Sprachförderung im Kindergarten. Theoriegeleitete Beschreibung und Analyse der sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Arbeit am Beispiel einer Kindertagesstätte


Seminararbeit, 2021

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Hinführung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Aufgaben und Zielsetzungen der Sozialen Arbeit nach Gertrud Bäumer
2.2 Berliner Bildungsprogramm
2.3 Situationsorientierter Ansatz nach Armin Krenz
2.4 Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung
2.4.1 Bedeutung der Sprachförderung
2.4.2 Alltagsintegrierte Sprachförderung

3 Theorie – Praxis – Transfer der pädagogischen Fachkräfte
3.1 Begriffsbestimmung des situationsorientierten Ansatzes
3.2 Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung
3.3 Implementierung der alltagsintegrierten Sprachförderung

4 Resümee

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang
Anhang 1 Schriftliche Befragung
Anhang 2 Schriftliche Befragung - Beantwortung Anonym 1
Anhang 3 Schriftliche Befragung - Beantwortung Anonym 2
Anhang 4 Schriftliche Befragung - Beantwortung Anonym 3

1 Hinführung

Sprache ist eines der wichtigsten Grundlagen der Kinder, um sich in allen Bildungsbereichen zu entwickeln und um einen optimalen Start in der Schule und bestmögliche Voraussetzungen für den späteren Bildungsweg zu bekommen. Daher ist die Sprachförderung der Kinder eines der signifikantesten Aufgaben des Kindergartens. Laut der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ist die Grundlage jeder pädagogischen Arbeit, in Berliner Kindertagesstätten, das Berliner Bildungsprogramm. Auch die in Berlin-Buch gelegene Kindertagesstätte arbeitet nach dem Berliner Bildungsprogramm. Anhand des neu erarbeiteten Konzeptes wird deutlich, dass die pädagogischen Fachkräfte in der Kindertagesstätte nach dem situationsorientierten Ansatz nach Armin Krenz arbeiten. Dadurch wird die Sprachförderung, mithilfe des situationsorientierten Ansatzes, Gegenstand dieser Arbeit. Infolgedessen soll in dieser Praxisarbeit die Forschungsmethode ‚Die Lebenswelt der Kinder – ein Paradigma für eine individuelle Sprachförderung‘ im Fokus stehen. Dabei richtet sich die Forschungshypothese an die Gruppe ‚M.‘, mit dem Alter zwischen vier und fünf Jahren, innerhalb der Kindertagesstätte.

Der Aufbau dieser Arbeit gliedert sich in verschiedene Kapitel und Unterkapitel. Innerhalb der ersten Kapitel bezieht sich die Praxisarbeit auf die Gliederung der Arbeit und die Einleitung. Das zweite Kapitel setzt sich mit den theoretischen Grundlagen auseinander, damit die Inhalte der Arbeit besser verstanden und nachvollzogen werden können. Anschließend wird der Theorie – Praxis – Transfer der pädagogischen Fachkräfte betrachtet, welcher das theoretische Wissen und seine Implementierung in die Praxis, analysiert und diskutiert. Zum Schluss erfolgt ein Resümee, welches eine wertende Zusammenfassung und eine Präsentation der Ergebnisse zur Forschungshypothese beinhaltet.

