochenende meist in den Hintergrund. Berichtet wird stattdessen über eine deutsche Stadt im Ausnahmezustand, über brennende Autos, geplünderte Geschäfte, massive Polizeieinsätze und verängstigte Anwohner. Bis heute, vier Jahre später, ist nicht abschließend geklärt was während der Gipfelproteste genau geschehen ist und wer die Schuld an den Ausschreitungen trägt.

Die Konflikte zwischen Polizei und Demonstranten beginnen am Sonntag den 2. Juli. Auf der Hamburger Elb-Halbinsel Entenwerder wird ein zuvor genehmigtes Protestcamp von der Polizei geräumt. Da die Sicherheitsbehörden in den Zeltlagern der Demonstranten sowohl einen Rückzugsort als auch Brutherd für gewaltbereite Linksextreme sehen, verbieten sie das Campen in den meisten Teilen der Stadt. Die G-20 Gegner sehen in diesem Verbot eine Provokation der Polizei und fühlen sich ihrer Grundrechte beraubt. Sie kritisieren außerdem die 38 Quadratkilometer große Demonstrationsverbotszone rund um die Tagungsstätten, die einen „sichtbaren“ Protest verhindert. Im Verlauf der Woche kommt es immer wieder zu großen Demonstrationsereignissen mit mehreren tausend Teilnehmern, die weitestgehend friedlich verlaufen. Einen Wendepunkt der Ereignisse stellt die „Welcome to Hell“ Kundgebung am Donnerstag, dem 6. Juli auf dem Fischmarkt dar. Noch bevor sich die Demonstration in Bewegung setzen kann, stürmt die Polizei den sogenannten „Schwarzen Block“ der sich am Kopf des Protestzuges formiert hat. Als Begründung gibt sie später an, dass viele Teilnehmer trotz eines Verbotes ihr Gesicht vermummt hätten. Viele Demoteilnehmer verteilen sich daraufhin weiträumig im Stadtgebiet. In der Folge kommt es zu schweren Straßenschlachten zwischen Polizei und Autonomen bis in die Nacht hinein. Protestierende und Augenzeugen berichten später von einem übermäßig aggressiven Polizeivorgehen. Am nächsten Morgen zieht eine Gruppe von 200 Menschen durch den Stadtteil Altona und verursacht durch Brandstiftung und Sachbeschädigung in knapp 20 Minuten einen Sachschaden von über 1,5 Millionen Euro. An anderer Stelle werden am Morgen Videoaufnahmen öffentlich, die einen Polizisten zeigen der mit seinen Füßen auf einen am Boden liegenden Aktivisten eintritt. Ein weiterer umstrittener Vorfall ereignet sich im Pressecenter des Gipfels. Ohne die Angabe näherer Gründe entziehen die Behörden 32 bereits akkreditierten Journalisten ihre Zugangsberechtigungen. Am Freitagabend eskaliert die Situation im Hamburger Schanzenviertel. Gewalttäter aus dem In- und Ausland verüben schwere Sachbeschädigungen, insbesondere Geschäfte und Supermärkte sind betroffen. Aus Sorge um die Gesundheit der eigenen Beamten vermag die Polizei über Stunden nicht in die Gefahrenzone vorzudringen. Erst durch Hinzuziehung eines Sondereinsatzkommandos kann die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Am Samstag findet die Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ statt. Beteiligt sind zwischen 50.000 und 75.000 Teilnehmer. Die Proteste verlaufen größtenteils friedlich. Jedoch kommt es am Abend erneut zu Ausschreitungen im Schanzenviertel.1 2 3

In der darauffolgenden Woche konzentriert sich die öffentliche Debatte hauptsächlich auf die Frage, wer die Schuld an den Ereignissen in Hamburg trägt. Die Tageszeitung Bild spricht von einem „Kniefall vor dem Linksterrorismus“ und fordert ein härteres Vorgehen gegen linke Gewalttäter,4 sowie eine Schließung des linksautonomen Zentrums „Rote Flora“. In der Süddeutschen Zeitung hingegen werden die Sicherheitsbehörden für eine „Polizeitaktik von gestern“, sowie für die „Malträtierung der Grundrechte“ kritisiert.5 Außerdem werden Vertreter der Politik, insbesondere Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz und dessen Innensenator Andy Grote, für ihre Sicherheitspolitik kritisiert. Ein Sonderausschuss der Hamburger Bürgerschaft wird zur Aufklärung der Ereignisse einberufen. Die Polizei gründet zudem die Sonderkommission "Schwarzer Block". Stand Juli 2020 wurden so bisher 961 Verfahren gegen Gipfelgegner eingeleitet, 449 von ihnen wurden angeklagt. Auch gegen die Polizei wurden 157 Verfahren mit G-20 Bezug eingeleitet, vor Gericht musste sich bisher noch kein Beamter verantworten.6

1.2 Der aktuelle Forschungsstand

Protestaktionen, Kundgebungen und Demonstrationen sind aktive, nicht institutionelle, Instrumente des Volkes. Meist mit dem Ziel, politische Prozesse zu beeinflussen und zu verändern. Welche Relevanz eine Bewegung erlangt, wie viele Menschen sich an ihr beteiligen oder welche Wirkung sie entfacht, kann selbst die einschlägige Forschungswissenschaft zu Beginn nur bedingt voraussagen. Ob eine Bewegung ihre Ziele erreicht oder nicht, hängt oft maßgeblich von der medialen Aufmerksamkeit ab die ihr zuteil wird.7

„Eine Bewegung, über die nicht berichtet wird, findet nicht statt.“8

Dabei entscheiden mediale Prozesse nicht nur darüber, ob eine Bewegung in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, sondern auch, wie die Öffentlichkeit diese bewertet.9 Aus diesem Grund beschäftigte sich in den vergangenen Jahrzehnten eine große Anzahl an Forschungsarbeiten mit der Berichterstattung der Medien im Zusammenhang mit sozialen Bewegungen. Als richtungsweisend gelten dabei die Studien von Halloran, Elliott, und Murdock 197010, sowie von Gitlin 198111. Halloran und ihre Kollegen untersuchten britische Medienangebote in Bezug auf eine Demonstration gegen den Vietnamkrieg in London. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass eine stark einseitige und gewaltfokussierte Darstellung der Proteste den öffentlichen Diskurs bestimmt. Dies führte neben einer Herabwürdigung der Proteste in den Medien auch zu einer gewalttätigeren Einstellung seitens der Sicherheitskräfte.12 Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch Gitlin, als er die Protestberichterstattung von U.S-Medien in den 1960er Jahren untersuchte. Er fand heraus, dass Demonstrationen oft illegitimiert und die Protestierenden in den meisten Fällen negativ dargestellt wurden. Außerdem ergriffen die Berichterstatter in der Regel institutionelle Positionen.13

