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Die Diskussion als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit

Title: Die Diskussion als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Valentin Hodel (Author)

Social Work
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Das Werk beschäftigt sich mit einer für Demokratien grundlegenden Frage: "Ist Moral erlernbar und wenn ja, wie?"

Dabei wird herausgestellt, dass es gerade Diskussionen sind, die in den Individuen Reflexionsprozesse auslösen können, die ihnen eine "moralische Entwicklung" ermöglichen. Das Werk bezieht sich auf empirische Daten zum Bildungsbereich der Moralentwicklung, stellt klar, dass es sich hier um einen Lernprozess handelt und empfiehlt dann für diesen sensiblen Bereich der Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung junger Menschen eine Selbstverpflichtung für Didaktiker und Didaktikerinnen.
Dabei werden aus den Perspektiven der Philosophie, der Psychologie, der Soziologie, der Pädagogik und der Sozialen Arbeit didaktische Überlegungen einbezogen und vereint.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stufen der Moral als Grundlage moralischer Entwicklung

3. Lernen von Moral

3.1 Die Dilemmadiskussion

3.2 Der Begriff des Dilemmas in der Dilemmadiskussion

3.3 Urteils- und Diskursfähigkeit als Lernziel

3.4 Moralische Entwicklung als Lernprozess des Subjekts

3.4.1 Selbstbestimmter Lernprozess

3.4.2 Lernen anhand qualitativer Lernsprünge als Grundlage moralischen Lernens

3.4.3 Reflexionsprozesse im Diskurs als Auslöser von Lernprozessen

4. Didaktische Selbstverpflichtung

5. Diskussionen als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Diskussion als Methode der moralischen Bildung innerhalb der Sozialen Arbeit. Dabei wird analysiert, wie durch den diskursiven Austausch in einem professionell gestalteten Rahmen die moralische Urteils- und Diskursfähigkeit junger Menschen gefördert werden kann, ohne dabei die Grenzen der pädagogischen Autonomie zu überschreiten.

  • Grundlagen der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
  • Die Methode der Dilemmadiskussion als Lerninstrument
  • Subjektorientierte Lerntheorie nach Klaus Holzkamp
  • Reflexionsprozesse durch Rollenübernahme nach George Herbert Mead
  • Ethische Prinzipien und didaktische Leitlinien der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Begriff des Dilemmas in der Dilemmadiskussion

Um die Methode der Dilemmadiskussion besser zu verstehen, sind zunächst der gewählte Begriff des Dilemmas und die weiteren daraus entstehenden didaktischen Ziele wichtig.

Dilemma meint im Kontext von Dilemmadiskussionen nach Georg Lind ein „moralisches“ Dilemma, also Zwangslagen, die „die Wahl zwischen zwei Verhaltensalternativen, wenn beide eigenen moralischen Prinzipien widersprechen und es keine dritte Alternative gibt“ (Lind 2009, S. 79), betreffen. Lind merkt auch an, dass oft nicht nur ein Moralprinzip, sondern mehrere Prinzipien zu beachten sind (vgl. ebd., S. 35), was impliziert, dass verschiedene Prinzipien auf problematische Weise widerstreitend sein können und so zwangsläufig ein Begründungs- und Anwendungsdilemma evozieren. Der Deontologe William David Ross macht auch darauf aufmerksam, dass es manchmal mehr Prinzipien gibt (vgl. Ross 2002, S. XXXVI) „und es vielmehr darum geht, welche moralisch relevanten Erwägungen gewichtige Argumente liefern“ (ebd. S. XXXVII, eigene Übersetzung). Darin steckt in gewisser Weise ein Reflexionsprozess im Sinne eines Abwiegens von Argumenten.

Für diese Methode eignen sich laut Lind vor allem semi-reale oder hypothetische moralische Dilemmata (vgl. Lind 2009, S. 79). Der Begriff „hypothetisch“ ist von Lawrence Kohlberg entliehen; er empfiehlt explizit diese Art des Dilemmas (vgl. Garz 2015, S. 76) und meint damit Zwangslagen in fiktiven Settings (vgl. ebd.). Wenn Dilemmata „edukativ“ eingesetzt werden sollen, sollten sie möglichst realistisch formuliert sein, sodass sie bei den Zuhörenden Neugier und Spannung, aber eben keine lernhemmenden Emotionen wie Ängste oder Hass auslösen, und die Teilnehmenden gleichzeitig zum Nachdenken über moralische Problemlösungen anregen (vgl. ebd.). „Dilemmadiskussionen sollen das ernste Reflektieren über ein moralisches Problem ohne Zeit- und Konkurrenzdruck ermöglichen“ (ebd. S. 122). Dabei wird laut Lind die moralische Urteils- und Diskursfähigkeit gefördert (vgl. ebd. S. 76).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz moralischer Bildung ein, illustriert durch eine Schlüsselszene aus der Praxis der Jugendarbeit und verknüpft sie mit theoretischen Diskursen.

2. Stufen der Moral als Grundlage moralischer Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert das Stufenmodell von Lawrence Kohlberg und ordnet moralisches Verhalten in drei konkrete Entwicklungsebenen ein.

3. Lernen von Moral: Hier werden die methodischen Ansätze der Dilemmadiskussion sowie die theoretischen Voraussetzungen für moralische Lernprozesse und Reflexion analysiert.

3.1 Die Dilemmadiskussion: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Dilemmadiskussion als Lernmethode und deren Wirksamkeit durch kognitive Konflikte.

