Analyse und Optimierungsmöglichkeiten des Messekonzeptes auf Touristikmessen am Beispiel des Visit USA Committee Germany e.V.


Seminararbeit, 2007
38 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Messen in der Touristikbranche
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Abgrenzung des Themas

2 Vorstellung der Organisation Visit USA Committee Germany e.V
2.1 Gründung, Aufbau und Ziel des Verbandes
2.2 Marketingaktivitäten der Organisation

3 Messen im Marketing-Mix
3.1 Definition der Messe
3.2 Einordnung im Marketing-Mix
3.3 Vorteile der Messe als Kommunikationsinstrument
3.4 Ziel einer Messebeteiligung

4 Das Messekonzept
4.1 Die Messebotschaft
4.2 Besonderheiten von Dienstleistungsmessen
4.3 Die Standkonzeption des Messeauftrittes
4.3.1 Standlage sowie Vor- und Nachteile verschiedener Standarten
4.3.2 Standgröße und Raumaufteilung
4.3.3 Gestaltung des Messestandes
4.3.3.1 Corporate Identity und Corporate Design
4.3.3.2 Aufmerksamkeitswirkung, Atmosphäre und Akustik des Standes
4.3.3.3 Wirkung und Einsatz von Farben
4.3.3.4 Beleuchtung des Messestandes
4.3.3.5 Wahrnehmung von Text und Grafik
4.4 Events auf dem Messestand
4.4.1 Definition und Merkmale von Events
4.4.2 Möglichkeiten und Probleme von Messeevents
4.4.3 Durchführung von Events
4.5 Messegeschenke und giveaways

5 Das Messekonzept der Organisation Visit USA Committee Germany e.V
5.1 Entwicklung des Tourismus in die USA
5.2 Messebeteiligung und Mitglieder
5.3 Messeziel und Messebotschaft
5.4 Das Standkonzept des VUSA
5.4.1 Standlage, -art und -größe
5.4.2 Gestaltung des USA-Standes
5.5 Events auf dem USA-Stand
5.6 Messegeschenke und giveaways des VUSA

6 Optimierungsvorschläge für das Messekonzept des VUSA
6.1 Optimierung der Messebotschaft
6.2 Gestalterische und räumliche Verbesserungen des Messestandes
6.3 Anpassung der Kleidung des Standpersonal an das Corporate Design
6.4 Mögliche giveaways

7 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anlagen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Logo des Visit USA Committee Germany e.V

Abbildung 2: Messebeteiligung im Marketing-Mix

Abbildung 3: Wechselbeziehung Unternehmensziel – Messeziel

Abbildung 4: Stand-Arten

Abbildung 5: USA-Stand des VUSA – Ansicht 1

Abbildung 6: USA-Stand des VUSA – Ansicht 2

Abbildung 7: USA-Stand des VUSA – Ansicht 3

Abbildung 8: Vorlage des „walk of fame“ für eine kleine Nachbildung auf dem Stand

Abbildung 9: Mögliche Messegeschenke für Neuengland

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Wirkung und Assoziation von bestimmten Farben

Tabelle 2: Lesbarkeit von Texten und Headlines

Tabelle 3: Einreisen von Deutschland in die USA

Tabelle 4: USA-Stand des VUSA auf den vier wichtigsten Endverbrauchermessen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Messen in der Touristikbranche

„Die Welt wird kleiner, und der Markt wird größer.“[1] Diese Aussage ist bezeichnend für die aktuelle Situation im Tourismus. Fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen steht für die meisten Deutschen ganz oben auf der Wunschliste. 2006 gaben sie 60,5 Milliarden Euro für Reisen aus und verteidigten damit erneut ihre Position als Reiseweltmeister.[2] Die Auswahl an potenziellen Reisezielen ist groß und den verschiedenen Unternehmen der Tourismusindustrie stehen mehrere Instrumente zur Vermarktung ihrer Destination oder Leistung zur Verfügung. Messen zählen durch ihre Multifunktionalität und vor allem aufgrund der face-to-face Kommunikation zu den wichtigsten Instrumenten im Marketing-Mix.[3] Doch wie sollte ein Stand konzipiert sein, um die Messebesucher auf sich aufmerksam zu machen und sich von der Konkurrenz abzuheben? Es gilt nicht mehr allein, die Dienstleistung nur zu präsentieren, sondern zu inszenieren und über emotionale Reize geschickt dem Verbraucher näher zu bringen.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

In dieser Arbeit wird der Messeauftritt untersucht. Es soll gezeigt werden, wie wichtig eine Zieldefinition im Vorfeld ist, um eine Messebotschaft zu entwickeln. Diese stellt folglich einen Leitfaden für die gesamte Standge-staltung dar, die analysiert werden soll. Der Leser soll verstehen, auf was Menschen reagieren und wie er dementsprechend seinen Stand auf Messen aufbauen und gestalten muss.