2 Theoretische Grundlagen

In den folgenden Unterkapiteln werden die theoretischen Grundlagen erläutert, die für ein besseres Verständnis der Inhalte der Arbeit notwendig sind. Zu Beginn wird ein Überblick über die Aufgaben und Zielsetzungen der Sozialen Arbeit, sowie die Definition, nach Gertrud Bäumer aufgezeigt. Bäumer wird dabei angewandt, da sie eine staatliche Fixierung der Sozialpädagogik wollte, damit das Schicksal und die Zukunft der Kinder nicht alleine in der Hand der Familie liegt. Gegenwärtig bleiben die sozialen Einrichtungen dauerhaft geöffnet, um für die Familien in der Corona-Pandemie entlastend zu wirken. Vor Allem Kinder, die aus prekären Familiensituationen kommen, wie beispielsweise mit psychischen Erkrankungen, Gewalt, Armut, Vernachlässigung oder bildungsfernen Verhältnissen, sollen Chancengleichheit für Bildung in den Einrichtungen und auch Zuflucht aus der primären Lebenssituation erhalten. Darüber hinaus können die Familien, durch die Einrichtung, in ihren Lebenssituationen beraten, unterstützt und teilweise entlastet werden. Anschließend erfolgt eine Erläuterung des Berliner Bildungsprogramms und des situationsorientierten Ansatzes nach Armin Krenz. Im weiteren Unterkapitel werden die Grundlagen und die Anwendung zur Sprachförderung dargelegt, welche sich auf die Definitionen der Sprachförderung und der alltagsintegrierten Sprachförderung bezieht.

2.1 Aufgaben und Zielsetzungen der Sozialen Arbeit nach Gertrud Bäumer

Zuallererst soll der Begriff Sozialpädagogik betrachtet und definiert werden. Jedoch ist die Sozialpädagogik ein vielschichtiger und umfangreicher Begriff, wodurch er sich nicht anhand einer Definition erklären lässt. Die Frauenrechtlerin und Pädagogin, Gertrud Bäumer definierte anhand ihrer wissenschaftstheoretischen Auffassungen den Begriff Sozialpädagogik folgendermaßen:

„‚Er bezeichnet nicht ein Prinzip, dem die gesamte Pädagogik, sowohl ihre Theorie wie ihre Methoden, wie ihre Anstalten und Werke- also vor allem die Schule – unterstellt ist, sondern einen Ausschnitt: alles was Erziehung, aber nicht Schule und nicht Familie ist. Sozialpädagogik bedeutet hier den Inbegriff der gesellschaftlichen und staatlichen Erziehungsführsorge, sofern sie außerhalb der Schule liegt‘ (Bäumer 1929a,3).“ (Engelke, Borrmann, Spatscheck 2018, S. 247)

Für Gertrud Bäumer ist die Sozialpädagogik eine „gesellschaftliche und staatliche Erziehungsführsorge“ (Engelke, Borrmann, Spatscheck 2018, S. 247), indem eine Erziehung erbracht wird, welche außerhalb der Schule und der Familie stattfindet. Demzufolge greift die Sozialpädagogik ein, wenn eine Lücke zwischen Familie und Schule entsteht, da diese den Erziehungsauftrag nicht sicherstellen. An dem Punkt, wenn der Erziehungsauftrag nicht gewährleistet wird, greift der Staat ein. Dabei übernimmt er die Obervormundschaft der Kinder, wenn beispielsweise die Elternteile oder Bezugspersonen des Kindes die Erziehungsgewalt verlieren, eine schlechte körperliche, seelische Beschaffenheit des Kindes vorliegt, innerhalb der Waisenfürsorge oder wirtschaftlichen Notlagen. Durch die Fürsorge können die individuellen Notlagen oder die Verwahrlosung verhindert werden. „Die frühere Funktion der Familie wird einem neuen Prinzip unterstellt, sie wird sozialpädagogisch eingeordnet. Die staatliche Führsorgeerziehung (Sozialpädagogik) ist für Bäumer ideell und grundsätzlich mit der Obervormundschaft des Staates verbunden“ (ebd., S. 250). Damit die Lücke geschlossen werden kann, muss eine Leistung von der Gesellschaft ausgehen. Infolgedessen greift die Sozialpädagogik ein, wenn sich Missstände bei den Kindern etablieren, welche durch negative, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen hervorkommen. Wodurch die Sozialpädagogik wesentliche gesellschaftliche Aufgaben übernimmt. Gertrud Bäumer ist der Ansicht, dass die sozialen Probleme Folge einer gesellschaftlichen Veränderung sind. Jedoch sollte die Aufmerksamkeit auf den Kindern liegen, welche durch jegliche Veränderungen manipuliert und beeinflusst werden können. Wodurch auch die Kinderarbeit mithilfe von Kinderschutz- und Arbeitsschutzgesetzen verhindert werden muss, damit das Recht auf Kindheit und Jugend wiederhergestellt und durch soziale Fürsorge unterstützt wird.

