Buddhistische Meditation


Hausarbeit, 2006

24 Seiten, Note: 2,0


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Inhalt

Einleitung

1. Die Ziele der Meditation
1.1 Der Geist
1.2 Samsara - Ewiger Kreislauf des Leidens
1.3 Die vier edlen Wahrheiten

2. Die vier großen Stadien der Meditation und der achtfache Pfad
2.1 Die vier Stadien der Meditation
2.1.1 Die erste Versenkungsstufe
2.1.2 Die zweite Versenkungsstufe
2.1.3 Die dritte Versenkungsstufe
2.1.4 Die vierte Versenkungsstufe
2.2 Interpretation der Versenkungsstufen
2.3 Der achtfache Pfad

3. Die fünf grundlegenden Meditationsmethoden
3.1 Zerstreutheit
3.2 Ärger
3.3 Begierde
3.4 Dünkel
3.5 Unwissenheit

4. Bodhi – Die Erleuchtung
4.1 Bedeutung
4.2 Dimensionswechsel
4.3 Die Ebene der Erleuchtung

5. Fazit

6. Literatur

Einleitung

Diese Hausarbeit zum Thema „Buddhistische Meditation“ wird im Rahmen des Seminars „Mystik und Lebensentwurf in den Weltreligionen“ im WS 2005/2006 erstellt.

Nach diesem Seminar machten wir uns Gedanken über ein mögliches Thema für unsere Hausarbeit. Aufgrund unseres persönlichen Interesses an fernöstlichem Glauben und der Absicht tiefere Einblicke in die buddhistische Religion zu erhalten, wählten wir als zentralen Bezugspunkt unserer hiesigen Hausarbeit den Buddhismus. Da es die Intention des Seminars war, mystische Inhalte verschiedener Glaubensrichtungen zu erörtern, betrachten wir in dieser Arbeit besonders die buddhistische Meditation, die als eine Art Hilfe oder Weg zu einem mystischen Erlebnis gilt. Wir stellen uns dabei die Frage, ob Buddhisten im meditativen Zustand mystische Erlebnisse erfahren. In dieser Arbeit werden wir versuchen, diese Frage weitgehend zu beantworten und die Eigenheiten buddhistischer Meditation darzustellen.

Dazu erläutern wir im ersten Kapitel grundlegende Aspekte buddhistischer Religion. Sie sind von fundamentaler Bedeutung für das Verständnis der Ziele buddhistischer Meditation.

Im zweiten Kapitel werden die vier großen Stadien und der achtfache Pfad der Meditation erläutert. Das darauf folgende Kapitel befasst sich mit den fünf grundlegenden Meditationsmethoden. Im vierten Kapitel werden wir versuchen einen Einblick in das höchste Ziel der Meditation – der Erleuchtung – zu erlangen. Wir werden dessen Bedeutung klären und weitestgehend eine Erläuterung, für diese hohe Stufe der buddhistischen Religion, liefern.

1. Die Ziele der Meditation

Anthony Matthews macht in seinem Buch „Der buddhistische Weg zu Glück und Erkenntnis“ zu Beginn deutlich, dass die Ziele einer Meditation ganz unterschiedlich sein können, wobei sich ihre Techniken im Grunde sehr ähneln. Heutzutage und vor allem in unserer westlichen Gesellschaft wird, laut Matthews, die Meditation als eine Technik für Stressreduzierung und Stressbewältigung angesehen.

Das wesentliche Ziel buddhistischer Meditation aber, sagt Matthews, ist eine Entwicklung in Gang zu setzen, die einen Menschen von Grund auf ändert und auf das höchste Ziel – der Erleuchtung – hinausläuft.[1]

Mit Erleuchtung mein Matthews: „[…]die bis zur Vollkommenheit entwickelte menschliche Lebensform – die Verwirklichung von Weisheit und Erbarmen in einem Ausmaß, das alle unsere Vorstellungen von ‚menschlich’ und ‚Existenz’ weit übersteigt.“[2]

Buddhistische Meditation hat demnach als höchstes Ziel die ‚Erleuchtung’. Um den Begriff der Erleuchtung näher verstehen zu können, werden wir im folgendem die grundlegenden Aspekte der buddhistischen Philosophie darlegen.

Es ergibt sich aus der Natur eines höchsten Ziels, dass wenn es erreicht wurde, auf dem Weg dahin, viele andere, kleinere Zwischenziele erreicht wurden. So soll der kommende Abschnitt auch eine Hilfe für das bessere Verständnis dieser Zwischenziele, die auf dem Weg zur vollkommenen Erleuchtung erreicht werden können, bieten.

1.1 Der Geist

Wenn wir behaupten, der Mensch bestehe aus Körper und Geist, so ist es unbestreitlich, dass der Mensch aus einem Körper besteht. Jedoch können wir, im Gegensatz zum substanziellen Körper, den Geist eines Menschen nicht physisch fassen. Der Geist ist kein Ding, er hat weder Farbe, Gewicht noch Maß. Dadurch aber, dass wir uns bewusst sind, dass wir die Fähigkeit haben zu Wissen, zu Erleben und zu Erkennen wissen wir, dass es da noch was anderes geben muss außer unseren unbelebten Körper. Dieses andere bezeichnen wir als unseren Geist. Er erst macht aus unserem unbelebten Körper einen belebten und zeichnet uns und unsere Persönlichkeit aus.