In der jüngeren Vergangenheit beschäftigte sich in Deutschland vor allem das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (IPB) Berlin mit der Berichterstattung über soziale Bewegungen. So wurden 2017 verschiedene Leitmedien in Zusammenhang mit sieben Großdemonstrationen nach der Jahrtausendwende untersucht und verglichen. Die Forscher stellten auch hier fest, dass Ereignisse mit gewalttätigen Auseinandersetzungen, wie die Proteste rund um den G-8 Gipfel in Heiligendamm, besonders große Aufmerksamkeit erhalten haben.14 Gleichzeitig wurde die Bewegung als Ganzes deutlich negativer bewertet, wenn es zu Ausschreitungen kam.

„Ein Protest, in dessen Rahmen es zu Konflikten mit der Polizei kommt, gilt als gescheitert.“15

Die Berichterstattung fokussiert sich dann deutlich stärker auf die Gewalt, wodurch die Themen und Motive der Protestteilnehmer kaum noch Beachtung finden.16 Diese Beobachtung teilen auch Blickhan und Teune, die sich mit den Demonstrationen am 1.Mai 2002 in Berlin beschäftigt haben. Die Forscher erkannten, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen in 77 Prozent aller untersuchten Printartikel über die Mai-Demonstrationen thematisiert wurden.17

Dass Medien die Realität nicht spiegelbildlich wiedergeben, sondern Informationen interpretieren und selektieren, ist eine Grundannahme in der Kommunikationswissenschaft.18 Da Eskalationen und Konflikte einen hohen Nachrichtenwert bieten, scheint eine Fokussierung auf Ausschreitungen und Gewalt die medial nachvollziehbare Konsequenz. Kepplinger stellt zudem in einer Studie einen „wachsenden Negativismus“ in der deutschen Nachrichtenlandschaft fest19, der sich auch auf die Protestberichterstattung auswirkt. Demonstranten und Bewegungen sind jedoch nicht zwangsläufig den Mechanismen der medialen Öffentlichkeit ausgeliefert. Sie haben selbst Strategien und Rollen entwickelt, um die eigenen Aussagen gezielt unterzubringen. Rucht spricht in diesem Zusammenhang von Demonstranten als „Medienprofis“, die sich den Bedürfnissen der Presse angepasst haben und somit bewusst die Berichterstattung beeinflussen.20

In Rückbetrachtung des G-20 Gipfels in Hamburg hat sich 2018 eine rund 30-köpfige Forschergruppe mit den Protesten und Ausschreitungen rund um das Polittreffen beschäftigt. Dabei wurde auch die Darstellung der Ereignisse in den Medien untersucht. Es stellte sich heraus, dass regionale und links-liberale Zeitungen am umfangreichsten über den Gipfel berichteten, während konservativ gesinnte Blätter weniger Interesse an den Demonstrationen zeigten. Auch fokussierten sich die verschiedenen Blätter auf unterschiedliche Schwerpunkte. Zeitungen aus dem liberalen Spektrum berichteten vielfältiger von verschiedenen Protestaktionen, während in konservativen Medien Gewalt und Eskalation einen Großteil der Berichterstattung einnahmen.21 In Bild, Welt und FAZ dominierten außerdem Sprecher aus der Politik, während in der SZ und Taz die Protestakteure am häufigsten zu Wort kamen.22 Insgesamt bewerteten Bild und FAZ die Proteste als sehr negativ, während SZ und insbesondere Taz weniger negativ bzw. leicht positiv über die Demonstrationen berichteten. Außerdem setzten sich die liberalen Blätter deutlich intensiver mit den Motiven der Demonstranten auseinander, als dies bei den konservativen Zeitungen der Fall war.23

Dass die politische Ausrichtung einer Zeitung starken Einfluss auf ihre Protestberichterstattung hat, wurde auch in anderen Untersuchungen deutlich. So stellten die Autoren des IPB bei ihrer großflächigen Analyse von deutschen Demonstrationen eindeutige Muster in der Medienlandschaft fest. In fast allen Fällen räumten liberal ausgerichtete Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung oder Frankfurter Rundschau den Demonstranten mehr Raum in ihrer Berichterstattung ein und bewerteten diese allgemein positiver, als es konservative Medien wie die FAZ oder Bild taten. Eine Ausnahme bildeten hier die Proteste der Pegida Bewegung, die ein umgekehrtes Bild zeichneten.24 Jedoch zeigten sich hier auch zwischen FAZ und Bild deutliche Unterschiede.25 Die Einordnung beider Zeitungen in eine homogene Gruppe der „konservativen Printmedien“ ist also nur bedingt möglich.

1.3 Relevanz der Arbeit und Forschungsfrage

Das politische System der Bundesrepublik Deutschland ist in Form einer stellvertretenden Demokratie aufgebaut. Das Volk legt durch Wahlen fest, welche Volksvertreter in seinem Namen Entscheidungen treffen, Gesetze erlassen, das Land leiten und verwalten dürfen. Für eine funktionierende Demokratie ist es unerlässlich, dass ein Austausch zwischen Bürgern und Bürgervertretung stattfindet. Informationen und Meinungen sollen nach Artikel fünf des Grundgesetzes frei äußerbar, allgemein zugänglich und unzensiert für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.26 Die Öffentlichkeit stellt also einen „unentbehrlichen Faktor im Prozess der politischen Willensbildung“27 dar und ist die Instanz, vor der die Herrschenden ihr Tun transparent darstellen und ihre Handlungen rechtfertigen müssen.28

„Öffentlichkeit fungiert als Vermittlungsinstanz im Wechselspiel zwischen Politik und der Bevölkerung. Diese Voraussetzungen gehören zur Grundausstattung moderner Demokratien.“29

Gerade bei Ereignissen, wie den G-20 Protesten in Hamburg, befinden sich die Medien als öffentlicher Informationsübermittler in einer entscheidenden Rolle. Ihre Darstellung der Sachlage ist für die meisten Bürger sowie für Politiker und Entscheidungsträger die Grundlage, nach der Ereignisse eingeordnet und dementsprechend Handlungen vollzogen werden.30 Unterschiedliche mediale Berichterstattung führt deshalb zu verschiedenen Darstellungen der Wirklichkeit und damit zu einer differenzierten Einschätzung der Geschehnisse in der Öffentlichkeit. Deshalb ist es von großer Bedeutung, Wissen über die Medienarbeit großer Zeitungen und deren Online-Portale zu sammeln.