2.2 Berliner Bildungsprogramm

Das Berliner Bildungsprogramm dient den pädagogischen Fachkräften, aus Kitas und Kindertagespflege, eine „Grundlage für die frühpädagogische Arbeit“ (Scheeres 2018, S. 6). Um die Kinder von Beginn an in ihrer „sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Entwicklung“ (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie 2021) zu fördern. Darüber hinaus gibt er den Rahmen für die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder vor. Damit die Kinder, mit Eintritt in die Kindertagesstätte bis zum Schulbeginn, grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernen. Damit sie eine positive Entwicklung und bestmögliche Voraussetzungen für einen späteren Bildungsweg erlangen. Deswegen stehen im Berliner Bildungsprogramm „Aussagen zum Bildungsverständnis, zu den Zielen und Kompetenzen, zur Rolle der [pädagogischen Fachkraft], zu den zentralen Bildungsbereichen, zu Kooperationen und zur Zusammenarbeit mit Eltern“ (Scheeres 2018, S.6). Das Berliner Bildungsprogramm bietet „einen verbindlichen, wissenschaftlich begründeten und fachlich erprobten Orientierungsrahmen für die [pädagogischen Fachkräfte].“ (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie 2021)

Innerhalb des Berliner Bildungsprogramms befinden sich sechs verschiedene Bildungsbereiche: „Gesundheit; Soziales und kulturelles Leben; Kommunikation: Sprachen, Medien, Schriftkultur; Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theater; Mathematik; Natur – Umwelt - Technik“ (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie 2018, S. 10). Dabei stehen alle Bildungsbereiche in Bezug zueinander und können nicht unabhängig betrachtet oder bearbeitet werden. „Die Dimensionen der Bedeutsamkeit von Bildungsprozessen für das Kind stehen in der Mitte als Zugang zu allen Bildungsbereichen.“ (ebd., S. 11)

2.3 Situationsorientierter Ansatz nach Armin Krenz

Der situationsorientierte Ansatz wurde, als frühpädagogische Handlungskonzept, vom Sozialpädagogen und Wissenschaftsdozenten, Professor Doktor Armin Krenz, in den 1980er Jahren, am Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik, entwickelt. (vgl. Krenz 2018, S. 2)

Der situationsorientierte Ansatz strebt danach, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, ihre individuellen Erfahrungen und Erlebnisse zu bewältigen. Gleichzeitig basiert er auf Grundannahmen im Leben, dazu gehören „Mitsprache, Wertschätzung und Achtung individueller Bedürfnisse oder Akzeptanz unterschiedlicher Interessen“ (ebd., S. 107). Deswegen soll die Kindertagestätte ein Raum für Kinder bieten, wo sie ihre Erfahrungen und Zusammenhänge verarbeiten und verstehen können. Jedoch darf es nicht auf einen abgeschlossenen Raum begrenzt werden. Vielmehr soll versucht werden, an verschiedenen Orten und mit verschiedener sozialer Umgebung das Lernen zu ermöglichen. Auch die Lebenswelt der Kinder sollte wahrgenommen werden, indem die pädagogischen Fachkräfte die realen Lebenssituationen der Kinder erkennen und eine Bedeutung zuweisen. Wobei die Fachkräfte auf die individuellen Ausdrucksformen der Kinder achten müssen, beispielsweise Spielverhalten, Sprechen, Malen und Bewegung. Anschließend können sie mithilfe der Kinder, durch Mitbestimmung und gemeinsamer Organisation, eine kindorientierte Projektplanung erstellen. Durch die Unterstützung erlernen die Kinder das gegenwärtige Situationen und Problematiken, mithilfe von Mut, Interesse und Neugier, verstanden und bewältigt werden können. Wobei sich die vergangenen Problematiken der Kinder, durch Ängste, Aggressionen, Belastungen und Unruhe äußern können. Damit jedes Kind die Möglichkeit hat, die bestmögliche Entwicklung zu bekommen, müssen die Problematiken, durch eine intensive Projektarbeit, analysiert und eliminiert werden. Hierbei werden die „individuelle und soziale Kompetenzen“ (ebd., S. 108) der Kinder entwickelt und gefördert. Gleichzeitig versucht der situationsorientierte Ansatz die jeweiligen förderbedürftigen „Bereiche und Funktionen wie Sprache und Motorik, Intelligenz und Kreativität (Fantasie und Interessen, Denken und Gefühle)“ (ebd., S. 157), durch die Auseinandersetzung der vergangenen Situationen, im sozialen Kontext zu fördern.