3.2 Der Begriff des Dilemmas in der Dilemmadiskussion: Hier wird definiert, was unter einem moralischen Dilemma zu verstehen ist und welche Anforderungen an die Gestaltung solcher Problematiken für Lernzwecke gestellt werden.

3.3 Urteils- und Diskursfähigkeit als Lernziel: Dieses Kapitel expliziert die zentralen Kompetenzziele moralischer Bildung und deren Verknüpfung mit der Fähigkeit zum kommunikativen Austausch.

3.4 Moralische Entwicklung als Lernprozess des Subjekts: Hier wird moralische Entwicklung unter Bezugnahme auf die subjektorientierte Lerntheorie als autonomer Prozess des Individuums begründet.

3.4.1 Selbstbestimmter Lernprozess: Dieses Unterkapitel analysiert, wie Individuen durch die Überwindung von Handlungsproblematiken eigene Lernschleifen zur Erweiterung ihrer Handlungsoptionen durchlaufen.

3.4.2 Lernen anhand qualitativer Lernsprünge als Grundlage moralischen Lernens: Hier wird dargelegt, wie moralische Entwicklung nicht nur als Wachstum, sondern als sprunghafte, expansive Lernleistung des Subjekts verstanden werden kann.

3.4.3 Reflexionsprozesse im Diskurs als Auslöser von Lernprozessen: Dieses Kapitel zeigt auf, wie durch Rollenübernahme und Kommunikation im Diskurs Reflexion entsteht, die moralische Lernschritte ermöglicht.

4. Didaktische Selbstverpflichtung: Dieses Kapitel leitet aus Prinzipien der politischen Bildung und der Ethik Handlungsrichtlinien ab, um die Autonomie der Lernenden im Prozess zu schützen.

5. Diskussionen als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines reflektierten, zielgruppengerechten Einsatzes der Diskussion in der Praxis.

Schlüsselwörter

Moralische Bildung, Soziale Arbeit, Dilemmadiskussion, Urteilsfähigkeit, Diskursfähigkeit, Klaus Holzkamp, Lawrence Kohlberg, Subjektorientierte Lerntheorie, Reflexion, Didaktik, Autonomie, Indoktrinationsverbot, Rollenübernahme, Lebenswelt, Handlungsproblematik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Diskussionen als Methode der moralischen Bildung innerhalb der Sozialen Arbeit genutzt werden können, um die Urteils- und Diskursfähigkeit von Adressaten zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die moralische Entwicklung nach Kohlberg, die Theorie des subjektorientierten Lernens nach Holzkamp, die Methode der Dilemmadiskussion und ethische Leitlinien für pädagogisches Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein didaktisches Verständnis für Diskussionen zu entwickeln, das moralische Lernprozesse unterstützt und gleichzeitig die Autonomie der Teilnehmenden achtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Verknüpfung zentraler sozialpädagogischer und moralpsychologischer Konzepte, ergänzt durch eine Anwendung auf den Bereich der Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen moralischer Entwicklung, dem didaktischen Nutzen der Dilemmadiskussion und der theoretischen Einbettung in subjektorientierte Lernprozesse sowie einer ethischen Selbstverpflichtung für Pädagogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern zählen insbesondere moralische Bildung, Dilemmadiskussion, Subjektorientierung, Reflexion, Autonomie und Soziale Arbeit.

Wie unterscheidet sich die subjektorientierte Lerntheorie nach Holzkamp von anderen Ansätzen?

Sie betont die Autonomie des Subjekts und grenzt sich von fremdbestimmten oder indoktrinierenden Lernkonzepten ab, indem sie Lernen als aktive Bewältigung subjektiv relevanter Handlungsproblematiken definiert.

Warum ist das "Überwältigungsverbot" für die Soziale Arbeit so wichtig?

Es sichert die Würde und Autonomie der Adressaten, indem es Lehrenden untersagt, den Lernenden ein bestimmtes Urteil aufzuzwingen, was fundamental für demokratische Bildungsprozesse ist.

Welche Rolle spielt die Rollenübernahme nach George Herbert Mead in dieser Arbeit?

Sie dient als theoretische Begründung für die Wirksamkeit von Diskussionen, da sie es dem Individuum ermöglicht, durch den Perspektivwechsel die eigene Sichtweise zu objektivieren und weiterzuentwickeln.

Wie sollte eine pädagogische Fachkraft auf nihilistische Argumente im Diskurs reagieren?

Anstatt sie zu verbieten, sollte die Fachkraft die Intention hinter solchen Aussagen im geschützten Rahmen explorieren und gegebenenfalls unterstützende Hilfeleistungen anbieten, um dem Schutzauftrag gerecht zu werden.

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Details

Title
Die Diskussion als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit
College
Protestant University of Applied Sciences Nuremberg
Course
Profilmodul 2: Ethik
Grade
1,0
Author
Valentin Hodel (Author)
Publication Year
2021
Pages
20
Catalog Number
V1150889
ISBN (eBook)
9783346541079
ISBN (Book)
9783346541086
Language
German
Tags
Ethik Diskurs Diskussion Bildung Moral moralische Bildung ethische Bildung Ethikpädagogik ethische Pädagogik Stufen der Moral Dilemmadiskussion Dilemma Dilemmata lehren lernen Urteilsfähigkeit Diskursfähigkeit Didaktik didaktische Selbstverpflichtung Kohlberg Habermas Lind Diskussionen soziale Arbeit Sozialarbeit Sozialpädagogik ethisch diskursiv sozialpädagogisch
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Valentin Hodel (Author), 2021, Die Diskussion als Methode der moralischen Bildung in der sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150889
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