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Definitionsmacht - Neoliberalisierung der Wissenschaft

Title: Definitionsmacht - Neoliberalisierung der Wissenschaft

Seminar Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Mag. Andrea Schikowitz (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Um den Standpunkt, von dem aus ich an meine Fragestellung herangehe, nachvollziehbar zu machen, möchte ich kurz mein persönliches Interesse an dem gewählten Thema erläutern. Besonders wichtig erscheint es mir, die soziale Determiniertheit von Wissenschaft aufzuzeigen und die vielfältigen Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten mit anderen gesellschaftlichen Bereichen, besonders mit Politik und Wirtschaft, zu beleuchten.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich die kontinuierliche Ausbreitung neoliberaler Prinzipien in praktisch allen Bereichen des Alltags beobachtet. Mir persönlich macht es Angst, dass die Rückführung aller sozialen Phänomene auf wirtschaftliche Prinzipien - sowie die naturalistische und vulgärdarwinistische Argumentationsweise zu ihrer Rechtfertigung -
anscheinend von so breiten Schichten der Bevölkerung in keiner Weise hinterfragt wird. Ich halte es daher immer wieder für wichtig, diese Muster explizit zu machen und sie nicht einfach als gegeben hinzunehmen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1.PERSPEKTIVENBILDUNG

1.2. ERKENNTNISINTERESSE UND ARBEITSPLAN

1.2.1. FRAGESTELLUNG

1.2.2. KONZEPT

1.3. BEGRIFFSKLÄRUNGEN

1.3.1. WISSENSCHAFT

1.3.2. POLITIK

1.3.3. NEOLIBERALISMUS

2. SPEZIFISCHE MACHT VON WISSENSCHAFT

3. DEFINITIONEN VON WISSENSCHAFT

3.1. DEFINITIONSMACHT UND GRENZZIEHUNGEN

3.1.1. FUNKTIONEN VON GRENZZIEHUNGEN

3.1.2. NEOLIBERALER WISSENSCHAFTSDISKURS

3.1.3. DEFINITIONSMACHT

3.2. DEFINITIONEN DURCH DIE WISSENSCHAFT SELBST

4. EINFLUSS DER NEOLIBERALEN GRUNDSTIMMUNG

4.1. WISSENSCHAFTSPOLITIK

4.1.1. ZIELE EINER NEOLIBERALEN WISSENSCHAFTSPOLITIK

4.1.2. WISSENSCHAFTSPOLITIK DER ÖSTERREICHISCHEN BUNDESREGIERUNG

4.1.3. ZITATE

4.2. NEOLIBERALE „THINK THANKS“

4.3. AUSSCHALTUNG VON KRITIK

5. KONSEQUENZEN DER NEOLIBERALEN WISSENSCHAFTSPOLITIK

5.1. „BLACK BOXES“

5.2. GESETZLICHE UND FINANZIELLE MAßNAHMEN

6. RESUMÉE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss neoliberaler Modelle auf die Definition und Rolle der Wissenschaft im Österreich der Gegenwart. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie eine neoliberal geprägte Politik bestimmt, was als legitime Wissenschaft gilt und welche gesellschaftlichen Konsequenzen aus dieser Instrumentalisierung zu erwarten sind.

  • Neoliberalismus als prägender Einflussfaktor auf die Wissenschaftspolitik.
  • Die Rolle der Definitionsmacht bei der Abgrenzung legitimen Wissens.
  • Instrumentalisierung der Wissenschaft für wirtschaftliche Verwertungsinteressen.
  • Einfluss von Think Thanks und politischen Diskursen auf die Forschungslandschaft.
  • Strukturveränderungen an Universitäten durch ökonomische Steuerungsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Funktionen von Grenzziehungen

Der Wettstreit um die Macht über legitimes Wissen wirft nun neue Fragen auf: Wer darf sich als WissenschaftlerIn bezeichnen? Was ist Wissenschaft? Die Definition von Wissenschaft ist von entscheidender Bedeutung zur Erhaltung ihrer „spezifischen Macht“. Exakte Voraussetzungen und Grenzen für den Zugang zu wissenschaftlichen Institutionen helfen Nicht-WissenschaftlerInnen und WissenschaftlerInnen gleichermaßen zu entscheiden, was sie als wahr anerkennen können und wen sie als TrägerIn der Wahrheit akzeptieren können. Indem man das wissenschaftliche Feld definiert, grenzt man es gegen all jenes ab, was nicht Wissenschaft ist. Diese Abgrenzung wird zu einem Instrument des sozialen Kontrolle, wer sich WissenschaftlerIn nennt, von dem darf erwartet werden, dass er sich an die festgelegten wissenschaftlichen Normen hält, die eben die Legitimität von Wissenschaft gewährleisten sollen.