Wie oben dargestellt, gab es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen in Zusammenhang mit den Protesten des G-20 Gipfels in Hamburg. Jedoch wurde hier nur eine oberflächliche Analyse von quantitativen Merkmalen wie Textlänge oder Sprecherzeiten vorgenommen. Die vorliegende Arbeit will sich jedoch tiefergehend mit den journalistischen Prozessen rund um das Protestereignis beschäftigen. Ziel ist es die Deutungsrahmen (Frames) zu ermitteln, welche die verschiedenen Medienmacher nutzten, um ihre selektive Darstellung der Wirklichkeit auszudrücken. Zudem sollen diese Deutungsrahmen bzw. Frames einem politischen Lager zugeordnet werden, um noch tiefergehende, neue Erkenntnisse über die Medienlandschaft zu gewinnen. Zu einer ganzheitlichen Erfassung der Medienprozesse rund um die Proteste des G-20 Gipfels gehört zudem eine Analyse der Berichterstattung in Bezug auf alle beteiligten Akteure. Bisher wurde analysiert, dass fast alle Zeitungen ein insgesamt negatives Bild der G-20 Demonstranten zeichneten. Mithilfe dieser Arbeit soll nun ergänzend untersucht werden, wie die Pressevertreter das Handeln von Polizei und Politik bewerten. Nur so kann ein valides Gesamtbild entstehen.

Außerdem wird sich in dieser Arbeit ausschließlich auf Artikel beschränkt, die in den Online-Portalen der jeweiligen Zeitungen erschienen sind. Laut einer Markt-Media-Studie aus dem Jahr 2020 nutzen wöchentlich 44,8 Millionen Deutsche die digitalen Angebote der klassischen Tages- und Wochenzeitungen. Etwa 39,6 Millionen Bürger konsumieren regelmäßig eine gedruckte Zeitung.31 Somit sind die Online-Nachrichten der Leitmedien für die öffentliche Meinungsbildung ebenso wichtig geworden, wie ihre Printausgaben. Dies zeigt auch eine Statistik des „Reuters Institute for the Study of Journalism“, wonach sich 59 Prozent aller Menschen in Deutschland innerhalb einer Woche online über die aktuellen Nachrichten informiert haben. Lediglich 38 Prozent haben hierfür eine gedruckte Zeitung genutzt.32 Trotz der intensiven Nutzung von Online-Nachrichten in Deutschland, beschränkt sich eine große Zahl an vorgenommenen Inhaltsanalysen lediglich auf den Print Bereich. Deshalb erscheint eine Fokussierung auf digitale Nachrichtenartikel zur ganzheitlichen Erfassung der Wirklichkeit wissenschaftlich sinnvoll.

Insgesamt eignen sich insbesondere Ereignisse mit hohen Teilnehmerzahlen sowie einem stark eskalierenden Verlauf, für eine mediale Untersuchung. Hier kann von einer hohen Frequenz der Berichterstattung ausgegangen werden. Außerdem entstand in Zusammenhang mit den Gipfeldemonstrationen auch eine grundlegende Debatte um die Legitimierung von Protestformen. Da diese Thematik grundsätzlich stark zwischen den politischen Spektren polarisiert, kann auch von einer volumenreichen Berichterstattung an den politischen Rändern ausgegangen werden. Zudem ist das Treffen von G-7, G-8 oder G-20 Staaten ein immer wiederkehrendes Ereignis, das vor allem in Mitteleuropa regelmäßig intensive Proteste erzeugt. Eine eingehende Analyse und deren Ergebnisse können dabei helfen, bei zukünftigen Ereignissen dieser Art, reflektierter mit der Berichterstattung umzugehen. Dies gilt sowohl für den Rezipienten als auch für Journalisten und Medienmacher selbst.

Mithilfe des Framing-Konzepts soll ein Vergleich zwischen sogenannten Qualitätsmedien und Boulevardmedien gezogen werden. Trotz der enormen Reichweite von Boulevardzeitungen und deren Online-Angeboten, gibt es bisher nur wenige tiefgehende Studien in diesem Bereich.33 Auch existiert keine einheitliche Definition oder verbindliche Merkmale, die ein Boulevardmedium ausreichend beschreiben. Die vorliegende Arbeit wird einen Beitrag dazu leisten, diese Forschungslücke zu schließen. Dabei sollen insbesondere die Unterschiede zwischen Qualitäts- und Boulevardmedien in der Politikberichterstattung herausgearbeitet werden. Ziel ist es, zu überprüfen, wie sich Boulevard- und Qualitätsmedien während der G-20 Proteste verhalten haben und ob dieses Verhalten vom normativen journalistischen Anspruch beider Gruppen abweicht.

Forschungsfrage: Zeigt sich, hinsichtlich der G-20 Proteste in Hamburg, eine boulevardisierte Berichterstattung der Qualitätsmedien bzw. eine qualitativ hochwertige Berichterstattung der Boulevardmedien?

2. Das Framing-Konzept

2.1 Die Entwicklungsgeschichte der Frameanalyse

Der Begriff „Framing“ sorgte erstmals 1974 für größere Aufmerksamkeit in der Wissenschaft, als der Soziologe Erwin Goffman sein sozio-kognitives Konzept der „Frameanalyse“ veröffentlichte.34 Goffman ging davon aus, dass Menschen in bestimmten Rahmen (Frames) denken und sich mithilfe dieser im Alltag zurechtfinden. Durch die Anwendung eines Frames auf eine auftretende Alltagssituation, kann eine Person sich orientieren, Reize selektieren und angemessen reagieren, ohne bewusst darüber nachdenken zu müssen.35 Ein Frame bildet also eine „mehr oder weniger komplexe generelle (Meta-) Verstehensanweisung“36 des Gehirns. So können Menschen in alltäglichen Situationen auf ein Lächeln oder eine Handbewegung reagieren, aber auch Inszenierungen wie das Theater oder die Werbung verstehen und instinktiv einordnen.37