Zuerst wird die Organisation vorgestellt, auf die im praktischen Teil dann näher eingegangen wird. Es wird der Aufbau, die Gründung und das Ziel des Verbandes dargelegt und anschließend deren Marketingaktivitäten aufgeführt.

Im Anschluss daran folgt ein theoretisches Kapitel, dass allgemein erklärt, wie Messen definiert werden und was sie für eine Stellung im Marketing-Mix von Firmen einnehmen. Darüber hinaus sollen Vorteile von Messen und die Wichtigkeit einer Zieldefinition aufgezeigt werden.

Den dritten Arbeitsschwerpunkt bildet das Messekonzept. Hierbei werden die verschiedenen Standlagen und -arten erläutert, um anschließend die räumlichen und gestalterischen Faktoren des Standdesigns darzulegen. Außerdem werden die Möglichkeiten und Probleme von Messevents und –geschenken erläutert. Im folgenden Kapitel wird das Messekonzept des VUSA anhand der theoretisch erarbeiteten Erkenntnisse analysiert.

Den Abschluss der Arbeit bildet ein Optimierungskapitel, das Verbesserungsvorschläge in den Bereichen Messebotschaft, Standgestaltung, Kleidung der Aussteller sowie Messegeschenke erarbeitet, um einen bleibenden Eindruck bei den Messebesuchern zu hinterlassen und so die Ziele besser zu erreichen.

1.3 Abgrenzung des Themas

Der Aufsatz beschäftigt sich nur mit Verbrauchermessen und bezieht keine an das Fachpublikum gerichteten Messen mit ein. Des Weiteren wird ausschließlich das Messekonzept hinsichtlich Standlage, -arten und -gestaltungsmöglichkeiten analysiert und besucheraktivierende Elemente wie Events und Messegeschenke mit einbezogen. Personalbezogene Faktoren, wie Gesprächsführung und Verhalten, werden außen vor gelassen. Nur in Zusammenhang mit dem Corporate Design wird die Kleidung des Standpersonals untersucht. Kostenfaktoren sowie Elemente der Messeerfolgskontrolle werden ebenfalls nicht behandelt.

2 Vorstellung der Organisation Visit USA Committee Germany e.V.

2.1 Gründung, Aufbau und Ziel des Verbandes

Aufgrund von Kosteneinsparungen seitens der amerikanischen Regierung wurde 1996 das offizielle Fremdenverkehrsbüro der USA in Frankfurt am Main geschlossen.

Daraufhin formierten sich Fachleute der Tourismusindustrie und gründeten am 3. Juni 1996 das Visit USA Committee Germany e.V.. Hierbei wurde darauf geachtet, einen Namen zu wählen, der allgemein und international verständlich ist und die Interessen des Vereines widerspiegelt – „Besuchen Sie die USA“. Auch die Farbwahl des Logos wurde an die amerikanische Flagge angepasst.

Abbildung 1: Logo des Visit USA Committee Germany e.V.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Visit USA Committee Germany e.V. (2007 a)

Am 6. Januar 1997 wurde es in das Vereinsregister in Frankfurt am Main eingetragen, wo sich auch der Hauptsitz befindet. Momentan zählt die Organisation 95 Mitglieder (siehe Anlage 1). Dazu gehören sowohl Fremdenverkehrsbüros der einzelnen US-Staaten, Städten oder Regionen als auch Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Hotelketten, touristische Repräsentanzen und Attraktionen, Mietwagenanbieter, Kreuzfahrtgesellschaften und Verlage für Reiseführer.[4]

Das VUSA ist ein non-profit Unternehmen und die Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich mit dem Hauptziel, den Fremdenverkehr in die Vereinigten Staaten von Amerika zu fördern. Dabei arbeiten sie eng mit der Travel Industry Association, dem U.S. Commercial Service und den mittlerweile anderen Visit USA Committees in Europa zusammen. Die Travel Industry Association ist eine amerikanische non-profit Organisation mit Sitz in Washington, D.C.. Sie setzt sich ebenfalls für die Förderung des US-Tourismus ein und arbeitet mit der Reiseindustrie und der Regierung zusammen. Ihre Marketingaktivitäten führt sie unter der Marke „Discover America“ durch.[5] Der U.S. Commercial Service ist eine Schnittstelle zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen und soll helfen, geeignete Geschäftspartner zu finden. Er gehört dem Handelsministerium der USA an und strebt eine Steigerung der Exporte nach Deutschland an.[6]