Des Weiteren sind Kinder „ebenso unterschiedlich und vielschichtig wie die Skala eines ganzen Farbenspektrums“ (ebd., S.159), gerade ihn ihren Verhaltensweisen. Dadurch ist die Arbeit mit dem situationsorientierten Ansatz sehr individuell, aufwendig und umfangreich. Denn die Fachkräfte erarbeiten die Themen und Schwerpunkte, für Projekte, individuell aus, anhand der Situationen und Problematiken in der Lebenswelt der Kinder.

Für Professor Doktor Armin Krenz ist die pädagogische Arbeit nach dem situationsorientierten Ansatz, mehr als eine Technik oder eine didaktische Methode, denn er umfasst alle Facetten der pädagogischen Fachkraft. Demzufolge ist der situationsorientierte Ansatz ein Paradigma, beziehungsweise „eine[…] persönlichkeitsbedingte[…] Sichtweise von ganzheitlicher Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Wertschätzung von Kindern, […], Nichtausgrenzung von aktuellen Situationen, […].“ (ebd., S. 160)

2.4 Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung

In den nächsten Unterkapiteln werden die Grundlagen, sowie die Anwendung der Sprachförderung aufgezeigt. Indem auf die Bedeutung der Sprachförderung und der alltagsintegrierten Sprachförderung eingegangen wird.

2.4.1 Bedeutung der Sprachförderung

Zur Sprachförderung, innerhalb des Kita-Alltages, gehören alle Handlungen, ausgehend von den pädagogischen Fachkräften, die zur Förderung der Sprachentwicklung eines Kindes beitragen. Demzufolge wird die Sprachförderung als einen integrierten Bestandteil im Kita-Alltag verstanden. Indem die pädagogische Fachkraft ihre Arbeit durch Sprechen begleitet, in dem Niveau der Kinder spricht, im Dialog mit den Kindern steht und selber gerne kommuniziert. Jedoch zielt die Sprachförderung nicht nur auf Kinder mit sprachlichen Förderungsbedarf ab, sondern auf jedes Kind. Unabhängig von der Sprachentwicklung eines Kindes, kann die Sprachförderung nicht als alleinige Fördermaßnahme erdacht werden. Denn in der Sprachförderung wird jedes Kind bei der Sprachentwicklung unterstützt und begleitet. Zudem sollte die pädagogische Fachkraft nicht nur auf die Sprachauffälligkeiten achten, sondern auf die Mitteilungsabsicht der Kinder. Dabei sollte die pädagogische Fachkraft die Kinder stets ausreden lassen, verstehen und ihnen zuhören, damit die Kinder positive Erfahrungen mit dem Umgang der Sprache und der Kommunikation machen, um Sprechfreude zu erlangen. Darüber hinaus werden Kinder in der Sprachförderung in grundlegenden Kulturtechniken gefördert, „wie dem Betrachten von Bildern, dem Erfinden, Erzählen und Weitergeben von Geschichten“ (Höhme-Serke & Wenzel 2006).

2.4.2 Alltagsintegrierte Sprachförderung

Innerhalb der vorschulischen Sprachfördermaßnahmen wird zwischen „ganzheitliche Sprachförderkonzepte[...] (alltagsintegrierte Sprachförderung) und sprachstrukurelle[...] Förderprogramme[...] [...]“ (Lisker 2011, S. 60) unterschieden.