Das Framing-Konzept spielte zudem ab Ende der 1970er Jahre in der Entscheidungspsychologie eine große Rolle. Die Forscher Tversky und Kahneman stellten in ihrer „Prospect Theory“ fest, dass eine inhaltlich identische Fragestellung, durch unterschiedliche Formulierungen zu stark abweichenden Reaktionen führt.38 Die Forscher untersuchten in diesem Zusammenhang sogenannte Äquivalenz-Frames, also unterschiedliche Begriffe und Sätze, die die gleiche Bedeutung haben.39 Eine andere Kategorie in der Kommunikationswissenschaft bilden die Betonungs-Frames. Sie rücken verschiedene Aspekte eines Themas in den Fokus. Die Untersuchung der Betonungs-Frames steht „im Mittelpunkt“ der Forschung, da so eine Analyse komplexerer Zusammenhänge, wie sie in der realen Medienwelt üblich sind, möglich wird.40

Schließlich begründete Robert Entman 1991 mit seiner Inhaltsanalyse der Berichterstattung über zwei Flugzeugabstürze in den U.S-Medien, unter Einbeziehung des Framing Konzepts, eine neue kommunikationswissenschaftliche Disziplin. Diese erweist sich bis heute als sehr populär.41 Entman verglich damals die mediale Darstellung zweier mutmaßlich versehentlich ausgelöster Tragödien: Den Abschuss einer koreanischen Passagiermaschine durch die Sowjetunion 1983 sowie den Abschuss eines Zivilflugzeugs aus dem Iran durch die U.S-Marine im Jahr 1988. Er kam zu dem Ergebnis, dass die amerikanischen Medien 1983 fast ausnahmslos die Regierung der Sowjetunion für das Geschehene verantwortlich machten, während 1988 in der Regel von einem „tragischen Unglück“ gesprochen wurde. Außerdem wurden die Opfer aus der koreanischen Maschine deutlich stärker betrauert als die aus dem Flugzeug des Irans.42 Daraus schloss Entman, dass es mithilfe eines Framing-Konzepts möglich ist, mediale Prozesse zu identifizieren und zu verdeutlichen.

2.2 Definition des Framing-Begriffs

In der heutigen Kommunikationsforschung wird meist zwischen Strategie, Journalisten, Rezipienten und Medien Frames unterschieden. Strategische Frames beziehen sich dabei auf Kommunikatoren, beispielsweise Politiker, Aktivisten oder Lobbyisten, die versuchen ihre Inhalte bzw. Frames öffentlich zu etablieren. Das gleiche gilt für den Journalisten im Journalisten-Frame, der seine Sichtweise der Dinge entweder durch die Auswahl der Themen oder deren inhaltliche Gestaltung im öffentlichen Diskurs zu etablieren möchte. Medien-Frames dagegen beziehen sich auf Medien und Medienprodukte als Ganzes und nicht, wie die journalistischen Frames, auf die Einstellungen und Absichten einzelner Personen. Mit der Erforschung der Rezipienten-Frames soll zudem herausgefunden werden, welche Wirkung das Framing auf die Menschen hat.43

Die Anwendung der Framing Theorie hat in vielen Bereichen der Wissenschaft zu wertvollen und weitreichenden Erkenntnissen geführt. Jedoch werden die Begriffe Frame, Framing, Rahmen, Deutungsrahmen oder Sinnhorizont bisher sehr uneinheitlich genutzt und somit auch nur unzureichend definiert.44 Matthias Potthoff nähert sich in seiner Forschungsarbeit einer Definition dieser Begriffe an, indem er viele bisher bestehende Ansätze vergleicht. Für ihn ist ein Frame eine „Aussagenstruktur“ die „bestimmte Bewertungen und Entscheidungen zu einem Thema eher nahe [legt] als andere“45 und damit die „Grundidee“ eines Themas repräsentiert.46 Dabei werden bestimmte Aspekte eines Themas ausgewählt (Selektion), besonders hervorgehoben (Salienz) und ohne sich zu widersprechen aneinandergereiht (Kohärenz).47 Dahinden spricht in diesem Zusammenhang von „Deutungsmustern“ mit der Funktion, Inhalte in den Medien zu strukturieren und somit die Komplexität zu verringern.48

Für Entman besteht ein Frame aus mehreren Elementen, die erst im gemeinsamen Zusammenspiel einen Deutungsrahmen ergeben.49 Matthes interpretiert diese Teilelemente von Entman wie folgt:

Problemdefinition : Was und worüber wird gesprochen? Die Problemdefinition stellt den Bezugsrahmen fest, der für einen Frame relevant ist. „Ein Thema wird also in seinen sozialen, sachlichen und zeitlichen Kontext eingeordnet und damit definiert.“ Dabei muss nicht zwangsläufig ein Problem im negativen Sinne gemeint sein. Es wird lediglich ein relevanter Zustand festgestellt, über den gesprochen werden soll. Matthes und Kohring sprechen in diesem Zusammenhang auch von „Themendefinition“.

Ursachenzuschreibung: Wer oder was ist schuld? Nachdem ein Problem oder ein Thema definiert ist, wird es durch eine Zuschreibung erklärt. In der Psychologie spricht man hierbei von Attributionsprozessen. Diese werden benötigt, um den Alltag zu bewältigen und Problemlösungen zu finden. „Es geht also darum, welche Ursachen für eine Handlung oder ein Ereignis identifiziert werden. Es handelt sich um Gedanken und Überzeugungen von Akteuren oder Beobachtern, die mit einem Streben nach Kontrolle in Zusammenhang stehen.“50 Für Shanto Iyengar ist die Ursachenzuschreibung „bei allen politischen Themen die zentrale Frage für die politische Meinungsbildung“. Dabei kann sich die Zuschreibung sowohl auf Personen als auch auf Situationen beziehen.

Lösungszuschreibung/Handlungsaufforderung: Wer oder was kann das Problem lösen? Ebenso wie einer Person, einer Personengruppe oder einer Situation meist die Schuld für ein Problem zugesprochen wird, gibt es personelle oder situative Lösungsvorschläge beziehungsweise Maßnahmenforderungen. Dabei gilt auch die Aufforderung des Nichthandels als Handlungsforderung. Eine Lösungszuschreibung bezieht sich dabei immer auf die Zukunft.

Explizite Bewertung: Wie wird das Problem eingeordnet? Da im Zuge der Problemdefinition meist schon eine Bewertung stattfindet, geht es hier vor allem darum, zu welchem Grad ein Zustand oder eine Situation positiv bzw. negativ bewertet wird. Dabei gilt, je extremer die Bewertung, desto intensiver ist auch die Handlungsaufforderung.51

Im Anschluss an diese Interpretation der Elemente definieren Matthes und Kohring einen Frame als „Muster von Problemdefinitionen, Verantwortungszuschreibungen, Bewertungen und Handlungsanweisungen, die sich in journalistischen Texten ausmachen lassen“52.

