Digitale (Kommunikations-)Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. In diesem Zusammenhang existieren bereits zahlreiche Studien, die das Nutzungsverhalten von Haushalten in Deutschland untersuchen. Mit Zunahme der Nutzung digitaler und elektronischer Geräte sowie digitaler Kommunikationsmedien steigt auch das Risiko, von Cybermobbing betroffen zu sein. Aufgrund spezifischer Merkmale, die sich für das Phänomen Cybermobbing durch den Einsatz digitaler Kommunikationsmedien ergeben, muss Cybermobbing als ernstzunehmendes Problem wahrgenommen werden, für das auch ein spezifischer Umgang erforderlich wird. Eine Gleichsetzung zu traditionellem Mobbing funktioniert in der Regel nicht.
Cybermobbing stellt, aufgrund des Zusammenhangs mit digitalen Kommunikationsmedien, ein recht modernes Problem dar, zu dem dennoch einige Studien durchgeführt wurden. In der Regel beschränken sich diese Studien aber auf das Jugend- bzw. Erwachsenenalter. Kinder, die die Grundschule besuchen, werden insgesamt weniger berücksichtigt. Dies ist problematisch, wie in einem Zitat von Peter und Petermann deutlich wird: „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung, die mit einem immer früheren Smartphonebesitz der Kinder einhergeht […], ist zu vermuten, dass auch Cybermobbing in der Grundschule zukünftig ein zentrales Thema darstellen wird. Daher stellen jüngere Grundschulkinder eine Zielgruppe dar, bei der Studien zu Risikofaktoren benötigt werden, um diese möglichst früh zu identifizieren und ihnen entsprechend vorbeugen zu können.“
In dieser Arbeit werden daher die Kinder fokussiert, die noch die Grundschule besuchen. Das Forschungsinteresse bezieht sich dabei besonders auf bereits gemachte Erfahrungen der Kinder sowie auf ihr (Vor-)Wissen im Zusammenhang mit Cybermobbing. Ist Cybermobbing für die Kinder bereits ein Begriff und welche Vorstellung haben sie davon? Stellen die Kinder überhaupt Betroffene von Cybermobbing dar? Darüber hinaus interessiert es, welche Möglichkeiten der Intervention und Prävention sich daraus ergeben, die vor allem von Eltern und Lehrkräften übernommen werden können. Außerdem soll untersucht werden, welche Rolle die Eltern in diesem Zusammenhang spielen, d.h. wie sie das Nutzungsverhalten der Kinder kontrollieren bzw. überwachen und bereits präventive Maßnahmen einsetzen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Hintergrund
1. Kinder und deren Nutzung von Social Media-Anwendungen
2. Kinder als Betroffene von Cybermobbing
3. Cybermobbing
3.1 Begriffsklärung
3.2 Formen von Cybermobbing
3.3 Akteure
3.4 Ursachen von Cybermobbing
3.5 (Mögliche) Auswirkungen für Opfer und Täter*innen
4. Interventions- und Präventionsmaßnahmen
4.1 Möglichkeiten der Intervention
4.2 Präventionsansätze
III. Empirische Studie
a) Forschungsfrage(n)
b) Methodik
Erhebungsmethode
Stichprobenbeschreibung
Ablauf
Datenaufbereitung und -Auswertung
c) Darstellung der Ergebnisse
d) Interpretation der Ergebnisse
IV. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das (Vor-)Wissen und die Erfahrungen von Grundschulkindern in Bezug auf Cybermobbing, um daraus konkrete Ansätze für Präventions- und Interventionsmaßnahmen abzuleiten, die dem Nutzungsverhalten dieser Altersgruppe gerecht werden.