Innerhalb dieser Praxisarbeit wir auf die alltagsintegrierte Sprachförderung eingegangen. Alltagsintegrierte Sprachförderung wird daran erkannt, dass die aktuellen Interessen und Bedürfnisse der Kinder als Anlass, zur Sprachförderung, genutzt werden. Dadurch, dass sie zu jedem Zeitpunkt stattfinden kann und nicht von der Zeit oder dem Ort abhängig ist. Dadurch lässt sich eine regelmäßige Sprachförderung sicherstellen. Beispielsweise knüpft sie an die alltäglichen Routinen des Kindes in der Kindertagesstätte an, wie Mahlzeiten, Händewaschen, Hol- und Bringsituationen, oder Spiel- und Bildungsaktionen, Ausflüge, Projekte und Veranstaltungen. Dabei kann sich die Sprachförderung individuell an das einzelne Kind oder an eine ganze Gruppe richten. Damit die Sprachförderung erreicht werden kann, müssen die pädagogischen Fachkräfte die Kinder intensiv beobachten. Anschließend wird differenziert, an welchen Thematiken oder Elementen Kinder Interesse zeigen. Damit eine gezielte und individuelle Sprachförderung erreicht und erarbeitet werden kann. Dabei wird davon ausgegangen, dass Kinder die sprachlichen Lernmethoden besser aufnehmen und verarbeiten, wenn sie sich intrinsisch motiviert fühlen. Zudem unterstützen die pädagogischen Fachkräfte „die Kinder in ihrem sprachlichen, kommunikativen, sozialen und kognitiven Lernen“ (Hellrung 2019, S. 91), innerhalb der alltagsintegrierten Sprachförderung.

3 Theorie – Praxis – Transfer der pädagogischen Fachkräfte

Zunächst wurde die Sprachförderung durch den situationsorientierten Ansatz theoretisch betrachtet. Innerhalb einer Diskussion wird analysiert und diskutiert, ob sich die Theorie auch in die Praxis, am Beispiel der Gruppe M., implementieren lässt. Als Forschungsmethode wurde eine qualitative schriftliche Befragung benutzt. Die schriftliche Befragung wurde von drei pädagogischen Fachkräften innerhalb der Kita beantwortet, welche schon in der Gruppe M. gearbeitet haben. Das Ziel dabei ist, die schriftlichen Befragungen detailliert auszuwerten und zu analysieren, um die Forschungshypothese, ‚Die Lebenswelt der Kinder – ein Paradigma für eine individuelle Sprachförderung‘ zu beantworten. Innerhalb der schriftlichen Befragung wurden offene Fragen gestellt, damit sich genauere Begründungen und Beschreibungen, sowie zusätzliche Informationen, ergeben. Die schriftliche Befragung wurde in drei Kategorien eingeteilt, Begriffsbestimmung des situationsorientierten Ansatzes, Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung, sowie die Implementierung der alltagsintegrierten Sprachförderung.

3.1 Begriffsbestimmung des situationsorientierten Ansatzes

Innerhalb dieser Kategorie wurden die pädagogischen Fachkräfte, Anonym 1-3, über ihren Wissensstand befragt, was der situationsorientierte Ansatz in der pädagogischen Arbeit bedeutet. Die pädagogischen Fachkräfte äußerten, dass das Fundament der pädagogischen Arbeit die Bedürfnisse, Interessen, individuellen Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder ist. Damit dieses erfasst wird, sind Beobachtungen und Betrachtungen der Kinder in unterschiedlichen Situationen signifikant. Anschließend erarbeitet die pädagogische Fachkraft, anhand ihrer gesammelten Informationen, durch die Beobachtungen und Betrachtungen, ein kindorientiertes Projekt oder Angebot. Zudem werden die Kinder unterstützt und begleitet, damit sie ihre „individuelle[n] Erlebnisse und Erfahrungen verarbeiten und verstehen“ (Anonym 3 2020, S. 25) können. Dabei können sich die pädagogischen Fachkräfte, die Frage stellen „was hilft Kindern belastete Erlebnisse zu verkraften?“ (Anonym 2 2020, S. 20) Gleichzeitig streben die pädagogischen Fachkräfte an, dass die „Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz[en]“ (ebd.) der Kinder auf- und ausgebaut, sowie gefördert werden. Das Ziel, der pädagogischen Arbeit, mit dem situationsorientierten Ansatz, ist, die Kinder in ihrem Leben zu unterstützen und zu begleiten, sowie Hilfestellungen zu geben, damit die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet werden.