Als Arbeitsdefinition, unter Einbeziehung aller dargestellten Theorien, soll ein Frame beziehungsweise Deutungsrahmen im Folgenden operationalisiert werden als: Eine selektive, saliente und kohärente Aussagenstruktur, die aus einer Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, Lösungszuschreibung/Handlungsaufforderung und einer expliziten Bewertung besteht.

2.3 Die Erfassung von Frames in der Inhaltsanalyse

Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Arten von Frames in der inhaltsanalytischen Literatur identifizieren: formal-stilistische-, und inhaltsbezogene Frames.53 Dabei beziehen sich erstere auf den „Rahmen“, also auf Merkmale wie Textlänge oder Genre, während inhaltsbezogene Frames das „Bild“ und somit den Inhalt eines Textes betrachten.54 Hier wird zudem zwischen themenspezifischen und themenübergreifenden Frames unterschieden.55 Um die Forschungsfrage beantworten zu können, befasst sich die vorliegende Arbeit mit inhaltsbezogenen, themenspezifischen Medien-Frames.

Um ein bestimmtes Thema anhand des Framing-Konzepts zu analysieren, haben sich in der Forschung verschiedene Herangehensweisen bewährt. Zunächst gibt es die Möglichkeit, auf bereits in der Forschungsliteratur bestehende Frames zurückzugreifen oder im Vorfeld der Forschungsarbeit deduktiv festgelegte Deutungsrahmen zu nutzen. Bei diesem Vorgehen trägt der Forschende jedoch „eine bereits bestehende Vorstellung davon, welche Frames in dem Untersuchungsmaterial zu finden sind, an dieses heran“56, was in diesem Fall nicht zur Lösung der Forschungsfrage beiträgt.

Ein anderer Ansatz fundiert darin, bestehende Deutungsrahmen induktiv herauszuarbeiten. Da es oft schwierig und ungenau ist, einen Frame als Ganzes aus einem Medientext zu abstrahieren, müssen zunächst seine einzelnen Elemente identifiziert werden.57 Dies geschieht durch ein induktives, textnah orientiertes Vorgehen, was dazu beiträgt, den Grad der Verallgemeinerung zu verringern.58 Das Einsetzen von Frame-Elementen anstatt ganzer Frames als Variable einer Untersuchung erhöht zudem die Reliabilität der Analyse deutlich,59 da sogenannte „Kodiererschemata“, also vom Forscher selbst antizipierte Frames, vermieden werden60. Hierbei wird vom manuell-dimensionsreduzierenden Ansatz der Inhaltsanalyse gesprochen, bei dem zunächst einzelne Frame-Fragmente manuell kodiert und dann durch dimensionsreduzierende Maßnahmen zu Frames zusammengefügt werden.61 Wird nun von einem Frame, als oben operationalisiertes Konstrukt ausgegangen, setzt er sich aus Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, Lösungszuschreibung/Handlungsaufforderung und einer expliziten Bewertung zusammen. Eine Einheit, also ein Artikel, muss dabei mindestens zwei, nicht aber alle vier Elemente eines möglichen Frames beinhalten, da vorhandene Elemente andere automatisch „mitaktivieren“ oder durch ihre Aussagen „implizieren“ können.62 Treten die Inhalte der verschiedenen Elemente über mehrere Texte hinweg gemeinsam auf,63 so kann ein Deutungsrahmen identifiziert werden. Dabei gilt, dass ein Frame nach Matthes nicht zwangsläufig aus allen vier Elementen bestehen muss, da auch „das nicht vorhanden sein eines Merkmals bedeutsam ist“64.

Kohring und Matthes gehen außerdem davon aus, dass ein Frame oder Frame-Element immer von einem Sprecher, Kommunikator oder „sozialen Akteur“ genannt wird, da ein Text für sich keine eigene Meinung haben kann.65 Deshalb müssen Aussagen, die als Frame oder Frame-Element identifiziert werden, in Medientexten immer einem Hauptakteur zugeordnet werden. Dieser Akteur kann eine einzelne Person aber auch eine Gruppe sein,66 um deren Belange es sich in dem Text dreht, die zu Wort kommt und „im Mittelpunkt des Beitrages“ steht.67

„In einem Medientext sind nicht „Einstellungen des Textes“ gemeint, sondern Aussagen von Akteuren, die die Einstellungen der Akteure aufzeigen.“ 68

Der Journalist selbst gilt nach Matthes nur als Akteur, wenn er eine eigenständige Bewertung einer Sachlage vornimmt oder kein anderer Hauptakteur zu definieren ist.69 Daraus wird geschlussfolgert, dass ein Text auch mehrere konträre Aspekte darstellen, somit verschiedene Hauptakteure haben und verschiedene Frames beinhalten kann.70

3. Qualitäts- und Boulevardjournalismus im Vergleich

3.1 Einordnung der Mediengruppen

Um diese beiden unterschiedlichen journalistischen Produkte vergleichen zu können, muss sich zunächst der Frage angenähert werden, wann von Qualitäts- und wann von Boulevardjournalismus gesprochen werden darf. Rudi Renger sieht den Journalismus als einen

„von oben nach unten abfallenden Prozess. Der scheinbare Niedergang von einem Qualitätsnormen Objektivität und der Vermittlung von Wahrheit verpflichteten, hochstehenden Informationsjournalismus zu einem sich an die Begierden und Unterhaltungswünsche des Publikums anbiedernden, minderwertigen Sensationsjournalismus.“ 71

Er ordnet journalistische Produkte also in eine Rangliste ein, die nach unten stetig an Qualität verlieren. Jedoch sind Qualitätsnormen im Journalismus im Allgemeinen schwierig zu definieren und je nach Genre, Selbstanspruch, Medium und Zielgruppe anders anzulegen.72 Stephan Ruß-Mohl stellte bereits 1992 fest, dass „Qualität im Journalismus definieren zu wollen“ dem Versuch gleiche „einen Pudding an die Wand zu nageln“73. Dennoch ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, sich dem Begriff anzunähern und mehr oder minder einheitliche Qualitätsstandards herauszuarbeiten. So legt Klaus Arnold Vielfalt, Ausgewogenheit, Neutralität, Relevanz, Verständlichkeit sowie Genauigkeit als besonders wichtige Merkmale fest.74 Schatz und Schulz fügen diesem Wertekanon Rechtmäßigkeit, Professionalität und Akzeptanz hinzu.75

