Eine gute allgemeine aerobe Ausdauer ist eine wesentliche Leistungsvoraussetzung für das erfolgreiche Handeln in der Spielsportart Handball. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Erkenntnisse verschiedener Studien, die diesen Aspekt belegen, dargestellt, um einen theoretischen Bezugsrahmen für den empirischen Teil der Arbeit zu legen.
Da gerade im Grundlagen- und Aufbautraining des Jugendbereichs der allgemeinen Ausbildung Beachtung geschenkt werden muss, gleichzeitig jedoch die verfügbare Trainingszeit begrenzt ist, stellt die Schwerpunktsetzung zwischen allgemeinem Konditionstraining und spezifischem sowie technischem und taktischem Training eine große Herausforderung für den Jugendtrainer dar.
Auf Grundlage neuerer Studien zur Adaptation des aeroben Metabolismus auf kurzfristige, intensive, anaerobe Belastungen wird im empirischen Teil der Arbeit untersucht, ob ein fünfmaliges Sprinttraining bei jugendlichen Handballern zu einer Verbesserung der Laufleistung im Cooper-Test führt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Bedeutung der Ausdauer für das Handballspiel
2.1.1 Untersuchungen zum quantitativen Belastungsumfang
2.1.2 Untersuchungen zur Belastung im Handball anhand physiologischer Parameter
2.2 Ausdauertraining im Sportspiel
2.2.1 Ausdauertraining in den großen Mannschaftsspielen
2.2.2 Ausdauertraining im Handball
2.3 Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse
2.3.1 Erholungsfähigkeit nach Sprintbelastungen
2.3.2 Adaptation des aeroben Metabolismus nach intensivem Sprintintervalltraining
2.4 Zusammenfassung und Herleitung der Fragestellung
3 Methode
3.1 Untersuchungsplan
3.2 Stichprobe
3.2.1 Trainingsgruppe
3.2.2 Kontrollgruppe
3.3 Untersuchungsdurchführung
3.3.1 Cooper-Tests
3.3.2 Trainingsintervention
3.4 Datenverarbeitung und statistische Auswertung
3.5 Herleitung der operationalisierten und statistischen Hypothesen
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Prüfung auf Normalverteilung
4.3 Überprüfung der Stichprobenvergleichbarkeit
4.4 Hypothesenprüfung
4.4.1 H-1: Gruppenvergleich der Laufleistung im Posttest
4.4.2 H-2: Gruppenvergleich der Herzfrequenzen am Ende des Posttests
4.4.3 H-3: Veränderung der Laufleistung von Pretest zu Posttest in der TG
4.4.4 H-4: Veränderung der Herzfrequenz am Ende von Pre- und Posttest in der TG
4.4.5 H-5: Veränderung der Laufleistung von Pretest zu Posttest in der KG
4.4.6 H-6: Veränderung der Herzfrequenz am Ende von Pre- und Posttest in der KG
4.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Interpretation und Einordnung der Ergebnisse
5.1.1 Betrachtung der Laufleistung im Cooper-Test
5.1.2 Betrachtung der Nachbelastungsherzfrequenzen
5.2 Methodenkritik
5.2.1 Der Cooper-Test
5.2.2 Stichprobenauswahl
5.2.3 Herzfrequenzmessung
5.3 Fazit und Ausblick
6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit eines kompakten, hochintensiven Sprintintervalltrainings (SIT) als Ergänzung zum regulären Mannschaftstraining auf die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit von jugendlichen Handballspielern, um zeiteffiziente Trainingsmethoden für die Wettkampfperiode zu identifizieren.
- Bedeutung der aeroben Ausdauer im Handballspiel
- Methoden des Ausdauertrainings in Sportspielen
- Physiologische Anpassungsprozesse durch Sprintintervalltraining
- Empirische Untersuchung der Leistungsentwicklung mittels Cooper-Test
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Untersuchungen zum quantitativen Belastungsumfang
Hunfeld (1991, zitiert nach Brings, Platen und Hoffman, 1998, S. 26) analysierte das Bewegungsprofil einer Rückraumspielerin der 1. Bundesliga anhand der Beobachtungen von vier Meisterschaftsspielen. Dabei ergaben sich, gemessen an der Einsatzzeit, folgende prozentuale Anteile der Laufgeschwindigkeit: 12,8% niedrige Laufgeschwindigkeit (2,3-3,5 m/s), 5,2% mittlere Laufgeschwindigkeit (3,6-5,0 m/s) und 2,3% hohe Laufgeschwindigkeit (>5,0 m/s). Dazu kamen 13,4% Stehen, 9,9% Antritte bzw. Sprints und 0,6% Sprünge. Den weitaus größten Anteil nahm jedoch das Gehen mit 55,8% ein.
