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Der Bullwhip-Effekt

Ein überwindbares Problem der Wertschöpfungskette

Title: Der Bullwhip-Effekt

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Enrico Schulz (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
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Im Zuge der Globalisierung haben sich die Produktionsstätten der Unternehmen auf der gesamten Welt verteilt. Mit dieser Verlagerung steigt die Komplexität der Wertschöpfungskette und mit ihr der Koordinationsbedarf der Unternehmen. Es findet kein Wettbewerb mehr zwischen den Unternehmen, sondern vielmehr zwischen den Wertschöpfungsketten statt1. Die letzten Optimierungspotentiale um Wettbewerbsvorteile zu erringen, liegen in der Art und Weise wie der Güter- und Informationsfluss gehandhabt wird. Dieses Potenzial auszuschöpfen, ist die Aufgabe des Supply Chain Management (SCM), das dabei immer wieder mit einem Phänomen konfrontiert wird, welches Unsicherheiten erzeugt und somit Kosten verursacht. Dieses Phänomen wird Bullwhip-Effekt genannt und äußert sich durch zunehmende und unnötige Bestell- und Nachfrageschwankungen innerhalb der Wertschöpfungskette. Anders ausgedrückt: Die tatsächliche Nachfrage des Endkonsumenten spiegelt nicht die Produktionsmenge des ersten Kettengliedes wider. Experten vermuten, dass die Reduzierung des Bullwhip-Effekts die Profitabilität der Unternehmen um 8,4 - 20,1 Prozent steigern könnte2. Diese Zahlen zeigen, welche Wichtigkeit und Priorität der Bullwhip-Effekt in der Praxis hat bzw. haben sollte. Ziel der Arbeit ist es den Bullwhip-Effekt auf der verbalen, visuellen und formalen Ebene zu erläutern, seine Ursachen zu identifizieren und theoretische Gegenmaßnahmen zur Beseitigung aufzuzeigen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der strukturelle Aufbau folgendermaßen: Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Begriffserklärung. Dabei werden der Bullwhip-Effekt und das Supply Chain Management ausführlich erläutert. Danach werden die Ursachen beleuchtet, um anschließend Gegenmaßnahmen vorzustellen, die den Effekt vermeiden können.

1 Vgl. (Corsten, et al., 2003 S. 4)
2 Vgl. (McCullen, et al., 2002 S. 169 f.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problem- und Zielstellung

2 Begriffserklärung

2.1 Das Supply Chain Management

2.2 Der Bullwhip-Effekt

3 Ursachen des Bullwhip-Effekts

3.1 Lokale Verarbeitung der Nachfrageinformation als Ursache

3.2 Auftragsbündelung als Ursache

3.3 Preisschwankungen als Ursache

3.4 Mengenkontigentierung als Ursache

4 Strategien zur Vermeidung des Bullwhip-Effekts

4.1 Ansätze zur Vermeidung von lokaler Verarbeitung von Informationen

4.2 Ansätze zur Vermeidung von Auftragsbündelung

4.3 Ansätze zur Vermeidung von Preisschwankungen

4.4 Ansätze zur Vermeidung von Mengenkontingentierung

5 Schlussbetrachtung

6 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten Bullwhip-Effekt innerhalb der Wertschöpfungskette. Das primäre Ziel ist es, das Phänomen auf verbaler, visueller und formaler Ebene zu erläutern, dessen Hauptursachen zu identifizieren und theoretische Gegenmaßnahmen zur Reduzierung oder Vermeidung aufzuzeigen, um die Profitabilität und Effizienz von Unternehmen zu steigern.

  • Grundlagen des Supply Chain Management
  • Analyse der Hauptursachen für Nachfrageschwankungen (Bullwhip-Effekt)
  • Strategien zur effizienteren Gestaltung des Warenflusses
  • Bewertung von Gegenmaßnahmen zur Stabilisierung der Wertschöpfungskette

Auszug aus dem Buch

3.2 Auftragsbündelung als Ursache

Die zweite Ursache des Bullwhip-Effekts ist die Auftragsbündelung. Die Gründe für die Auftragsbündelung oder Losgrößenbildung können variieren, aber als Hauptgründe können zweifellos fixe Bestellkosten, Transportkosten und Rüstkosten genannt werden. Jede Bestellung verursacht Fixkosten, die sich unter anderem aus den vielen manuellen Bearbeitungsschritten, der Auftragserfassung, der Rechnungsstellung und dem Versand zusammensetzen. Bei P&G schätzt man, dass jede Kundenrechnung zwischen 35 und 75 Dollar kostet. Diese hohen Kosten bieten den Anreiz Bestellungen zusammen zufassen, um die Bestellstückkosten durch eine höhere Liefermenge zu senken.