2.2 Marketingaktivitäten der Organisation

Um die USA dem Fachpublikum und den Endverbrauchern als attraktives Reiseland näher zu bringen, organisiert das VUSA eine Reihe von Veranstaltungen. Dadurch bietet der Verband seinen Mitgliedern eine kostengünstige Plattform zur Vermarktung ihres Unternehmens oder ihrer Destination. Eine allgemeine Anlaufstelle sowohl für Touristen als auch Fachleute bietet die Homepage des VUSA. Hierauf sind alle Kontaktdaten der Mitglieder mit zusätzlichen Informationen zu den einzelnen Reisegebieten gelistet. Auch Messetermine, Aktivitäten und wichtige Links sind hier zu finden.

Ein besonderes Event ist die Online-Schulung für Travel Agents, die seit dem letzten Jahr über die Website läuft. Dabei werden interessierte Expedienten in verschiedenen Kategorien über die Reisegebiete der USA geschult. Am Ende steht eine Prüfung, bei deren Bestehen der Teilnehmer mit dem Titel USA-Specialist ausgezeichnet wird. 2006 haben von den 1.500 Angemeldeten 878 alle Fragen richtig beantwortet. Ab Herbst 2007 wird für sie ein Aufbaukurs angeboten. Diese neuen USA-Experten sind nun aktive Verkäufer und somit Unterstützer des USA-Tourismus. Für alle Neueinsteiger wird wieder eine Basisschulung zur Verfügung stehen.

Eine weitere Schulungsmöglichkeit für Reisebüromitarbeiter sind die Frühstücksseminare. Diese Events finden etwa zwölf Mal im Jahr in verschiedenen Städten in Deutschland statt. Dabei werden 35 – 40 Expedienten von Mitgliedern des VUSA weitergebildet und können spezifische Fragen stellen.

Das wichtigste Marketinginstrument der Organisation stellt jedoch die Messearbeit dar, auf die in dieser Arbeit weiter eingegangen werden soll. Allerdings werden, wie in der Einleitung bereits erläutert, nur die Verbrauchermessen beleuchtet und nicht die Vermarktung in Richtung Fachpublikum. Im Fachbereich ist das VUSA vor allem mit Ständen auf der ITB, den TC Reisesommern, der POW WOW und der TIA Presselounge aktiv.[7]

3 Messen im Marketing-Mix

3.1 Definition der Messe

Messen werden als zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltungen mit Marktcharakter bezeichnet, die auf nationaler oder internationaler Ebene stattfinden.[8] Sie dienen vorrangig dem Verkauf von Waren, werden aber zunehmend auch im Dienstleistungsbereich zur Verkaufsförderung eingesetzt. Ihr Name ist allerdings schon im Mittelalter entstanden. Nach einem Gottesdienst, der mit der lateinischen Schlussformel „ite, missa est“ (geht hin, die Versammlung ist entlassen) beendet wurde, fanden regelmäßig Märkte statt. Die Händler konnten so einer Vielzahl von potenziellen Käufern ihr Angebot präsentieren und Geschäfte machen.[9]

3.2 Einordnung im Marketing-Mix

Um aktiv Einfluss auf den Absatzmarkt zu nehmen, stehen dem Unternehmen vier marketingpolitische Instrumente zur Verfügung: Produkt, Preis oder Kondition, Distribution und Kommunikation. Diese Hauptinstrumente unterteilen sich jeweils erneut in verschiedene Marketingmaßnahmen. Messebeteiligungen sind nicht direkt einem Punkt zuzuordnen, sondern tangieren alle Elemente des Marketing-Mix, was in Abbildung 2 deutlich wird. Früher standen auf Messen vor allem die Maßnahmen des Distributions-Mix im Vordergrund.[10] Hierbei wird die Absatzorganisation auf Stärken und Schwächen untersucht. Es wird geprüft, ob Erweiterungen oder Umstrukturierungen nötig sind, der Außendienst ausgebaut werden muss oder die Absatzwege verändert werden sollten. Auch eine Optimierung der Lagerung und des Transportes durch neue Kooperationspartner wird ins Auge gefasst.[11] Heute wird zunehmend die Kommunikation und Information auf Messen wichtiger. Den persönlichen Kontakt kann kein anderes Kommunikationsmittel ersetzen. Auch die Produkte können besichtigt oder genauere Auskünfte über eine Dienstleistung gegeben werden. Doch nicht nur der Kunde, auch das Unternehmen kann daraus Vorteile ziehen. So können Änderungen in Kundenstruktur und Kaufverhalten beobachtet und entsprechend darauf reagiert werden.[12]