Eine andere journalistische Kategorie bildet der Begriff „Boulevard“ mit seinen verschiedenen Charakteristika. So werden Themen oft vereinfacht, stark personalisiert und meinungsorientiert dargestellt. Eigene Meinung und Tatsachenberichte werden teilweise vermischt, Emotion und Sensation spielen eine große Rolle. Boulevardjournalisten begeben sich gerne in die Rolle des „einfachen Bürgers“, der gegen das „Establishment“ aufbegehrt.76 Während manche Experten den Boulevardmedien eine inhaltliche Beschränkung auf „soft news“ oder auch „other news“ unterstellen,77 kritisieren andere, dass „Themen lediglich aus eigenen wirtschaftlichen oder politischen Zwecken ausgewählt werden“78. Und auch Arnold stellt diesbezüglich die treffende Frage:

„Können z. B. Boulevardzeitungen, zu deren Konzept es gehört, Kriterien wie die Trennung von Nachricht/Meinung, die Glaubwürdigkeit/Wahrheit oder die Achtung vor der Persönlichkeit nur wenig zu beachten, Qualitätsprodukte mit Qualitätsjournalismus sein?“ 79

Boulevardjournalismus wird also in der Literatur oft als eine Art der Berichterstattung bewertet, die sich vor allem durch das Fehlen öffentlich relevanter Inhalte oder durch Missachtung des journalistischen Wertekanons auszeichnet. Hierfür spricht auch, dass Boulevardmedien wie Bild , Kölner Express, B.Z-Berlin, Hamburger Morgenpost, Münchener Abendzeitung und ähnliche Zeitungen einen Großteil der Rügen des deutschen Presserates auf sich versammeln. Von etwa 800 ausgesprochenen Rügen des Gremiums seit 1986 entfallen etwa 220 auf die Bild.80 Fachlich muss jedoch zwischen den sogenannten „Supermarket Tabloids“, also den boulevardesken Wochenmagazinen, die sich fast ausschließlich mit Prominenz, Sport und Unterhaltung beschäftigen und den Boulevard-Tageszeitungen, die sehr wohl den Anspruch besitzen, zur politischen Meinungsbildung beizutragen, unterschieden werden.81

Trotz der unterschiedlichen Merkmale, die beide Gattungen charakterisieren, verschwimmen die Grenzen zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus zunehmend. Durch den steigenden kommerziellen Druck greifen auch als qualitativ hochwertig betitelte Formate zu Stilmitteln wie Vereinfachung, Emotionalisierung oder Personalisierung.82 Ebenso sind Medien nicht einfach nach den oben genannten Kriterien einer Gattung zuzuordnen. Die Print- und Online-Auftritte der Süddeutschen Zeitung oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beinhalten ebenso „bunte“ Themen, wie sich die Hamburger Morgenpost oder die Bild mit politischen Themen auseinandersetzt. Entscheidend für die Einordnung in eine der beiden Sparten scheint also nicht das gewählte Thema der Berichterstattung zu sein, sondern vielmehr auf welche Art und Weise darüber berichtet wird. Die Boulevardpresse mit ihren einfachen Inhalten und oft billigeren Produkten erreicht dabei in der Regel mehr Menschen, als es die Qualitätspresse tut. Bild Zeitung und B.Z. aus dem Axel-Springer-Verlag konnten im vierten Quartal 2020 rund 1,2 Millionen Zeitungen am Tag verkaufen. Auf dem zweiten Platz der Tageszeitungen folgt die S.Z. mit einer Auflage von 320.000 Exemplaren.83 Auch die Onlineausgabe der Bild ist nach einer Erhebung aus dem Juni 2020 mit 427 Millionen Klicks das meistbesuchte Nachrichtenportal Deutschlands. Auf Platz zwei liegt hier das Content-Angebot der Telekom, gefolgt vom Spiegel mit 245 Millionen Visitors auf dem dritten Rang.84 Dass der Boulevard durch seine Beschaffenheit ein breiteres Publikum und besonders schwächere Bildungsschichten erreicht, kann an sich als positiv für den Prozess der demokratischen Meinungsbildung ausgelegt werden. Jedoch muss dabei die Frage gestellt werden, wie differenziert sich hier mit den gelesenen Inhalten auseinandergesetzt wird beziehungsweise wie kritisch abgebildete Meinungen und Bewertungen hinterfragt werden.85

[...]


1 Vgl. Markus Decker, Räumung des Protest-Camps ist umstritten. In: fr.de vom 03.07.2017, zuletzt aufgerufen am 22.06.2021, https://www.fr.de/politik/raeumung-protest-camps-umstritten-11022881.html.

2 Vgl. Oliver Hollenstein, Sebastian Kempkens, Was geschah in den Stunden der Gewalt? In: Zeit.de vom 27.06.2018, zuletzt aufgerufen am 22.06.2021, https://www.zeit.de/2018/27/hamburg-g20-gipfel-polizei-proteste-eskalation.

3 Vgl. Stefan Malthaner, Simon Teune, Peter Ullrich, Eskalation. Dynamiken der Gewalt im Kontext der G20-Proteste in Hamburg 2017. In: g20.protestinstitut.eu, 2018, https://g20.protestinstitut.eu/wp-content/uploads/2018/09/Eskalation_Hamburg2017.pdf.

4 Vgl. Heinz Buschkowsky, Berliner Senat macht Kniefall vor Linksterroristen! In: bild.de vom 12.07.2017, zuletzt aufgerufen am 22.06.2021, https://www.bild.de/regional/berlin/buschkowsky-kolumne/achtung-buerger-von-diesem-senat-droht-gefahr-52518182.bild.html.

5 Vgl. Heribert Prantl, Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores. In: sueddeutsche.de vom 09.07.2017, zuletzt aufgerufen am 22.06.2021, https://www.sueddeutsche.de/politik/prantls-blick-grundrechte-sind-kein-abstrakter-kokolores-1.3580097.

6 Vgl. Jan Liebold, G20 in Hamburg - die Wut der Opfer bleibt. In: tagesschau.de vom 07.07.2020, zuletzt aufgerufen am 22.06.2021, https://www.tagesschau.de/inland/g20-aufarbeitung-103.html.

