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Die teilnehmende Beobachtung - Malinowskis Idee und ihre Umsetzung damals und heute

Title: Die teilnehmende Beobachtung - Malinowskis Idee und ihre Umsetzung damals und heute

Term Paper , 2000 , 17 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Duska Vranjes (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Bronislaw Malinowski, einer der Pioniere der Feldforschung, gilt als Begründer der
Methode der teilnehmenden Beobachtung. Mit der Forderung, dass der Ethnologe,, als
Beobachter an den Aktivitäten der beobachteten Gruppe teilnimmt um dadurch die
wirkliche Kultur von innen heraus zu erfassen, revolutionierte die Methoden der
Feldforschung.Seine Theorien waren damals deshalb so bahnbrechend, weil man vor ihm,
im Zeitalter der Kolonialisierung, es nicht gewagt hat von fremden Völkern als ebenbürtig
zu sprechen. Es war durchaus interessant diese zu erforschen, aber vielmehr als Exoten,
Primitive, Wilde. Malinowski konnte glücklicherweise den Wandel der Zeit nutzen und
seine Methode entwickeln.
Darin fordert er unter anderem, dass der Forscher sich über einen längerem Zeitraum bei
dem von ihm untersuchten Volk aufhält, was bis dato eine unmögliche Forderung gewesen
wäre, weil es wie gesagt bedeutet, dass man sich auf die Fremden als ebenbürtig einläßt.
Heutzutage sind längere Aufenthalte im Rahmen einer Forschung schon Pflicht, auch wenn
Malinowskis Vorstellungen stark in Frage gerieten. Dies lag vor allem daran, dass seine
Witwe Valetta Malinowska, die Tagebücher veröffentlichte, die Malinowski während seines
Aufenthaltes bei den Trobriandern geführt hatte.
Malinowski betrieb dort nicht nur reine Kulturforschung eines Volkes, sondern er
begründete seine allgemeingültigen Theorien auf seiner Arbeit bei den Trobriandern.
Dementsprechend gerieten die Ethnologen in eine Krise, als herauskam, dass Malinowski
seine Forderungen gar nicht erfüllen konnte.
Darüber was durch die Tagebücher ans Tageslicht kam und über die Anwendung der
teilnehmenden Beobachtung heute möchte ich im folgenden referieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie

III. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung

IV. Malinowskis Vorstellungen und die Wirklichkeit- Gegenüberstellung: Ansprüche und Tagebücher

V. Betrachtung einer heutigen Feldforschung am Beispiel von Thomas Hauschild

V.I. Im Felde

V.II. Datenproduktion

VI. Schlußbemerkungen

VII. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der von Bronislaw Malinowski begründeten Methode der teilnehmenden Beobachtung auseinander, indem sie seine theoretischen Ansprüche mit der empirischen Praxis seines eigenen Feldaufenthaltes sowie einer modernen ethnologischen Forschungsarbeit von Thomas Hauschild vergleicht.

  • Historische Einordnung von Bronislaw Malinowski als Pionier der Feldforschung.
  • Analyse der Diskrepanz zwischen Malinowskis publizierten Theorien und seinen persönlichen Tagebuchaufzeichnungen.
  • Untersuchung der praktischen Umsetzung und Herausforderungen der teilnehmenden Beobachtung in einer zeitgenössischen Fallstudie.
  • Kritische Reflexion über die Rolle der Objektivität und die Einbeziehung des Forschers in das soziale Gefüge der Zielkultur.
  • Vergleich der Vorbereitungsbedingungen und subjektiven Erfahrungen verschiedener Forschergenerationen.

Auszug aus dem Buch

Die Methode der teilnehmenden Beobachtung

Die Feldforschung, bei der es dem Ethnologen darum geht vor Ort in die Kultur einer Ethnie einzudringen und diese zu erfassen, hat den Anspruch einen möglichst wissenschaftlichen, unverfälschten Eindruck zu übermitteln. Dabei stellt sich immer die Frage der Objektivität, auf die es keine allgemeingültige Antwort zu geben scheint, sondern lediglich individuelle Lösungen. Damit ist gemeint, dass jeder Ethnologe für sich entscheidet wo die Grenzen von Objektivität sind und inwieweit sie überschritten werden können. Aus diesem Grunde scheint man schon immer darum bemüht gewesen zu sein eine allgemeingültige und anwendbare Methode zur Feldforschung zu finden, die eben diesen Ansprüchen gerecht wird.