Des Weiteren lassen sich auf Messen Preisvergleiche durchführen und Zahlungsmodalitäten, Lieferbedingungen oder Preisnachlässe können direkt mit dem potenziellen Käufer verhandelt werden. Ferner ist es möglich hierbei die Akzeptanz des Produktes bezüglich Design, Qualität, Markenplatzierung sowie der Sortimentsgestaltung zu überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.[13]

Abbildung 2: Messebeteiligung im Marketing-Mix

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: AUMA (2007 a), S. 10

Laut einer Studie des AUMA (siehe Anlage 2) wird die Messe von 79% der befragten Unternehmen als das wichtigste Marketinginstrument im Marketing-Mix angesehen und zu 100% genutzt. Gleich dahinter rangieren der persönliche Verkauf und der Außendienst. Dabei wird deutlich, dass Firmen, trotz der weltweit vernetzten elektronischen Kommunikation, vor allem den direkten Kundenkontakt als besonders wichtig erachten.[14]

3.3 Vorteile der Messe als Kommunikationsinstrument

Der größte Vorteil der Messe ist die Kombination der verschiedensten Maßnahmen. So lässt sich der persönliche Kundenkontakt direkt mit der Produkt- und Unternehmenspräsentation verbinden. Bei der Erläuterung von technischen Details der Ware oder Besonderheiten einer Dienstleistung kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Darüber hinaus lassen sich auch Servicequalitäten aufzeigen. Diese Punkte sind für einen Vertragsabschluss von erheblicher Bedeutung. Auch neue Kundenwünsche können erkannt und in zukünftige Produkte integriert werden.[15]

Neben dem Pflegen von bestehenden Kundenkontakten bieten Messen vor allem ein großes Potenzial für die Neukundenwerbung. Die Besucher werden emotional angesprochen und verbinden ein Erlebnis mit dem Aussteller, was den Kennenlern- und Entscheidungsprozess erheblich verkürzen kann. Auch ein direkter Konkurrenzvergleich birgt nicht nur Nachteile, wenn ein Unternehmen es versteht, sich von den Wettbewerbern abzuheben und den Kunden so für sich zu gewinnen.[16]

3.4 Ziel einer Messebeteiligung

Das chinesische Sprichwort „Wer kein Ziel hat, für den sind alle Wege richtig“ ist auch maßgeblich für eine Messebeteiligung.[17] Wer Erfolg haben will, muss im Vorfeld klare Ziele definieren und je nach Art des Produktes oder der Dienstleistung auch quantifizieren. Sie sollten von dem übergeordneten Unternehmensziel abgeleitet werden und so verdeutlichen, ob die Messe ein geeignetes Mittel zur Zielerreichung darstellt. Abbildung 3 zeigt, dass durch die Multifunktionalität dieses Mediums sowohl kommunikations- und distributionspolitische, als auch produkt- und preispolitische Ziele in das Messeziel einfließen.[18]

Das AUMA befragte 500 Unternehmen zu den konkreten Zielen ihrer Messebeteiligungen. Im Durchschnitt wurden acht Ziele genannt, die realisiert werden sollen. Wie aus Anlage 2 ersichtlich ist, steht die Gewinnung von Neukunden mit 92% an erster Stelle. Annähernd genauso wichtig sind mit 90% eine Steigerung der Bekanntheit sowie die Stammkundenpflege mit 88%. Neben der Produkt- oder Leistungspräsentation und einer Imageverbesserung des Unternehmens sollen auch neue Märkte erschlossen werden und der Verkauf vorangetrieben werden. Doch auch die Marktforschung und Gewinnung neuer Kooperationspartner erachten noch über die Hälfte als sehr wichtig, was wiederum die breiten Einsatzmöglichkeiten von Messen demonstriert.[19]

Im Dienstleistungsbereich, speziell in der Touristik, spielen hauptsächlich kommunikationspolitische Ziele eine Rolle. Vor allem die Präsentation der eigenen Destination, die damit verbundene Steigerung des Bekanntheitsgrades, und die umfassende Beratung und Information der Besucher stehen im Vordergrund. Auch der Markt und die Kunden sollen beobachtet und analysiert werden. Im distributiven Bereich bieten sich Auslandsmessen an, um neue Märkte zu erschließen. Preis- und produktpolitische Ziele spielen eher eine untergeordnete Rolle.[20]