7 Vgl. Roaya El Tahwy, Politische Demonstrationen in den Medien – Eine qualitative Analyse von Repräsentationsmustern in journalistischen Bildern. In: Politischer Journalismus im Fokus der Journalistik, Margreth Lünenborg, Saskia Sell (Hrsg.), Springer VS, Wiesbaden, 2018, S.35.

8 Joachim Raschke, Soziale Bewegungen: Ein historisch-systematischer Grundriss (German Edition), Campus Verlag, Frankfurt/Main, 1985, S.343.

9 Vgl. Dietram Scheufele, Framing As a Theory of Media Effects. In: Journal of Communication, 1999, Ausgabe 1, S.110-112.

10 Vgl. James Halloran, Philip Elliott, Graham Murdock, Demonstrations and communication: a case study, Harmondsworth, Penguin, London, 1970.

11 Vgl. Todd Gitlin, The Whole World Is Watching: Mass Media in the Making and Unmaking of the New Left, University of California Press, 1981.

12 Vgl. Helmut Scherer, Jule Scheper, Leonie Pfeiffer, Frames der Protestberichterstattung. Eine Analyse der medialen Protestberichterstattung im Zeitverlauf, Springer Fachmedien Wiesbaden, 2021, S.94.

13 Vgl. Scherer, Scheper, Pfeiffer, Frames der Protestberichterstattung. S.93,94.

14 Vgl. Dieter Rucht, Simon Teune, Moritz Sommer, Zwischen Emphase und Aversion. Großdemonstrationen in der Medienberichterstattung, Institut für Protest- und Bewegungsforschung, Berlin, 2017, S.7.

15 Rucht, Teune, Sommer, Großdemonstrationen in der Medienberichterstattung, S.47.

16 Vgl. ebd. S.27.

17 Vgl. Michael Blickhan, Simon Teune, "Die Lust am Ausnahmezustand" - Der Berliner 1. Mai im Spiegel der Medien. In: Berlin, 1. Mai 2002 - Politische Demonstrationsrituale, Dieter Rucht (Hrsg.), Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, 2003, S.190.

18 Vgl. Winfried Schulz, Massenmedien und Realität. In: Massenkommunikation, Theorien, Methoden, Befunde, Max Kaase, Winfried Schulz (Hrsg.), VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 1989, S.142.

19 Vgl. Hans Mathias Kepplinger, Realitätskonstruktionen, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, S.134.

20 Vgl. Dieter Rucht, Changes of protest groups' media strategies from a long-term perspective. In: Media and Revolt: Strategies and Performances from the 1960s to the Present, Kathrin Fahlenbrach, Erling Sivertsen, Rolf Werenskjold (Hrsg.), Berghahn Books, Oxford, 2014, S.35.

21 Vgl. Moritz Sommer, Simon Teune, Corinna Harsch, Journalistische Spielräume. Unterschiede in der Berichterstattung zu #NoG20. In: g20.protestinstitut.eu vom 01.09.2018, zuletzt aufgerufen am 02.05.2021, https://g20.protestinstitut.eu/wp-content/uploads/2018/09/Satellit_Journalistische-Spielr%C3%A4ume.pdf, S.2-4.

22 Vgl. Sommer, Teune, Harsch, Journalistische Spielräume, S.4.

23 Vgl. Sommer, Teune, Harsch, Journalistische Spielräume, S.5-6.

24 Vgl. Rucht, Teune, Sommer, Großdemonstrationen in der Medienberichterstattung, S.21 u. 30.

25 Vgl. ebd. S.46-48.

26 Vgl. § 5, Absatz 1, GG.

27 Sarcinelli Ulrich: Politische Kommunikation in Deutschland, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden 2011. S.55,56.

28 Vgl. Sarcinelli, Politische Kommunikation in Deutschland, S.55,56.

29 Christian Schicha, Öffentlichkeit unter Medienbedingungen. In: schicha.net, zuletzt aufgerufen am 30.06.2021, http://www.schicha.net/fileadmin/user_upload/Texte/20050630/_ffentlichkeitunterme.pdf, S.2.

30 Vgl. Stefan Malthaner, Simon Teune, Peter Ullrich, Eskalation. Dynamiken der Gewalt im Kontext der G20-Proteste in Hamburg 2017. In: g20.protestinstitut.eu, 2018, https://g20.protestinstitut.eu/wp-content/uploads/2018/09/Eskalation_Hamburg2017.pdf, S.66.

31 Vgl. 60 Millionen Deutsche lesen regelmäßig Zeitung. In: die-zeitung.de, zuletzt aufgerufen am 08.06.2021, https://www.die-zeitungen.de/argumente/reichweiten.html.

32 Vgl. Nic Newman, Richard Fletcher, David A. L. Levy and Rasmus Kleis Nielse, Reuters Institute digital news report 2016, S.85.

33 Vgl. Klaus Beck, Simon Berghofer, Leyla Dogruel, Janine Greyer, Wirtschaftsberichterstattung in der Boulevardpresse, Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2012, S.19.

34 Vgl. Erving Goffman, Frame Analysis: An Essay on the Organization of Experience, Harvard University Press, Cambridge, 1974.

35 Vgl. Urs Dahinden, Framing - Eine integrative Theorie der Massenkommunikation, Herbert von Halem Verlag, Köln, 2006, S.38-44.

36 Herbert Willems, Rahmen und Habitus - Zum theoretischen und methodischen Ansatz Erving Goffmans: Vergleiche, Anschlüsse und Anwendungen, Suhrkamp Verlag, Berlin, 1997, S.35.

37 Vgl. Willems, Rahmen und Habitus, S.40.

38 Vgl. Daniel Kahneman, Amos Tversky, Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk. In: Econometrica, The Econometric Society, 1979, Ausgabe 2, S.263-291.

39 Vgl. James Druckman, Political preference formation: Competition, deliberation, and the (ir)relevance of framing. In: American Political Science Review , 2004, Ausgabe 4, S.671.

40 Vgl. Jörg Matthes, Framing. In: Konzepte. Ansätze der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Patrick Rössler & Hans-Bernd Brosius (Hrsg.), Nomos Verlag Baden-Baden, 2014, S. 24-25.

41 Vgl. Matthias Potthoff, Medien-Frames und ihre Entstehung, Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2012, S.38.

42 Vgl. Robert Entman, Framing U.S. Coverage of International News: Contrasts in Narratives of the KAL and Iran Air Incidents. In: Journal of Communication, 1991, Ausgabe 4, S.6-27.