- Erfassung des Mediennutzungsverhaltens von Kindern im Grundschulalter
- Analyse des Verständnisses und der Wahrnehmung von Cybermobbing durch Kinder
- Untersuchung von Risikoeinschätzungen und persönlichen Erfahrungen im digitalen Kontext
- Entwicklung von Strategien für Eltern und Lehrkräfte zur Intervention bei Cybermobbing
- Evaluation von Präventionsmöglichkeiten wie dem Medienhelden-Programm
Auszug aus dem Buch
3. Cybermobbing
Immer häufiger ist von Cybermobbing-Fällen zu lesen, die aufgrund ihrer dramatischen Folgen um die Welt gehen. Ein Beispiel hierfür ist ein Mädchen im Alter von dreizehn Jahren, das sich aufgrund von Cybermobbing-Attacken einer ehemaligen Freundin das Leben nahm. „Es sind Fälle wie diese, die dazu beitragen, dass das Thema Cybermobbing Einzug in das öffentliche Bewusstsein findet.“ Auch im Bereich der Fachliteratur kann Cybermobbing als ein populäres Thema bezeichnet werden, das sich inzwischen zu einem eigenen Forschungsfeld ausgebaut hat. Mit Zunahme der Zugangsmöglichkeiten zu elektronischen Geräten, war einerseits ein Anstieg an Cybermobbing-Fällen zu verzeichnen, andererseits nahmen wissenschaftliche Publikationen zum Thema Cybermobbing zu. Es scheint sich hierbei nicht lediglich um eine Modeerscheinung zu handeln, sondern um ein ernst zu nehmendes Problem, das sich in unserer Gesellschaft etabliert hat.
Doch was genau ist eigentlich Cybermobbing? An dieser Stelle sollen daher zunächst die Begrifflichkeiten rund um das Phänomen Cybermobbing sowie die Abzweigung zu traditionellem Mobbing geklärt werden. Daneben werden die Formen, in denen sich Cybermobbing präsentiert, thematisiert sowie auf die beteiligten Akteure des Cybermobbing-Prozesses eingegangen. Abschließend werden in diesem Kapitel Ursachen von Cybermobbing in den Blick genommen und (mögliche) Auswirkungen für Opfer und Täter*innen thematisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Digitalisierung im Alltag von Grundschulkindern und das damit steigende Risiko von Cybermobbing, für das spezifische Präventions- und Interventionsansätze benötigt werden.
II. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung zu Mediennutzung, Begriffsdefinitionen, Entstehungsmodellen und den Auswirkungen von Cybermobbing im Vergleich zu traditionellem Mobbing.
III. Empirische Studie: Der empirische Teil beschreibt die qualitative Untersuchung mit Grundschulkindern, inklusive der Forschungsfragen, Methodik, Ergebnisdarstellung und deren Interpretation.
IV. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen und leitet Empfehlungen für Eltern, Lehrkräfte und Schulen zur Aufklärung und Prävention ab.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Grundschule, Mediennutzung, Prävention, Intervention, soziale Netzwerke, empirische Studie, Qualitative Forschung, Kinder, Online-Sicherheit, Medienkompetenz, Erziehungsberechtigte, Mobbing, Online-Risiken, digitale Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Cybermobbing bei Kindern im Grundschulalter, untersucht deren (Vor-)Wissen sowie Erfahrungen und leitet daraus notwendige Interventions- und Präventionsmaßnahmen ab.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das Mediennutzungsverhalten von Kindern, die theoretische Einordnung von Cybermobbing im Vergleich zu traditionellem Mobbing, Entstehungsmodelle sowie die Rolle von Eltern und Lehrkräften bei Prävention und Intervention.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Präventions- und Interventionsmaßnahmen für die Zielgruppe der Grundschulkinder auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen und ihres Wissensstands entwickelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf problemzentrierten Interviews mit Grundschulkindern der vierten Klasse, deren Daten mittels der inhaltlich-strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund zum Cybermobbing-Phänomen sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviews mit den Kindern detailliert dargestellt und interpretiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Cybermobbing, Grundschule, Medienkompetenz, Prävention, Intervention, Online-Sicherheit und Mediennutzungsverhalten.
Wie unterscheidet sich Cybermobbing laut der Studie von traditionellem Mobbing?
Cybermobbing zeichnet sich durch Merkmale wie die Anonymität, die große Reichweite, den Wegfall von Schutzräumen und die zeitliche Endlosigkeit der verletzenden Inhalte aus, was den Umgang damit komplexer macht.
Warum ist das Medienhelden-Programm relevant?
Es dient als evaluiertes Unterrichtsmanual zur Förderung der Medienkompetenz und Prävention von Cybermobbing, welches gezielt im schulischen Umfeld eingesetzt werden kann, um Kinder für die Problematik zu sensibilisieren.
- Quote paper
- Elena Bock (Author), 2021, Cybermobbing in der Grundschule. Welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten haben Eltern und Lehrkräfte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150154