Abbildung 3: Wechselbeziehung Unternehmensziel – Messeziel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquelle: Clausen, E. (2000), S. 22 und eigene Darstellung

4 Das Messekonzept

4.1 Die Messebotschaft

Entsprechend den von dem Unternehmensziel abgeleiteten Messezielen wird eine Messebotschaft entwickelt. Diese Aussage soll sich als „roter Faden“ im kompletten Messekonzept widerspiegeln. Das umfasst sowohl das Standdesign, die verschiedenen Werbemittel und die Messegeschenke als auch die Kleidung des Standpersonals.[21] Durch gezielte Kommunikation wird ein Wiedererkennungswert bei den Besuchern geschaffen, der das Unternehmen zusätzlich von der Konkurrenz abhebt. Bei der Wahl der Botschaft sollte auf genügend Kreativität geachtet werden, da Menschen auf sympathische und spielerische Reize reagieren. Sie sollte Neugier und Emotionen wecken und die Besucher dazu motivieren, den Messestand zu betreten.[22]

4.2 Besonderheiten von Dienstleistungsmessen

Aussteller mit Produkten haben vereinfachte Präsentationsmöglichkeiten, da die Besucher die Artikel besichtigen, anfassen und oft auch testen können. Im Dienstleistungssektor, wozu auch der touristische Bereich zählt, ist die Darstellung eines immateriellen Produktes wesentlich schwieriger.[23] So kann nur versucht werden, Eindrücke und Emotionen zu vermitteln. Hierbei spielen vor allem ein gelungenes Standdesign und leistungsbezogene Events eine große Rolle, um die Leistung erlebbar zu machen. Durch die höhere Erklärungsbedürftigkeit als bei materiellen Produkten sollten auch bauliche Besonderheiten, wie genügend und zweckmäßige Gesprächsplätze, berücksichtigt werden.[24]

4.3 Die Standkonzeption des Messeauftrittes

4.3.1 Standlage sowie Vor- und Nachteile verschiedener Standarten

Ein wesentliches Kriterium des Standkonzeptes ist die Lage des Standes. Sie ist nicht immer frei wählbar, da gerade bei etablierten Messen viele Plätze bereits reserviert sind oder schon früh gebucht werden müssen. Auch die Grundgliederung der Halle gibt einen ungefähren Verlauf des Besucherstroms vor. Da dieser immer an Ein- oder Ausgängen vorbei führt, sind Standplätze besonders dort sehr beliebt. Auch eine Anlieferung des Standbaumaterials, der Werbemittel oder sperriger Exponate wird durch einen leicht erreichbaren Standort vereinfacht. Eine links- oder rechtsseitige Platzierung entlang des Wegeverlaufs bleibt sich gleich. Die meisten Messebesucher verfolgen diesbezüglich keine Systematik und lassen sich zumeist von optischen Reizen leiten.[25]

Bezüglich der Typologie der Stände lassen sich im Wesentlichen fünf Arten unterscheiden. Der Reihenstand ist ein nur nach einer Seite hin geöffneter Stand, der zwischen anderen Ständen liegt. Er ist einfach und kostengünstig, schränkt aber auch die Präsentationsmöglichkeiten ein. Sind hingegen zwei Seiten den Besuchern zugänglich, spricht man von einem Eckstand. Auch bei einer kleinen Grundfläche bietet dieser Stand bessere Kommunikationsmöglichkeiten und mehr Einblick, wobei hier die Platzverhältnisse ebenfalls etwas beengt sind. Der Kopfstand hingegen ist zumeist geräumiger und durch drei dem Publikum hin geöffnete Seiten charakterisiert, die eine erhöhte Aufmerksamkeit versprechen. Dieser Vorteil sollte aber auch durch entsprechende Gestaltung genutzt werden. Zudem wird durch ein höheres Besucheraufkommen mehr Personal benötigt. Um die Aufmerksamkeitswirkung nochmals zu erhöhen und sein Unternehmen bestens präsentieren zu können, bietet sich der Blockstand, auch Inselstand genannt, an. Durch vier offene Seiten ist er rundum von Besuchern zugänglich und stellt somit hohe Anforderung an den Standbau sowie die Gestaltung, was sich auch in den Kosten und dem Personalbedarf bemerkbar macht. Will ein Unternehmen sehr große Exponate ausstellen, was im touristischen Bereich eher selten vorkommt, sollte ein Freigeländestand gewählt werden. Hierbei muss allerdings witterungsbedingt für überdachte Besprechungsräume gesorgt werden.[26] In Abbildung 4 werden die erläuterten Standarten noch einmal grafisch dargestellt.

