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Sollte man aus vertragstheoretischer Sicht Unterschiede zwischen einer nationalen und einer internationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit machen?

Titel: Sollte man aus vertragstheoretischer Sicht Unterschiede zwischen einer nationalen und einer internationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit machen?

Essay , 2021 , 7 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christian Ramspeck (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay soll die Frage diskutiert werden, ob man aus vertragstheoretischer Sicht Unterschiede zwischen einer nationalen und einer internationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit machen sollte.
Hintergrund dieser Debatte sind zwei Kernfragen. Erstens: Leben wir in einer gerechten Welt, also gibt es überhaupt Handlungsbedarf? Zweitens: Wie soll das Problem der internationalen Ungerechtigkeit gelöst werden?
Bei der Beantwortung der ersten Frage herrscht unter Wissenschaftlern, Philosophen und Politikern ein weitgehender normativer Grundkonsens, wie von Nagel (2005: 113) zusammengefasst: „We do not live in a just world.“ Doch bei der zweiten Frage, welche Instrumente und Mittel es braucht, um Gerechtigkeit im sozioökonomischen Sinne herzustellen, gehen die Meinungen trotz gleichwertiger Zielauffassung auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition internationaler Politik und vertragstheoretische Grundlagen von John Rawls

3. Unterschiede in den Konzeptionen von Rawls und Beitz/Pogge

4. Diskussion der Konzeptionen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieses Essays ist die kritische Untersuchung der Frage, ob eine vertragstheoretische Unterscheidung zwischen nationaler und internationaler sozioökonomischer Gerechtigkeit gerechtfertigt ist, wobei insbesondere die Anwendbarkeit des Differenzprinzips auf globaler Ebene analysiert wird.

  • Grundlagen der internationalen Politik und Anarchie als Ordnungsprinzip
  • Vertragstheoretische Gerechtigkeitskonzeption nach John Rawls
  • Gegenüberstellung des Partikularismus von Rawls und des Kosmopolitismus von Beitz & Pogge
  • Rolle des Differenzprinzips bei globalen Ungleichheiten
  • Einfluss von Globalisierung, Pfadabhängigkeiten und unverschuldeten Ereignissen auf die Gerechtigkeitsdebatte

Auszug aus dem Buch

Die Anwendung des Differenzprinzips im globalen Maßstab

Ein zentraler Unterschied in den Konzeptionen zwischen Rawls und Beitz/Pogge liegt also in der Frage der Anwendung des Differenzprinzips im globalen Maßstab. Während Beitz und Pogge diese Prinzipien auch auf die internationale Ebene übertragen und somit eine internationale Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit entwerfen, geht Rawls diesen Schritt nicht und verbleibt bei einer nationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit (Nida-Rümelin & Rechenauer 2009: 310). Überraschenderweise begründet Rawls dies mit der Herangehensweise, wonach jeder seines Glückes Schmied sei: Wenn nämlich zwei Gesellschaften mit jeweils identischen Ausgangspunkten bezüglich Reichtums und Ressourcen starten und auf ihren Wegen jeweils verschiedene Ansätze zur Erreichung ihrer Ziele wählen, so ist das anschließende Ergebnis in dem Sinne gerecht, als dass es gerechtfertigt sei, wenn Volk A reicher wird, als Volk B (Nida-Rümelin & Rechenauer 2009: 310). Unter der Annahme, dass es beiden Gesellschaften gelingt, ein Mindestmaß an Reichtum zu erhalten, wodurch sie keine international anerkannten Hilfspflichten in Anspruch nehmen könnten, würde das Differenzprinzip dazu führen, dass die weniger reiche Gesellschaft zu Lasten der reicheren Gesellschaft unverhältnismäßig von einer Umverteilung profitieren würde, wofür Rawls keinen Grund sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Debatte um globale Gerechtigkeit und Darstellung der zentralen These zur notwendigen Anwendung des Differenzprinzips auf internationaler Ebene.

2. Definition internationaler Politik und vertragstheoretische Grundlagen von John Rawls: Erläuterung des anarchischen Charakters internationaler Politik sowie der zentralen Elemente von Rawls' Theorie der Gerechtigkeit, insbesondere des Schleiers des Nichtwissens.

3. Unterschiede in den Konzeptionen von Rawls und Beitz/Pogge: Analyse der divergenten Ansätze hinsichtlich der Ausweitung nationaler Gerechtigkeitsprinzipien auf die globale Weltgesellschaft.

4. Diskussion der Konzeptionen: Kritische Auseinandersetzung mit der Rawls'schen Position unter Einbeziehung von Pfadabhängigkeiten, unverschuldeten Ereignissen und ökonomischer Globalisierung.

5. Fazit: Zusammenfassendes Plädoyer für eine konsequente Übertragung normativer Gerechtigkeitsmaßstäbe auf die internationale Ebene.

Schlüsselwörter

Internationale Gerechtigkeit, Vertragstheorie, John Rawls, Differenzprinzip, Sozioökonomische Gerechtigkeit, Weltgesellschaft, Kosmopolitismus, Partikularismus, Globale Ungleichheit, Umverteilung, Pfadabhängigkeit, Internationale Politik, Anarchie, Institutionen, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay im Kern?

Der Essay untersucht, ob die Unterscheidung zwischen nationaler und internationaler Gerechtigkeit aus vertragstheoretischer Sicht haltbar ist oder ob das Differenzprinzip auch weltweit Anwendung finden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Die Arbeit nutzt die Methode der theoretischen Analyse und den Vergleich unterschiedlicher Gerechtigkeitskonzeptionen auf Basis der politischen Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die internationale Politik, der Gerechtigkeitsbegriff nach John Rawls sowie die kosmopolitische Kritik von Beitz und Pogge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine rein nationale Anwendung von Gerechtigkeitsprinzipien in einer globalisierten Welt nicht ausreicht und die Anwendung des Differenzprinzips auf globaler Ebene konsequenter wäre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition internationaler Politik, die Grundlagen von Rawls sowie die Argumente für eine Ausweitung dieser Prinzipien auf eine Weltgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Internationale Gerechtigkeit, Differenzprinzip, Vertragstheorie, Rawls, globale Umverteilung und Weltgesellschaft.

Warum lehnt Rawls die Anwendung seines Differenzprinzips auf globaler Ebene ab?

Rawls argumentiert, dass Völker selbst für ihren Wohlstand verantwortlich sind und unterschiedliche kulturelle oder ökonomische Entscheidungen zu verschiedenen Ergebnissen führen, die respektiert werden sollten.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Globalisierung in diesem Kontext?

Der Autor sieht in der Globalisierung und den damit einhergehenden Interdependenzen eine zusätzliche Notwendigkeit für internationale Gerechtigkeitsregeln, da diese Handelsungleichgewichte verschärfen können.

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Details

Titel
Sollte man aus vertragstheoretischer Sicht Unterschiede zwischen einer nationalen und einer internationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit machen?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Normative Politische Theorie
Note
1,3
Autor
Christian Ramspeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
7
Katalognummer
V1150907
ISBN (eBook)
9783346537935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nida-Rümelin Rawls Vertragstheorie internationale Gerechtigkeit Differenzprinzip Internationale Politik Politische Theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Ramspeck (Autor:in), 2021, Sollte man aus vertragstheoretischer Sicht Unterschiede zwischen einer nationalen und einer internationalen Konzeption sozioökonomischer Gerechtigkeit machen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150907
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Leseprobe aus  7  Seiten
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