Eine davon ist die Methode der teilnehmenden Beobachtung, die im engen Zusammenhang mit dem Namen Bronislaw Malinowski steht, dieser hat zwar nicht als erster diese Methode angewandt, vor ihm gab es Ethnologen, die sich damit beschäftigt oder in die Tat umgesetzt haben, aber Malinowski war es, der diese Methode ausgebaut und eingeführt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Malinowski als Begründer der teilnehmenden Beobachtung und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.

II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie: Überblick über den akademischen Werdegang Malinowskis und die zufälligen Umstände, die ihn zu seiner Feldforschung bei den Trobriandern führten.

III. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung: Erläuterung der methodischen Ansätze Malinowskis, insbesondere der Forderung nach intensiver Teilhabe und dem Perspektivenwechsel zur Erfassung der Kultur aus der Sicht der Einheimischen.

IV. Malinowskis Vorstellungen und die Wirklichkeit- Gegenüberstellung: Ansprüche und Tagebücher: Analyse der persönlichen Tagebücher Malinowskis, die eine erhebliche Kluft zwischen seinen wissenschaftlichen Idealen und seiner tatsächlichen sozialen Isolation im Feld offenbaren.

V. Betrachtung einer heutigen Feldforschung am Beispiel von Thomas Hauschild: Untersuchung eines modernen Feldforschungsberichts, um die methodische Entwicklung und die subjektiven Erfahrungen eines zeitgenössischen Ethnologen nachzuvollziehen.

V.I. Im Felde: Darstellung der Ankunft und Integrationsschwierigkeiten von Thomas Hauschild in Süditalien sowie der Bedeutung von persönlichen Netzwerken.

V.II. Datenproduktion: Beschreibung der methodischen Probleme bei der Datenerhebung, insbesondere der Übergang von strukturierten Interviews zu offenen Bekehrungsgesprächen.

VI. Schlußbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die methodische Entwicklung der Ethnologie und den Vergleich zwischen den Epochen.

VII. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Teilnehmende Beobachtung, Bronislaw Malinowski, Feldforschung, Ethnologie, Trobriander, Thomas Hauschild, Objektivität, Subjektivität, Funktionalsimus, Forschungsbericht, Kulturforschung, Empirie, Integration, Methodenlehre, Tagebuch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Methode der teilnehmenden Beobachtung, beginnend mit ihrer Etablierung durch Bronislaw Malinowski bis hin zur kritischen Anwendung in modernen ethnologischen Feldberichten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Feldforschung, die Theoriebildung im Funktionalismus, die Rolle des Forschers als Instrument der Datenerhebung und das Spannungsfeld zwischen objektivem Anspruch und subjektiver Lebensrealität im Feld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den "Malinowskischen Mythos" der idealen Feldforschung zu hinterfragen, indem die Diskrepanz zwischen seinen theoretischen Forderungen und der dokumentierten Realität seines Feldaufenthaltes aufgezeigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturanalyse und den systematischen Vergleich zwischen theoretischen Postulaten und empirischen Praxisberichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Malinowskis Karriere und Methode, konfrontiert diese mit seinen Tagebüchern und vergleicht diese Ergebnisse mit Thomas Hauschilds zeitgenössischer Feldforschung in Süditalien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind teilnehmende Beobachtung, Malinowski, Feldforschung, Ethnographie und die Krise der ethnographischen Repräsentation.

Wie unterscheidet sich die Vorbereitung von Malinowski von der von Hauschild?

Malinowski geriet eher zufällig in den Feldaufenthalt, während Hauschild eine gezielte religionsethnologische Fragestellung verfolgte und zudem ein breiteres Spektrum an ethnologischen Vorberichten nutzen konnte.

Warum konnte Malinowski die Ansprüche seiner eigenen Methode oft nicht erfüllen?

Seine persönlichen Tagebücher offenbaren, dass er sich stark isoliert fühlte, an Heimweh litt und gegenüber den Einheimischen Vorurteile hegte, die einer echten, distanzlosen Integration im Wege standen.

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Details

Title
Die teilnehmende Beobachtung - Malinowskis Idee und ihre Umsetzung damals und heute
College
University of Marburg  (Institut für vergl. Kulturforschung)
Course
AnfängerInnen Tutorium
Grade
1-
Author
Duska Vranjes (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V11501
ISBN (eBook)
9783638176477
ISBN (Book)
9783656749387
Language
German
Tags
Hauschild Malinowski Tagebücher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Duska Vranjes (Author), 2000, Die teilnehmende Beobachtung - Malinowskis Idee und ihre Umsetzung damals und heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11501
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