Abbildung 4: Stand-Arten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: AUMA (2007 a), S. 54

4.3.2 Standgröße und Raumaufteilung

Die Standgröße ist abhängig von der gewählten Standart und dem zur Verfügung stehenden Messebudget. Ein großer Stand ist sicherlich ein Signal für die Messebesucher, wobei die Meinungen von Experten hierbei auseinander gehen. Unter der Voraussetzung einer ansprechenden und interessanten Gestaltung, vermittelt eine größere Standfläche dem Publikum durchaus Kompetenz. Darüber hinaus hilft sie auch dem Standpersonal selbstbewusst aufzutreten und sich frei zu bewegen. Ist eine attraktive Präsentation jedoch nicht gewährleistet, sollte eine kleinere Fläche gewählt werden, da größere leere Bereiche verloren wirken. Auch ein Blick auf die Wettbewerber bietet eine Orientierung, in welche Richtung der Trend geht.[27]

[...]


[1] Willi-Peter Sick, nachzulesen unter Zitate.de (2007).

[2] Vgl. DRV – Deutscher ReiseVerband (2007), S. 4.

[3] Vgl. AUMA (2007 b), S. 18.

[4] Vgl. Visit USA Committee Germany e.V. (2007 a).

[5] Vgl. TIA - Travel Industry Association (2007).

[6] Vgl. U.S. Commercial Service (2007).

[7] Vgl. VUSA - Pocket Guide to USA Promotions in Germany (2007).

[8] Vgl. Meyers Lexikon (2007).

[9] Vgl. Arnold, D. (2000), S.9.

[10] Vgl. AUMA (2007 a), S. 9-10.

[11] Vgl. AUMA (2007 a), S. 15.

[12] Vgl. AUMA (2007 a), S. 11.

[13] Vgl. Beckmann, K.; Müller-Martin, R. (2000), S. 15.

[14] Vgl. AUMA (2007 b), S. 18.

[15] Vgl. AUMA (2007 a), S. 11.

[16] Vgl. Clausen, E. (2005), S.11.

[17] Vgl. Müller-Hagedorn, L. (2003), S. 11.

[18] Vgl. Clausen, E. (2000), S. 21.

[19] Vgl. AUMA (2007 b), S. 16.

[20] Vgl. Deutsches Seminar für Fremdenverkehr Berlin (1997), S. 96.

[21] Vgl. Clausen, E. (2000), S. 74.

[22] Vgl. Clausen, E. (2005), S. 33.

[23] Vgl. Beckmann, K.; Müller-Martin, R. (2000), S. 26-27.

[24] Vgl. Beckmann, K.; Müller-Martin, R. (2000), S. 28-29.

[25] Vgl. Arnold, D. (2000), S. 38-39.

[26] Vgl. Huckemann, M.; Seiler, U.; Ter Weiler, Dieter S. (2005), S. 242-243 u. 247.

[27] Vgl. Arnold, D. (2000), S. 36-37.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Analyse und Optimierungsmöglichkeiten des Messekonzeptes auf Touristikmessen am Beispiel des Visit USA Committee Germany e.V.
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg  (Fakultät für Wirtschaft und Recht)
Veranstaltung
Marketing-Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
38
Katalognummer
V115118
ISBN (eBook)
9783640167326
ISBN (Buch)
9783640167432
Dateigröße
1947 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
35 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 20 Internetquellen. Dichter Text - einfacher Zeilenabstand.
Schlagworte
Analyse, Optimierungsmöglichkeiten, Messekonzeptes, Touristikmessen, Beispiel, Visit, Committee, Germany, Marketing-Seminar, Tourismus, USA, Messe, Event, Stand, Marketing, Psychologie, Kommunikation, Marketing-Mix, Dienstleistung, Messeauftritt, Corporate Identity, Corporate Design, Grafik, Text, Farben, Aufmerksamkeit, giveaways, Messeziel, Messebotschaft
Arbeit zitieren
Julia Großmann (Autor), 2007, Analyse und Optimierungsmöglichkeiten des Messekonzeptes auf Touristikmessen am Beispiel des Visit USA Committee Germany e.V., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115118

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