Böttcher (1998, S. 98-100) untersuchte in jeweils sechs Spielen zweier Herrenmannschaften der 2. Bundesliga jene Spieler, welche die komplette Spielzeit von 60 Minuten durchspielten. Diese legten dabei eine Gesamtlaufstrecke zwischen 3902 und 4328 Metern zurück, so dass sich im Durchschnitt 4134 m ergaben. Mit Ball wurden dabei im Mittel 69 m zurückgelegt, ohne Ball 4066 m. Auf das Laufen entfielen durchschnittlich 3145 m (76,1%), auf das Gehen 590,2 m (14,3%) und auf Sprints 399,5 m (9,6%), wobei die Abgrenzungen dieser Einteilung nicht genauer benannt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Handballsports ein und leitet aus den theoretischen Anforderungen die Zielsetzung des empirischen Experiments ab.
2 Theorie: Dieses Kapitel erörtert die physiologische Bedeutung der aeroben Ausdauer im Handball, analysiert bestehende Studien zum Belastungsprofil und diskutiert verschiedene Trainingsmethoden sowie neuere Erkenntnisse zum Sprintintervalltraining.
3 Methode: Hier werden das Untersuchungsdesign (Pre-Post-Test), die Probandengruppen (Trainings- und Kontrollgruppe), die Durchführung der Tests (Cooper-Test) und das Intervalltraining sowie die statistischen Auswertungsverfahren detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Statistik der Laufleistung und Herzfrequenzdaten beider Gruppen und führt die inferenzstatistische Hypothesenprüfung durch.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, in den aktuellen Forschungsstand eingeordnet und die methodische Vorgehensweise hinsichtlich Cooper-Test und Stichprobenauswahl hinterfragt.
6 Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen kompakten Überblick über die gesamte Arbeit, von den theoretischen Grundlagen über das experimentelle Design bis hin zu den Ergebnissen und möglichen weiterführenden Forschungsansätzen.
Schlüsselwörter
Ausdauertraining, Jugendhandball, Sprintintervalltraining, Aerobe Ausdauer, Leistungsdiagnostik, Cooper-Test, Herzfrequenz, Belastungsprofil, Trainingswissenschaft, Sportspiel, Leistungsfähigkeit, Sprintausdauer, Stoffwechseladaptation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob ein zusätzlich zum regulären Mannschaftstraining durchgeführtes Sprintintervalltraining (SIT) die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit bei jugendlichen Handballern der B-Jugend steigern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Belastungsprofil des Handballspiels, die physiologischen Grundlagen der Ausdauer, Methoden des Ausdauertrainings in Spielsportarten sowie die wissenschaftliche Evaluation von Trainingsinterventionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob durch ein kompaktes, hochintensives Sprintintervalltraining die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit jugendlicher Handballspieler verbessert werden kann, um eine zeiteffiziente Trainingslösung für die Wettkampfperiode zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt ein empirisches Trainingsexperiment mit einem einfaktoriellen, zweifachgestuften Pre-Post-Test-Design, bei dem eine Trainingsgruppe und eine Kontrollgruppe mittels Cooper-Tests und Herzfrequenzmessungen verglichen wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung anhand sportwissenschaftlicher Studien, die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung, die deskriptive und statistische Ergebnisauswertung sowie die Diskussion der Resultate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Ausdauertraining, Jugendhandball, Sprintintervalltraining, Cooper-Test, aerobe Ausdauer, Leistungsdiagnostik und Herzfrequenzmessung.
Warum wurde die männliche B-Jugend als Stichprobe gewählt?
Die Altersgruppe der 15- bis 16-Jährigen wurde gewählt, da in diesem Entwicklungsstadium die allgemeine Ausdauer einen hohen Stellenwert hat, während gleichzeitig die Anforderungen an ein hohes Trainingspensum im langfristigen Leistungsaufbau steigen.
Warum konnte das Training keine signifikante Leistungssteigerung belegen?
Die Studie diskutiert als mögliche Ursachen eine submaximale Belastungsintensität während der Sprints, die motivierende Komponente, die methodischen Unterschiede zwischen Laufen und Ergometerarbeit sowie die geringe Gesamtanzahl der Trainingseinheiten.
- Citation du texte
- Hajo Nehls (Auteur), 2008, Ausdauertraining im Jugend-Leistungshandball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115102