Im Buddhismus gilt der Geist als der große und bestimmende Faktor unseres Seins. Nach einer sehr alten Aussage, die auf den Buddha zurückgeht, ist unser ganzes Leben eine Schöpfung unseres Geistes: Handeln wir mit reinem Geist, dann folgt daraus Glück, handeln wir mit unreinem Geist, dann führt das zu Leiden.[3]

Man kann laut Anthony Matthews nicht genau sagen was der Geist eigentlich ist. Viele Versuche wurden unternommen, sowohl in der Philosophie, Religion als auch in der Psychologie, um den begrifflichen Ausdruck Geist eindeutig zu definieren. Matthews kommt zu der abschließenden Entscheidung lediglich die Funktionsweise des Geistes beschreiben zu können.[4]

Des weiteren im Text vertritt Matthews die wissenschaftliche Sicht, dass der Geist eines Menschen in einem bestimmten Zusammenhang mit Gehirn und Nervensystem steht, da, wie er sagt, wir unserer Erinnerungen, Gefühle, Wahrnehmungen und Gedanken bewusst sind und sie erleben. Jedoch ist Matthews der Meinung, dass wir uns nicht von uns selbst lösen können. Er sagt:

„ Wir können nicht über die Grenzen des Geistes hinausgehen und sozusagen von außen anschauen, was tatsächlich geschieht und worin diese Erfahrungen wirklich bestehen.“[5]

Letztlich haben wir keine Vorstellung von der Außenwelt, weil die Welt, so wie sie auf uns wirkt, „immer nur unsere eigene Wahrnehmung der Welt“ ist und unsere persönliche „besondere Erfahrung von ihr ist“.[6]

Weiterhin merkt Matthews an, dass sich unsere geistigen Erfahrungen zweiteilen lassen. Ein sehr geringer und schon fast bedeutungsloser Teil ist das bewusste „Ich-Erlebnis“, welches wir als rational denkender Mensch fassen und beschreiben können. Ein weitaus viel größerer Teil unserer geistigen Erfahrung können wir nicht bündeln, wir wissen zwar dass es diesen durchaus größeren Bereich geben muss – faszinierende Bilder in unseren Träumen sind relevante Zeichen dafür – doch sind wir nicht in der Lage bewusst zu sagen warum wir bestimmte Träume träumen oder warum wir in einer bestimmten Art und Weise Handeln.[7] Er schreibt:

„Bei allem was wir tun, sind Körper, Rede und Geist beteiligt, wobei es der Geist ist, der unser Tun und das was wir reden, bestimmt, da Körper und Rede von sich aus keine Aktivität einleiten können.“[8]

Es ist beängstigend sich zu verdeutlichen, dass nicht wir selbst – in diesem Falle meine ich hiermit unser bewusstes Ich – gänzlicher Herr über uns und über unser Handeln sind, sondern wir unter dem Einfluss - „der Macht“[9] so Weil - unseres Geistes, die sich durch unsere geistigen Erfahrungen auszeichnet, stehen.

Weil macht deutlich, dass unsere Erfahrungen durch Leidenschaften wie Begierde, Hass und Verblendung geprägt werden. Begierde, Hass, Neid und Abscheu bezeichnet Weil als Geistesgifte. Durch diese Geistesgifte, erklärt Weil, kann unser Geist nicht frei sein. Unser Geist ist aufgrund dieser „Geistesgifte“ nicht frei und wir stehen vollständig unter seiner

Kontrolle.[10]

1.2 Samsara - Ewiger Kreislauf des Leidens

Unser Leben ist erfüllt von schlechten sowie guten Tagen, mal wandert man himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt durchs Leben. Gründe dafür können verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Gefühle des Glücks, der Trauer oder der Einsamkeit sein.

Man ist sich jedoch selten bewusst, dass die eigene Situation, die gerade erfahren wird, durch das eigene Handeln verursacht wurde. Unser Erleben wird durch unsere eigenen Einstellungen bestimmt, die Antrieb unserer Gefühle sind. Dieser Zusammenhang von vorherrschenden Einstellungen und Haltungen und der damit verknüpften Qualität des jeweiligen Erlebens wird im Buddhismus ‚Samsara’ genannt und als Rad des Lebens dargestellt.

[...]


[1] vgl. Matthews 1997, S. 16

[2] Matthews 1997, S.16

[3] vgl. Matthews 1997, S.18

[4] vgl. Matthews 1997, S.19

[5] Matthews 1997, S.19

[6] vgl. Matthews 1997, S.19

[7] vgl. Matthews 1997, S.20

[8] Rinpoche 1996, S.17

[9] Weil 1998, S.53

[10] vgl. Weil 1998, S.53

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Buddhistische Meditation
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Indologie/ev. Theologie)
Veranstaltung
Mystik in den Weltreligionen
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V115138
Dateigröße
1225 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buddhistische, Meditation, Mystik, Weltreligionen
Arbeit zitieren
Bettina Abriß (Autor), 2006, Buddhistische Meditation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115138

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