Im Hinblick auf die mediale Bedeutung des Internets, werden Aspekte betrachtet, die sich mit dem Erscheinungsbild, der Struktur und der Verwendung bzw. dem Gebrauch des Internets näher befassen. Das Gewicht liegt hierbei auf der Auseinandersetzung mit der technischen Umwandlung bisheriger Medien – speziell der Schrift (Text) und des Bildes – und deren Visualisierung im Internet sowie der daraus resultierenden Bedeutung und des Status dieser Medien.
Ausgehend von Überlegungen über Möglichkeiten und Realisierungen des Internets, stellt sich die Frage nach einer Kommunikation zwischen den Mitgliedern des globalen Netzwerks. Was ist das Neue am Internet und worin unterscheidet es sich von anderen Kommunikationsmitteln? Findet ein Kommunikationsprozess zwischen Sender und Empfänger statt? Kann es diesen unbeeinflusst und zielgerecht geben? Welche Gefahren sind mit der freien Informationsvermittlung verbunden?
Informationsanhäufung und fehlende Selektivität von Informationen haben einen Einfluss auf das gesellschaftliches Verhalten. Doch in wie fern bildet bzw. kann sich ein Utopieverständnis für das Medium Internet herausbilden und Einfluss auf die Gesellschaft und ihre Kommunikation nehmen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Entwicklung eines globalen Netzes
3. Das Internet – die mediale Bedeutung
3.1 Neues Medium oder mediale Neuigkeit?
3.1.1 Text und Bild im Internet
3.2 Sender sucht Empfänger und umgekehrt
3.3 Information und Desinformation
4. Internet: Medienutopie oder Instrument der Informationsgesellschaft?
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den medientheoretischen Status des Internets und analysiert, inwieweit das Internet als ein interaktives Medium zur Förderung einer Informationsgesellschaft fungiert oder Gefahr läuft, zu einem reinen Instrument für einseitige Informationsverteilung zu verkommen.
- Die mediale Definition und Einordnung des Internets als technisches Instrument oder Medium.
- Die Analyse der Interaktivität und ihre Bedeutung für den Kommunikationsprozess.
- Die Auswirkungen von Informationsanhäufung und Desinformation auf die Gesellschaft.
- Die kritische Auseinandersetzung mit Utopien der Informationsgesellschaft.
- Die Rolle der technologischen Struktur (Broadcasting vs. Network) für das Nutzerverhalten.
Auszug aus dem Buch
3.1 Neues Medium oder mediale Neuigkeit?
Handelt es sich beim Internet um ein neues Medium, das, bezogen auf o. g. Betrachtungsweise, ein neues Informationsvermittlungskonzept liefert und historisch als vermittelndes Element in die Ebene der Schrift-, Bild- und Tonmedien eingefügt werden kann oder ist diese Einrichtung als technologische Entwicklung innerhalb der existierenden Medien zu sehen, die der Sprache, dem Ton, dem Text und dem Bild lediglich einen zusätzlichen Präsentationsraum eröffnet und, selbst als Massenmedium fungierend, den Massenmedien weitere Wege der Distribution ermöglicht?
Aus beiden Frageteilen lässt sich im Ansatz eine Antwort formulieren: Dass das Internet historisch betrachtet eine neue Technologie hinsichtlich Distribution von Information und Kommunikation repräsentiert, ist ohne Zweifel klar, doch beginnt bereits hier sich die Abgrenzung dieser Errungenschaft zu manifestieren. Denn bei genauer Betrachtung leistet der Apparat (an dieser Stelle ist eine Isolierung des Computers vom Begriff des Medienverbunds erforderlich, um den Ereignisort zu definieren) eine opto-akustische Mimese von Medien, die in einem binären Kodierungs-/Dekodierungsverfahren ihre bildhafte Entsprechung (Interfaces bzw. Software) auf den Bildschirmen wiederfinden. Ohne auf den Begriff der Kodierung und dem damit verbundenen Kodierungsprozess näher eingehen zu wollen, lässt sich hier von einer Simulation und Emulation (Text-, Bildsoftware) von Medien sprechen. Das Alte wird neu distribuiert in einem neuen (neu im Sinne des technologischen Fortschritts) Medienverbund. Das sich hier formierende Medium ist also zunächst ein Distributionswerkzeug, mit dessen Hilfe traditionelle Medien einen neuen elektronischen Weg der Verbreitung betreten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medialität des Internets und die Untersuchung, ob sich hier eine Medienutopie oder ein Gesellschaftsinstrument abzeichnet.