43 Vgl. Jörg Matthes, Framing-Effekte: Zum Einfluss der Politikberichterstattung auf die Einstellungen der Rezipienten, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2007, S.33-132.

44 Vgl. Potthoff, Medien-Frames, S.29,30.

45 Potthoff, Medien-Frames, S.19.

46 Vgl. ebd. S.19.

47 Vgl. ebd. S.19.

48 Vgl. Dahinden, Framing - Eine integrative Theorie der Massenkommunikation, S.308.

49 Vgl. Robert Entman, Framing: Toward clarification of a fractured paradigm. In: Journal of Communication, 1993, Ausgabe 4, S.52.

50 Hans-Werner Bierhoff, Attribution. In: spektrum.de aus dem Jahr 2000, zuletzt aufgerufen am 23.04.2021, https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/attribution/1584.

51 Vgl. (In Bezug auf alle vier genannten Teilelemente: Was und worüber wird gesprochen… bis … desto intensiver ist auch die Handlungsaufforderung) Matthes, Framing-Effekt, S.134-136.

52 Matthes, Framing-Effekt, S. 55.

53 Vgl. Matthias Kohring, Jörg Matthes, Revision und Validierung einer Skala zur Erfassung von Vertrauen in Journalismus. In: M&K Medien & Kommunikationswissenschaft, 2004/3, S.377-385.

54 Vgl. Matthes, Framing-Effekt, S.58.

55 Vgl. ebd. S.58.

56 Potthoff, Medien-Frames, S.284.

57 Vgl. Romy Fröhlich, Helmut Scherer, Bertram Scheufele, Kriegsberichterstattung in deutschen Qualitätszeitungen. In: Publizistik, 2007, Ausgabe 1, S.17.

58 Vgl. Potthoff, Medien-Frames, S.21.

59 Vgl. Vgl. Matthias Kohring, Jörg Matthes, Die empirische Erfassung von Medien-Frames. In: M&K Medien & Kommunikationswissenschaft, 2004, Ausgabe 1, S.62.

60 Vgl. Werner Wirth, Der Codierprozess als gelenkte Rezeption. Bausteine für eine Theorie des Codierens. In: Inhaltsanalyse: Perspektiven, Probleme, Potentiale. Werner Wirth, Edmund Lauf (Hrsg.), Herbert von Halem Verlag, Köln, 2001, S.163.

61 Vgl. Matthes, Framing-Effekt, S.70,71.

62 Vgl. ebd. S.138.

63 Vgl. Kohring, Matthes, Die empirische Erfassung von Medien-Frames, S. 62.

64 Matthes, Framing-Effekt, S. 71.

65 Vgl. Potthoff, Medien-Frames, S.71.

66 Vgl. Matthes, Framing-Effekt, S. 143.

67 Vgl. ebd. S.203.

68 Matthes, Framing-Effekt, S.143.

69 Vgl. Potthoff, Medien-Frames, S.71.

70 Vgl. Matthes, Framing-Effekt, S.143.

71 Rudi Renger, Bericht zur Lage des Journalismus in Österreich - Erhebungsjahr 1997 in Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg (Hrsg.), 1998, S.28.

72 Vgl. Weischenberg Siegfried, Handbuch Medienmanagement, Christian Scholz (Hrsg.), Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 2006, S.663 – 680.

73 Stephan Ruß-Mohl, Am eigenen Schopfe-Qualitätssicherung im Journalismus. In: Publizistik, Springer Verlag, 1992, S.83-96.

74 Vgl. Klaus Arnold, Qualität des Journalismus, Martin Löffelholz, Liane Rothenberger (Hrsg.) Springer VS, Wiesbaden, 2016, S.560.

75 Vgl. Weischenberg, Handbuch Medienmanagement, S.670.

76 Vgl. Margreth Lünenborg, Boulevardisierung im Journalismus. In: Journalismusforschung, Klaus Meier, Christoph Neuberger (Hrsg.), Nomos Verlag, Baden-Baden, 2013, S.207-217.

77 Vgl. Katja Friedrich, Olaf Jandura, Politikvermittlung durch Boulevardjournalismus. In: Publizistik, Springer Verlag, 2012, Ausgabe 4, S.404.

78 Sven Engesser, Benjamin Krämer, Ilona Ammann, Bereichernd oder belanglos? Der Nachrichtenwert partizipativer Pressefotographie im Boulevardjournalismus. In: Publizistik Springer Verlag, 2010, Ausgabe 2, S.136.

79 Arnold, Qualität des Journalismus, S.558.

80 Vgl. Rügen des Presserats seit 1986. In: Presserat.de, zuletzt aufgerufen am 14.04.2021, https://www.presserat.de/ruegen-presse-uebersicht.html#2020.

81 Vgl. Lünenborg, Boulevardisierung im Journalismus, S.214.

82 Vgl. ebd. S.217.

83 Vgl. Bernhard Weidenbach, Ranking der auflagenstärksten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland im 4. Quartal 2020. In: Statista.de vom 21.01.2021, zuletzt aufgerufen am 14.04.2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/73448/umfrage/auflage-der-ueberregionalen-tageszeitungen/.

84 Vgl. Bernhard Weidenbach, IVW: Anzahl der Visits (Online + Mobile + CTV) der Nachrichtenportale in Deutschland im Juni 2020. In Statista.de vom 07.04.2021, zuletzt aufgerufen am 14.04.2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154154/umfrage/anzahl-der-visits-von-nachrichtenportalen/.

85 Vgl. Lünenborg, Boulevardisierung im Journalismus, S.209

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Boulevardisierung der politischen Berichterstattung in Qualitätsmedien?
Untertitel
Analyse und Vergleich der Onlineberichterstattung über die Hamburger G20-Proteste 2017 mithilfe des Framing Ansatzes
Hochschule
Hochschule Ansbach - Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Ansbach
Note
1,0
Jahr
2021
Seiten
91
Katalognummer
V1149719
ISBN (eBook)
9783346533975
ISBN (Buch)
9783346533982
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der externe Anhang ist nicht im Lieferumfang enthalten
Schlagworte
G20, Hamburg, Bild, SZ, FAZ, Boulevard, Journalismus, Boulevardjournalismus, Boulevardzeitung, Bild Zeitung, Proteste, Ausschreitungen, Berichterstattung, Qualitätsmedien, Framing, Frames
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Anonym, 2021, Boulevardisierung der politischen Berichterstattung in Qualitätsmedien?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149719

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