Schlussfolgernd benannten die pädagogischen Fachkräfte ähnliche Aspekte und Informationen, bezüglich des situationsorientierten Ansatzes, wie innerhalb des Kapitels 2.3 situationsorientierter Ansatz nach Armin Krenz.

3.2 Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung

Bei dem Fragenkomplex dieser Kategorie, wurden die pädagogischen Fachkräfte über Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung befragt. Dabei apostrophieren die pädagogischen Fachkräfte, dass die Sprachförderung der signifikanteste Bestandteil der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten ist, welcher „in allen Bildungsbereichen statt[findet]“ (Anonym 1 2020, S. 16). Um die bestmögliche Sprachentwicklung der Kinder zu erzielen, sollte die pädagogische Fachkraft „stets das sprachliche Vorbild“ (ebd.) der Kinder sein, damit positive Erfahrungen mit der Sprache gemacht werden. Anhand dieser positiven Erfahrungen erlangen die Kinder „Freude am Verstehen, Sprechen, Kommunizieren mit Freunden und [später mit] Lehrern“ (Anonym 2 2020, S. 21) Dabei sollte die pädagogische Fachkraft, die Mitteilungsabsicht des Kindes, wahrnehmen und ein Interesse äußern, damit das Kind innerhalb seiner sprachlichen Motivation bestätigt und gestärkt wird. Somit können die „Kinder zur Sprache […] motivier[t], pädagogische Alltagssituationen sprachlich […] begleite[t], Sprachanlässe […] [ge]schaffen“ (Anonym 1 2020, S. 16) werden. Dabei verfolgt die Sprachförderung das Ziel, dass die Kinder ihren „aktiven und passiven Wortschatz […] erweitern“ (Anonym 2 2020, S. 21). Damit die Kinder uneingeschränkt, später in der Schule, sprachlich agieren können sollte das Kommunikationsverhalten der Kinder, in der Altersgruppe 4-5, erweitert und stabilisiert werden. Gleichzeitig wird angestrebt, dass die Kinder, durch ihre sprachlichen Erfahrungen, signifikante Kompetenzen und Fähigkeiten erlangen. Innerhalb der Altersgruppe 4-5, sollten die Kinder auf die Schule vorbereitet werden, indem ihnen „Freude an Schrift, Text und Lesekultur […] vermittel[t]“ (Anonym 1 2020, S. 16) wird. „Außerdem soll[ten] die Kinder durch Sprache lernen, ihre Bedürfnisse äußern […] und die der anderen wahrnehmen und verstehen [zu können].“ (ebd.) Des Weiteren soll die Sprachförderung den Kindern ermöglichen, dass sie sich mithilfe der Sprache, „die Welt vollständig erklären […]“ (ebd.) können. Anonym 1 apostrophiert das signifikanteste Ziel der pädagogischen Arbeit, denn die „Kinder [sollen] durch Sprachförderung zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten“ (ebd.) erzogen werden.

Anhand der Antworten, aus der Kategorie der schriftlichen Befragung: Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung, ist zu erkennen, dass die pädagogischen Fachkräfte, übereinstimmenden Aspekte und Informationen darlegen, bezüglich des Unterkapitels 2.4 Grundlagen und Anwendung der Sprachförderung.

3.3 Implementierung der alltagsintegrierten Sprachförderung

Die pädagogischen Fachkräfte legten fundierte übereinstimmende Aspekte und Informationen, bezüglich des situationsorientierten Ansatzes und der Sprachförderung, dar. Andererseits ist die Implementierung der alltagsintegrierten Sprachförderung in die Praxis signifikant, in der pädagogischen Arbeit in der Kita.