Das Problem ist allerdings, dass es nicht nur eine einzige allgemeingültige Definition von Wissenschaft gibt. Selbst die Definition und die Grenzen, die in der wissenschaftlichen Community selbst aufgestellt werden, widersprechen sich mitunter sehr. Grabenkämpfe zwischen einzelnen Disziplinen, verschiedenen Schulen oder Personen sind im wesentlichen als Kämpfe um die legitime Definition von Wissenschaft zu sehen. Wer einen Sieg erringt, der kann seine dadurch erworbene Definitionsmacht in wissenschaftliche und auch politische Macht umwandeln, denn seine Aussagen werden nun als wahr anerkannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin legt ihr persönliches Interesse dar und führt in die Fragestellung ein, wie Wissenschaft und Politik im Kontext neoliberaler Strömungen interagieren.

2. SPEZIFISCHE MACHT VON WISSENSCHAFT: Dieses Kapitel thematisiert die besondere gesellschaftliche Autorität von Wissenschaft und deren Fähigkeit, als legitime Quelle für Wahrheit zu dienen.

3. DEFINITIONEN VON WISSENSCHAFT: Es wird analysiert, wie Grenzziehungen als Instrumente der Definitionsmacht fungieren und wie wissenschaftliche Identität konstruiert wird.

4. EINFLUSS DER NEOLIBERALEN GRUNDSTIMMUNG: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftspolitischen Ziele und die Rolle von Denkfabriken bei der Umgestaltung des wissenschaftlichen Sektors.

5. KONSEQUENZEN DER NEOLIBERALEN WISSENSCHAFTSPOLITIK: Hier werden die Auswirkungen von „Black Boxes“ sowie gesetzlicher und finanzieller Maßnahmen auf den Hochschulbetrieb und kritisches Denken aufgezeigt.

6. RESUMÉE: Die Autorin fasst die zentralen Thesen zusammen und plädiert für die Notwendigkeit eines alternativen, kritischen Wissenschaftsbildes.

Schlüsselwörter

Definitionsmacht, Neoliberalismus, Wissenschaftspolitik, Universität, Ökonomisierung, Diskurs, Machtverhältnisse, Grenzziehungen, Bildungsreform, Wissensgesellschaft, Kapitalismus, Forschung, Kritische Theorie, Wissensproduktion, Standortpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie neoliberale politische Bestrebungen in Österreich Einfluss auf die Wissenschaft nehmen und versuchen, deren Selbstverständnis und Ausrichtung maßgeblich zu verändern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definitionsmacht von Wissenschaft, die Rolle von neoliberalen Think Thanks, die Ökonomisierung von Bildung sowie die gezielte Ausschaltung kritischer wissenschaftlicher Diskurse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Mechanismus offenzulegen, durch den die Politik Wissenschaft als Werkzeug zur Durchsetzung neoliberaler Interessen instrumentalisiert und die gesellschaftlichen Konsequenzen daraus aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich primär auf diskursanalytische Ansätze, insbesondere unter Rückgriff auf die Feldtheorie von Pierre Bourdieu und theoretische Konzepte zu „Cultural Boundaries of Science“.

Was wird im Hauptteil der Publikation primär behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Strategien der österreichischen Bundesregierung zur Umgestaltung der Universitäten, den Funktionen neoliberaler Diskurse und der Etablierung von „Sachzwängen“ in der Hochschulpolitik.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind Definitionsmacht, neoliberale Grundstimmung, Wettbewerbsorientierung, „Black Boxes“ und die Transformation von Wissenschaft zur ökonomischen Verwertungsgröße.

Warum wird im Buch der Begriff der „Black Box“ verwendet?

Der Begriff beschreibt Argumente oder politische Entscheidungen, die so erfolgreich als „alternativlos“ oder „Tatsache“ etabliert wurden, dass sie aus der öffentlichen und fachlichen Diskussion weitgehend ausgeschlossen sind.

Welches alternative Modell schlägt die Autorin vor?

Die Autorin plädiert für ein an der Kritischen Theorie orientiertes Wissenschaftsverständnis, das explizit auf kritisches Hinterfragen von Machtstrukturen und gesellschaftlichen Verhältnissen setzt.

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Details

Title
Definitionsmacht - Neoliberalisierung der Wissenschaft
College
University of Vienna  (Institut für Wissenschaftsforschung)
Course
SE Ein- und Ausschlussmechanismen in der Wissenschaft: Politik der Grenzziehungen und ihre Bedeutungen
Grade
1,00
Author
Mag. Andrea Schikowitz (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V115065
ISBN (eBook)
9783640163311
Language
German
Tags
Definitionsmacht Neoliberalisierung Wissenschaft Ein- Ausschlussmechanismen Wissenschaft Politik Grenzziehungen Bedeutungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Andrea Schikowitz (Author), 2003, Definitionsmacht - Neoliberalisierung der Wissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115065
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