2. Zur Entwicklung eines globalen Netzes: Historischer Rückblick auf die Entstehung der ARPA, des ARPANETs und der technologischen Meilensteine, die zur heutigen Vernetzung führten.
3. Das Internet – die mediale Bedeutung: Theoretische Auseinandersetzung mit der Begriffsdefinition von "Medium" und der Besonderheit des Medienverbunds "Computer-Interface-Netzwerk".
3.1 Neues Medium oder mediale Neuigkeit?: Analyse der Frage, ob das Internet eine grundlegend neue Medialität darstellt oder lediglich ein Distributionswerkzeug für bestehende Medien ist.
3.1.1 Text und Bild im Internet: Untersuchung der Verschmelzung von Schrift und Bild durch die Hypertext-Struktur und den damit verbundenen Wandel der Autorschaft.
3.2 Sender sucht Empfänger und umgekehrt: Erörterung der Kommunikationsstrukturen, der Anonymität und der Interaktion unter Anwesenden in digitalen Räumen.
3.3 Information und Desinformation: Reflexion über die Gefahr des Informationsüberschusses und der einseitigen Informationsverteilung (Broadcasting) gegenüber dem vernetzten Austausch.
4. Internet: Medienutopie oder Instrument der Informationsgesellschaft?: Kritische Gegenüberstellung des utopischen Potenzials des Internets mit der gesellschaftlichen Realität.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Nutzung des Internets als Informationsnetz oder Quelle primär eine Entscheidung der Gesellschaft bleibt.
6. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden Medien.
Schlüsselwörter
Internet, Medienverbund, Informationsgesellschaft, Interaktivität, Kommunikation, Medienutopie, Hypertext, Broadcasting, Netzschaltplan, Desinformation, Computer, Interface, Vernetzung, Gesellschaftsstruktur, Medialität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den medientheoretischen Status des Internets und die gesellschaftlichen Auswirkungen seiner Nutzung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die mediale Definition des Internets, die Rolle der Interaktivität sowie die Gegenüberstellung von vernetztem Austausch und einseitiger Informationsverteilung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist festzustellen, ob das Internet als Medium eine neue Utopie für die Informationsgesellschaft darstellt oder ob es lediglich ein Instrument zur herkömmlichen Massenmedien-Distribution ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medientheoretische Analyse, die auf der Auseinandersetzung mit bestehenden Theorien zur Medienkultur und Kommunikation basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die mediale Bedeutung durch den Verbund von Computer, Interface und Netzwerk sowie die Problematik von Information und Desinformation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interaktivität, Informationsgesellschaft, Medienverbund und Hypertext charakterisieren.
Wie unterscheidet der Autor zwischen "Werkzeug" und "Medium" im Internet-Kontext?
Der Autor greift auf Sybille Krämer zurück und definiert das Internet als Werkzeug, wenn es der bloßen Informationsbeschaffung dient, und als Medium, wenn es als genuiner Kommunikationsverbund zur interaktiven Organisation der Gesellschaft genutzt wird.
Warum warnt der Autor vor dem "Bündelschaltplan" nach Flusser?
Die Warnung bezieht sich auf die Gefahr, dass das Internet durch eine unidirektionale Informationssteuerung (Broadcasting) zu einer totalitären Massengesellschaft führen könnte, in der der echte interaktive Austausch unterdrückt wird.
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- Matthias Andrzejewski (Author), 2003, Internet, Interaktion und Informationsaustausch oder Utopie einer Informationsgesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11507