Ein sehr einfaches Beispiel um das Verhalten der nachgelagerten Stufen nachvollziehen zu können: Unser Einzelhändler verkauft 30 Kisten Bier am Tag. Diese Nachfrage schwankt nur sehr gering und kann daher als konstant angesehen werden. Der Großhändler stellt dem Einzelhändler eine Lieferpauschale von 1200 Euro pro Lieferung in Rechnung. In dieser Pauschale sind Be- und Entladung sowie Anfahrt der Ware mit dem LKW enthalten. Ein LKW kann 600 Kisten Bier laden. Nun steht der Einzelhändler vor einer einfachen Kalkulation. Lässt er sich täglich 30 Kisten liefern, so zahlt er nur für Transportkosten schon 40 Euro (1200 Euro geteilt durch 30 Kisten) pro Kiste und darin sind nicht mal die internen Kosten wie zum Beispiel Kontrollkosten und ausfüllen des Lieferscheins enthalten. Bestellt er dagegen 600 Kisten, würden nur 2 Euro (1200 Euro geteilt 600 Kisten) pro Kiste an Transportkosten anfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problem- und Zielstellung: Das Kapitel führt in die Problematik des Bullwhip-Effekts ein, der durch die Globalisierung und die daraus resultierende Komplexität der Wertschöpfungskette an Bedeutung gewonnen hat.

2 Begriffserklärung: Hier werden das Supply Chain Management als koordinierendes Element und der Bullwhip-Effekt als Phänomen der künstlich verstärkten Nachfrageschwankungen innerhalb der Kette definiert.

3 Ursachen des Bullwhip-Effekts: Dieses Kapitel identifiziert vier zentrale Ursachen: lokale Informationsverarbeitung, Auftragsbündelung, Preisschwankungen und Mengenkontingentierung.

4 Strategien zur Vermeidung des Bullwhip-Effekts: Hier werden konkrete Lösungsansätze und Instrumente vorgestellt, um den identifizierten Ursachen entgegenzuwirken und den Warenfluss effizienter zu gestalten.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Bullwhip-Effekt zwar theoretisch überwindbar ist, in der Praxis jedoch aufgrund von Kooperationshemmnissen und Zielkonflikten eine Herausforderung bleibt.

6 Anhang: Der Anhang enthält die tabellarische Zusammenfassung der Ursachen und Maßnahmen sowie die formale mathematische Herleitung des Effekts.

Schlüsselwörter

Bullwhip-Effekt, Supply Chain Management, Wertschöpfungskette, Informationsasymmetrie, Auftragsbündelung, Preisschwankungen, Mengenkontingentierung, Prozesskostenrechnung, Electronic Data Interchange, Lagerbestände, Effizienz, Logistiknetzwerke, Vendor Managed Inventory, Nachfrageprognosen, Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Bullwhip-Effekt, einem Phänomen in Wertschöpfungsketten, bei dem kleine Schwankungen in der Endkundennachfrage zu unverhältnismäßig großen Schwankungen bei den Bestellmengen der vorgelagerten Stufen führen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind das Supply Chain Management, die Identifikation von Ursachen wie Auftragsbündelung oder Preispromotionen und die Evaluierung technischer und organisatorischer Strategien zur Schwankungsminimierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, das Problem des Bullwhip-Effekts verständlich zu machen, seine Ursachen systematisch aufzudecken und theoretische Gegenmaßnahmen aufzuzeigen, die zur Effizienzsteigerung beitragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie eine formale, mathematische Darstellung der Varianzen, um das Aufschaukeln der Nachfrage zu quantifizieren und zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Ursachenforschung und einen anschließenden Maßnahmenkatalog, der Lösungen wie EDI, VMI oder Dauerniedrigpreisstrategien diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bullwhip-Effekt, Wertschöpfungskette, Informationsasymmetrie, Lieferantenmanagement und Kooperationsstrategien.

Warum führen Preisschwankungen oft zum Bullwhip-Effekt?

Preisaktionen motivieren Kunden und Händler, Waren in Mengen zu bevorraten, die nicht dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Dies erzeugt "künstliche" Nachfragespitzen, die die Produktionsplanung der Hersteller verzerren.

Was versteht man unter dem "Engpasspoker"?

Es handelt sich um eine Verhaltensweise, bei der Händler ihre Bestellmengen bewusst erhöhen, wenn sie eine Rationierung seitens des Herstellers erwarten, um trotz Kürzungen die benötigte Menge zu erhalten.

Warum ist die Implementierung von Gegenmaßnahmen schwierig?

Die Umsetzung erfordert oft einen hohen Grad an Vertrauen und Datentransparenz zwischen den Unternehmen, was durch den Wunsch nach Wahrung von Geschäftsgeheimnissen und Unabhängigkeit erschwert wird.

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Details

Title
Der Bullwhip-Effekt
Subtitle
Ein überwindbares Problem der Wertschöpfungskette
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Lehrstuhl für allgemeine BWL, insbesondere Industriebetriebslehre)
Course
Operations Management und Logistik
Grade
1,3
Author
Enrico Schulz (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V115086
ISBN (eBook)
9783640165339
ISBN (Book)
9783640165384
Language
German
Tags
Bullwhip-Effekt Operations Management Logistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Enrico Schulz (Author), 2008, Der Bullwhip-Effekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115086
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