Auf Seiten der Fachkräfte gibt es viele Methoden und Materialien, innerhalb der Gruppe M., welche den Spracherwerb fördern. Für eine geeignete Auswahl der Methode, der Materialien oder der Antrieb zum Erzählanlass, muss die pädagogische Fachkraft über die „Themen, Interessen, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder“ (ebd., S. 17) Bescheid wissen. Indem sie dies „[d]urch gezielte Beobachtung[en] […] feststellen, was sie möchten. Was bewegt, was beschäftigt sie.“ (Anonym 2 2020, S. 21) Dadurch muss die pädagogische Fachkraft stets aufmerksam sein, um die Interessen und Bedürfnisse, der Kinder, wahrzunehmen und um Fördermöglichkeiten je nach Situation zu erkennen. Anonym 1 beschrieb, dass die Kinder, in der Gruppe M., die Bücher von den Kindern geschätzt werden. Dadurch würde sie gezielt mit Liedern und Reimen, arbeiten, sowie das „dialogische[…] Vorlesen als festes Ritual“ (Anonym 1 2020, S. 18) einführen. Auch Anonym 2 würde das Vorlesen als Methode zur Sprachförderung anwenden. Innerhalb des dialogischen Vorlesens werden die Kinder dazu angeregt, die Geschichte selber zu erzählen. Dabei können die Kinder mithilfe der Bilder und der eigenen Erfahrungen die Geschichte nacherzählen. Sowie werden die Kinder angehalten Vermutungen zu äußern, wie sich ein Konflikt in der Geschichte lösen könnte. Dadurch werden die Kinder ermutigt über ihre Phantasie, Emotionen und Ideen zu sprechen. Anschließend wird dieses mithilfe von Fragen und Impulsen aufgegriffen und weiter ausgeführt. Auch während des Freispiels, geben die pädagogischen Fachkräfte, gezielte Impulse in die Spielhandlung hinein, um diese zu vertiefen. Anhand dieser Impulse kann der Bereich Sprache und Kommunikation gefördert werden.

Beispielsweise wenn ein Kind im Freispiel puzzelt, werden verschiedene Kompetenzen, wie Motivation etwas zu beenden, beziehungsweise Durchhaltevermögen, „Geschicklichkeit, Konzentration, fein Motorik“ (Anonym 2 2020, S. 21) gefördert. Hierbei kann die pädagogische Fachkraft eine Sprachfördermöglichkeit ableiten. Indem das Kind anregt wird, „[ü]ber das entstandene Werk [zu]reden, Bildinhalte aus[zu]werten, darüber [zu] reden und [zu] interpretieren.“ (ebd.)Währenddessen wird das Handeln immer sprachlich begleitet, sowie die Assoziationen der Kinder aufgegriffen. Des Weiteren können Kinder durch gezielte Fragen zum Sprechen angeregt werden. Damit sich die Sprachaktivität der Kinder verselbstständigt und der Wortschatz durch spielerisches Erleben und Neugier erweitert wird. Jedoch kann auch die Sprachförderung der Kinder, unabhängig von gezielten Impulsen, innerhalb von Situationen, begleitet werden. Signifikant sind dabei die zahlreichen Sprachspiele „wie das Memory, […] dialogisches Vorlesen, […], Bilderbücher, Lieder, Reime, Spiele“ (Anonym 1 2020, S. 17).

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Sprachförderung im Kindergarten. Theoriegeleitete Beschreibung und Analyse der sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Arbeit am Beispiel einer Kindertagesstätte
Hochschule
IBA Berlin: Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe gGmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
28
Katalognummer
V1151186
ISBN (Buch)
9783346562425
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachförderung, kindergarten, theoriegeleitete, beschreibung, analyse, arbeit, beispiel, kindertagesstätte
Arbeit zitieren
Sarah Sucher (Autor:in), 2021, Sprachförderung im Kindergarten. Theoriegeleitete Beschreibung und Analyse der sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Arbeit am Beispiel einer Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151186

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