In Verlauf der Hausarbeit wird untersucht, welches Konzept sich hinter dem Begriff "resilient" verbirgt. Auf eine allgemeine Definition und Begriffsklärung folgt eine Ausführung über die Ergebnisse der Resilienzforschung und die Entstehung des Begriffes. Daraufhin werden kurz die Studie von Emmy E. Werner auf der Hawaiiinsel Kauai sowie das Salutogenese-Konzept von Aaron Antonovsky erläutert, da sie für die Resilienzforschung von großer Bedeutung sind.
Im Anschluss werden die Einflussfaktoren (Risiko- und Schutzfaktoren) vorgestellt, welche auf das Individuum einwirken. Daraufhin folgt der analytische Teil, in dem der Frage nachgegangen wird, ob Resilienz eine genetisch bedingte Eigenschaft oder eine lebenslang erlernbare Fähigkeit ist und welchen Nutzen das Konzept der Resilienz generell für die Menschen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Resilienz?
2.1 Begriffsklärung und Definitionen
2.2 Resilienzforschung und die Entstehung des Begriffs
2.3 Die Kauai Longitudinal Study
2.4 Das Salutogenese- Konzept
3. Einflussfaktoren
3.1 Risikofaktoren
3.2 Schutzfaktoren
3.3 Einflussfaktoren- genauer betrachtet
4. Der Erwerb von Resilienz
4.1 Resilienz- Eigenschaft oder erlernbare Fähigkeit?
4.2 Einmal resilient- immer resilient?
5. Gewinn durch das Resilienzkonzept
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Begriff und das Konzept der Resilienz mit der zentralen Fragestellung, ob es sich dabei um eine angeborene Eigenschaft oder eine lebenslang erlernbare Fähigkeit handelt. Dabei wird analysiert, inwieweit das Individuum durch den gezielten Aufbau von Schutzfaktoren und die Bewältigung von Krisen seine psychische Widerstandsfähigkeit aktiv fördern kann.
- Historische und wissenschaftliche Entwicklung des Resilienzbegriffs
- Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren in der menschlichen Entwicklung
- Die Rolle der Kauai Longitudinal Study und des Salutogenese-Konzepts
- Untersuchung der Erlernbarkeit von Resilienz im Erwachsenenalter
- Bedeutung des Resilienzkonzepts für Therapie und Prävention
Auszug aus dem Buch
4.1 Resilienz- Eigenschaft oder erlernbare Fähigkeit?
Zu Beginn der Resilienzforschung nahm man an, Resilienz sei eine angeborene Eigenschaft. Nach heutigem Stand sind sich Wissenschaftler hingegen einig: Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern wird in der Interaktion zwischen Umwelt und Individuum erworben (vgl. Welter- Enderlin 2012, S.13). Sowohl das Individuum, als auch seine Umwelt nehmen Einfluss auf die Entwicklung von Resilienz, denn auch das Individuum und seine Umwelt beeinflussen sich gegenseitig. Ein fröhlicher, aufgeweckter, offenherziger Mensch wird viel positiveres Feedback von seiner Umwelt bekommen, als eine in sich gekehrte Person (vgl. Hofer 2014, S.53). Somit ist Resilienz ein "dynamischer Anpassungs- und Entwickelungsprozess" (vgl. Wustmann 2004, S. 28).
Resilienz kann daher nicht als Persönlichkeitseigenschaft verstanden werden, denn sie kann nur in Zusammenhang mit einer Risikosituation oder einer Krise entwickelt werden, welche vom Individuum durch Rückgriff auf seine vorhandenen Fähigkeiten bewältigt wird. (vgl.Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse. 2014, S. 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und Zielsetzung der Arbeit dar, das Konzept der Resilienz im Hinblick auf seine Erlernbarkeit zu untersuchen.
2. Was ist Resilienz?: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beleuchtet seine historische Herkunft und stellt wegweisende Studien wie die Kauai Longitudinal Study und das Salutogenese-Konzept vor.
3. Einflussfaktoren: Hier werden die wirksamen Risiko- und Schutzfaktoren identifiziert und die Komplexität ihrer Zuordnung im individuellen Kontext kritisch hinterfragt.
4. Der Erwerb von Resilienz: Dieser Abschnitt erarbeitet die Erkenntnis, dass Resilienz kein statisches Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine erlernbare, situationsabhängige Fähigkeit ist.
5. Gewinn durch das Resilienzkonzept: Das Kapitel erläutert, wie der Paradigmenwechsel zu einem ressourcenorientierten Blickwinkel neue Wege in Therapie und Prävention ermöglicht.
6. Resümee: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die zentrale Erkenntnis bekräftigt, dass Resilienz eine entwickelbare Kompetenz darstellt.
Schlüsselwörter
Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kauai Longitudinal Study, Salutogenese, psychische Widerstandsfähigkeit, Ressourcenorientierung, Krisenbewältigung, Entwicklungspsychologie, Prävention, Lebenszyklus, Anpassungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das wissenschaftliche Konzept der Resilienz und setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, wie Menschen psychische Krisen bewältigen können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Schwerpunkte sind die Definition des Begriffs, die Rolle von Risiko- und Schutzfaktoren sowie die Erlernbarkeit von Resilienz über die Lebensspanne.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob Resilienz eine angeborene Eigenschaft oder eine lebenslang erlernbare Fähigkeit darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bedeutender psychologischer Studien und Konzepte zur Resilienz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Analyse von Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit und eine theoretische Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Resilienz.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Resilienz, Ressourcen, Schutzfaktoren, Krisenbewältigung und die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt.
Inwiefern ist Resilienz laut der Arbeit kontextabhängig?
Die Arbeit betont, dass Resilienz eine variable Größe ist; eine Person kann in einem Lebensbereich resilient agieren, während sie in einer anderen Situation überfordert ist.
Welchen Gewinn bietet das Resilienzkonzept für die Praxis?
Es ermöglicht einen Perspektivwechsel von einem defizitorientierten zu einem ressourcenorientierten Ansatz, der Menschen hilft, gestärkt aus Krisen hervorzugehen.
- Citation du texte
- Jana Vigelius (Auteur), 2019, Resilienz. Eigenschaft oder erlernbare Fähigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149913